Coronavirus führt zu Preisabschlägen an der GDT

Bei der Auktion von Milchprodukten an der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) am 4. Februar sind die Preise für Milchpulver stark unter Druck geraten. Analysten machten dafür das Coronavirus und mögliche Absatzprobleme in China verantwortlich. Der Preis für Vollmilchpulver brach im Schnitt aller Qualitäten und Liefertermine gegenüber der vorherigen Handelsrunde vom 21. Januar um 6,2 % auf 3 039 $/t (2 746 Euro) ein. Dabei verzeichneten die vorderen Fälligkeiten März und April die stärksten Abschläge. Neuseeland ist der größte Anbieter von Vollmilchpulver in China, und Einkäufer aus der Volksrepublik sind an der GDT sehr aktiv. Bei der jüngsten Versteigerung haben sie sich jedoch zurückgehalten. Angesichts der Befürchtung, dass das Coronavirus und die Maßnahmen gegen seine Ausbreitung die Käufe in China beeinträchtigen würden, seien die Märkte nervös, erläuterten Experten. Ein Fonterra-Sprecher hatte erst kürzlich in den Medien gewarnt, dass ein deutlicher Verbrauchsrückgang in China Konsequenzen für den Umsatz des Molkereikonzerns haben werde. Auch Magermilchpulver wurde bei der jüngsten GDT-Auktion mit einem deutlichen Abschlag gehandelt, und zwar von durchschnittlich 4,2 % auf 2 907 $/t (2 627 Euro). Zudem kam es im Vergleich zur vorherigen Handelsrunde bei Buttermilchpulver und wasserfreiem Milchfett zu Preisrückgängen von 5,2 % beziehungsweise 4,5 %. Butter ließ sich im Schnitt für 4 258 $/t (3 848 Euro) verkaufen, was eine geringe Wertsteigerung von 0,2 % gegenüber der Versteigerung vor zwei Wochen bedeutete. Deutlich stärker, nämlich um jeweils 6,0 %, zogen die Preise für Labkasein und Cheddarkäse an. Letzterer erlöste im Mittel aller Kontrakte 4 302 $/t; das war das höchste Niveau seit Anfang Juni 2019. Der zusammenfassende Preisindex aller acht gehandelten Produkte an der GDT ging gegenüber der vorherigen Versteigerung um 4,7 % zurück. Maßgeblich dafür waren die Abschläge der umsatzstarken Produkte Voll- und Magermilchpulver (Umrechnungskurs 1$ = 0,9037 Euro). (AgE)

Zusammenarbeit sichert Zukunft der Milchwirtschaft

Milchindustrie, Politik und Interessensgruppen müssen noch enger zusammenarbeiten, damit sich die europäische Milchwirtschaft zu einem noch nachhaltigeren Geschäfts- und Produktionsmodell entwickeln kann. Wie die europäische Molkereigenossenschaft Arla Foods am 4. Februar mitteilte, ist dies eine von mehreren Empfehlungen einer von ihr beauftragten Studie durch das Institut für europäische Umweltpolitik (IEEP) mit dem Titel „A vision for the future of the European dairy industry“. Den Autoren des Berichts zufolge ist es zudem für die Sicherung einer nachhaltigen Zukunft des Sektors notwendig, ein faires Gleichgewicht zwischen den wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Aspekten der Branche zu finden. Um die gesamte Milchwirtschaft in diese Richtung zu bewegen, seien Partnerschaften nötig. Den betroffenen Akteuren müsse dabei während des Übergangs Unterstützung angeboten und Anreize geschaffen werden, damit sie Teil dieses Wandels würden. Für seine Untersuchung der Chancen und Herausforderungen in der Wertschöpfungskette Milch hat das IEEP über sechs Monate zahlreiche Beteiligte, von Landwirten über Maschinenhersteller bis hin zu Gewerkschaften, Umwelt- und Tierschutzorganisationen sowie Konsumentengruppen, interviewt und die Ergebnisse anschließend von internationalen Wissenschaftlern begutachten lassen. „Wir wollten eine ehrliche und realistische Einschätzung der europäischen Milchindustrie erhalten. Uns war wichtig, dass ein unabhängiger Dritter diese Untersuchung durchführt“, erklärte Arla-Vorstandschef Peder Tuborgh.
Im IEEP-Bericht wird der Milchwirtschaft konkret empfohlen, ihren Weg einer beschleunigten Umstellung hin zu einer Produktion mit Netto-Null-CO2-Emissionen fortzusetzen und gleichzeitig die Standards für Tierwohl und Produktionstransparenz zu erhöhen. Zudem müsse die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) die Landwirte beim Übergang zu mehr Nachhaltigkeit unterstützen und dabei helfen, die Qualität sowie den Wert der gelieferten Produkte zu steigern, vorzugsweise durch Anreize für positive Veränderungen anstatt durch Bestrafung. In der gesamten Europäischen Union sollten gleiche Wettbewerbsbedingungen für Tierwohlstandards, Lebensmittelkennzeichnungen und klare Definitionen für eine nachhaltige Ernährung geschaffen werden. Dies helfe den Verbrauchern, fundierte Entscheidungen zu treffen und Vergleiche über die von ihnen gekauften Lebensmittel anzustellen. Darüber hinaus müssten Wege gefunden werden, die es jungen Landwirten ermöglichten, in die Branche einzusteigen, um neue Fähigkeiten, Ideen und Ansätze in den Sektor einzubringen.
„Wir hoffen, dass der Bericht als Beitrag zu den laufenden Diskussionen wahrgenommen wird, wie Europa mit seiner Lebensmittelbranche in Bezug auf Wirtschaft, Umwelt, Gesundheit und Lebensqualität zu einem nachhaltigen Kontinent werden kann“, betonte Tuborgh. So werde es auch im Green Deal der EU-Kommission skizziert. Um dies zu verwirklichen, müsse die Branche zusammenkommen und eng mit Regierungen, Interessensgruppen und Verbrauchern zusammenarbeiten. „Ich bin zuversichtlich, dass wir dies erreichen können“, erklärte der Arla-Vorstandschef. Als landwirtschaftliche Genossenschaft habe Arla eine große Verantwortung, eine führende Funktion in der Milchbranche zu übernehmen und die notwendigen Partnerschaften aufzubauen. Der Bericht zeige auch, dass die europäische Milchwirtschaft in puncto Nachhaltigkeit bereits sehr aktiv sei. So habe Arla beispielsweise zusammen mit seinen fast 10 000 Landwirten den Weg hin zu einer Milchprodukten mit Netto-Null-CO2-Emissionen schon beschleunigt und werde sich auch weiterhin darauf konzentrieren, mehr Menschen mit nahrhaften, erschwinglichen und nachhaltigen Milchprodukten zu versorgen. (AgE)

Preise für Milchpulver und Molkenpulver vom 5. Februar

In Deutschland steigt die Milchanlieferung saisonal bedingt weiter an. Laut Schnellberichterstattung der ZMB erfassten die Molkereien in der 4. Woche 0,4 % mehr Milch als in der Vorwoche. Die Vorjahreslinie wurde damit um 0,6 % überschritten. In Frankreich war die Milchanlieferung zuletzt um 1,1 % umfangreicher als in der Vorjahreswoche.
An den Märkten für flüssigen Rohstoff sind Anfang Februar feste Tendenzen zu beobachten. Die Preise für Industrierahm sind in den letzten Tagen wieder gestiegen. Magermilchkonzentrat ist stabil auf dem höheren Niveau der Vorwoche, wobei sich die Nachfrage etwas beruhigt hat.
Am Markt für Magermilchpulver ist Anfang Februar eine Beruhigung eingetreten. Dies wird ausschließlich auf den Ausbruch des Coronavirus in China zurückgeführt, der zu einem starken Rückgang der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten in dem asiatischen Land geführt hat. Außerdem sorgt der neuartige Virus für Verunsicherung über die Auswirkungen auf die Wirtschaft insgesamt. Auch die Käufer von Milchpulver haben in den letzten Tagen eine abwartende Haltung eingenommen und beobachten offensichtlich zunächst, wie sich die Lage weiter entwickelt. In der Vorwoche waren noch umfangreiche Abschlüsse getätigt worden. In anderen Wirtschaftszweigen sind ebenfalls Auswirkungen zu beobachten.
Der Preisanstieg bei Magermilchpulver der vergangenen Wochen und Monate ist unter diesen Bedingungen aktuell zum Stillstand gekommen. Bei Futtermittelware wird von schwächeren Tendenzen berichtet.
Vollmilchpulver wurde bis zuletzt innerhalb der EU auch für spätere Lieferungen gut nachgefragt. Die Exportgeschäft wird weiterhin als ruhig eingeschätzt. Die Preise bewegen sich weiter auf dem Niveau der Vorwochen.
Molkenpulver hat sich ebenfalls beruhigt. Futtermittelware wird weniger lebhaft nachgefragt als in den vergangenen Wochen und die Preise haben sich stabilisiert. Auch bei Lebensmittelware ist es nach den lebhaften Vorwochen ruhiger geworden, wobei weitgehend unveränderte Preise erzielt werden. (Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V. Kempten (Allgäu)/proplanta.de)

Baubeginn für Arlas neues Innovationszentrum

 Die europäische Molkereigenossenschaft Arla Foods hat mit dem Bau ihres Innovationszentrums für das Zutatengeschäft im dänischen Nørre Vium begonnen. Wie die Großmolkerei am 27. Januar mitteilte, soll dort das Tochterunternehmen Arla Foods Ingredients (AFI) seinen Innovationsbereich im Bereich Ingredienzien stärken und das Potenzial von Zutaten aus Milch und Molke weiter ausschöpfen, um den Bedarf an nahrhaften und nachhaltigen Lebensmitteln zu decken. Das Molkereiunternehmen erwartet, dass das Geschäft von AFI in den kommenden Jahren weiter stark wächst, wobei das einstige Abfallprodukt Molke zu einer hochwertigen Premiumzutat für Säuglingsnahrung, klinische Ernährung, Sportlernahrung sowie andere Lebensmittel und Getränke umgewandelt wird. Laut Arla werden mehr als 40 Mio Euro in das Innovationszentrum investiert. Auf 9 000 m2 entsteht eine hochmoderne Anlage mit offenen Büroflächen, Labors und einer Pilotanlage. Mit dem in der Nähe gelegenen AFI-Produktionsstandort „Danmark Protein“ solle es eine enge Zusammenarbeit geben, damit alle Einsatzmöglichkeiten der Molke erforscht und voll ausgeschöpft werden können. „Wir sind ständig auf der Suche nach innovativen Lösungen für unsere Kunden, um sie bei der Entwicklung neuer Produkte zu unterstützen, die die spezifischen Ernährungsbedürfnisse von Kindern, Sportlern, Patienten und Verbrauchern erfüllen“, erklärte AFI-Chef Henrik Andersen. In dem neuen Zentrum würden modernste Forschung und Technologie eingesetzt, um Milch und Molke als Zutaten für Nahrungsmittel zu erforschen. Arla zufolge werden 90 Wissenschaftler, Techniker und Innovationsmanager alle Aspekte im Bereich Molke und Milch abdecken – von fortschrittlichen Trenntechnologien über die Isolierung bestimmter Komponenten der Molke oder Milch bis hin zu Wärmebehandlungs- und Pasteurisierungstechnologien zur Verbesserung der Funktionalität und Haltbarkeit. Arla ist davon überzeugt, dass Innovationen der Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft in der Milchwirtschaft sind. Die Eröffnung des neuen, spezialisierten AFI-Innovationszentrums ist für Sommer 2021 geplant. In Deutschland betreibt Arla im Rahmen von Joint Ventures in Niedersachsen und Schleswig-Holstein bereits zwei Werke zur Verarbeitung von Molke für das Zutatengeschäft. (AgE)

Antikörper aus der Kuh können Antibiotika ersetzen

Mithilfe von neuartigen Mikrofiltrationsmembranen ist es möglich, spezifische Antikörper aus der Milch abzutrennen und soweit anzureichern, dass sie unter anderem als Ersatz für Antibiotika eingesetzt werden können. Wie die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AIF) „Otto von Guericke“ am  27. Januarberichtete, ist das ein Ergebnis eines Projekts im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF), das von Dr. Hans-Jürgen Heidebrecht und Prof. Ulrich Kulozik vom Zentralinstitut für Ernährungs- und Lebensmittelforschung (ZIEL) an der Technischen Universität (TU) München durchgeführt wurde. Der gesamte Prozess der Milchproteinfraktionierung sei durch das Projekt deutlich effizienter geworden und eröffne neue Anwendungsmöglichkeiten, erläuterte die AIF. Er könne perspektivisch zur Entwicklung von Medikamenten auf Milchbasis überall dort eingesetzt werden, wo es ein empfindliches Mikrobiom-Gleichgewicht gebe, welches nicht mit unspezifischen Antibiotika zerstört werden solle. „Bei der Mikrofiltration wird Milch mit Druck durch Membranen gepresst und dadurch in verschiedene Komponenten unterteilt“, erklärte Kulozik. Das Verfahren sei zwar nicht neu, doch hätten die Membranen deutlich verbessert werden müssen, um die Funktionalität und Reinheit der Antikörper im Filtrat zu gewährleisten. Laut Heidebrecht wird dabei die Kuh mit ihrem Immunsystem quasi als Bioreaktor eingesetzt. „Indem wir die Kuh mit inaktiven menschlichen Krankheitserregern immunisieren, erzeugen wir ganz bestimmte Antikörper in der Kuhmilch. Die reichern wir dann entsprechend an und nutzen sie für die orale passive Immunisierung von Menschen“, erläuterte der Wissenschaftler. In einer Pilotanwendung seien auf diese Art schon Antikörper gegen Krankenhauskeime erzeugt worden. Weitere mögliche Anwendungen seien die Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen, bakteriellen Hauterkrankungen oder Karies. Derzeit sei eine große Studie in Vorbereitung, um ein neues Medikament auf den Markt zu bringen. Mittlerweile sind die neuen Membranen auch kommerziell verfügbar. Dem Produktentwickler Dr. Wolfgang Holzmüller von der Allgäuer Milei GmbH zufolge haben die beiden Wissenschaftler „eine Schlüsseltechnologie weiterentwickelt, die wegweisend für die Milchindustrie ist“. Die Projektergebnisse eröffneten völlig neue Anwendungsgebiete, beispielsweise in der Medizin. (AgE)

DMK verkauft Eiswerk an die Schwarz-Gruppe

Die DMK Group hat ihren Produktionsstandort für Eis in Waldfeucht-Haaren im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg an die Schwarz-Gruppe verkauft. Wie das Molkereiunternehmen am  29. Januar mitteilte, soll damit sein Produktionsnetzwerk im Geschäftsbereich Eis gestrafft werden. Die Schwarz Produktion, also die, die Produktionsbetriebe der Schwarz Gruppe mit Lidl und Kaufland unter einem Dach vereint, wird diesen Standort vorbehaltlich der Kartellprüfung Anfang 2021 zur eigenen Eisherstellung nutzen. Ein entsprechender Kaufvertrag wurde am 28. Januar  von beiden Parteien unterzeichnet, berichtete die DMK. Die Schwarz Produktion wird den Standort Waldfeucht-Haaren einschließlich der rund 200 Mitarbeiter komplett übernehmen. „Wir bauen weiter an der DMK der Zukunft: Deutschlands größte Molkereigenossenschaft, mit Marken wie Milram, Humana, Uniekaas oder Alete und einer der größten Lieferanten des deutschen Lebensmitteleinzelhandels, soll sich weiter zu einem stark markt- & konsumentenorientierten Unternehmen entwickeln“, erklärte DMK-Geschäftsführer Ingo Müller. Um sich dafür bestmöglich aufzustellen, werde auch das eigene Produktionsnetzwerk weiter optimiert. So sei geplant, die Eisproduktion auf die Standorte Everswinkel und Prenzlau zu fokussieren. „Der Verkauf des Standorts Waldfeucht-Haaren ermöglicht es uns, unsere Eis-Produktion auf zwei Standorte zu konzentrieren. Das schafft weitere Synergien“, erläuterte Müller. In Everswinkel will die DMK nach eigenen Angaben die Produktionskapazitäten von derzeit rund 65 Mio l auf zukünftig rund 100 Mio l Eis aufstocken. (AgE)

Österreich: Heumilch bleibt gut gefragt

 In Österreich sind im vergangenen Jahr 510 Mio kg Heumilch verarbeitet worden, und der Absatz bei den Kunden lief gut. Der Umsatz im österreichischen Lebensmittelhandel sei 2019 gegenüber dem Vorjahr um 5,4 % auf 105 Mio Euro gestiegen, womit die Wachstumsrate bei Heumilch deutlich höher als im Gesamtmarkt mit 0,4 % ausgefallen sei, berichtete der Obmann der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Heumilch, Karl Neuhofer, bei der Bilanzpressekonferenz am vergangenen Mittwoch (29.1.) in Wien. Nach seinen Angaben belief sich der Heumilchzuschlag je Kilogramm zwischen 5 Cent und 7 Cent, womit „für unsere Bauern ein Mehrwert von rund 26 Mio Euro geschaffen wurde“. Mittlerweile würden mehr als 60 % der österreichischen Heumilch und der daraus hergestellten Käsespezialitäten ins Ausland verkauft, wobei Deutschland der wichtigste Exportmarkt sei. Um die Heumilch noch erfolgreicher vermarkten zu können, sei 2019 eine Kooperation mit Heumilchproduzenten aus dem Allgäu geschlossen worden. „Unser Ziel ist es, mit einem einheitlichen Auftritt die Kräfte zu bündeln, gemeinsam die Vorteile der Heuwirtschaft zu kommunizieren und Heumilch noch bekannter zu machen“, erläuterte Neuhofer. Um die Verbraucher auch 2020 umfassend über Heumilch und Heumilchprodukte zu informieren, hat die ARGE ein umfangreiches Paket geschnürt. Die Bandbreite reicht dabei von Maßnahmen in den Bereichen Print, Online, Social Media und Fernsehen über ein neues Kinderbuch bis hin zur Fibel „Heumilchkäse und seine Freunde“, die das Trendthema Kombination von Lebensmitteln (Foodpairing) verständlich erklärt und kulinarische Vorschläge macht. Außerdem stehen 2020 die Themen Nachhaltigkeit und Tierwohl im Fokus. So arbeitet die ARGE Heumilch aktuell an einer Nachhaltigkeitsstudie mit wissenschaftlicher Begleitung, die im Herbst gemeinsam mit der neuen Kampagne vorgestellt wird. Für das Tierwohl setzt sich die ARGE Heumilch nach eigenen Angaben seit jeher ein und hat 2018 die „Heumilch-Kuhwohl-Initiative“ gestartet, die Konsumenten über die Tierwohlmaßnahmen der Heumilchbauern informiert. Dazu gehören neben der artgerechten Fütterung unter anderem das Verbot einer dauernden Anbindehaltung und die verpflichtende Mitgliedschaft beim Tiergesundheitsdienst. (AgE)

Ukraine: Milcherzeugung erreicht Tiefpunkt

Die ukrainische Milchproduktion ist 2019 auf das niedrigste Niveau seit 1991 zurückgegangen. Nach Angaben des ukrainischen Milcherzeugerverbandes belief sich das die erfasste Menge insgesamt auf 9,69 Mio t Milch; das waren 3,7 % weniger als 2018. Diese negative Entwicklung sei vor allem eine Folge der Abstockung des nationalen Milchkuhbestandes; dieser sei 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 5 % auf 1,82 Millionen Tiere geschrumpft. Die Vizepräsidentin des Verbandes, Anna Lavrenjuk, erklärte, dass viele Betriebe ihre Kühe wegen der unklaren Perspektiven am Bodenmarkt und unvollständiger Ausgleichszahlungen im Rahmen der staatlichen Förderprogramme geschlachtet hätten. Derweil tauchten zunehmend gefälschte Milchprodukte im ukrainischen Lebensmitteleinzelhandel auf. Etwa 30 % der Erzeugnisse seien gefälscht, schätzt der Verband. Nach Angaben von Maxim Gonchar, Vorsitzender der ukrainischen Verbraucherschutzorganisation, sind mehr als 60 % der in der Ukraine hergestellten Kondensmilch gepantscht. Den zweiten Platz belege Butter mit einem Fälschungsanteil von etwa 50 %, gefolgt von Käse mit schätzungsweise 33 %. Im Jahr 2019 sind dem Verband zufolge die ukrainischen Ausfuhren fast aller Milchprodukte im Vorjahresvergleich erheblich zurückgegangen. Ausnahmen waren Vollmilchpulver, Milchkonserven und ultrahocherhitzte Milch. Dagegen legten die Importe von Milchprodukten deutlich zu. Beispielsweise erhöhten sich die Käseeinfuhren gegenüber 2018 um 82 % auf einen Rekordwert von 20 000 t. (AgE)

Schweizer steigern erneut den Außenhandel mit Käse

Die Menge und der Wert des Schweizer Käseaußenhandels haben auch 2019 zugelegt. Wie die Switzerland Cheese Marketing (SCM) und die TSM Treuhand GmbH am 31. Januar mitteilten, wurden insgesamt 75 877 t Käse ausgeführt; das waren 3 282 t oder 4,5 % mehr als 2018. Die dabei erzielten Erlöse beliefen sich auf 667,6 Mio sfr (624,5 Mio Euro) und übertrafen den Vorjahreswert um 3,0 %. Dies ist laut SCM und TSM auf eine deutliche Steigerung der Exportmenge zurückzuführen. Dagegen verringerte sich der durchschnittliche Exportpreis um 1,5 % auf 8,80 sfr/kg (8,23 Euro). Etwa 45 % der Schweizer Milch wurden zu mehr als 700 verschiedenen Käsespezialitäten verarbeitet. Davon wurden rund 40 % weltweit in mehr als 70 Länder ausgeführt. Hauptabnehmer von Schweizer Käse waren auch 2019 die europäischen Länder mit insgesamt 61 824 t beziehungsweise 80 % der exportierten Menge; das entsprach im Vorjahresvergleich einem Plus von 7 %. Einmal mehr war Deutschland mit 30 976 t der wichtigste Käufer, gefolgt von Italien mit 11 903 t und Frankreich mit 5 770 t. Dagegen gingen die Lieferungen in Länder außerhalb Europas um 3,2 % auf 14 053 t Käse zurück. Diese negative Entwicklung führen SCM und TSM auf globale Unsicherheiten durch Handelsstreitigkeiten zurück. Die im Export bekanntesten Schweizer Käsesorten entwickelten sich allerdings unterschiedlich, von deutlich rückläufig bis kräftig zunehmend. Zugelegt haben im vergangenen Jahr auch die Käseimporte der Schweiz, und zwar gegenüber 2018 um 1 761 t oder 2,8 % auf 64 129 t. Dafür zahlten die Schweizer Importeure insgesamt 434,1 Mio sfr (406,1 Mio Euro). Damit fiel der Schweizer Handelsüberschuss am Käsemarkt mit 233,5 Mio sfr (218,4 Mio Euro) um 5,7 % höher aus als 2018. Nach Angaben von SCM und TSM waren die ausländischen Käse mit einem durchschnittlichen Importpreis von 6,77 sfr/kg (6,33 Euro) deutlich günstiger als die Schweizer Käse; die Differenz betrug rund 30 %. Mit 22 817 t stammten 35,6 % der Käseimporte aus Italien; aus Deutschland wurden 17 206 t bezogen und aus Frankreich 12 622 t (Umrechnungskurs: 1 sfr = 0,9355 Euro). (AgE)

Emmi wächst organisch um gut zwei Prozent

 Das Schweizer Molkereiunternehmen Emmi erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2019 einen Nettoumsatz von 3,494 Mrd sfr (3,269 Mrd Euro). Dies entspreche einem Plus von 1,1 %, wobei die organische Umsatzentwicklung mit 2,2 % im oberen Drittel der eigenen Erwartungen von 1,5 % bis 2,5 % gelegen habe, berichtete die Emmi-Führung am 29. Januar in Luzern. Erfreulich sei, dass alle vier Divisionen organisch gewachsen seien; dabei hätten insbesondere die Schweiz und die Division Europa im zweiten Halbjahr zulegen können. Ein Erfolgsfaktor sei der Emmi Caffè Latte gewesen. Bezogen auf das Gesamtjahr nahm laut Angaben von Emmi der Umsatz in der Division Schweiz um 2,2 % auf 1,675 Mrd sfr (1,567 Mrd Euro) ab; organisch betrachtet entsprach dies aber einem Plus von 1,0 %. Die Division Americas, die die Märkte USA, Kanada, Mexiko, Chile, Tunesien und Spanien ohne Lácteos Caprinos umfasst, verbuchte eine Umsatzsteigerung um 6,7 % beziehungsweise 5,4 % auf etwa 1,115 Mrd sfr (1,043 Mrd Euro). In den Märkten Italien, Deutschland, Österreich, Belgien, Niederlande, Großbritannien und Lácteos Caprinos in Spanien, die zusammen die Division Europa bilden, gingen die Erlöse Emmi zufolge gegenüber 2018 um 0,1 % auf 592,8 Mio sfr (554,6 Mio Euro) zurück, was organisch jedoch einer Steigerung um 1,6 % entsprach. Die Division Global Trade, die primär Direktverkäufe aus der Schweiz an Länder ohne eigene Gesellschaften von Emmi beinhaltet, verbuchte einen Umsatzzuwachs um 4,6 % beziehungsweise 5,8 % auf 111,5  Mio sfr (104,3 Mio Euro). An seinem im Februar 2019 für das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) kommunizierten Ziel von 215 Mio sfr (201 Mio Euro) bis 220 Mio sfr (206 Mio Euro) hält der Molkereikonzern fest. Die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2019 sollen am 2. März 2019 veröffentlicht werden. (AgE)
Umrechnungskurs: 1 sfr = 0,9355 Euro

Griechischer Hartkäse wird geschützt

Die Europäische Kommission hat den Antrag Griechenlands auf Aufnahme der Hartkäsespezialität „ΑρσενικόΝάξου – Arseniko Naxou“ in das EU-Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen (g.U.) genehmigt. Wie die Brüsseler Behörde am 20. Januar mitteilte, handelt es sich bei „Arseniko Naxou“ um einen gereiften Hartkäse, der traditionell aus nicht pasteurisierter Ziegen- und Schafsmilch hergestellt wird. Von anderen Käsesorten soll sich das Produkt durch seinen „würzigen, intensiven und salzig-süßen Geschmack“ hervorheben. Laut Kommission wird dieser Käse in mehreren Städten auf der griechischen Insel Naxos und der Inselgruppe der Kykladen hergestellt und reift auch dort. Der Beschreibung im betreffenden Register zufolge ist der Herstellungsprozess eng mit dem Wissen des jeweiligen Käsers verknüpft. Demnach muss jeder Käser in der Lage sein, den Zeitraum der Käseherstellung abhängig von den klimatischen Bedingungen der Region und der Zusammensetzung der Vegetation genau zu kennen. Mit dem „Arseniko Naxou“ nähert sich das Register der Marke von insgesamt 1 500 geschützten Lebensmitteln. Weitere Informationen finden sich in der Online-Datenbank eAmbrosia der EU-Kommission. (AgE)

Danone will Milchwerk in Rosenheim schließen

Der französische Lebensmittelkonzern Danone hat am 22. Januar angekündigt, sein Milchwerk in Rosenheim Ende Juli 2021 zu schließen. Davon betroffen sind nach Auskunft des Unternehmens 160 Mitarbeiter sowie mehr als 200 Milchbauern in der Region, die sich einen neuen Abnehmer suchen müssen. Als Grund für die Betriebsaufgabe führte Danone den Rückgang der Auslastung des Werks um rund 70 % in den vergangenen zehn Jahren an. Auch die Notwendigkeit, sich an die sich rasant verändernden Verbrauchertrends anzupassen, habe bei dem Schritt eine wesentliche Rolle gespielt. Die Anlagen und Produkte des Werkes in Rosenheim seien nicht auf die aktuellen Marktbedürfnisse ausgerichtet und die notwenigen Investitionen, um sich auf neue Konsumentenwünsche einzustellen, seien zu hoch, erläuterte das Unternehmen. Danone-Geschäftsführer Richard Trechman kündigte an, zusammen mit dem Betriebsrat einen fairen Sozialplan zu entwickeln und die Mitarbeiter dabei zu unterstützen, eine neue Beschäftigung zu finden. Danone wolle auch die Milcherzeuger dabei helfen, neue Abnehmer zu finden. Die agrarpolitische Sprecherin der Grünen im bayerischen Landtag, Gisela Sengl, forderte nach der „Schreckensnachricht“ die Unterstützung der bayerischen Landesregierung für den Aufbau einer regionalen Wertschöpfungskette und starken Regionalmarke. „Die Betriebe und die Politik müssen gemeinsam eine Möglichkeit suchen, den Standort zu erhalten“, betonte die Grünen-Politikerin. Die Koalitionsregierung könne jetzt ihr ernsthaftes Interesse an der Förderung regionaler Lebensmittel beweisen. „Hierfür brauchen wir eine funktionierende regionale Wertschöpfungskette von der Erzeugung über die Verarbeitung bis zur Vermarktung“, erklärte Sengl. Sie sehe die realistische Möglichkeit, eine eigene Genossenschaft zu gründen und eine starke Regionalmarke zu schaffen. Für den renovierungsbedürftigen Standort könnte Rosenheim eventuell staatliche Fördermittel erhalten. „Das sollten wir als verantwortliche Politikerinnen und Politiker aus der Region anstreben und unsere Milchbauern ermutigen, selbst aktiv zu werden“, forderte Sengl. Wer Regionalität ernst nehme, brauche auch lokale Verarbeitungsstandorte für die regional erzeugten Produkte. (AgE)

Preisindex am Weltmilchmarkt geht weiter nach oben

 
 Nach festeren Kursen zum Jahresauftakt sind die Preise für Standardmilchprodukte an der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) weiter gestiegen. Mit Ausnahme von wasserfreiem Milchfett konnten bei der Auktion am Dienstag vergangener Woche (21.1.) alle gehandelten Standardprodukte Zugewinne verbuchen. Der zusammenfassende Preisindex legte gegenüber der vorherigen Versteigerung von Anfang Januar um 1,7 % zu. Den stärksten Wertzuwachs erfuhr dabei Butter mit einem Plus über alle Liefertermine hinweg von 5,5 % auf 4 250 $/t (3 836 Euro). Das war das höchste Niveau seit Mitte Juli 2019. Teurer gehandelt wurde auch das an der GDT umsatzstärkste Produkt Vollmilchpulver. Die ausschließlich von Fonterra angebotene Ware legte wertmäßig im Mittel aller Qualitäten und Fälligkeiten um 2,4 % auf 3 233 $/t (2 918 Euro) zu. Bei dem auch von Arla veräußerten Magermilchpulver stiegen die Verkaufserlöse je Tonne im Schnitt um 0,7 % auf 3 036 $ (2 740 Euro); die Liefertermine Mai und Juni verzeichneten dabei allerdings einen Rückgang von 1,5 % beziehungsweise 2,2 %. Im Vergleich zur GDT-Auktion von Mitte Januar 2019 wurde Magermilchpulver um 26,2 % höher bewertet. Moderat, nämlich um 0,6 % auf 4 048 $/t (3 653 Euro), ging es zuletzt auch für Cheddarkäse nach oben. Zudem stiegen die durchschnittlichen Verkaufspreise gegenüber der vorherigen Versteigerung bei Laktose um 0,5 % und bei Labkasein um 4,7 %. Wasserfreies Milchfett brachte indes weniger Geld bei der Auktion ein; die Preise gaben im Mittel aller Lieferkontrakte um 2,6 % auf 4 821 $/t (4 351 Euro) nach. Der Finanzchef von Fonterra, Marc Rivers, bezeichnete das Ergebnis an der GDT als „sehr gut“, aber es entspreche letztlich den Erwartungen. Im Moment gebe es am Weltmarkt eine „sehr robuste Nachfrage für unseren Produkte“, allerdings werde sich das Angebot mit dem Frühling auf der Nordhalbkugel und den höheren Milchanlieferungen voraussichtlich vergrößern. Der Fonterra-Manager bestätigte die Prognose für die unternehmenseigene Verarbeitung von 1,53 Mio t Milchfeststoffen in der noch bis Ende Mai laufenden Saison 2019/20. Ein Jahr zuvor waren es bei dem Milchkonzern mit 1,52 Mio t geringfügig weniger gewesen (Umrechnungskurs: 1 $ = 0,9025 Euro). (AgE )

DMK Group baut Eisgeschäft aus

Deutschlands größter Molkereikonzern, die DMK Group, hat im vergangenen Jahr die Marke Bahlsen in die Eistruhen des Einzelhandels gebracht und will den eingeschlagenen Kurs von Markenpartnerschaften nun weiter fortsetzen. Wie das Unternehmen am vergangenen Dienstag (21.1.) mitteilte, erweitert der Geschäftsbereich Ice Cream das bestehende Portfolio mit neuen Kreationen für die Marken Milram und Baileys und geht mit Ahoj-Brause eine neue Kooperation ein, um im Frühling einen entsprechenden „Brausebecher“ im Einzelhandel anbieten zu können. „Wir wollen unsere ins Positive veränderte Eisgeschichte aus dem Vorjahr weiter fortschreiben. Für die DMK Group geht es deshalb 2020 um den weiteren konsequenten Auf- und Ausbau eines profitablen Markengeschäfts, das inzwischen bereits 15 % Anteil am Gesamtgeschäft ausmacht“, erklärte Chief Operating Officer (COO) von DMK Ice Cream, Marcus-Dominic Hauck. Dabei sei die Bekanntheit der Produkte bei Kunden und Endverbrauchern eine Grundvoraussetzung für eine positive Markenentwicklung. „Hier wollen wir verstärkt durch gezielte Kommunikationsmaßnahmen ansetzen und so das Markengeschäft im Eissegment kontinuierlich weiterentwickeln“, betonte der COO. Zu den Produkten der neuen Eissaison werden laut DMK gleich mehreren Baileys-Neuheiten gehören, darunter die neue Sorte Strawberries & Cream im 500 ml Becher oder die Mixbox „Mini Selection Pleasure“ mit drei Sorten Baileys Stieleis in einer Dessertgröße von je 55 ml. Die eigene Marke Milram gibt es für die beliebten Buttermilch-Eissorten Erdbeere und Zitrone jetzt auch bald als Waffelhörnchen in einer Mixbox. Ein weiterer wichtiger Baustein für die Erweiterung des Markenportfolios ist laut DMK die neue Kooperation mit Katjes Fassin. Gemeinsam mit deren Kultmarke Ahoj-Brause wird ab März ein Waldmeister-Himbeere-Eis mit Zitronensaucen-Topping und original Ahoj-Brause-Perlen in die Eistruhen des Einzelhandels gebracht. Eine passgenaue Influencer- und Social-Media-Kampagne soll die Neukreation im Laufe der Saison reichweitenstark unterstützen. (AgE)

Jahresmilchleistung in Dänemark erstmals über 11 000 Kilogramm

Die Milchleistung der dänischen Milchkühe hat im vergangenen Wirtschaftsjahr im Durchschnitt erstmals die Marke von 11 000 Kilogramm überschritten. Gemäß den Ergebnissen der Milchleistungsprüfung (RYK), an der rund 90 % aller Milchviehbetriebe teilnehmen, lieferte jede Kuh im Kontrolljahr 2018/19 durchschnittlich 11 032 Kilogramm fett- und eiweißkorrigierte Milch (ECM). Nach Angaben des Kontrollverbandes ist die Leistungssteigerung vor allem auf höhere Gehalte an Fett und Protein zurückzuführen. Beim Vergleich zwischen den in Dänemark üblichen Rinderrassen hatten auch im vergangenen Jahr schwarzbunte Holsteinkühe mit einer Durchschnittsleistung von 11 332 kg (ECM) die Nase vorn. Dänische Rotbunte (RDM) lagen laut RYK bei 10 454 kg, während Jerseykühe auf 9 905 kg Milch kamen. Wie aus der dänischen Leistungskontrolle weiter hervorgeht, nahmen im vergangenen Milchwirtschaftsjahr noch 2 373 Unternehmen an der Erhebung teil; das waren 122 Betriebe weniger als im Vorjahr. Im gleichen Zeitraum stieg die durchschnittliche Herdengröße um acht Tiere auf 216 Kühe pro Betrieb.( AgE)

„Milch-Wissenschaftlicher Innovationspreis“ für Professor

Prof. Michael W. Pfaffl vom Lehrstuhl für Tierphysiologie und Immunologie der Technischen Universität München (TUM) ist vom Milchindustrie-Verband (MIV) am 15. November in Hamburg mit dem „Milch-Wissenschaftlichen Innovationspreis 2019“ ausgezeichnet worden. Der stellvertretende MIV-Vorsitzende Hans Holtorf würdigte die langjährige, wissenschaftlich fundierte Basisarbeit des Wissenschaftlers sowie seine zukunftsweisenden Gedanken und Arbeiten zur Forschung auf tierphysiologischer Ebene für ein „Mehr an Nachhaltigkeit“. „Die Erkenntnisse helfen der Milchbranche gezielt, praxisnah Einfluss auf die Tiergesundheit zu nehmen“, betonte Holtorf. Bei Pfaffls Arbeit geht es laut MIV unter anderem um die Entwicklung von Biomarkersignaturen für Mastitiden und andere Krankheiten sowie um die Frühdiagnostik. Nachhaltig würden so der Erfolg der Selektion auf stoffwechselstabile und gesunde Kühe maximiert und die Zuchtwertschätzung für Gesundheit und Milchinhaltsstoffe optimiert. Außerdem habe der Forscher die Molkereiwirtschaft bei der Versachlichung unberechtigt kritischer Aussagen zur Milch unterstützt. Pfaffl ist seit 2017 Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des MIV. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert und kann jährlich an Persönlichkeiten vergeben werden, die sich in der milchspezifischen Forschung und Wissenschaft engagieren. Entscheidend ist die besondere Praxisnähe und Bedeutung für die Molkereipraxis und Milchwissenschaft. (AgE)

Europäische Milcherzeuger fordern effektives Kriseninstrumentarium

BRÜSSEL. Die Beseitigung der Krisenanfälligkeit des Milchsektors sowie Maßnahmen für eine sozial und ökologisch nachhaltige Produktion haben Milchproduzenten aus 15 europäischen Ländern bei einer internationalen Konferenz Ende vergangener Woche im italienischen Montichiari gefordert. Wie das European Milk Board (EMB) als Dachverband europäischer Milcherzeugerverbände mitteilte, haben die Erzeuger unter den Milchpreiseinbrüchen der vergangenen Jahre stark gelitten. Teilweise seien die Einkommen der Milchbauern auf nur 27,5 % des Durchschnittseinkommens in der Europäischen Union abgesackt, und auch in normalen Milchpreisjahren liege dieser Wert nur bei 46,5 %. Damit seien die Landwirte gesellschaftlich abgehängt, was Junglandwirte davon abhalte, ihre Zukunft in der Milchproduktion zu sehen. Ein erster Schritt der Krisenanfälligkeit des Milchsektors zu begegnen sei, auf europäischer Ebene ein Instrument zur Früherkennung zu installieren und bei Gefahr mit wirksamen Maßnahmen schnell zu reagieren, so der Verband. „Das A und O ist hier ein Automatismus, der aktiviert wird, wenn sich eine Krise anbahnt. Es müssen dann sofort die Maßnahmen zur Marktentlastung automatisch eingeleitet werden“, erläuterte der EMB-Vorsitzende Erwin Schöpges. Die Vizepräsidentin des Verbandes, Sieta van Keimpema, wies darauf hin, dass sich der Wirkungsgrad der Maßnahmen unterscheide. „Als wirksam kriseneindämmend hat sich der freiwillige Lieferverzicht gezeigt. Die Intervention und private Lagerhaltung hingegen konnten und können eine Krise nicht verhindern“, betonte Keimpema. Bei der Intervention könne es im Gegenteil bei der Auslagerung von Ware sogar noch zu einer anschließenden Mehrbelastung des Marktes kommen. Das EMB drängt deshalb auf den Einsatz des sogenannten Marktverantwortungsprogramms (MVP), das als Rahmenkonzept wirksame Maßnahmen zur Krisenvermeidung enthält und in Zukunft in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU eine wichtige Rolle spielen soll. Auch bei Marktverwerfungen durch Ereignisse wie den Brexit oder politisch motivierte Importbeschränkungen lasse sich das Instrumentarium des MVP wirkungsvoll einsetzen. Generell müsse gelten, so der EMB, dass die Erzeuger von ihrer Arbeit leben könnten und alle Milcherzeugungskosten über die Milchpreise gedeckt sein müssten.( AgE)

Neuer „QM-Milch-Standard“ tritt Anfang 2020 in Kraft

Ab Beginn des kommenden Jahres wird der neue Standard 2020 des Qualitätsmanagementsystems Milch (QM-Milch) gelten und den bisherigen Standard 2.0 ablösen. Wie der Verein zur Qualitätssicherung in der Milcherzeugung am 15. November mitteilte, setzt die deutsche Milchwirtschaft mit dem neuen Standard ein Zeichen für noch mehr Qualität, Sicherheit und Tierwohl in den Milchviehställen. Die Vorgaben bei QM-Milch gingen über gesetzliche Anforderungen hinaus und berücksichtigten zunehmend Wünsche von Verbrauchern und Marktpartnern. Ebenso wie die Vorgängerversionen werde der neue QM-Milch-Standard 2020 von der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) anerkannt und stelle die Zertifizierungsgrundlage für unabhängige, strenge Kontrollen im Milchproduktionsprozess im Rahmen des QM-Systems in Deutschland dar. Qualitäts- und Sicherheitsaspekte sowie höhere Ansprüche beim Tierwohl seien zunehmende Wettbewerbsfaktoren in der nationalen und internationalen Vermarktung von Milch- und Milchprodukten „Made in Germany“ und deshalb unverzichtbar. Nach Angaben von QM-Milch wird es für die mehr als 90 % der deutschen Milchviehhalter, die am System teilnehmen, neue Kriterien geben, deren Zahl sich von 64 auf 69 erhöht. Andere Bestimmungen wurden präzisiert beziehungsweise deren Anforderungen erweitert. Die neuen Kriterien betreffen vor allem das Tierwohl und die Tiergesundheit. So wird zukünftig verstärkt kontrolliert, dass keine Technopathien oder haltungsbedingte Mängel bei den Kühen vorliegen, die beispielsweise aus baulichen Mängeln oder Managementfehlern resultieren können. Der Fokus liegt hierbei auf der Überprüfung, ob Verletzungen oder Gelenkdeformationen vorliegen. Zudem wird verstärkt auf eine effiziente, antibiotikareduzierte Behandlung geachtet. Das Ziel seien eine Antibiotikaeinsparung und eine gute Zusammenarbeit zwischen Milchviehhalter und Tierarzt.
Neu ist laut QM-Milch auch, dass es beim Standard 2020 Vorgaben für die Lagerung von Tierarzneimitteln gibt. Zudem befasst sich ein weiteres neues Kriterium mit einem ordentlichen Erscheinungsbild des Betriebes. Maßnahmen zur Ermittlung des Trächtigkeitsstatus der Kühe bleiben weiterhin vorgeschrieben. Verschärft werden im neuen Standard die Fristen für Nachkontrollen, die auf einen Monat verkürzt werden. Bei Nichterfüllung von K.O.-Kriterien im Erstaudit werden zukünftig alle Kriterien – mit wenigen Ausnahmen – bei den Nachkontrollen erneut überprüft, erläuterte QM-Milch. Eine Neuerung ist auch, dass die Bereiche „Tierschutz“, „Milchhygiene“ und „Betriebliches Umfeld“ im neuen Standard 2020 stärker gewichtet werden. In diesen Fokusbereichen müssen jeweils bestimmte Mindestpunktzahlen erzielt werden, die darüber entscheiden, wann das nächste Folgeaudit stattfindet. Dieses erfolgt wie bisher entweder nach drei Jahren oder bereits nach 18 Monaten. Darüber hinaus wird im Bereich Futtermittel die Unbedenklichkeitsbescheinigung abgeschafft. Das bedeutet, dass ab dem 1. Januar 2020 alle Firmen, die Futtermittel an QM-Milchbauern verkaufen, nach einem Qualitätssicherungssystem wie von der QS Qualität und Sicherheit GmbH oder GMP+ International zertifiziert sein müssen. Letztlich wird für die Zertifizierungsstellen zukünftig ein Zulassungsverfahren durch den Verein QM-Milch als Standardgeber einschließlich vertraglicher Beziehungen verpflichtend. (AgE)

Lokale Lebensmittelkreisläufe als Trend

. „Lokale Lebensmittel-Kreisläufe“ gehören zu einem der wichtigsten Trends der Ernährungsbranche im Zeithorizont bis 2035. Zu diesem Schluss kommt das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI), das die wichtigsten Trends im Lebensmittelbereich erforscht hat. Wie das ISI am Dienstag vergangener Woche 12. November berichtete, hat der Direktverkauf von Landwirten an Kunden zu verschiedensten Innovationen wie Abonnements für Essenskisten mit saisonalen Produkten oder von Bauernhöfen betriebenen Online-Shops geführt. Diese Innovationen verfügten über etliche Vorteile, darunter die Frische der Produkte, einen geringeren Verpackungsmüll oder geringere Umweltschäden durch den entfallenden Lebensmitteltransport. Aus Klima- oder saisonalen Gründen könne es aber vorkommen, dass Verbrauchern der Zugang zu manchen Lebensmitteln verwehrt bleibe, so die Forscher. Gleichwohl könnten die lokalen Lebensmittelkreisläufe dazu beitragen, die Nahrungsmittelproduktion bis 2035 von zentralen Strukturen auf dezentrale und teilweise autonome Ernährungssysteme umzustellen. Eine weitere zentrale Forschungsfrage ist dem ISI zufolge, wie sich der Ressourcenverbrauch im globalen Ernährungssystem reduzieren lässt. Der Trend zu Verringerung von „Lebensmittelabfällen und Verschwendung“ wird aus Sicht der Wissenschaftler dabei eine wichtige Rolle spielen. Die hohe Menge an Lebensmittelabfällen in den Industrieländern, die sich auf rund ein Drittel der jährlichen globalen Nahrungsmittelproduktion, also etwa 1,3 Mrd t, belaufe, zeige die Ineffizienz des globalen Ernährungssystems auf. Im Hinblick auf das „Essen der Zukunft“ geht der Trend laut ISI hin zu alternativen Proteinen. Rein pflanzliche Fleischalternativen, Produkte auf Insektenbasis oder mittels modernster Biotechnologien hergestelltes Fleisch könnten notwendig sein, um den Proteinbedarf einer wachsenden Weltbevölkerung zu decken. Daneben müssten sich die Produktionssysteme und das Verbraucherverhalten ändern. Vor allem der hohe Fleischverzehr pro Person stelle eine Herausforderung dar. Der Trend könnte zu einer Koexistenz von Fleisch- und alternativen Proteinindustrien führen, die sich gegenseitig ergänzten. (AgE)

Preise für Milchpulver und Molkenpulver vom 13. November

Die Milchanlieferung in Deutschland war zuletzt saisonal rückläufig. In der 44. Woche erfassten die Molkereien laut Schnellberichterstattung 0,6 % weniger Milch als in der Vorwoche. Das waren 0,4 % mehr als in der Vorjahreswoche.
An den Märkten für flüssigen Rohstoff sind derzeit sehr feste Tendenzen zu beobachten. Das Angebot ist gering, insbesondere an Magermilchkonzentrat. Industrierahm und Magermilchkonzentrat werden aktuell zu höheren Preisen gehandelt als zuletzt.
Am Markt für Magermilchpulver haben sich zuletzt erneut festere Tendenzen durchgesetzt. Die Anfragen für das erste Quartal 2020 und darüber hinaus haben in den letzten Tagen zugenommen. Vom Binnenmarkt und vom Weltmarkt ist eine zunehmende Nachfrage zu beobachten. Auch die Bereitschaft der Einkäufer, die Preisforderungen für das kommenden Quartal zu akzeptieren, ist gestiegen, nachdem vor kurzem noch ein eher zögerliches Kaufverhalten zu beobachten war. Für das laufende Quartal kommen inzwischen nur noch vereinzelt neue Abschlüsse zu Stande. Es ist ohnehin keine freie Ware mehr verfügbar. Die bestehenden Kontrakte werden kontinuierlich abgewickelt.
Am Weltmarkt hat sich die Konkurrenz aus den USA zuletzt etwas stärker bemerkbar gemacht. Es besteht aber weiterhin eine gute Nachfrage nach Ware aus der EU. Die Preise für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität, auch für Lieferungen nach dem Jahreswechsel, haben sich in den letzten Tagen etwas nach oben bewegt. Bei Futtermittelware wird von einer guten Nachfrage bei ebenfalls festeren Preisen berichtet.
Vollmilchpulver entwickelt sich stabil. Es gehen immer wieder Anfragen ein, wobei die Aktivitäten aber weniger lebhaft sind als bei Magermilchpulver. Vorrangig findet Handel innerhalb des Binnenmarktes statt. Ab und zu kommen aber auch Exportaufträge zu Stande. Die Erlöse bewegen sich weiter in der Bandbreite der Vorwochen, wobei die niedrigsten Preise aus dem Markt verschwunden sind.
Bei Molkenpulver sind stabile Tendenzen zu beobachten. Futtermittelware wurde zuletzt für kurzfristige Termine teilweise leicht fester gehandelt. Bei Lebensmittelware bewegen sich die Preise weiter in der Bandbreite der Vorwoche. (Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V. Kempten (Allgäu/proplanta))