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Aktionen rund um die Milch, aber auch milchpolitische Forderungen hat es anlässlich des Internationalen Tages der Milch gegeben, der am 1. Juni begangen wurde. Wie der Deutsche Bauernverband (DBV) mitteilte, öffneten Milchbauern in ganz Deutschland ihre Höfe und zeigten, wie Milchkühe gehalten werden. Angesprochen worden seien auch die Herausforderungen der Milchbauern und der Beitrag des Produktionszweigs zum Umweltschutz. Die Milchproduktion sei nicht nur ein wichtiger Pfeiler der deutschen Landwirtschaft, sondern auch für den Erhalt von bundesweit 4,7 Mio ha Grünland von Bedeutung. Sachsens Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt eröffnete in Erlau die Zentralveranstaltung der sächsischen Land- und Milchwirtschaft zum Aktionstag. Dabei betonte er den Beitrag von Milch zu einer gesunden Ernährung. Stallrundgänge und Aktionen wie Wettmelken und Malwettbewerbe wurden anlässlich des Internationalen Tages der Milch auch von mehreren Landesbauernverbänden (LBV) durchgeführt, unter anderem am Samstag vom LBV Brandenburg in Wittstock/Dosse und bereits am Freitag vom LBV in Baden-Württemberg in Lenningen. Dessen Vizepräsident Gerhard Glaser hob hervor, dass Milchbauern „viel Zeit und Arbeit ins Kuhwohl“ investierten, einen großen Beitrag zur Pflege der Kulturlandschaft leisteten und die Artenvielfalt förderten. Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern empfängt am Montag dieser Woche (3.6.) Grundschulkinder in der Burower Gutsmilch GmbH. Die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen (LVN) verwandelte am Samstag den Opernplatz in Hannover zur „Milchstraße“. Auf dem Familienfest konnten die Besucher ihr Wissen zur Milch testen und die Vielfalt der Milchprodukte kennenlernen. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) hob zum Aktionstag hervor, dass deutsche Milchbauern angesichts ihrer wirtschaftlichen Lage keine Feierstimmung hätten.
Die Stimmung der heimischen Milchbauern sei gedrückt, stellte die AbL Niedersachsen/Bremen fest. Nach dem Ende der Milchquoten hätten viele die Herden vergrößert, die Milchleistung gesteigert und viel investiert. Die Arbeitsbelastung und der Schuldenberg seien gewachsen. Zeitgleich seien die Erträge aber bestenfalls konstant geblieben, teilweise auch gesunken. Grund seien nicht kostendeckende Milchpreise über lange Zeiträume, so die AbL. Die Betriebe lebten von der Substanz. Es sei langfristig nicht möglich, in guten Jahren ausreichend Rücklagen zu bilden, um Zeiten niedriger Preise gut zu überstehen. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) appellierte an die Politik auf Bundes- und Länderebene, sich an ihre „Verantwortung zur Gestaltung von politischen Rahmenbedingungen für einen zukunftsfähigen Milchmarkt zu erinnern“. Die permanente Kostenunterdeckung sei der Hauptgrund für die anhaltend hohe Zahl an Betriebsaufgaben. Die Tatsache, dass Milchviehhalter nicht mehr so lautstark wie in den zurückliegenden Jahren demonstrierten, sei nicht mit Zufriedenheit zu verwechseln. Vielmehr seien zunehmend Frustration und Resignation festzustellen.
Das European Milk Board (EMB) rief erneut nach einer „fairen und verantwortungsvollen Milchpolitik“. Das EMB setze sich seit Jahren für ein effizientes Kriseninstrument bei drohenden Marktstörungen ein. Außerdem erinnerte das EMB an seine bereits vor wenigen Wochen gemeinsam mit westafrikanischen Milchbauern gestellte Forderung, dass „Billigexporte“ nach Westafrika die dortige Milchwirtschaft nicht zerstören dürften (AgE 16/19, EU-Nachrichten 3). Der Milchindustrie-Verband (MIV) stellte zum Aktionstag die Ergebnisse einer von ihm in Auftrag gegebenen Studie zum Milchkonsum in Deutschland vor. Demnach trinkt jeder Zweite der 1 009 Befragten Milch gerne pur. Für 55 % gehöre Kuhmilch zum Müsli oder Cornflakes dazu. Bei 93 % der Studienteilnehmer seien Milchprodukte Teil der Ernährung, erläuterte der MIV. Befragt, auf welches Milchprodukt sie nicht verzichten sollten, hätten 40 % Käse genannt. In dieser Produktkategorie gebe es außerdem einen klaren Favoriten. Bei rund 40 % der Studienteilnehmer sei Gouda besonders beliebt. Dahinter liege der Camembert, der der Lieblingskäse von 23 % der Befragten sei, gefolgt vom Emmentaler mit 17 % und Butterkäse mit 13 %. (AgE)

 
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