Statistiken

Inhaltsaufrufe : 2196368
Banner
Banner

Der Kieler Rohstoffwert für Milch ist nach einer leichten Aufwärtsentwicklung im Mai im Folgemonat wieder gesunken. Wie aus Berechnungen des Kieler Informations- und Forschungszentrums für Ernährungswirtschaft (ife) hervorgeht, lag der anhand der Verwertungsmöglichkeiten für Butter und Magermilchpulver kalkulierte Rohstoffwert für ein Kilogramm Standardmilch ab Hof mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß im Juni bei 31,0 Cent. Gegenüber dem Mai ging der Milchwert damit um 1,0 Cent/kg oder 3,1 % zurück; das Vorjahresniveau wurde um 5,8 Cent/kg beziehungsweise 15,8 % verfehlt. Verantwortlich für die jüngste Schwäche des Rohstoffwertes war der Preisrückgang am Fettmarkt. Den Kieler Marktanalysten zufolge belief sich die durchschnittliche Butternotierung im Juni auf 377,50 Euro/100 kg; das waren 28,0 Euro oder 6,9 % weniger als im Vormonat. Die Verwertung der eingesetzten Rohmilch über den Butterverkauf verschlechterte sich damit um 1,4 Cent/kg auf einen Wert von 16,5 Cent/kg. Dies wurde allerdings durch die anziehenden Preise für Magermilchpulver etwas kompensiert. Das Trockenmilcherzeugnis wurde im Juni zu einem Durchschnittspreis von 199,20 Euro/100 kg gehandelt, was im Vergleich zum Mai 2,20 Euro/100 kg oder 1,1 % mehr waren. Umgerechnet auf die in der Pulverherstellung eingesetzte Rohmilch ergab sich eine um 0,4 Cent/kg auf 15,9 Cent/kg verbesserte Verwertung. Beide Wertkomponenten zusammengefasst belief sich der Milchwert frei Rampe Molkerei im Berichtsmonat auf 32,4 Cent/kg. Nach Abzug der unterstellten Erfassungskosten von 1,4 Cent/kg hatte die Milch auf Erzeugerstufe demnach theoretisch einen Wert von 31,0 Cent/kg.
An der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) zeigten sich bei der Auktion am Dienstag vergangener Woche (2.7.) ähnliche Preisentwicklungen. Während Fetterzeugnisse wie Butter mit deutlichen Abschlägen gehandelt wurden, konnten die Verkäufer von Milchpulver teilweise höhere Erlöse einstreichen. Der zusammenfassende Preisindex für die insgesamt acht gehandelten Milcherzeugnisse gab gegenüber der vorherigen Auktion von Mitte Mai um 0,4 % nach. Unter besonderen Preisdruck geriet bei der jüngsten Versteigerung erneut die Butter, die über alle Kontraktlaufzeiten hinweg einen Abschlag von 4,8 % gegenüber der Auktion vor zwei Wochen verzeichnete und nur noch 4 339 $/t (3 823 Euro) erlöste. Zudem mussten die Verkäufer beim wasserfreien Milchfett einen Preisrückgang von 1,9 % auf 5 433 $/t (4 787 Euro) hinnehmen, während sich Cheddarkäse um 1,5 % auf 3 756 $/t (3 309 Euro) verbilligte. Mehr Geld ließ sich dagegen nach vorangegangener Schwächephase wieder beim Verkauf von Magermilchpulver erzielen. Die Anbieter Arla und Fonterra erlösten im Mittel aller Qualitäten und Fälligkeiten 2 430 $/t (2 141 Euro); das waren 3,2 % mehr als bei der Versteigerung Mitte Mai. Im Vorjahresvergleich lag das Preisniveau um 27 % höher. Das hinsichtlich des Handelsvolumens wichtigere Vollmilchpulver verzeichnete zuletzt im Schnitt aller Liefertermine einen nahezu unveränderten Verkaufspreis von 2 969 $/t (2 616 Euro). Dabei waren die Käufer für die rasche Lieferung im August bereit, 4,6 % mehr Geld auszugeben als bei der letzten Auktion; die Folgetermine wurden dagegen mit Abschlägen zwischen 0,7 % und 1,9 % verkauft (Umrechnungskurs: 1 $ = 0,8811 Euro). (AgE)


 
Shop
Verlag Th. Mann GmbH
Maxstraße 64 · 45127 Essen
Tel. +49 (0)2 01 / 894 25-574
Fax +49 (0)2 01 / 894 25-573
info@th-mann.de