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Vertreter der bayerischen Milcherzeuger und Molkereien haben sich auf eine Definition der Kombinationshaltung als Alternative zur Anbindehaltung geeinigt, was insbesondere kleineren Familienbetrieben den Weg in eine zukunftsfähige Haltungsform ebnen soll. Wie das Münchener Landwirtschaftsministerium am 8. Juli mitteilte, sollen die Milchkühe in der Kombinationshaltung an mindestens 120 Tagen im Jahr die Möglichkeit zur freien Bewegung haben, entweder auf der Weide, im Laufhof oder einer Laufbucht. Wenn Betriebe im Stall besondere Maßnahmen zur Verbesserung des Tierwohls nachweisen, können auch 90 Tage Bewegung ausreichen. Dazu zählen etwa ein größeres Platzangebot bei Standlänge und -breite sowie das Tierwohl fördernde Rahmenbedingungen im Stall bei Tränke, Licht oder Luft. Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hob hervor, dass mit der Einigung „ein wichtiger Schritt für mehr Tierwohl im Kuhstall und zum Erhalt des Milchstandortes Bayern“ erfolgt sei. Die gemeinsame Festlegung darauf, was die Kombinationshaltung konkret bedeute, ermögliche auch solchen Betrieben eine Zukunftsperspektive, die keinen aufwändigen Neubau für einen Laufstall stemmen könnten. Der Freistaat werde auch künftig den Umstieg in die Laufstall- und die Kombinationshaltung mit Förderprogrammen und durch eine intensive Beratung über die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten begleiten, kündigte die Ministerin an. Maßgeblich für eine konkrete und praxistaugliche Definition der Kombinationshaltung war der Branchenverband Milch.Bayern mit privaten und genossenschaftlichen Molkereien und Milchverarbeitern als Mitglieder sowie Milcherzeuger- und Verbraucherverbänden im Beirat. Nach dessen Ansicht gilt es, bei der Abkehr von der ganzjährigen Anbindehaltung einen Strukturbruch gerade bei den kleineren bäuerlichen Familienbetrieben zu verhindern. Diese würden an Grenzstandorten wertvolle Grünflächen bewirtschaften. Das Münchener Agrarressort wurde aufgerufen, durch die Fortführung und den Ausbau der staatlichen Förderung und Beratung möglichst vielen Betrieben den Umstieg in die Kombinations- oder Laufstallhaltung zu ermöglichen. Darüber hinaus sei es sehr wichtig, dass veränderungswilligen Betrieben - beispielsweise bei notwendigen baurechtlichen Genehmigungen innerorts - keine Steine in den Weg gelegt würden. (AgE)

 
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