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Anders als der landwirtschaftliche Berufsstand und die Zuckerwirtschaft begrüßt der Europäische Milchindustrieverband (EDA) die erzielte Übereinkunft für ein assoziiertes Abkommen zwischen der EU-Kommission und den südamerikanischen Mercosur-Staaten ausdrücklich. EDA-Generalsekretär Alexander Anton bezeichnete die Einigung am 8. Juli als einen echten „Durchbruch“. Positiv sei vor allem das klare Bekenntnis der Verhandlungspartner zum Pariser Klimaschutzabkommen (COP21). Darüber hinaus werde es das Mercosur-Handelsabkommen grundsätzlich ermöglichen, einige der Potentiale der südamerikanischen Märkte zu „entkorken“. Das vereinbarte Zollkontingent von 30 000 t Käse pro Jahr entspricht laut Anton etwa dem Zehnfachen der Mengen, die aktuell in den Mercosur exportiert werden. Dieser zusätzliche Marktzugang sei ein Beitrag, die Diversifizierung der EU-Exporte für Milchprodukte zu unterstützen und damit den Milchsektor widerstandsfähiger gegenüber Handelsverzerrungen zu machen, betonte der EDA-Generalsekretär. Allerdings sei es auch kein Geheimnis, dass sich sein Verband mit Blick auf die Zollquoten für Käse, Milchpulver und Babynahrung höhere Kontingente erhofft hätte. Zudem habe man eine kürzere Übergangsphase als die vereinbarten zehn Jahre erwartet. Neben dem Kontingent von 30 000 t zollfreiem Käse sind für Milchpulver 10 000 t und für Babynahrung 5 000 t im Jahr vorgesehen. Anders als etwa für Rindfleisch und Zucker, die nur für die Mercosur-Staaten gelten, werden die Lieferquoten für Milchprodukte für beide Seiten in Kraft treten. Weiter Front gegen das Mercosur-Abkommen macht der irische Bauernverband (IFA). Er will sein Vorgehen noch einmal verschärfen. Geplant seien mehrere Treffen mit nationalen Politikern sowie Verantwortungsträgern in Brüssel, hieß es von Verbandsseite. Bereits am Mittwoch vergangener Woche kam es zu einem Treffen zwischen EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis und dem IFA-Präsidenten und Ersten Vizepräsidenten des EU-Ausschusses der Bauernverbände (COPA), Joe Healy. Im Rahmen der anlaufenden Kampagne werde man unter anderem auf die Umweltschäden durch die südamerikanische Rindfleischerzeugung sowie den Antibiotikamissbrauch bei der dortigen Geflügelmast hinweisen, kündigte Healy an. (AgE)

 
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