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Rund 10 Cent je erzeugtem Kilogramm Milch haben in diesem Frühjahr den Milchbauern in Deutschland zur Kostendeckung gefehlt. Das ist laut Mitteilung der Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Milch Board vom 15. JUli das Ergebnis von Berechnungen des Milch Marker Index durch das Büro für Agrarsoziologie & Landwirtschaft (BAL). Demnach haben sich zwar die Milcherzeugungskosten im April gegenüber Januar um 0,95 Cent auf 44,33 Cent/kg verringert, gleichzeitig ist aber auch der Auszahlungspreis für Milch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß um 0,59 Cent auf 34,56 Cent/kg gesunken. Damit fehlten den Erzeugern zuletzt 9,77 Cent/kg oder 22 % zur Vollkostendeckung; an der unzureichenden Preis-Kosten-Ratio von 78 % hat sich im Vergleich zum Januar und auch zum Vorjahr laut MEG kaum etwas geändert. „Die Molkereien kennen unsere Produktionskosten von 44,33 Cent im Bundesdurchschnitt sehr gut, bezahlen aber konstant 10 Cent zu wenig“, so der MEG-Vorstandsvorsitzende Peter Guhl. Die Milcherzeuger bringe das in eine ausweglose Situation. Um überleben zu können, müssten viele an Schrauben drehen, welche die Nachhaltigkeit ihrer Wirtschaftsweise gefährdeten und damit zwangsläufig den Zorn der Öffentlichkeit auf sich zögen. Aber bei Milchpreisen, die die Kosten der Produktion nicht mehr deckten und keine faire Entlohnung der eingesetzten Arbeit ermöglichten, stelle sich täglich die Existenzfrage, klagte Guhl. Das sei schwer zu verstehen, denn „ wir sehen aktuell überall positive Marktsignale“. Die Milchanlieferung in den Haupterzeugungsländern Deutschland und Frankreich sei im Vorjahresvergleich rückläufig, und die anhaltende Trockenheit werde die Situation eher verschärfen als entlasten. „Trotzdem sinken die Milchpreise“, monierte Guhl. Die Preisgestaltung in der Europäischen Union und vor allem auch in Deutschland habe sich mittlerweile komplett vom Rohstoffmarkt entkoppelt. Die EU - und allen voran Deutschland - drückten Milchprodukte zu Dumpingpreisen auf den Weltmarkt, worunter die Bauern, ihre Tiere und die Natur litten. Guhl verwies darauf, dass die MEG Milch Board vor mehreren Jahren mit der RoadMap Milch & Markt einen klaren Fahrplan für die Entwicklung der Lieferbeziehungen in Deutschland erarbeitet habe (AgE 11/15, Länderberichte 21). Doch werde dies von der Politik und insbesondere von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner konsequent ignoriert. (AgE)

 
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