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Mit Jahresbeginn ist der neue „Standard 2020“ des Qualitätsmanagementsystems Milch (QM-Milch) in Kraft getreten. Dieser beinhaltet eine Anpassung und Einführung neuer Kriterien, vor allem in den Bereichen Tierwohl und Tiergesundheit. Zudem gibt es nun unter anderem Vorgaben für die Lagerung von Tierarzneimitteln, eine Verschärfung der Fristen für Nachkontrollen sowie im Bereich der Futtermittel ein Wegfall der Unbedenklichkeitsbescheinigung. Die Milchwirtschaft will mit dem neuen Standard nach eigenen Angaben ein Zeichen für noch mehr Qualität, Sicherheit und Tierwohl in den Milchviehställen setzen. Die Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Milch Board kritisierte am 9. Januar hingegen, dass mit dem neuen Standard den Milchbauern „die Daumenschrauben weiter angezogen“ würden. Als „verlängerter Arm der Milchindustrie“ würde QM Milch den Milchviehhaltern ohne Not und konkreten Anlass immer neue Kontrollen und Auflagen aufbürden, ohne dabei die Kosten der Milcherzeugung zu berücksichtigen. „Eine kleine Clique von Organisationen gängelt die gesamte Milcherzeugerschaft mit immer neuen Auflagen, während sie den Zustand des totalen Marktversagens stillschweigend akzeptiert“, monierte der Vorsitzende der MEG Milch Board, Peter Guhl. Zu hinterfragen sei, warum bei QM Milch in den wichtigen Gremien Vorstand und Fachbeirat nur Vertreter des Deutschen Bauernverbandes (DBV), des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) und der Milchindustrie säßen, während reine Milcherzeugerverbände oder gar Milchvermarktungsorganisationen keine Stimme hätten. „Echte Milcherzeugervertreter“ als Betroffene der Entscheidungen von QM Milch sollten ebenfalls Sitz in diesen Gremien haben, forderte Guhl. Er hob hervor, dass die MEG Milch Board nicht grundsätzlich gegen neue Richtlinien sei. Höhere Auflagen über den gesetzlichen Standard hinaus müssten sich aber in Zukunft auf der Milchgeldabrechnung widerspiegeln. Der Vorsitzende der Landesverteidigung Milch in Nordrhein-Westfalen, Wilhelm Brüggemeier, wies bei deren Jahrespressekonferenz am vergangenen Mittwoch darauf hin, dass QM Milch als einziges System im Milchbereich einen bundesweiten Standard biete. Die Weiterentwicklung der Kriterien in Richtung Nachhaltigkeit und Tierschutz sei richtig und wichtig für die Vermarktungsmöglichkeiten und überfordere die Erzeuger nicht. (AgE)

 

 
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