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Vorsichtig optimistisch zu den Aussichten auf dem Milchmarkt hat sich der stellvertretende Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Adalbert Kienle, geäußert. „Ich gehe davon aus, dass zum Jahresende die Talsohle durchschritten sein wird“, sagte Kienle am vergangenen Donnerstag gegenüber Journalisten in Berlin. Er sprach von „ersten Zeichen der Besserung“. Marktanpassungen auf Seiten der Landwirtschaft und eine vorsichtig anziehende Konjunktur führten dazu, dass sich die Preise für Magermilchpulver und Butter weltweit verbesserten. Kienle: „Wir rechnen auf dem Milchmarkt nach derzeit 22 Cent/kg mit einem Preisanstieg bis zum Ende des Jahres auf 26 Cent bis 30 Cent.“ Allerdings seien auch das noch nicht die Preise, die viele Betriebe für eine kostendeckende Produktion benötigten. Umso wichtiger sei es jetzt, dass die Molkereien positive Marktsignale in ihren anstehenden Listungsgesprächen mit dem Lebensmittelhandel nutzen würden, betonte der stellvertretende DBV-Generalsekretär.
Kienle warnte gleichzeitig vor übertriebenem Optimismus. Die Finanz- und Wirtschaftskrise habe die deutsche Landwirtschaft mit zeitlicher Verzögerung voll erwischt. Zurückgehende Nachfrage, eingebrochener Export, der starke Euro und damit die Verteuerung deutscher Lebensmittel in den Exportmärkten hätten zu gewaltigen Störungen in den Agrarmärkten geführt. Die Erzeugerpreise seien vielfach geradezu abgestürzt. Beispielsweise liege der Erzeugerpreis für Brotweizen um 27 Prozent, für Brotroggen um 34 Protzent und für Braugerste um 38 Prozent unter dem Stand des Vorjahres. Bei Obst und Gemüse würden gegenwärtig um 30 Prozent bis 40 Prozent niedrigere Preise als 2008 registriert. Kienle nannte es vor diesem Hintergrund nicht verwunderlich, dass die Bauern im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2008/09 erheblich an Betriebsmitteln eingespart hätten.
Kienle erkannte ausdrücklich an, dass der Staat nicht zuletzt aufgrund massiven Drucks des DBV bereits eine Reihe von Maßnahmen zugunsten der Landwirtschaft auf den Weg gebracht habe. Dazu zähle insbesondere ein Liquiditätsprogramm. Inzwischen würden die Liquiditätshilfedarlehen der Landwirtschaftlichen Rentenbank vor allem in Bayern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen sehr stark nachgefragt. 10.000 Betriebe haben dieses Angebot nach Kienles Angaben bereits genutzt. Der stellvertretende Generalsekretär bekräftigte in diesem Zusammenhang die Forderung nach einer Bürgschaftsvariante für dieses Hilfsdarlehen. Nach erheblicher Verspätung müsse die jetzt endlich kommen. Verbessert werde die Liquidität der Betriebe auch durch das erreichte Vorziehen der EU-Direktzahlungen um einen Monat. Zugute komme den Betrieben auch die Entlastung bei der Agrardieselbesteuerung in einem Gesamtumfang von 280 Mio. Euro, die bereits zum großen Teil die landwirtschaftlichen Betriebe erreicht habe. Die Entlastung bei den Krankenversicherungsbeiträgen aus dem Konjunkturpaket II komme ebenfalls bei den Landwirten an, stellte Kienle fest. Die Maßnahmen seien insgesamt geeignet, die größten Liquiditätsprobleme in den Betrieben zu lindern. Andererseits könne jedoch der Staat nicht das ausgleichen, „was auf den Märkten verloren gegangen ist“. AgE



 

 

 

 
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