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Der Milchausschuss des japanischen landwirtschaftlichen Genossenschaftsverbandes (National Federation of Agricultural Co-operative Associations ZEN-NOH) informierte sich am 21. Oktober bei der Landesvereinigung der Milchwirtschaft NRW in Krefeld über die Situation am deutschen Milchmarkt. Der Agrarjournalist Anselm Richard referierte im Rahmen des Fortbildungsprogramms zu den Milchmarktstrukturen.
Krefeld (ZAM) Im Rahmen einer europäischen Studienreise besuchte die rund 20-köpfige Gesellschaft auch Deutschland, um sich über den Agrarsektor zu informieren. Der Vergleich von unterschiedlichen Strukturen in EU-Staaten (u.a. Frankreich und Niederlande) im Vergleich zu Japan stand im Mittelpunkt des Interesses. Insbesondere die Prozesse im Milchbereich von der Produktion bis zum Endprodukt wurden im Rahmen der Reise beleuchtet.
Nach dem Besuch eines Milchviehbetriebs in Velbert begrüßte Geschäftsführer Dr. Reinhard Pauw die Ausschuss-Mitglieder mit einem herzlich Willkommen auf japanisch (“Konichi Wa“) in Krefeld. Die weiteren Ausführungen zu den milch- und landwirtschaftlichen Tätigkeitsfeldern und Dienstleistungsangeboten am Standort wurden simultan von einer Dolmetscherin übersetzt. Nach dieser Einführung folgte ein Rundgang
durch den Laborbereich des Landeskontrollverbandes (LKV). Besonders Details bei den Verfahrensvorgängen von Milchleistungs- und Milchgüteprüfung wurden mit großem Interesse verfolgt. LKV-Laborleiter Peter Höckels stand für zahlreiche Fragen Rede und Antwor.
Der Agrarjournalist Anselm Richard informierte die Gäste aus Japan über die Strukturen und Eigenheiten der Milchwirtschaft in der Bundesrepublik. Vor allem die sehr unterschiedlichenGrößen und Organisationsformen bei den Milch erzeugenden landwirtschaftlichenBetrieben stellten eine Besonderheit dar, so der stellvertretende Chefredakteurdes Landwirtschaftlichen Wochenblattes Westfalen-Lippe aus Münster. Einen weiteren
Schwerpunkt des Vortrages bildeten Erklärungen zum Thema Molkereistrukturen. Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Molkereigenossenschaften einerseits und privatwirtschaftlich organisierten Milchverarbeitern andererseits sowie die wechselseitige Beeinflussung, zum Beispiel bei der Preisbildung, nahmen die Vertreter der japanischen Genossenschaften aufmerksam zur Kenntnis. Auf besonderes Interesse stieß die Schilderung der Preisentwicklung seit dem Frühsommer 2007 – steiler Anstieg und dramatischer
Verfall – sowie ihrer Konsequenzen. Auch die Protestaktionen der Landwirte einschließlich des „Milchstreiks“ und der Blockaden von Molkereibetrieben schilderte Richard ausführlich.
In der Diskussion wurde deutlich, dass die Strukturen der Milch erzeugendenlandwirtschaftlichen Betriebe in Japan den deutschen vergleichbar sind – zumindest was die Durchschnittsgrößen angeht. Und die Probleme mit knapp versorgten oder übervollen Märkten scheinen ebenfalls sehr ähnlich zu sein.


 



 




 




 

 
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