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Mitglieder des genossenschaftlich organisierten australischen Milchverarbeiters Fonterra können künftig mehr Anteile an ihrem Unternehmen kaufen, ohne die Produktion aufstocken zu müssen. Das haben die Anteilseigner Mitte November mit großer Mehrheit in verschiedenen Abstimmungen entschieden. Die Landwirte können demnach bis zu 20 Prozent mehr Anteile an ihrer Genossenschaft halten, als es ihrem Produktionsvolumen entspricht. Für die Aufstockung der Anteile können sich die Milcherzeuger auch zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden. Fonterra, dem größten Exporteur von Milchprodukten weltweit, fließt damit frisches Kapital zu. Der Wert der zusätzlichen Anteilsscheine soll der gleiche sein wie bei den an die Produktion gebundenen Anteilen. Deren Wert ermittelt momentan ein unabhängiger Gutachter. Die neuen Anteilsscheine sollen auch zwischen den Landwirten handelbar sein. Wie dies vonstatten gehen kann, dazu werden die Milcherzeuger nächstes Jahr vom Fonterra-Management befragt werden. Der Vorsitzende des Fonterra-Aufsichtsrates, Henry van der Heyden, wertete das Votum der Landwirte als große Vertrauensbasis für die Genossenschaft und deren Zukunft. Der Abstimmung war eine Kontroverse um die künftige Ausgestaltung des Fonterra-Geschäftsmodells vorausgegangen. Die Landwirte hatten sich gegen das vom Management befürwortete Modell ausgesprochen, das operative Geschäft künftig in einem börsennotierten Unternehmen auszulagern.
Nach rund zweijährigen Konsultationen mit den Landwirten hatte das Fonterra-Management dann Anfang September einen Börsengang ausgeschlossen. Aufsichtsratschef van der Heyden erklärte, die Landwirte hätten sich dafür ausgesprochen „hundertprozentige Kontrolle“ über die Genossenschaft behalten und ihr Unternehmen stützen zu wollen. Diesem Anspruch seien sie nun gerecht geworden. Fonterra war vor acht Jahren gegründet worden und vereint rund 95 % der neuseeländischen Milchverarbeitung. Mittlerweile ist der Konzern aber nach den Wettbewerbsregeln verpflichtet, einen bestimmten Anteil seiner Anlieferungsmilch konkurrierenden Verarbeitern zu überlassen. Über die dafür staatlich festgelegten Regeln setzt sich die Branche kontrovers auseinander. Im Wirtschaftsjahr 2010/11 will man dazu übergehen, festgelegte Rohmilchmengen zu versteigern. AgE

 
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