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Die Erholung der Weltmarktpreise für Milcherzeugnisse in diesem Jahr ist nach Einschätzung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) nicht zuletzt auf die Interventionsmaßnahmen in der Europäischen Union und den USA zurückzuführen. Vor diesem Hintergrund stufen die Fachleute in Rom die Nachhaltigkeit der Preisaufschläge für Butter und Milchpulver als „unsicher“ ein. Neben dem Bestandsaufbau sorgten außerdem die Drosselung des Milchaufkommens in der EU und den USA sowie das nur geringe Wachstum der Produktion in Ozeanien für eine Begrenzung des Exportangebots. Weltweit dürften laut Angaben der FAO aber erstmals mehr als 700 Mio. t Milch erzeugt worden sein; geschätzt wird, dass die Produktion um 1,3 % auf 700,9 Mio. steigt. Für 2010 wird eine wieder kräftigere Expansion um etwa 2 % auf 713,6 Mio. t vorausgesagt. Die wirtschaftliche Erholung in den großen Ländern Asiens und in Ölexportstaaten hat in den vergangenen Monaten wieder zu einer Belebung der Importnachfrage nach Milchprodukten geführt. Laut Angaben der römischen Fachleute hat sich der von ihnen berechnete "Dairy Price Index", dessen Basiswert 100 dem mittleren Preisniveau von 2002 bis 2004 entspricht, nach dem Absturz auf 114 im Februar bis zum November auf 209 erholt. Dabei kletterte der Index allein im vorigen Monat um 32 %. Im Zeitraum Januar bis November 2009 erreichte er im Schnitt allerdings nur einen Wert von 135, verglichen mit 220 im Gesamtjahr 2008.
Exporte: EU und USA verlieren, Ozeanien gewinnt Für das jetzt auslaufende Kalenderjahr geht die FAO davon aus, dass die globale Exportmenge an Milcherzeugnissen umgerechnet in Milchäquivalente gegenüber 2008 um fast 5 % auf 38,6 Mio. t gesunken ist. Die Ausfuhren der EU-27 dürften in diesem Jahr mit insgesamt rund 8,4 Mio. t das Niveau von 2008 um 12 % verfehlen. Für die Vereinigten Staaten zeichnet sich ein Rückgang der „Milchexporte“ um 2 Mio. t auf 2,3 Mio. t ab. Addiert beträgt das Minus für beide mehr als 3 Mio. t. Im Gegensatz zur EU und den USA dehnte Ozeanien den Export von Milchprodukten in diesem Jahr aus: Neuseelands Exportmenge veranschlagt die FAO auf - in Milchäquivalente umgerechnet - 11,3 Mio. t; das wären 9 % mehr als 2008. Die Ausfuhren Australiens sollen um 12 % auf 3,7 Mio. t zugelegt haben. Die Exportlieferungen Südamerikas werden von den römischen Experten für 2009 auf 3,6 Mio. t geschätzt, was eine Steigerung um 15 % bedeuten würde. Argentinien, das vor allem die Ausfuhren von Milchpulver in Entwicklungsländer steigern konnte, dürfte zum Jahresabschluss ein Exportplus von 10 % auf 1,4 Mio. t aufweisen. Äußerst rasant verlief die Entwicklung in Brasilien, für das die FAO eine Zunahme des Exports von Milchprodukten um 40 % auf erstmals mehr als 1 Mio. t ausweist. Zum Schutz der heimischen Milcherzeuger führte die Regierung in Brasilia Importquoten für Magermilchpulver ein. Auch Chile und Kolumbien erschwerten zuletzt die Einfuhr von Milcherzeugnissen. Mit Blick auf das nächste Jahr rechnet die FAO mit einer Zunahme des globalen Handels mit Milcherzeugnissen, und zwar um gut 5 % auf 40,6 Mio t Milchäquivalente, womit wieder das Niveau von 2008 erreicht würde. (topagrar) |