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Wegen mehrerer Erkrankungen und Todesfälle durch bakterienverseuchten Käse aus Österreich hat die Verbraucherorganisation Foodwatch dem Discounter Lidl und den zuständigen Behörden eine mangelnde Informationspolitik vorgeworfen. Eine ausdrückliche Verzehrwarnung sei "viel zu spät erfolgt", erklärte Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode in Berlin.  Nach Ansicht von Bode offenbart der Fall die "strukturellen Defizite" in der Lebensmittelsicherheit in Deutschland. Zugleich warf er den Behörden und beteiligten Unternehmen vor, sie stellten wirtschaftliche Interessen über den Gesundheitsschutz der Bürger. Der Lebensmitteldiscounter Lidl habe am 23. Januar lediglich eine "weiche Empfehlung" ausgesprochen, den Käse nicht zu verzehren, aber keine aussdrückliche Verzehrwarnung, erklärte Bode. Trotz dieser unzureichenden Informationspolitik hätten die Behörden darauf verzichtet, selbst eine ausdrückliche Warnung auszusprechen. Diese habe der Discounter erst am Dienstag veröffentlicht, als über Todesfälle berichtet wurde und das Haltbarkeitsdatum der Produkte bereits überschritten war, kritisierte Bode. Lidl hatte die Käsesorten "Reinhardshof, Harzer Käse" und "Reinhardshof, Bauernhandkäse mit Edelschimmel" des österreichischen Herstellers Prolactal zurückgerufen. In Deutschland werden mehrere Krankheitsfälle und zwei Todesfällen mit dem Verzehr des Käses in Verbindung gebracht, in Österreich starben vier Menschen. Der Käse war zum Teil übermäßig mit Listeria-Bakterien belastet, die zum Teil lebensgefährliche Infektionen auslösen können.

 
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