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Machtwechsel bei der Freiburger Molkerei Breisgaumilch: Der Aufsichtsratschef der Molkerei, Gottfried Hermann, muss gehen. Brisant ist, dass sich durch die neue Zusammensetzung des Aufsichtsrates auch die Ausrichtung der Molkerei grundlegend ändern könnte. Am 23. März fand eine Aufsichtsratssitzung der Milcherzeugervereinigung (MEV) Breisgau-Südschwarzwald statt. Die Genossenschaft organisiert drei Viertel der 1.600 Milchbauern, die die Breisgaumilch beliefern und denen die Molkerei gehört. Per Fax wurde Gottfried Hermann schließlich darüber informiert, dass er als Erster Vorstand der MEV abgesetzt sei, berichtet die Badische Zeitung. Auch seines zweiten Postens, dem des Aufsichtsratschefs der Breisgaumilch, wurde Hermann ebenfalls am gleichen Tag enthoben. Auch zwei weitere Landwirte müssen ihre Posten räumen.Bereits Anfang der Woche hatte der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) in einem offenen Brief wegen des Butterskandals den "sofortigen Rücktritt der dafür Verantwortlichen" gefordert. Der Nachfolger Hermanns als Aufsichtsratsvorsitzender der Breisgaumilch heißt Anton Walter - Vorsitzender der Milcherzeugergemeinschaft Ortenau und BDM-Mann. Damit kommt Brisanz in den Vorstandswechsel: Nach Berichten der Badischen Zeitung gibt es schon länger Streit zwischen nicht organisierten Milcherzeugern und Mitgliedern des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter über die Ausrichtung der Molkerei: Der BDM will, dass die Breisgaumilch "Die faire Milch" abfüllt. Ein entsprechender Vorschlag war aber Anfang Februar vom Aufsichtsrat der Breisgaumilch bei Stimmengleichheit abgelehnt worden. Mit dem jetzigen Personalwechsel - Anton Walter ist BDM-Mitglied, ebenso wie zwei andere neue Aufsichtsräte - haben Mitglieder des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter die Mehrheit im Aufsichtsrat. In einer für den 25. März einberaumten Sitzung steht das Thema "Faire Milch" jedenfalls auf der Tagesordnung, wie die Badische Zeitung berichtet. Zuvor hatten Umfragen in den MEV Breisgau-Südschwarzwald und MEG Ortenau ergeben, dass sich 74 Prozent der Landwirte für das Abfüllen der Fairen Milch entschieden haben. Allerdings haben nur knapp 38 Prozent der MEG-Mitglieder an der Umfrage teilgenommen. Der BDM kritisiert, "dass die Wahrnehmung satzungsgemäßer Mitwirkungsrechte durch Genossen so dargestellt wird, als handle es sich dabei um eine feindliche Übernahme". Der BDM könne und wolle als Interessenvertretung der Milcherzeuger nicht in die wirtschaftlichen Belange oder die Entscheidungen der Führungsebene einer konkreten Molkerei eingreifen. "Unsere Mitglieder sind selbständig denkende und handelnde Unternehmer", meint der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber. Die Breisgaumilch hatte Butter bei einer Molkerei im Allgäu herstellen lassen, sie aber in der leichen Verpackung wie ihre anderen Produkte verkauft. Das Betriebssiegel auf der Butterverpackung (DE BW 010 EG) wies auf die Hohenloher Molkerei in Schwäbisch Hall als Hersteller hin. Die Verpackung hob jedoch in Text und Bildaufmachung eindeutig auf den Schwarzwald als Herkunft ab. Dies trug der Breisgaumilch den Vorwurf der Verbrauchertäuschung ein. Gottfried Hermann, dem ehemaligen Aufsichtsratschef der Molkerei, wird die Schuld daran gegeben, dass die irreführende Werbung weitergeführt worden sei. (pd/ez/agrarheute)

 

 
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