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Die Fusion von Humana und Nordmilch wird konkreter. Nachdem das Ehrenamt der beiden größten milchwirtschaftlichen Genossenschaften in Deutschland den Vorschlag zur Zusammenlegung der operativen Einheiten abschließend bestätigt hat, wird am 2. und 3. Februar das Votum der Genossenschaftsvertreter auf außerordentlichen Versammlungen eingeholt. Nach der Zustimmung der Vertreter könnte das neue Unternehmen rückwirkend zum 1. Juli 2010 gegründet werden und zum 1. April 2011 das operative Geschäft aufnehmen. Mit dem Zusammenschluss der beiden Unternehmen entstünde auf dem deutschen Markt ein neuer, genossenschaftlich organisierter Molkereikonzern, der mit rund 5 Mrd Euro im europäischen Umsatzranking auf Platz sechs stünde. Etwa 5.500 Mitarbeiter, 6,7 Mrd kg an verarbeiteter Milch pro Jahr und 11.000 aktive Milcherzeuger sind die Eckdaten des Unternehmens, an dem beide Fusionspartner zu gleichen Teilen beteiligt wären. „So behalten wir im Hinblick auf die verarbeitete Milchmenge und das Umsatzvolumen den Anschluss an die führenden europäischen Milchverarbeiter und schaffen gleichzeitig ein neues Unternehmen mit starker Prägung durch unsere Landwirte“, kommentiert Hermann H.  Cordes, Leitung Kommunikation Landwirtschaft, Politik, Verbände, das Vorhaben.
Die Genossenschaften beider Unternehmen sollen eigenständig bleiben. In die neue Geschäftsführung werden Spezialisten mit ausgewiesener Fachkompetenz entsandt, die sich schon in den beiden Einzelunternehmen bewährt haben: Albert  Große   Frie  soll die Integration beider Unternehmen vorantreiben. Dr. Josef  Schwaiger  soll für das operative Geschäft und die Strategie verantwortlich zeichnen sowie Sprecher der Geschäftsführung werden. Den Bereich Finanzen wird im fusionierten Konzern Volkmar  Taucher  verantworten, der in dieser Position schon bisher bei der Nordmilch tätig war. Das gleiche gilt für Rolf  Janshen  von der Humana für den Vertrieb. Janshen war bislang auch Geschäftsführer des Vertriebs-Joint Ventures von Nordmilch und Humana, der Firma Nord-Contor. Der bisherige  Produktionschef der Humana, Sönke  Voss, soll diese Position auch im neuen Großkonzern innehaben. Dr. Dirk  Gloy, bisher zuständig für Produktion und Milcherfassung bei der Nordmilch, ist vorgesehen für den Bereich Landwirtschaft, Rohstoff, Einkauf und Logistik. Der bisherige Nordmilch-Direktor Landwirtschaft, Ingo  Müller, soll die Bereiche Forschung und Entwicklung, Qualitätsmanagement sowie Ingredients übernehmen; die Ingredients umfassen Halbfertigprodukte für die weitere Verarbeitung. Der juristische Sitz des Gemeinschaftsunternehmens wird das niedersächsische Zeven sein, Sitz der Geschäftsführung und zentrale Verwaltung wird Everswinkel in Nordrhein-Westfalen.
Auch im fusionierten Unternehmen soll es bei den beiden Genossenschaften dieselben turnusmäßigen Versammlungen und Wahlen geben und die Genossenschaften werden ihre Milcherzeuger in die Gremien des operativen Unternehmens entsenden. Das zentrale Gremium der neuen GmbH, die Gesellschafterversammlung, wird laut den Planungen zwölf Milcherzeuger umfassen, den Vorsitz bekommt Rudolf  Heidhues  von der Humana. Der Aufsichtsrat wird unter der Leitung von Otto  Lattwesen  von der Nordmilch paritätisch besetzt, also mit sechs Milcherzeugern als Arbeitgebervertretern und sechs Arbeitnehmervertretern. Noch nicht publik geworden ist der neue Name für den Konzern. Es soll sich dem Vernehmen nach um eine neue Wortschöpfung, nicht um eine Kombination aus den bisherigen Namen handeln.
Beide Unternehmen versprechen sich durch die neue Größe strategische Vorteile. So soll in allen Geschäftsbereichen die Wertschöpfung erhöht werden. „Als Gemeinschaftsunternehmen haben wir beispielsweise mehr Chancen, an Wachstumsmärkten teilzunehmen. Mit Spezialprodukten für die Weiterverarbeitung in der Lebensmittelindustrie könnten wir internationale Märkte bedienen, unterstreicht Cordes. Stärken habe man auch in den drei großen Bereichen Industrieprodukte, Käse und „weiße Linie“. Die Bündelung der Kräfte in der deutschen Milchwirtschaft wird von Branchenvertretern als eine der zentralen Voraussetzungen für das erfolgreiche Bestehen am kaufkräftigen deutschen Markt, am europäischen Markt und am wachsenden Weltmarkt gesehen. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass die zunehmende Volatilität der Märkte zu starken Schwankungen der Verwertungen und somit auch der Auszahlungspreise für Milcherzeuger führen. Gleichzeitig schreiten die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel und die Konsolidierung der europäischen Milchwirtschaft voran. Mit einem Zusammenschluss wollen Humana und Nordmilch eine starke Plattform schaffen, um die Zukunft der deutschen Milchwirtschaft aktiv mitzugestalten. AgE

 

 
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