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Bei der niederösterreichischen Molkerei NÖM stehen die Zeichen weiter auf Expansion. Knapp die Hälfte des Umsatzes (45 Prozent) erwirtschaften die NÖM bereits im Ausland, allen voran in Deutschland, Italien und Großbritannien. Mitte 2009 wurde in der Stadt Telford nahe Birmingham das erste Auslandswerk eröffnet, "ab kommendem April werden die Maschinen voll ausgelastet sein", kündigt Alfred Berger, NÖM-Vorstandsvorsitzender, an. In diesem Jahr peilt er in Großbritannien einen Umsatz von rund 40 Millionen Euro an. Die wichtigsten Auslandsmärkte für die Milch aus Niederösterreich bleiben Deutschland und Italien. In Italien hat sich die niederösterreichische Molkerei von ihrem Partner getrennt. 2011 will NÖM in Eigenregie 45 Millionen Euro umsetzen, nach 38 Millionen Euro im Vorjahr. Bis zu 35.000 Tonnen Milch, Joghurt und Frischkäse sollen in das 60-Millionen-Einwohner-Land exportiert werden. Berger: "Wir haben sieben Marken in Italien eintragen lassen und liefern in ganz Italien einschließlich der Inseln Sizilien und Sardinien." Der Markt unterscheide sich gravierend vom österreichischen: Frischmilch sei kaum gefragt, genauso wenig wie Butter. Zudem ist die Handelslandschaft noch stark fragmentiert. In Österreich teilen sich Rewe, Spar und Hofer 83 Prozent des Marktes. In Italien kommen die größten zehn Händler des Landes gemeinsam auf keine 40 Prozent Marktanteil. Die Italiener importieren jährlich 1,73 Milliarden Kilo unverarbeitete Milch, rund 148.000 Tonnen davon aus Österreich. Grund dafür sind große Mengen, die in die Produktion der Exportschlager Parmesan und Mozzarella fließen.
In Deutschland, dem wichtigsten Auslandsmarkt der NÖM, setzt die Molkerei im Gegensatz zu Italien 90 Prozent ihrer Ware nicht unter der eigenen Marke ab, sondern liefert für die Produktion von Eigenmarken. NÖM-Chef Alfred Berger: Kämpft mit steigenden Preisen. Zu schaffen machen Berger derzeit die Rohstoffpreise: "Der Milchpreis ist binnen eines Jahres von 28 auf 33 Cent gestiegen, zudem explodieren die Preise für Früchte und Verpackung." Preiserhöhungen seien im Handel aber schwer durchsetzbar. Händler setzen im Preiskampf zudem verstärkt auf billige Eigenmarken. Auch bei der NÖM werden bereits 40 Prozent der Produktion für Eigenmarken abgefüllt. NÖM beschäftigt am Standort Baden 650 Mitarbeiter und hat 4400 österreichische Bauern unter Vertrag. Nach der oberösterreichischen Berglandmilch - die kürzlich mit der Tirol Milch fusionierte - ist die NÖM mit einem Umsatz von 376 Millionen Euro die Nummer zwei am österreichischen Markt.

 

 
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