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Seit gestern steht die Lactalis-Übernahmeofferte für die restlichen Parmalat-Anteile, die noch nicht im Besitz des französischen Molkereiriesen sind, im Raum. Für die noch fehlenden 71 Prozent des italienischen Lebensmittelkonzerns Parmalat will Lactalis insgesamt 3,37 Milliarden Euro bezahlen, dies entspricht einem Preis von 2,6 Euro pro Parmalat-Aktie. Parmalat ist eines der bedeutendsten Molkereiunternehmen in ganz Europa. Nach einer durch Insolvenz bedrohten Phase zwischen 2003 und 2005 ist das Unternehmen heute wieder auf Kurs und die Aktie ist wieder börslich notiert. Zum Handelsschluss am gestrigen Dienstag stieg das Wertpapier auf 2,58 Euro und notiert damit nur noch knapp unterhalb des angestrebten Übernahmeangebotes. Das französische Familienunternehmen Lactalis ist mittlerweile bereits seit circa 10 Jahren auf einem dynamischen Wachstums- und Expansionskurs. Auch in Italien konnte das Unternehmen in der Vergangenheit bereits „zuschlagen“ und übernahm vor knapp fünf Jahren den italienischen Käseproduzenten Galbani. Der italienische Staat ist auch heute noch nach wie vor bestrebt Parmalat als italienischen Konzern zu erhalten und hat aus diesem Grund auch Kontakt zur französischen Regierung aufgenommen. Da die Lactalis-Führung allerdings als sehr verschlossen und pressescheu gilt, ist es momentan eher unwahrscheinlich, dass sich auf diesem Weg noch etwas am abgegebenen Übernahmeangebot ändert. Etwas erfolgversprechender scheint hingegen der Aufruf der italienischen Regierung an italienische Unternehmen und Banken zu sein, gemeinsam ein Gegenangebot zu stemmen. Das Zeitfenster ist hier allerdings äußerst knapp, bis spätestens Anfang kommender Woche müsste ein Angebot vorliegen.
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