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Am 15. Juni konnte der geschäftsführende Vorstand Rainer Sievers die Zahlen der viertgrößten deutschen Molkerei den Mitgliedern und der Öffentlichkeit vorstellten. Der Umsatz ist um rund 16 Prozent auf 613 Millionen Euro gestiegen, die verarbeitete Milchmenge stieg um rund 7,8 Prozent auf 1,238 Milliarden Kilogramm. Auch die knapp 2900 Milchlieferanten können sich über einen Milchauszahlungspreis von 33,93 Cent je Kilogramm (inkl. Mehrwertsteuer und Warenrückvergütung) freuen. Muh-Chef Sievers sieht hier aber noch Platz nach oben. "Unser Auszahlungspreis ist gegenüber 2009 um sechs Cent gestiegen", so Sievers, der den aktuellen Milchpreis für seine Landwirte jedoch als "noch nicht ausreichend" bezeichnet.
"Das Jahr 2010 wird in die Geschichte der Milch-Union Hocheifel als bedeutender Meilenstein auf dem Weg in einen liberalisierten Milchmarkt eingehen. Wir haben uns intensiv mit der strategischen Zukunftsausrichtung unserer Molkerei befasst", sagte Rainer Sievers. Bis Sommer 2013 wird die Muh in Pronsfeld rund 60 Millionen Euro investieren. Unter anderem entstehen ein Trockenturm, der stündlich fünf Tonnen Milchpulver herstellen kann, sowie eine Butterei. Zudem investiert das Unternehmen in die Milchanlieferung und die Milchbe- und -verarbeitung. Bei der Muh gehen die Verantwortlichen von weiter steigenden Milchmengen aus. 1970 lieferte der Muh-Milchbauer im Schnitt 20 000 Kilogramm Milch im Jahr, 1980 waren es schon rund 50 000 Kilo und 2009 durchschnittlich 424 000 Kilogramm. Im vergangenen Jahr hat nun jeder Muh-Lieferant 463 000 Kilogramm Milch (plus 8,6 Prozent) angeliefert. Der größte Anteil kommt mit 830 Millionen Kilogramm aus Deutschland, gefolgt von Belgien (238 Millionen Kilogramm) und Luxemburg (113 Millionen Kilogramm). Durch die Kooperation mit der Molkerei Schwälbchen kommen weitere 70 Millionen Kilo Milch dazu, die in Pronsfeld verarbeitet werden. "Laut Satzung sind wir verpflichtet, die Milch unserer Bauern anzunehmen und müssen auch die Voraussetzungen dafür schaffen, die Milch zu verarbeiten und gut zu vermarkten", sagt Sievers. Und mit Blick auf den freien Milchmarkt 2015 rechnet man in der Eifel mit steigenden Milchmengen (fünf bis acht Prozent jährlich). Mit dem Ausbauplan sieht sich die Muh auf dem richtigen Weg in Richtung liberaler Milchmarkt. "Theoretisch könnten wir dann zwei Milliarden Kilogramm Milch im Jahr verarbeiten", sagt Sievers. Herzstück der Erweiterung ist der Milchtrockenturm. "Wir werden hier Trockenpulver von höchster Qualität produzieren", erklärt der für den Vertrieb zuständige Geschäftsführer Winfried Meier. Das Milchpulver in höchster Qualität werde sich u. a.  für Fertiggerichte, Süßwaren oder Babynahrung eignen. Für diese Pläne gibt es laut Vorstandsvorsitzendem Manfred Graff und dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Klaus Land, große Zustimmung unter den Genossenschaftsmitgliedern. "Wir Muh-Bauern finden uns in unserer Selbstständigkeit am besten wieder", sagt Graff. Bereits heute ist Pronsfeld nach Leppersdorf in der Nähe von Dresden (Sachsenmilch) europaweit das zweitgrößte Milchwerk. Der Auslandsanteil der Muh ist 2010 stabil bei etwa 40 Prozent geblieben. Frankreich habe als einer der wichtigsten Exportmärkte der Muh 2010 weiter an Bedeutung gewonnen. "Die Muh France hat ihren Umsatz um 25 Prozent auf rund 56 Millionen Euro gesteigert", freut sich Vertriebschef Winfried Meier. Die französische Tochterunternehmung habe sich als zuverlässiger Partner des Handels etabliert und die Lieferumfänge über das Preiseinstiegssegment hin aus mit regionalen Konzepten, Biomilch und Spezialitäten deutlich ausgeweitet. Wichtigste Auslandsmärkte der Muh sind neben Frankreich Belgien, die Niederlande, Spanien sowie Griechenland. Insgesamt ist die Muh inzwischen in 45 Ländern der Erde mit ihren Produkten präsent. Der Bereich der laktosefreien Produkte entwickelte sich 2010 mit einem Umsatzplus von rund 77 Prozent gegenüber dem Vorjahr erneut sehr positiv. Eine Umsatzsteigerung von knapp zehn Prozent unterstreicht die gute Entwicklung im Bio-Bereich.  (TV)

 

 
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