|
Die Regionalpresse berichtet, dass aus dem anlässlich der diesjährigen Generalversammlung im Gasthaus Gruber in Pietling vom Vorstandes der Molkereigenossenschaft Salzachtal eG., Sebastian Vordermayer, vorgestelltem Geschäftsbericht hervorging, dass die Zahl der Mitglieder um drei auf nunmehr 144 gesunken ist. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Milchliefermenge im Jahr 2011 um rund acht Prozent auf 31 232 000 Kilogramm erhöht. Der Nettomilchpreis lag zuletzt bei durchschnittlich 35,7 Cent pro Kilogramm Milch. Am 1. Januar, so Vordermayer weiter, ist außerdem der um zehn Jahre verlängerte Liefervertrag mit der Privatkäserei Bergader in Waging am See in Kraft getreten. Damit wurde die seit 25 Jahren bestehende vertrauensvolle Zusammenarbeit praktisch erneut besiegelt, so der Vorstand. Vordermayer berichtete über die Wahl von Alois Reiter zum stellvertretenden Vorstand und Josef Steinberger zum Aufsichtsratsvorsitzenden sowie über Gespräche mit dem Revisor des Genossenschaftsverbands Bayern und der Privatkäserei Bergader über den Milchpreis. Unterredungen habe man auch mit der Milcherzeugergemeinschaft Bayern MeG über einen möglichen Beitritt geführt. Josef Steinberger berichtete, dass man mit der wirtschaftlichen Tätigkeit einen um 19 Prozent höheren Umsatz als im Vorjahr erzielte. Der lag 2011 bei rund neun Millionen Euro: »Sowohl die Absatz-Menge als auch der Preis sind gestiegen.« Die Vermögens- und Finanzlage der Molkereigenossenschaft bezeichnete Steinberger als geordnet. Offensichtlich zufrieden mit Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung, die Revisor Thomas Liebl, vom Genossenschaftsverband Bayern gab, genehmigte die Versammlung dann einstimmig den Jahresabschluss. Jakob Rehrl und Andreas Mayer wurden per Akklamation wieder in den Aufsichtsrat gewählt. Erneut zum Vorstand bestimmte die Runde auch den turnusgemäß ausgeschiedenen Matthias Staudinger. Beatrice Kress, geschäftsführende Gesellschafterin der Bergader Privatkäserei in Waging am See, erinnerte in ihrem Grußwort an die 25-jährige vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Molkereigenossenschaft. Der neu geschlossene Vertrag biete den Milchlieferanten eine Abnahmegarantie ohne Mengenbeschränkung. Die Käserei sei auf Wachstum ausgerichtet und habe entsprechend investiert. Besonders viel sei in die neue Weichkäserei geflossen. Im Segment Weichkäse sei die Produktion dadurch um rund 50 Prozent gestiegen. Betrice Kress sieht noch ein großes Potenzial im deutschen Markt für Weichkäse. Der Leiter der Milcherzeugerbetreuung bei Bergader, Johann Krautenbacher, informierte auf eine entsprechende Nachfrage aus dem Publikum über die Entwicklungen des Milchmarktes. Seit zwölf Monaten bewege sich der Milchpreis bei 36 Cent netto. Es gebe Molkereien, die den Milchpreis senkten, weil die Trinkmilchabschlüsse nicht wie erwartet ausgefallen seien. Und wenn die Trinkmilch- und Butterpreise sinken, dann schwächele auch der Preis für die Milch. Seiner Meinung nach werden die 36 Cent im kommenden April daher wohl eher nicht zu halten sein. Für die Milcherzeugung sah Krautenbacher aber trotzdem eine gute Zukunft, auch wenn der Milchpreis schwanken werde – nach unten und nach oben. Auf die Frage eines weiteren Besuchers, was sich bei Biomilch und gentechnikfrei erzeugter Milch tue, meinte Krautenbacher, dass Bergader keine Biomilch verarbeite. Besonders in der Zeit, als Renate Künast das Verbraucherministerium leitete, habe man versucht, auch Biomilch zu verarbeiten, was sich aber als nicht realisierbar erwiesen habe. Denn der Biokäse, der daraus produziert wurde, sei nicht wettbewerbsfähig gewesen. Seit 2011 bestehe ein Abkommen mit der Molkerei in Miesbach, deren Milch Bergader zu einem großen Teil kaufe. 40 Millionen Liter Bergbauernmilch verarbeite Bergader aktuell. Die Miesbacher Lieferanten müssten nach den Kriterien »ohne Gentechnik« füttern, was auch kontrolliert werde. Für die übrigen Bergader-Lieferanten bestehe bislang keine vertragliche Verpflichtung zu gentechnikfreier Erzeugung. Ein Drittel des Gesamt-Absatzes gehe ins Ausland, und dort kümmere sich ohnehin keiner um die Gentechnik. »Ohne Gentechnik« bedeute auch nicht automatisch einen höheren Preis: »In Österreich haben zwar alle Molkereien auf die Gentechnikfreiheit umgestellt, jedoch habe keine österreichische Molkerei im Jahr 2011 den bayerischen Milchpreis erreicht«, so Krautenbacher. Molkereien könnten zwar auch Milch auf dem Spotmarkt von Milchhändlern oder anderen Molkereien zukaufen, »Bergader« will sich seine Rohmilch aber heute und in Zukunft durch eigene Milchlieferanten und eigene Einzugsgebiete absichern. (Trainsteiner-tagblatt.de)
|









