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Das niederösterreichische Molkereiunternehmen NÖM senkt per Anfang Mai 2012 den Erzeugermilchpreis um 1,5 Cent auf 32,52 Cent je kg netto, der Brutto-Auszahlungsbetrag macht damit 36,08 Cent aus. Dies teilt die Milchgenossenschaft NÖ (MGN) in ihrem jüngsten Lieferantenschreiben mit. Die NÖM hat, wie berichtet, bereits Anfang März den Milchpreis um 1,5 Cent netto auf 34,02 Cent je kg verringert. Die Berglandmilch und die Gmundner Milch lassen ihre Erzeugerpreise im Mai unverändert, berichtet das AIZ. Die neuerliche Absenkung wird laut MGN mit den „nach wie vor massiv hohen Anlieferungsmengen sowohl in Europa als auch in Österreich " und dem daraus resultierenden deutlichen Preisdruck begründet.
„Der Bedarf an Milch und Milchprodukten am Weltmarkt ist rückläufig, sodass es mit der erhöhten Anlieferung derzeit deutlich zu viel Rohmilch am Markt gibt. Aus diesem Grund sind sowohl die Preise für Magermilch als auch für Fett stark rückläufig ", stellt die MGN-Geschäftsführung in ihrem Lieferantenschreiben fest, so das AIZ weiter. Mit großer Sorge werde auch die aktuelle Preisentwicklung in Deutschland (siehe Meldung weiter unten) und besonders am italienischen Versandmilchmarkt beobachtet. Die nicht veredelte Milchmenge sei nur mit großen Preisabschlägen und aufgrund von guten Kundenbeziehungen zu vermarkten. Eine kurzfristige Verbesserung der Marktsituation sei derzeit nicht sichtbar. Wesentlich werde sein, wie sich die Anlieferungsmengen in den nächsten Monaten europaweit entwickeln, wird vonseiten der MGN betont.
Kürzlich wurde im Rahmen der Bilanzpressekonferenz der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien bekannt, dass der Milchverarbeiter in die Verlustzone geraten sein soll, wie verschiedene Medien berichten. Verantwortlich dafür sollen Absatzprobleme mit Joghurt und rote Zahlen im Zuge der Expansion nach England sein. Ein Problem stellten laut Holding-Generaldirektor Erwin Hameseder auch die gestiegenen Kosten (Rohstoffe, Fruchtzubereitungen, Verpackungen, Energie, Treibstoff) dar. Sie konnten laut Hameseder erst verspätet durch Anpassungen der Verkaufspreise kompensiert werden und hier auch nur zum Teil. In der weißen Palette habe man die führende Position zwar behaupten können, in der bunten Palette habe man aber sinkende Marktanteile bei der Menge verzeichnet. Auf den europäischen Märkten konnten die Volumina des Vorjahres nicht gehalten werden. Zusätzlich mussten erneut Preisabschläge hingenommen werden. Mit einem umfassenden Restrukturierungsprogramm wirkte die NÖM ab Mitte 2011 dem marktbedingten Negativtrend und den deutlich erhöhten Rohstoffkosten entgegen, berichtet das AIZ. Im Werk Baden seien bereits 150 Mitarbeiter abgebaut worden, erklärte Holding-Generaldirektor Erwin Hameseder. Für die 2009 im englischen Telford um bisher 80 Mio. € errichtete Molkerei sei der Start der dortigen Eigenmarke "YOO " schleppender als geplant angelaufen. Daher sei dort ein preis- und kostenseitiges Verbesserungsprogramm mit dem Ziel einer deutlichen Margenverbesserung eingeleitet worden. Ein Joint Venture "mit einem Profi im Bereich der Milchproduktion soll nun entsprechende Volumina bringen ", informierte Hameseder.  (topagrar-Österreich)

 
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