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Für einen Milchpreis von 43 Cent pro Liter haben die Bauern im vergangenen Jahr gestreikt – vergebens. 28 Prozent zahlt die Genossenschaftsmolkerei Humana den heimischen Bauern im Moment. "Viel zu wenig", sagt Wilhelm Brüggemeier, Präsident des westfälisch-lippischen Landwirtschaftsverbands. "Wer vorher in seinen Hof investiert hat, liegt jetzt mit Sicherheit im defizitären Bereich."
"Fatal" ist aus Brüggemeiers Sicht der Ansatz des Lebensmittel-Einzelhandels, sich im Verdrängungswettbewerb mit Lockangeboten zu präsentieren. "Immer sind das Produktes des täglichen Gebrauchs – also vor allem Milchprodukte." Erschwerend komme hinzu, dass der deutschen Milchwirtschaft der Export weggebrochen sei. Russland und der gesamte osteuropäische Raum würden inzwischen von den USA beliefert – mit tatkräftiger Unterstützung der amerikanischen Regierung. Die ständigen Appelle an die verschiedenen Regierungen, die heimischen Milchbauern nicht zu vergessen, seien wirkungslos geblieben, stellt Brüggemeier lapidar fest. Den Bauern bleibe nichts anderes übrig, als auf den Markt zu reagieren. "Wir dürfen einfach nicht mehr so viel Milch in den Markt bringen", sagt Brüggemeier. "Bei 25 Cent für die Milch geht für alle Bauern die Lampe aus."
Irgendwo zwischen den aktuellen 28 Cent und den im vergangenen Jahr vom Milchbauernverband geforderten 43 Cent liege ein "vernünftiger Preis", glaubt Brüggemeier.
Angesichts neuer Entwicklungen im österreichischen Nachbarland ist der Verband eben bescheiden geworden. "Da gibt es eine Molkerei, die ihren Bauern erklärt hat, sie könne ihnen gar keine Milch mehr abnehmen." (Nw-news

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