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Vor der Einführung eines Pflichtpfandes auch auf Milchverpackungen hat der Milchindustrie-Verband (MIV) gewarnt. Die bestehende Verpackungsordnung habe sich sehr bewährt, so dass kein hinreichender Grund besteht, dieses etablierte System zu zerschlagen, erklärte MIV-Hauptgeschäftsführer Eckhard Heuser heute in Berlin. Er reagierte damit auf die Stellungnahme des Bundesrates zum Gesetz zur Fortentwicklung der haushaltsnahen Getrennterfassung von wertstoffhaltigen Abfälle.
In ihrer Stellungnahme zu der Regierungsvorlage für ein sogenanntes Verpackungsgesetz spricht sich die Länderkammer dafür aus, die Pfand- und Rücknahmepflichten für Einwegverpackungen künftig nicht mehr an den „sachfremden Kriterien der Größe oder am Inhalt der Getränkeverpackung, sondern an der Art des Materials der Verpackung“ zu orientieren. Folgt der Bundestag der Auffassung des Bundesrates, würde künftig die Pfandpflicht für Getränkeeinweg auch für Milchverpackungen sowie Weinflaschen oder Saft gelten.
Dass Milch, Saft und Wein bisher von der Pfandpflicht ausgenommen worden seien, habe seine guten Gründe, stellte Heuser hierzu fest. Die Verpackungen würden im gelben Sack landen und so einer Verwertung zugeführt. Weinflaschen hätten ihren Weg in den Glascontainer gefunden. Gehe es nach dem Willen des Bundesrates, müssten die Verpackungen zum Lebensmittelhändler zurückgebracht werden. „Die Rücknahmeautomaten in den Geschäften sind für solche Verpackungen gar nicht ausgelegt“, gab der MIV-Hauptgeschäftsführer zu bedenken. Saure Restmilch erzeuge unangenehmen Geruch und sei im Lebensmittelhandel unhygienisch und gesetzlich streng geregelt.
Darüber hinaus würde die geänderte Pfandpflicht eine hohe finanzielle Belastung für die Unternehmen darstellen. Sie würde steigende Verbraucherpreise nach sich ziehen, warnte Heuser. Bis heute seien Milch und Milcherzeugnisse von der Bepfandung ausgenommen und das habe der deutsche Verbraucher auch so gelernt. Das bisherige System habe gut funktioniert. Gerade junge Familien mit kleinen Kindern seien Großverbraucher an Milch. Und diese würden morgen mit zusätzlicher Arbeit belastet. (AgE)

 
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