Italien: Hilfsprogramm für Unternehmen der Lebensmittelkette

Angesichts der Corona-Krise hat die italienische Regierung beschlossen, den Unternehmen der Lebensmittelkette gezielt unter die Arme zu greifen. Wie das Landwirtschaftsministerium in Rom am 16. März mitteilte, werden 100 Mio Euro zur Unterstützung der Landwirte und Fischer bereitgestellt. Damit sollen unter anderem höhere Vorschüsse auf die Beihilfen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ermöglicht werden. Weitere 100 Mio Euro sollen den betroffenen Betrieben die Aufnahme von Krediten erleichtern. Ferner soll es für Saisonarbeitskräfte eine Zulage geben; außerdem will die Regierung 50 Mio Euro zur Verfügung stellen, um die Lebensmittelversorgung von Bedürftigen sicherzustellen. Zusätzliche 6 Mio Euro sollen den Absatz von Milch und damit die Verwertung von Rohmilch stützen. Außerdem können Ratenzahlungen zur Tilgung von Darlehen bis zum 30. September ausgesetzt werden. Landwirtschaftsministerin Teresa Bellanova rief die Bevölkerung und die Unternehmen zur Solidarität auf. Die Verbraucher müssten bevorzugt italienische Produkte kaufen, und auch der Einzelhandel müsse den heimischen Erzeugern Hilfestellung leisten. Es sei jetzt zwingend notwendig, die italienische Lebensmittelkette zu unterstützen. Die Corona-Epidemie hat erwartungsgemäß auch das Einkaufsverhalten der italienischen Verbraucher verändert. Wie der Landwirtschaftsverband der größeren Betriebe (Confagricoltura) unter Berufung auf das Marktforschungsunternehmen Nielsen berichtete, stiegen insbesondere die Verkäufe von haltbaren Lebensmitteln sprunghaft an. Der Absatz von Reis sei um 33 % und der von Pasta um 25 % gestiegen; die Verkäufe von Konserven hätten sich im März bereits verdoppelt. Nach Angaben des mitgliederstärksten Landwirtschaftsverbandes (Coldiretti) haben sich 38 % der Italiener Lebensmittelvorräte angelegt. Der Verband mahnte zur Gelassenheit. Die Versorgung sei gesichert; wichtigstes Ziel müsse es daher sein, den zwischenmenschlichen Kontakt einzuschränken und keine Menschenansammlungen zu verursachen. Die Hamsterkäufe erhöhten zudem unnötigerweise den Druck auf die Beschäftigten der Lebensmittelkette. Trotz der bestehenden Ausgangssperre lassen etwa 30 % der Bevölkerung laut Coldiretti nicht mal 72 Stunden zwischen ihren Einkäufen verstreichen. (AgE)

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