Analyse rät Ernährungsindustrie zu besserer Vorbereitung auf den Klimawandel

Die europäische Ernährungswirtschaft hat sich nach Auffassung des internationalen Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers (PwC) bisher nicht ausreichend auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet. Laut einer jetzt vorgelegten PwC-Analyse dürften physische Risiken wie Ernteeinbrüche, Unwetterschäden und Störungen der Lieferketten infolge des fortschreitenden Klimawandels öfter eintreten. Zu rechnen sei aber auch mit einer Zunahme sogenannter transitorische Risiken, die sich aus dem Übergang in eine CO2-arme Wirtschaft ergeben würden. Die Einführung eines Preises auf CO2-Emissionen lasse beispielsweise die Kosten für Energie und Rohstoffe steigen. Nach Einschätzung der PwC-Analysten könnte auf Basis der 2-Grad-Szenario-Annahmen der International Energy Agency (IEA) in Europa und Nordamerika ein zu anderen Regionen vergleichsweise hoher CO2-Preis von bis zu 100 $ (86 Euro) pro Tonne zu Wettbewerbsnachteilen und einem Margenverlust führen. Hinzu kämen steigende Kosten für Elektrizität und Rohstoffe, die die Produktionskosten in Europa bis 2030 um fast 30 % erhöhen und sich negativ auf die Entwicklung des kompletten Sektors auswirken dürften, wenn Unternehmen ihr Handeln nicht aktiv im Kontext möglicher Folgen des Klimawandels gestalteten. „Die Lebensmittelindustrie sollte Klimarisiken zukünftig explizit in allen ihre strategischen Entscheidungsprozesse integrieren“, empfiehlt Dr. Christian Wulff, Leiter des Bereichs Handel und Konsumgüter bei PwC Deutschland. Die Auswirkungen des Klimawandels werden sich nach seiner Einschätzung im Nachfrageverhalten und in den Kostenstrukturen gleichermaßen niederschlagen, „deutlich stärker als das heute schon der Fall ist“. Zudem müsse sich die Branche auch zwangsläufig mit dem Szenario einer Erderwärmung um 3 Grad auseinandersetzen, betonte Wulff. Denn diesen Fall hielten viele Experten mittlerweile für wahrscheinlicher. In diesem Szenario würden die transitorischen Risiken zwar abnehmen, die physischen Risiken jedoch deutlich zunehmen (Umrechnungskurs: 1 $ = 0,8569 Euro). (AgE)

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