Anforderungen an ein Monitoring der Lebensmittelverluste

Bei einem Monitoring der Lebensmittelverluste im Lebensmittelhandel sollten in die Erhebung alle unverkauften Lebensmittel einbezogen werden. Dieser Schluss wird im Thünen Working Paper 154 „Monitoring der Lebensmittelverluste im Lebensmittelhandel“ gezogen, das Lia Orr und Dr. Thomas G. Schmidt vom Thünen-Institut (TI) erstellt haben (Dokumentation). Demnach sollten unabhängig vom Abfallbegriff und im Sinne der Vergleichbarkeit bei der Erfassung der Lebensmittelverluste neben Abfall auch umverteilte Waren wie Spenden und Tierfutter registriert werden. „Unabdingbar“ für die Erhebung der Primärdaten ist nach Ansicht der Autoren die Kooperation zwischen der Monitoringstelle und den Unternehmen mit ihren jeweiligen Verkaufsstellen. Die Absprachen zur Methode, Lieferung und Aggregation von Datensätzen müssten eine Vertrauensbasis schaffen, die eine erste fundierte Datenbasis ermögliche. Als besonders geeignete Methode zur Erhebung haben sich laut Orr und Schmidt Abschriften, etwa durch Zählung oder Scannen, erwiesen. Die Detailschärfe erlaube eine hohe Aussagekraft; zudem seien die Methoden in der Praxis durch ihre Integration in das Tagesgeschäft gut umsetzbar. Benötigt würden außerdem zusätzliche Erhebungen, um die Bestimmung der abgeschriebenen Lebensmittel zu erfassen. Um die Effizienz eines Monitorings für Lebensmittelverluste im Handel bewerten zu können, ist dem Papier zufolge ein Überblick über die Struktur und Organisation des Lebensmittelhandels auf nationaler Ebene unentbehrlich. Für das nationale Monitoring Deutschlands steht laut den Wissenschaftlern derzeit die Berichterstattung in der Baseline 2015 zur Verfügung. Diese berufe sich allerdings auf eine begrenzte Datenbasis, die aus eigens durchgeführten Erhebungen in 77 Filialen eines Vollsortimenters sowie aus den organischen Abfallzahlen des Nachhaltigkeitsberichts der Rewe Group erstellt und auf Deutschland hochgerechnet worden sei. 2015 hätten sich die Verluste auf Ebene des Lebensmitteleinzelhandels laut der Baseline auf durchschnittlich etwa 450 000 t belaufen. Die Daten für den Lebensmittelgroßhandel basieren nach Angaben von Orr und Schmidt auf Erhebungen der Gemeinschaft zur Förderung der Interessen der Deutschen Frischemärkte (GFI) und gehen von im Mittel etwa 65 000 t Lebensmittelverlusten jährlich aus. (AgE)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.