Australien: Milcherzeugung profitabel

Die Milcherzeuger in Australien haben im Wirtschaftsjahr 2020/21 die profitabelste Saison seit 2013/14 erlebt und können auch im laufenden Jahr auf steigende Milchpreise hoffen. Ein Anstieg der Milchproduktion ist jedoch nicht zu erwarten, und die Nettogewinne auf den Höfen dürften wegen steigender Produktionskosten sogar abnehmen. So lautet zumindest die aktuelle Prognose des Branchenverbandes Dairy Australia. Diesem zufolge ist die australische Milchproduktion 2020/21 erstmals seit vielen Jahren wieder leicht gestiegen, und zwar um 0,7 % auf 8,858 Mrd l. Doch seit dem Start in die neue Saison im Juli liegen die Anlieferungen deutlich unter der Vorjahreslinie, im Zeitraum von Juli bis Oktober im Schnitt um 2,9 %. Laut Dairy Australia sind dafür auch die starken Regenfälle durch das Wetterphänomen La Niña verantwortlich, welche die Futterernte und -qualität beeinträchtigt haben und zu geringeren Milchleistungen der Kühe führten. Hinzu kämen der Arbeitskräftemangel auf den Farmen und die hohen Preise am Rindermarkt, was den Wiederaufbau der Herden bremse. Grundsätzlich seien die Aussichten für den Milchmarkt aber positiv, weil die globale Produktion nicht zu stark wachse und die Nachfrage weltweit und auch in Australien angezogen habe. Der Verband schätzt, dass der Milchpreis am heimischen Markt gegenüber der Saison 2020/21 um 7 % zulegen kann. Allerdings müssen die Erzeuger mit weiter steigenden Produktionskosten rechnen, was die höheren Erlöse mehr als aufzehren dürfte. Der Verband rechnet mit einer Zunahme der variablen Kosten um 17 % und der gesamten Produktionskosten um gut 11 %. Im vergangenen Wirtschaftsjahr hatte ein australischer Milchviehbetrieb im Schnitt Erlöse von insgesamt rund 1,59 Mio A$ (992 000 Euro), von denen nach Abzug der Produktionskosten, Zinszahlungen und Pachten 256 666 A$ (160 080 Euro) übrig blieben. Zwar dürften die Erlöse 2021/22 trotz leicht rückläufiger Milcherzeugung steigen, doch könnte durch den erwarteten Anstieg der Produktionskosten der Nettogewinn der Milcherzeuger um rund 13 % auf 222 140 A$ (138 550 Euro) sinken. Dies wäre im längerfristigen Vergleich allerdings immer noch ein überdurchschnittliches Ergebnis.(Umrechnungskurs: 1 A$ = 0,6237 Euro)

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