Stegemann betont Bedeutung einer regionalen Lebensmittelversorgung


Die Ausbreitung des Coronavirus unterstreicht nach Auffassung des agrarpolitischen Sprechers der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Stegemann, die Bedeutung einer regionalen Lebensmittelversorgung. Die aktuelle Situation zeige, „dass wir uns bei Grundnahrungsmitteln nicht von Importen abhängig machen dürfen“, erklärte der CDU-Politiker heute in Berlin. Benötigt werde „eine leistungsfähige und unabhängige Landwirtschaft vor Ort“. Stegemann fordert einen gesellschaftlichen Konsens, „mit dem wir die Landwirtschaft in Deutschland stärken.“ In der Ernährungs- und Landwirtschaftspolitik müsse es auch in Zukunft in erster Linie darum gehen, die Versorgung mit sicheren und hochwertigen Lebensmitteln sicherzustellen. „Die Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln ist bei uns zu jeder Zeit gesichert“, bekräftigte der Parlamentarier. Auch wenn derzeit einzelne Regale in Lebensmittelgeschäften nicht sofort wieder aufgefüllt würden, bestehe kein Anlass zur Sorge. Insbesondere bei Grundnahrungsmitteln sei der Selbstversorgungsgrad in Deutschland sehr hoch. Allenfalls bei manchen Obst- und Gemüsesorten, insbesondere bei exotischen Südfrüchten, die nicht in Deutschland angebaut werden könnten, seien Importe unerlässlich. (AgE)

The Netherlands: RFC updates calculation of the guaranteed farmers milk price

The Holland headquartered dairy cooperative Royal FrieslandCampina updates the calculation of the guaranteed farmers milk price since the beginning of 2020. The guaranteed price is the price that RFC guarantees to pay to the members for the milk supplied. RFC applies two guaranteed prices: one guaranteed price for regular farms and a guaranteed price for organic and biodynamic farms. The old guaranteed price corresponded with the average prices for farm milk for a number of dairy companies and countries in North-west Europe, including subsequent payment, reservations in name, cooperative premiums and deductions. The old guaranteed price was based on public sources and is established independently of the result of FrieslandCampina. The change in the calculation means that FrieslandCampina will no longer take into account a number of deductions and premiums that reference companies pay when calculating its guaranteed price. Because of the accumulation of premiums, the FrieslandCampina guaranteed price was in danger of losing its conformity with the market in the long term, according to RFC. The old guaranteed price system used by RFC was based on the maximum premiums and deductions at the reference companies, whereas not all dairy farmers of these companies receive these premiums. Apart from this, FrieslandCampina also pays premiums itself, such as for sustainability, VLOG and grazing, to mention a few. RFC states that by no longer including the deductions and premiums for pasturing, VLOG, sustainability and not milk-related premiums in the calculation of the guaranteed price, FrieslandCampina will make sure that its guaranteed price remains in conformity with the market. The old guaranteed price was published per 100 kilos of milk with 3.4 percent protein, 4.41 percent fat and 4.51 percent lactose. In the past years, the milk has gradually become richer in proteins and lactose contents and less in fat. As a result of this, the difference between the published guaranteed price and the actually paid milk money gradually increased. To set things right, the standard contents have be adjusted to the actually supplied contents in 2019 as from 2020. So the new FrieslandCampina guaranteed price applies to 100 kg of milk with standard contents protein (3.57%), fat (4.41%) and lactose (4.53%), exclusive of VAT.

The Netherlands: number of articial inseminations

 In Holland in the twelve months from September 1, 2018 until August 31, 2019 a number of 1984000 artificial inseminations with semen of dairy bulls were done. There were 163000 inseminations with semen from other breeds than Holstein. Of this were 68500 Fleckvieh; 29000 Montbeliarde; 26500 Brown Swiss; 24000 Scandinavian Red; 15000 Jersey.

Ireland: subsidy programme for dairy calf welfare

The Irish government has started an subsidy program with the aim to ensure the highest possible dairy calf welfare. This because the strong increase of the number of new born calves this calving season. The investments that can be subsidized are calf feeding systems such as computerized calf feeders, milk carts with mixer and teat feeders, milk heaters, forage racks, troughs, feed barriers and pen dividers. For investments between 1000 and 7500 euro 40 percent subsidies are available.

Preise für Milchpulver und Molkenpulver vom 4. März

In Deutschland hält der saisonale Anstieg der Milchanlieferung an. In der 8. Woche nahmen die Molkereien laut Schnellberichterstattung der ZMB 0,4 % mehr Milch auf als in der Vorwoche. Damit hat sich der Zuwachs gegenüber der Vorjahreswoche auf 1,4 % erhöht. In Frankreich schwankt das Milchaufkommen in den letzten Wochen vergleichsweise stark. Zuletzt wurde 0,6 % mehr Milch angeliefert als in der Vorjahreswoche.
Am Markt für flüssigen Rohstoff ist die Entwicklung uneinheitlich. Während die Preise für Industrierahm in den letzten Tagen gestiegen sind, haben die Preise für Magermilchkonzentrat nachgegeben.
Bei Magermilchpulver setzen sich die Tendenzen der vergangenen Wochen fort. Seit dem Ausbruch des Coronavirus ist der Markt ruhiger und abwartender geworden. Die Einkäufer verhalten sich überwiegend zurückhaltender als vor dem Krankheitsgeschehen. Die bestehenden Kontrakte werden weiter kontinuierlich abgewickelt, auch wenn die Abrufe teilweise etwas zögerlicher geworden sind. Was neue Abschlüsse betrifft, sind die Aktivitäten derzeit ruhiger. Sie sind aber nicht zum Erliegen gekommen und es werden immer wieder neue Abschlüsse getätigt. Es wird sogar über eine gute Nachfrage aus der MENA-Region berichtet. Dazu dürfte auch der bevorstehende Ramadan mit beitragen. Die Auftragslage bei den Werken ist etwas unterschiedlich. Teilweise sind noch in gewissem Umfang freie Mengen verfügbar, teils ist man aber auch ausgebucht. Die Preise sind je nach Verkaufsbereitschaft uneinheitlich. Insgesamt ist die Preistendenz bei Lebensmittelware schwächer. Auch bei Futtermittelware haben die Preise weiter nachgegeben.
Die Lage am Markt für Vollmilchpulver ist vergleichsweise ruhig. In begrenztem Umfang kommen neue Aufträge für Lieferungen innerhalb der EU zu Stande. Am Weltmarkt sind die Anbieter aus der EU derzeit kaum konkurrenzfähig. Die Preise entwickeln sich bei ruhigem Geschäftsverlauf stabil bis leicht schwächer.
Ruhiger stellt sich derzeit auch die Lage am Markt für Molkenpulver dar. Die Nachfrage nach Lebensmittelware hat nach einem regen Verlauf in den vergangenen Wochen zuletzt etwas nachgelassen. Gleichzeitig wird von leicht schwächeren Preisen gesprochen. Bei Futtermittelware wird ebenfalls von einem ruhigen Marktverlauf und teilweise auch schwächeren Preisen berichtet. (Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V. Kempten (Allgäu)/proplanta.de)

poplanta

Preisdruck am globalen Milchmarkt lässt nach

Nach den im Februar erfolgten kräftigen Preisabschlägen bei den Auktionen von Milchprodukten an der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT), hat sich der Negativtrend zuletzt abgeschwächt. Bei der Handelsrunde am 3. März gab der zusammenfassende Preisindex der acht gehandelten Molkereierzeugnisse gegenüber Mitte Februar im Mittel nur noch um 1,2 % nach; zuvor waren bei den beiden vorherigen Terminen noch Abschläge von 2,9 % beziehungsweise 4,7 % verzeichnet worden. Analysten hatten dafür die Marktunsicherheit und tatsächliche Absatzeinbußen infolge der Probleme mit dem Coronavirus verantwortlich gemacht. Bei der jüngsten Auktion wurde das vom Umsatz her wichtigste Produkt Vollmilchpulver im Mittel aller Kontrakte und Fälligkeiten mit einem Abschlag von 0,5 % auf 2 952 $/t (2 654 Euro) gehandelt. Der Preiseinbruch kam damit weitgehend zum Stillstand; allerdings notierte das Pulver auf einem 14-Monatstief. Davon ist Magermilchpulver aufgrund des rasanten Preisanstiegs im letzten Quartal 2019 noch weit entfernt, doch gaben die Preise bei der jüngsten Versteigerung gegenüber Mitte Februar im Schnitt um 3,2 % auf 2 747 $/t (2 470 Euro) nach. Auffällig dabei war der Einbruch der Verkaufserlöse für den nahen Liefertermin im April um 14,3 %, was auf eine schwache Nachfrage bei kurzfristigen Bestellungen hindeutet. Cheddarkäse konnte seinen kräftigen Zugewinn bei der GDT-Auktion von Mitte Februar nicht halten und verbuchte bei der aktuellen Versteigerung ein Preisminus von 4,7 % auf 4 285 $/t (3 853 Euro). Auch Buttermilchpulver und wasserfreies Milchfett ließen sich bei der aktuellen Handelsrunde nur mit Abschlägen verkaufen. Das galt jedoch nicht für Butter, die sich im Mittel aller Kontrakte um 1,0 % auf 4 131 $/t (3 714 Euro) verteuerte. Im Vergleich zu anderen Milchprodukten wird Butter an der GDT seit Monaten auf einem recht stabilen Niveau von gut 4 000 $/t (3 596 Euro) gehandelt. Zu den Gewinnern zählten bei der Auktion Anfang März auch Labkasein und Laktose mit Preiszuwächsen von 0,5 % beziehungsweise 5,7 % im Vergleich zur Versteigerung vor zwei Wochen (Umrechnungskurs: 1$ = 0,8991 Euro). (AgE)

Kieler Rohstoffwert für Milch gibt nach

Die Verwertungsmöglichkeiten der Milch über Butter und Magermilchpulver haben sich im Februar verschlechtert und den daraus abgeleiteten Kieler Rohstoffwert für Milch das erste Mal seit August 2019 wieder sinken lassen. Wie aus Berechnungen des Kieler Informations- und Forschungszentrums für Ernährungswirtschaft (ife) hervorgeht, lag der Rohstoffwert für ein Kilogramm Standardmilch ab Hof mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß im Februar 2020 bei 35,5 Cent. Gegenüber Januar ging der Wert damit um 0,7 Cent/kg oder 1,9 % zurück; im Vergleich zum Februar 2019 lag er aber noch um 3,4 Cent/kg beziehungsweise 10,6 % höher. Verantwortlich für den Rückgang des Rohstoffwertes im Berichtsmonat gegenüber Januar war vor allem die schlechtere Fettverwertung. Die Preise für Butter sanken an der Kemptener Börse binnen Monatsfrist um 11,50 Euro oder 3,1 % auf 357,80 Euro/100 kg. Umgerechnet auf die in der Herstellung der Butter eingesetzte Milch ergab sich pro Kilogramm eine um 0,6 Cent auf 15,5 Cent verringerte Verwertung. Die Durchschnittsnotierung für Magermilchpulver an der Börse gab dagegen „nur“ um 1,30 Euro oder 0,5 % auf 253,10 Euro/100 kg nach. Dadurch verringerte sich die Verwertung der verwendeten Rohmilch in der Pulverherstellung binnen Monatsfrist um 0,1 Cent auf 21,4 Cent/kg. Werden die Verwertungen über Butter und Magermilchpulver zusammengefasst, belief sich laut ife der Milchwert frei Rampe Molkerei im Februar auf 36,9 Cent/kg; nach Abzug der unterstellten Erfassungskosten von 1,4 Cent/kg hatte die Milch auf Erzeugerstufe theoretisch einen Wert von 35,5 Cent/kg. (AgE)

Massive Kritik an Aldis Preissenkungsplänen für Milch

Anfang März haben die Lebensmittelhandelsketten bei den Kontraktverhandlungen für abgepackte Butter geringere Molkereiabgabepreise durchgesetzt, nun soll offenbar auch der Einkaufspreis bei Frischmilcherzeugnissen der Weißen Linie gedrückt werden. Dies hat laut einem 6.  März in der Lebensmittel Zeitung (LZ) erschienenen Artikel zumindest Aldi vor. Demnach hat der Discounter mit seiner neu gegründeten Einkaufsorganisation „Aldi Global Sourcing“ die Einkaufsmacht gebündelt und will die eigentlich später anstehenden Verhandlungen für die ab 1. Mai gültigen Halbjahreskontrakte auf Mitte März vorziehen. Laut LZ hat der zuständige Einkäufer signalisiert, dass die Preise sinken sollen und dies mit der konzentrierten Nachfrage und der geschwächten Situation am Weltmilchmarkt wegen des Coronavirus begründet. „Wenn die Berichterstattung so zutrifft, dann ist dieses Einkaufsverhalten ein Paradebeispiel für den Missbrauch von Nachfragemacht und ein Fall für das Kartellamt, das hier einschreiten muss“, kritisierte der Milchpräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Karsten Schmal. Bekannt sei, dass Aldi und seine Mitbewerber jede Chance für niedrigere Einkaufspreise nutzten. Dass man dafür sogar das Coronavirus als Vorwand nutze, sei eine neue Qualität. „Diese Angelegenheit zeigt aber vor allem, dass die Richtlinie über unlautere Handelspraktiken notwendig war und nun dringend national umgesetzt werden muss, und zwar weitgehender und strenger als es die EU vorgibt“, so Schmal. Die Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) könnten ihre Marktmacht nur dann ausspielen, wenn es Molkereien gebe, die auch mitspielten. Das verbiete sich aber, denn die Milchbauern hätten in den vergangenen Monaten deutlich weniger Milchgeld erhalten, als es der Markt hergegeben hätte.
„Mit der Panik um das Coronavirus auf den Rücken der Milchbauern Geschäfte zu machen, ist zwischen Handelspartnern ein mehr als unwürdiger und schlechter Stil“, monierte der Präsident des Landvolkes Niedersachsen, Albert Schulte to Brinke. Es sei ein fatales Zeichen gerade jetzt, wo eine sichere Warenversorgung für die Bevölkerung wichtig wäre, die Erzeugerseite zu schwächen. Das Geschäftsgebaren, das Aldi gerade erkennen lasse, werde für viele Milchbauern negative finanzielle Auswirkungen haben. Zudem widerspreche dies den Beteuerungen des LEH, gemeinsam mit der Gesellschaft das Tierwohl und die Nachhaltigkeit voranzubringen. „Der LEH selbst aber gibt uns Erzeugern keine Sicherheit und Kontinuität, wenn jeder Indikator auf dem Weltmarkt angeführt wird, um Preise zu senken“, kritisierte der Landesbauernpräsident. Insbesondere vor dem Hintergrund höherer Erzeugungskosten durch dürrebedingt gestiegene Futterpreise sowie der aktuellen Mäuseplage in Niedersachsen seien aus Sicht der Milchbauern jegliche Preissenkungen derzeit indiskutabel. „Da muss man sich nicht wundern, wenn bei diesem Verhandlungsstil und der Forderung nach niedrigen Preisen die Bauern weiterhin den LEH und ihre Lager besetzen beziehungsweise davor demonstrieren“, erklärte Schulte to Brinke. Angesichts der unfairen Handelspraktiken forderte auch er die konsequente Umsetzung der EU-Richtlinie zum unlauteren Wettbewerb.
Der Vizepräsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), Wilhelm Brüggemeier, forderte Aldi auf, „bei den anstehenden Verhandlungen höhere Abgabepreise für frische Milchprodukte zu akzeptieren und nicht zu torpedieren“. Er stellte klar, dass die Landwirte nicht für „Dumpingpreise“ arbeiten würden, denn die Milch sei mehr Wert. Die Bauern garantierten Kuhkomfort und beste Milch aus der Region. Die angekündigte Verhandlungsführung des Marktriesen missachtet aus Sicht von Brüggemeier die Wettbewerbsregeln und ist Ausdruck fehlender Wertschätzung gegenüber den Milchviehbetrieben. „Unfaire Handelspraktiken werden wir nicht akzeptieren“, betonte der WLV-Vizepräsident. Unterdessen berichtete der Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB), dass Edeka Südbayern bereits Anfang Februar den Verkaufspreis für ESL-Vollmilch von 73 Cent auf 71 Cent und für ESL-fettarme Milch von 65 Cent auf 63 Cent abgesenkt habe. Da es sich hierbei nicht um eine kurzfristige Rabattaktion handle, unterlaufe das Unternehmen damit die im November 2019 bis Ende April 2020 ausgehandelten Kontraktpreise, beklagte der VMB. Dass Wettbewerber im Kampf in Kürze darauf reagierten, sei mehr als wahrscheinlich. (AgE)

Coronavirus sorgt für Absagen von Veranstaltungen

Während in der zweiten Februarwoche die international besetzte Biofach in Nürnberg trotz der Corona-Fälle in China noch stattfinden konnte und lediglich die Aussteller aus der Volksrepublik fehlten, greift jetzt bei vielen Veranstaltern von Großveranstaltungen in Deutschland und den Nachbarländern die Angst vor dem Virus um sich. Prominentes „Opfer“ ist die ProWein 2020, die eigentlich vom 15. bis 17. März in Düsseldorf stattfinden sollte. Die Leitung der Messe Düsseldorf gab am 3. März bekannt, dass die Veranstaltung verschoben werde. Die Messe folgte damit nach eigenen Angaben der Empfehlung des Krisenstabes der Bundesregierung, bei der Risikobewertung von Großveranstaltungen die Prinzipien des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu berücksichtigen. Ebenfalls aufgrund des Coronageschehens und der Empfehlungen der Gesundheitsbehörden hat der Landesbauernverband in Baden-Württemberg (LBV) seinen 7. Unternehmertag abgesagt, der am vergangenen Mittwoch im Internationalen Congresscentrum Stuttgart stattfinden sollte. Auch das Bundeslandwirtschaftsministerium reagierte auf die aktuelle Lage und entschied vergangene Woche, die erste Veranstaltung seiner Dialogreihe „Stadt.Land.Du“ in der Fläche zu verschieben. Der erste dezentrale Termin mit hunderten Gästen und vielen interaktiven Elementen war ursprünglich für den 25. März in Marienmünster geplant. Er soll stattdessen am 29. April an gleicher Stelle stattfinden. Komplett gestrichen wurde der vom 24. bis 26. März in München angesetzte Global Food Summit. Dem folgten Absagen beziehungsweise Verschiebungen einer Vielzahl weitere Veranstaltungen. Bereits am vorvergangenen Freitag war im Schweizer Thun die AgriMesse vorzeitig geschlossen worden. Sie sollte über die heimische Landwirtschaft sowie Wald und Forst informieren. In Frankreich war die Pariser Landwirtschaftsmesse SIA wegen des Coronavirus und Streikandrohungen schwächer besucht als üblich und endete einen Tag früher als geplant.
Unterdessen gab die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) Tipps, wie man sich vor einer Coronainfektion schützen kann. Da das Virus – ähnlich den Grippeviren – von Mensch zu Mensch durch Tröpfchen über die Luft oder über kontaminierte Hände auf die Schleimhäute übertragen werde, sollten grundsätzlich die Hygienemaßnahmen eingehalten werden, die auch bei der Influenza, also der echten Grippe, empfohlen würden. So sollte man sich möglichst oft und gründlich die Hände mit Wasser und Seife waschen, Kontakt der Hände mit Mund, Nase und Augen vermeiden und auf das Händeschütteln verzichten. Zudem sollte laut SVLFG darauf geachtet werden, einen engen Kontakt mit Personen zu vermeiden, die husten, niesen oder Fieber haben. Zu Erkrankten sollte man 1 m bis 2 m Abstand halten; niesen sollte man in ein Taschentuch oder den gebeugten Ellenbogen. Ferner sei es ratsam, Großveranstaltungen und öffentliche Verkehrsmittel wenn möglich zu meiden. Bei Fieber, Husten und Atembeschwerden sollte zunächst telefonisch Kontakt zum Arzt aufgenommen werden, bevor dieser persönlich aufgesucht werde. Weitere Informationen zum Thema gibt die SVLFG auch im Internet. (www.svlfg.de/corona-info) (AgE)

Schweiz ist Käseweltmeister

Beim weltweit größten Käsewettbewerb „World Championship Cheese Contest“, der alle zwei Jahre im US-amerikanischen Madison in Wisconsin stattfindet, konnte sich ein Schweizer Käse gegen die gesamte Konkurrenz durchsetzen. Wie die Switzerland Cheese Marketing (SCM) am 6. März mitteilte, erhielt der Le Gruyère AOP von Michael Spycher aus der Dorfkäserei Fritzenhaus die beste Bewertung und gewann den Weltmeistertitel. Auf dem zweiten Platz landete mit dem Gallus Grand CRU der Hardegger Käse AG aus Jonschwil ebenfalls ein Schweizer Käse. Dritter wurde ein Gouda des Teams Lutjewiinkel aus den Niederlanden. Insgesamt waren bei dem Wettbewerb 3 667 Käse eingereicht worden. Mit dem diesjährigen Erfolg geht der Weltmeistertitel laut SCM nach sechs Jahren wieder an einen Schweizer Käsespezialisten. Zuletzt hatte 2014 Gerard Sinnesberger aus Gams den Wettbewerb gewonnen. Für Spycher war es bereits der zweite Weltmeistertitel. Er konnte sich schon im Jahr 2008 gegen die weltweite Konkurrenz durchsetzen. Beim World Championship Cheese Contest werden Käse in mehr als 100 verschiedenen Kategorien von einer Expertenjury bewertet. Aus den Kategorien-Siegern werden die Top-20 gewählt. Aus dieser Shortlist wird schließlich der Käseweltmeister bestimmt. (AgE)

FrieslandCampina erzielt deutlich höheren Gewinn

Der niederländische Molkereikonzern Royal FrieslandCampina N.V. hat seinen Gewinn im Geschäftsjahr 2019 trotz eines leicht rückläufigen Erlöses in einem nach eigenen Angaben „schwierigen Markt“ spürbar gesteigert. Laut dem aktuellen Geschäftsbericht stieg der Jahresüberschuss im Vorjahresvergleich um 36,9 % auf 278 Mio Euro. Das international aufgestellte Unternehmen begründet die positive Entwicklung mit einem Umsatzanstieg bei Wertschöpfungsprodukten und einmaligen Erträgen, unter anderem dem Verkauf der Tätigkeiten des Sahnelikörherstellers Creamy Creation und der Kapitalbeteiligung an der Royal CSK Food Enrichment C.V. Es seien aber auch Unternehmen in Spanien, den Niederlanden und den USA übernommen worden. Der Konzernumsatz verringerte sich im Vergleich zu 2018 um 2,2 % auf 11,297 Mrd Euro. Als Ursache nennt die Geschäftsführung neben der Einstellung der Produktion unrentabler Produkte unter der Hausmarke ein Minus bei den Milchanlieferungen von 3,4 % auf 10,02 Mio t. Auslöser war der Rückgang der Zahl der angeschlossenen Milchviehbetriebe um 628 auf 11 476 Stück. Allerdings erhöhte sich für die Genossenschaftsmitglieder der durchschnittliche Leistungspreis einschließlich aller Zuschläge und ohne Mehrwertsteuer gegenüber 2018 um 3,6 % auf 40,00 Euro pro 100 kg Milch.
Laut FrieslandCampina-Geschäftsführer Hein Schumacher war das Unternehmen geopolitischen Entwicklungen und in der zweiten Jahreshälfte Gegenwind durch Unruhen in Hongkong ausgesetzt. Dem Geschäftsbericht zufolge ging der Nettoumsatz 2019 vor allem in den Niederlanden zurück, und zwar um 315 Mio Euro oder 12,2 % auf 2,273 Mrd Euro. Für den deutschen Markt wird hier eine Verringerung um 78 Mio Euro oder 7,3 % auf 991 Mio Euro ausgewiesen. Außerdem entfielen vom Gesamterlös unter anderem 2,666 Mrd Euro auf den „Rest“ von Europa, was einem Rückgang um 71 Mio Euro oder 2,6 % entsprach. Aufwärts ging es dagegen mit dem Umsatz in Asien und Ozeanien, und zwar um 81 Mio Euro oder 2,2 % auf 3,834 Mrd Euro. Für Afrika und den Mittleren Osten wird für 2019 ein Umsatz von zusammen 1,078 Mrd Euro ausgewiesen, nach 1,001 Mrd Euro im Vorjahr. Der Erlös in Nord- und Südamerika erhöhte sich um 50 Mio Euro oder 12,3 % auf 455 Mio Euro.
Mit Blick auf das laufende Wirtschaftsjahr zeigte sich Schumacher weniger optimistisch als noch vor ein paar Wochen: Es sei zu befürchten, dass die Corona-Pandemie das Ergebnis der Genossenschaft nach unten drücke. Die Grenze zwischen Hongkong und China sei wegen des Virus bereits geschlossen worden, so dass die Belieferung des chinesischen Lebensmitteleinzelhandels – vor allem mit Babymilchpulver – erschwert werden dürfte. Außerdem sei mit steigenden Kosten für die Verschiffung von Milchpulver und Käse nach Afrika zu rechnen, weil zurzeit weniger Container verfügbar und deshalb teurer seien. Die Geschäftsführung erwartet nun für 2020 im Vergleich zum Vorjahr ein Nettoumsatzplus von 2 % bis 4 %. Zuvor war die Steigerungsrate noch bei 3 % bis 5 % gesehen worden. (AgE)

Arla Dänemark führt vegane Getränkemarke ein

Der Molkereikonzern Arla Foods will sich am wachsenden dänischen Markt für vegane Getränke beteiligen und hat nun mit „Jörd“ eine neue Marke für pflanzliche Produkte auf Haferbasis vorgestellt. Wie das Unternehmen am 5. März bekanntgab, wird noch vor den diesjährigen Sommerferien „Jörd Havre“ als reines Hafergetränk, „Jörd Byg“ mit Gerstenanteil und „Jörd Hamp“ mit Hanfaroma in den dänischen Kühlregalen stehen. Alle Erzeugnisse sollen aus ökologischer Produktion stammen. Das Unternehmen weist darauf hin, dass der Absatz für solche Produkte seit 2018 in Dänemark um die Hälfte gestiegen sei. Mit der Einführung der eigenen Marke will Arla nicht nur an der Entwicklung partizipieren, sondern künftig eine führende Rolle in diesem Segment spielen. Die Konzernleitung betonte ungeachtet dessen, dass die Einführung der veganen Erzeugnisse lediglich als Ergänzung der eigenen Produktpalette zu verstehen sei. Laut der leitenden Vizepräsidentin und Marketingchefin bei der Molkereigenossenschaft, Hanne Søndergaard, wird Milch immer „das Herz“ von Arla sein. Man wisse aber um das wachsende Interesse vieler dänischer Verbraucher an pflanzlichen Trinkprodukten und sehe den Markteinstieg mit der Marke „Jörd“ daher als „natürlichen Schritt und aufregende Geschäftsmöglichkeit“, so Søndergaard. (AgE)

Wieder bayerische „Käseschätze“ gesucht

Auch in diesem Jahr werden wieder außergewöhnliche und charakteristische bayerische Käse gesucht. Unter dem Motto „Bayerische Käseschätze 2020“ hat Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber am 2. März die dritte Runde einer kulinarischen Schatzsuche nach regionalen Käseköstlichkeiten aus kleinen handwerklichen Käsereien Bayerns gestartet. „Gerade unsere regionalen Käsespezialitäten sind Aushängeschild und Imageträger für unseren Freistaat. Sie stehen in besonderem Maße für handwerkliches Können, Transparenz und Nachhaltigkeit“, erklärte die Ministerin. Der Wettbewerb sei ein Baustein der Premiumstrategie für Lebensmittel, die das Bewusstsein der Verbraucher für die Vielfalt an hochwertigen Spezialitäten aus Bayern schärfen solle. Am Wettbewerb teilnehmen können laut Ministerium alle milchverarbeitenden Betriebe, die ihren Käse in Bayern produzieren, höchstens 49 Beschäftigte haben und nicht mehr als 10 Mio Euro Jahresumsatz erzielen. Zur Anmeldung zugelassen sind die Käsegruppen „Weichkäse“, „Halbfester Schnittkäse“, „Schnittkäse“ und „Hartkäse“ aus Kuh-, Ziegen-, Schaf-, Stuten- oder Eselsmilch sowie Mischungen der fünf Milcharten. Mindestens zwei Drittel der verarbeiteten Milchmenge muss zudem aus dem Freistaat stammen. Bewerbungsschluss ist der 8. Mai 2020. Die eingereichten Käseschätze werden von einer Expertenjury nach Aussehen, Geschmack und Textur bewertet. Punkte gibt es dem Agrarressort zufolge auch für besondere Herstellungsverfahren und Rezepturen, die individuelle Namensgebung und die Geschichte der Produkte. Die Sieger werden im Rahmen des Käse-Genussmarkts im September in München ausgezeichnet.  (AgE)

Ernährungsindustrie meldet für Dezember kräftige Umsatzsteigerung

Das vergangene Kalenderjahr endete aus Sicht der deutschen Ernährungsindustrie im Hinblick auf ihre Umsatzentwicklung positiv. Wie die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) am 3. März in Berlin berichtete, stiegen die Branchenerlöse im Dezember 2019 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 9,0 % auf 15,64 Mrd Euro. Der Export legte dabei um 7,2 % auf 4,98 Mrd Euro zu. Sowohl im In- als auch im Ausland konnten die Absatzmengen bei gleichzeitig deutlich höheren Preisen gesteigert werden, nämlich um 3,6 % beziehungsweise 7,2 %. Die Preisaufschläge beliefen sich hierbei im Inlandsgeschäft auf durchschnittlich 4,0 %, bei den Ausfuhren auf 4,3 %. Die Produktion verlief jedoch rückläufig; laut BVE lag der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex im Berichtsmonat um 0,7 % niedriger als im Dezember 2018. Auf Grundlage der monatlichen Konjunkturberichte errechnen sich für das Gesamtjahr 2019 Erlöse der heimischen Lebensmittelhersteller von insgesamt 184,3 Mrd Euro. Zur Internationalen Grünen Woche (IGW) hatte die BVE den Branchenumsatz für das Gesamtjahr 2019 mit 183,6 Mrd Euro angegeben, was gegenüber 2018 ein Plus von 2,2 % bedeutete. Zur Stimmungslage in der Branche stellte die Bundesvereinigung jetzt fest, dass sich diese im Februar weiter positiv entwickelt habe. Der Saldo des Geschäftsklimaindex habe zum zweiten Mal in Folge zugelegt, und zwar um 14,6 Punkte auf 18,7 Punkte. Diese Entwicklung habe aus einer positiveren Beurteilung der aktuellen Geschäftslage und der Geschäftsaussichten als noch im Vormonat resultiert, erklärte die BVE. Der Saldo der Geschäftserwartung in den nächsten sechs Monaten sei um 19,1 Punkte auf 6,4 Punkte gestiegen. Die Beurteilung der eigenen Geschäftslage habe um 9,4 Punkte auf 31,8 Punkte zugelegt; die Erwartung an die zukünftigen Verkaufspreise habe hingegen eine leichte Einbuße verzeichnet. (AgE)