Bayerische Milchbranche leidet unter Corona-Krise

Nicht nur die bayerischen Gastwirte und ihre Beschäftigten trifft die Corona-Krise hart; auch die gesamte Milchwirtschaft im Freistaat hat unter den Folgen des Shutdowns und dem Wegbrechen des Außer-Haus-Verzehrs zu leiden. Darauf hat der Bayerische Milchförderungsfonds (MFF) am 5. Mai aufmerksam gemacht und gemeinsam mit der Gastronomie, dem Braugewerbe und dem Lebensmittelhandwerk klare Signale von der Politik für Wege aus der Krise gefordert. Nach Angaben des MFF werden nur rund 40 Prozent der Milchprodukte in Fachgeschäften oder Supermärkten verkauft; der größere Anteil von 60 Prozent finde normalerweise Abnehmer im Export oder komme Außer-Haus auf den Tisch. Seitdem Gastrobetriebe geschlossen und Volksfeste abgesagt seien, entfalle jedoch dieser wichtige Vermarktungsweg, und der verlorene Absatz könne nicht mehr aufgeholt werden. Auch beim Export bayerischer Spezialitäten, vom Käse bis zum Bier, gebe es Einbußen, weil die Gastronomie in den Urlaubsregionen ebenfalls von Sperrungen betroffen sei, beklagte der Verband. Der aktuelle Shutdown bedeute für die Molkereien massive Erlöseinbußen; den Milcherzeugern drohe ein spürbarer Preisverfall und die gesamte mittelständische Struktur im bayerischen Lebensmittelsektor sei bedroht. „Die Bauernfamilien brauchen jetzt klare Signale zur Öffnung der wichtigen Absatzwege neben den Supermärkten und Discountern“, betonte der Vorsitzende des MFF-Verwaltungsbeirats, Alfred Enderle. Ohne eine ausgewogene Öffnungsstrategie drohe ein massiver Preisverfall für die Bauernfamilien, denn gerade die gehobene Gastronomie sei ein wichtiger Partner in der Vermarktung der Spezialitäten aus Milch und Fleisch. Enderle wies darauf hin, dass Bayerns Milchwirtschaft solidarisch und schlagkräftig auf die Corona-Pandemie reagiert habe. Die gesamte auf den Höfen erzeugte Milch sei abgeholt und komplett verarbeitet worden. Mit jeder Verlängerung des Shutdowns werde das jedoch schwieriger. Die Schwächung der Wirtschaft verringere die Kaufkraft der Menschen, wodurch auch der Milchmarkt nachhaltig unter Druck gerate. (AgE)

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