Bio-H-Milch bei Verbrauchern besonders gefragt

Der Absatz von Konsummilch in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich gestiegen. Insbesondere die Verkäufe von Bio- und Weidemilch hätten dabei zugelegt, teilweise deutlich im zweistelligen Bereich, berichtete das Landvolk Niedersachsen am 27. August. Weil sich viele Menschen in den vergangenen Corona-Monaten zusätzlich mit lang haltbaren Erzeugnissen bevorratet hätten, sei vor allem die Nachfrage im Bio-H-Milchsegment gestiegen. Das große Absatzplus habe auch daran gelegen, dass durch Hamsterkäufe in den Monaten März und April Versorgungslücken bei konventioneller H-Milch in den Supermärkten aufgetreten und Verbraucher auf Öko-H-Milch ausgewichen seien. Die Anlieferungsmengen von Bio-Milch haben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) zufolge hierzulande von Januar bis Mai gegenüber der Vorjahresperiode um 4,4 % zugenommen. Nach Angaben des Landesbauernverbandes führt das dritte trockene Jahr in Folge in einigen Regionen Deutschlands jedoch dazu, dass die Futtervorräte bei konventionellen und ökologisch wirtschaftenden Milchviehbetrieben knapp werden. Bisher hätten die Erzeuger durch ein proaktives Futtermanagement größere Einbrüche in der Produktion verhindern können. Das nachlassende Milchmengenwachstum in den vergangenen Monaten zeige jedoch, dass die Trockenheit auch den Biomilchbetrieben zu schaffen mache. Die private Nachfrage nach haltbarer Bio-Milch sei hingegen ungebrochen, berichtete das Landvolk. Im Juni 2020 hätten die Haushalte in Deutschland etwa ein Drittel mehr Bio H-Milch eingekauft als im entsprechenden Vorjahresmonat, so dass sich für das erste Halbjahr ein Mengenplus von fast 40 % im Vorjahresvergleich ergebe. Der gute Absatz habe auch die leicht rückläufigen Erzeugerpreise für Ökomilch stoppen können. „Anders als bei der konventionellen Milcherzeugung ist das Biomilchsegment durch den steigenden Absatz im Lebensmitteleinzelhandel von Marktverwerfungen weitestgehend verschont geblieben“, erklärte der Vorsitzende des Milchausschusses im Landvolk Niedersachsen, Jan Heusmann. Doch erste Molkereien würden nun auf wieder bessere Markterlöse reagieren und erhöhten leicht die Erzeugerpreise für konventionelle Milch. (AgE)

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