Fonterra-Mitglieder stimmen für Änderung der Kapitalstruktur

Neuseelands Molkereigenossenschaft Fonterra ist mit ihren Plänen zur Änderung der Kapitalstruktur einen wichtigen Schritt vorangekommen. Wie das Unternehmen kürzlich mitteilte, haben gut 85 % der genossenschaftlichen Lieferanten dafür gestimmt, die Beteiligung am Unternehmen zu erleichtern und flexibler zu gestalten. So soll beispielsweise für einen Genossenschaftsanteil nicht mehr nur 1 kg Milchfeststoff geliefert werden dürfen, sondern 3 kg. Auch Vertragsmelker oder Farmverpächter sollen Anteile erwerben können. Ziel der Veränderungen ist, inländische Marktanteile bei der Milcherfassung zurückzugewinnen. Gleichzeitig sollen Investitionen von Nichtlandwirten in den börsennotierten Fonterra Shareholders Fund eingeschränkt werden, um die Kontrolle der Landwirte über ihre Genossenschaft zu schützen. Fonterras Vorsitzender Peter McBride bezeichnete die hohe Zustimmungsrate als „starkes Mandat für Veränderungen“. Die Genossenschaft plane eine flexiblere Aktionärsstruktur, in der Mitgliedslieferanten weniger Anteile halten müssten und die Milchbasis durch Einbeziehung von assoziierten Mitgliedern, wie Vertragsmelker oder Verpächter von landwirtschaftlichen Betrieben, vergrößert werde. Dies werde die Genossenschaft wettbewerbsfähiger gegenüber konkurrierenden Verarbeitern machen, die von den Milchbauern kein Geld für Anteile verlangten, da sie auch mit ausländischem Kapital ausgestattet seien, erläuterte McBride. Ohne die angestrebten Änderungen befürchtet Fonterra einen weiteren Verlust von Marktanteilen und einen möglichen Rückgang der eigenen Milchanlieferungen bis 2030 von bis zu 20 %. Durch die Begrenzung des an der NZX gehandelten Aktionärsfonds, der Nichtmitgliedern Zugang zu den Dividenden von Fonterra ermöglicht, soll zudem der Machteinfluss der Landwirte gesichert werden. Fonterras Vorstand strebt an, dass die Änderungen mit Beginn der nächsten Saison im Juni 2022 in Kraft treten. Allerdings muss dafür die Regierung das Gesetz zur Umstrukturierung der Milchwirtschaft ändern, mit dem Fonterra vor 20 Jahren gegründet wurde. Landwirtschaftsminister Damien O’Connor äußerte sich jedoch besorgt, dass die Änderungen „zu konkurrierenden Prioritäten der Aktionäre in Bezug auf die zukünftige Ausrichtung und Strategie von Fonterra führen könnten, was das Unternehmen schwäche“. Es sei hier noch Klärungsbedarf vorhanden. (AgE)

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