FrieslandCampina plant massiven Stellenabbau

Laut Vorstandschef Heim Schumacher geriet FrieslandCampina durch die Corona-Pandemie „in einen perfekten Sturm“. Zu den Rückschlägen gehören die geschlossene Grenze zwischen Hongkong und China, der Rückgang des Umsatzes mit Produkten für Gastronomie und Großverbraucher, der starke Euro sowie niedrigere Preise für Basisprodukte wie Milchpulver, Butter und Käse.
Schumacher bereitet die genossenschaftlichen Inhaber des Unternehmens auf einen schlechten Jahresabschluss vor. Die Rückwirkungen auf die Rentabilität würden sich nicht vollständig ausgleichen lassen, so der Vorstandschef. Zudem werden die einmaligen Kosten der geplanten Restrukturierung in Höhe von 150 Mio. bis 175 Mio. Euro größtenteils zu Lasten des Gewinns im laufenden Jahr gehen.
FrieslandCampina deutet auch an, die Finanzierung des Unternehmens über die genossenschaftlichen Mitglieder auf den Prüfstand zu stellen. Das System solle zukunftssicher gestaltet werden, um zu einem finanziell soliden und erfolgreichen Unternehmen beizutragen, heißt es von Seiten des Unternehmens, ohne ins Detail zu gehen.
Zu den verkündeten Sparmaßnahmen gehört auch, dass das Spitzenmanagement für 2020 auf langfristige Boni verzichtet. In den Produktionsstätten sollen strukturelle Überkapazitäten abgebaut werden.
Um sich für die Zukunft besser aufzustellen, will sich FrieslandCampina noch stärker auf Produkte mit höher Wertschöpfung konzentrieren. Die Nachhaltigkeit der Produkte soll gegenüber den Verbrauchern stärker betont werden.
Außerdem will der Milchverarbeiter stärker in den Onlinehandel investieren. Über den E-Commerce soll der Kunde jederzeit und überall erreicht werden. Das gilt besonders für den Onlinehandel mit Kindernahrung in Hongkong und China.
Für das erste Halbjahr 2020 hatte FrieslandCampina im Juli bei einem stabilen Umsatz einen Gewinneinbruch um 37 Prozent vermelden müssen. Die vorläufige Ausschüttung an genossenschaftliche Mitglieder war deutlich reduziert worden. (Agrarheute.com)

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