Konflikt bei Alpenhain

Das Verhältnis zwischen der Molkerei Alpenhain aus Pfaffing im Landkreis Rosenheim und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten ist derzeit etwas angespannt. Nachdem das Auto eines Gewerkschaftssekretärs angeblich von der Molkerei per Parkkralle stilllgelegt wurde, wirft die Gewerkschaft dem Unternehmen unlautere Mittel vor.
Wie der Bayerische Rundfunk erfahren hat, soll sich der Vorfall am Dienstag bei einem Besuch eines Gewerkschaftssekretärs beim Betriebsrat des Käseherstellers ereignet haben. Geschäftsführer Robert Winkelmann soll gesagt haben, man müsse „die Gewerkschaft von den Mitarbeitern fernhalten. Dann geht es ihnen besser“, meldet der BR.
Während die Gewerkschaft das als Einschüchterungsversuch wertete, hat sich die Molkerei auf Anfrage des Senders verteidigt. Zum einen sei die oben genannte Aussage des Alpenhain-Geschäftsführers so nicht gefallen und „sinngemäß aus einem größeren Zusammenhang konstruiert.“ Der Geschäftsführer habe darauf hingewiesen, dass das Vorgehen der NGG gerade in Corona-Zeiten verantwortungslos sei und mehr Schaden als Nutzen anrichte. Deswegen habe Geschäftsführer Winkelmann gesagt, er sehe es als seine Pflicht, die Mitarbeiter vor einer „aus seiner Sicht zerstörerischen Haltung der Gewerkschaft zu schützen.“
Zum anderen habe man das Auto des Gewerkschaftssekretärs mit der Parkkralle festgesetzt, um ihn auf die rechtliche Situation hinzuweisen. Seit September vergangenen Jahres gelte ein richterlicher Beschluss, demnach der Gewerkschaftssekretär das Gelände nur nach Anmeldung betreten dürfe oder zu Sitzungen des Betriebsrates sowie Betriebsversammlungen. Nichts davon habe beim gestrigen Besuch zugetroffen, so das Unternehmen. Die Gewerkschaft und der Betriebsrat von Alpenhain fordern schon länger einen Tarifvertrag für die rund 450 Beschäftigten am Standort Pfaffing. Zuletzt haben sie den Druck auf das Unternehmen erhöht, vor wenigen Wochen 24 Stunden lang das Werk bestreikt. Das Unternehmen lehnt einen Tarifvertrag mit der Begründung ab, dass sich gute Arbeitsbedingungen „am besten innerbetrieblich gestalten“ ließen. (Topagrar.com)

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