Milchbauern fordern mehr Gestaltungswillen

Mehr Gestaltungswillen seitens der Politik zur Schaffung von Rahmenbedingungen, die die Landwirte am Markt stärken, hat der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) gefordert. Noch bis zum 24. September wollen die Milchbauern gemeinsam mit Land schafft Verbindung (LsV) gegen die „massive und geschlossene Blockadehaltung der Molkereien“ demonstrieren, „wenn es darum geht, nachhaltig positive Veränderungen für die wirtschaftliche Situation der Milchviehhalter herbeizuführen“. Zum Auftakt am 13. September in Würzburg bezeichnete der BDM die wirtschaftliche Situation der Tierhalter als „dramatisch“. Zu einer ohnehin bestehenden Kostenunterdeckung kämen explodierende Kostensteigerungen in fast allen Bereichen der Produktion hinzu. Die Erzeugerpreise dümpelten hingegen auf deutlich zu niedrigem Niveau dahin. Als „unerträglich“ bezeichnete der BDM die „Ignoranz des Verarbeitungssektors und die Untätigkeit der noch amtierenden Bundesregierung“. „Die Verarbeiter überspannen den Bogen. Obwohl die wirtschaftliche Situation der Milchviehbetriebe ohnehin schon desaströs ist, haben erste Verarbeiter nun bereits Milchpreissenkungen angekündigt, mit denen sie ihre ebenfalls gestiegenen Kosten nach unten zu den Bäuerinnen und Bauern durchreichen“, kritisierte der BDM-Vorsitzende Stefan Mann. Das sei „absolut untragbar“. Der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband (BWGV) wies die vom BDM erhobenen Vorwürfe zurück. „Auch die baden-württembergischen Molkereigenossenschaften unterliegen dem Wettbewerb und müssen sich wie die Erzeuger ständig den gleichen Rahmenbedingungen des Marktes anpassen“, stellte BWGV-Präsident Dr. Roman Glaser klar. Die Darstellung des BDM, dass das finanzielle Risiko nur bei den Erzeugern liege, stimme so nicht. Jedes Glied der Wertschöpfungskette, auch die genossenschaftlichen Molkereien, trage sein Risiko. Den genossenschaftlichen Molkereien, die im Eigentum der Milchbauern seien, sei die schwierige Lage der Betriebe bewusst. Deshalb aber eine Trennlinie zwischen Erzeugern und Molkereien zu ziehen, sei nicht stimmig. Mit ihrer Mitgliedschaft in einem genossenschaftlichen Milchwerk stärkten die Landwirte ihre Position auf den Märkten und wirkten in der Willensbildung innerhalb der Genossenschaft mit. (AgE)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.