Milchprodukte: EU-Exporte schwächeln


Im Januar haben die Exporte von Milchprodukten in Milchäquivalent betrachtet gegenüber dem Vorjahr leicht nachgegeben. Damit konnten sich die positiven Tendenzen von 2019 nicht fortsetzten. In der Summe wurde rund zwei Prozent weniger Ware aus der EU in Drittstaaten geliefert als im vergleichbaren Vorjahresmonat. Ausschlaggebend für diese Entwicklung waren im Wesentlichen die stark gesunkenen Lieferungen von Magermilchpulver, dem im vergangenen Jahr noch mengenmäßig bedeutendsten Exportprodukt, auf den Weltmarkt. Aber auch bei Kondensmilch, Molkenpulver und Kasein wurden die Mengen des Vorjahres teils deutlich verfehlt.
Die stärksten Einbußen mussten die EU-Exporteure im Januar bei Magermilchpulver hinnehmen. Die Lieferungen in Drittstaaten sind insgesamt um gut 29 Prozent geringer ausgefallen als im Vorjahresmonat. Beeinflusst wurde diese Entwicklung im Wesentlichen durch die deutlich gesunkenen Lieferungen nach China. Als bedeutendster Abnehmer von Magermilchpulver aus der EU hat das Reich der Mitte zu Jahresbeginn gut ein Viertel weniger Ware abgenommen als zwölf Monate zuvor. Andere mengenmäßig bedeutenden Abnehmer von Magermilchpulver aus der EU haben im Januar hingegen mehr Ware importiert. So konnten die Exporteure beispielsweise neun Prozent mehr Ware in Ägypten absetzen. Gleichzeitig sind die Lieferungen nach Nigeria (+25 Prozent) und nach Saudi-Arabien (+31 Prozent) deutlich gestiegen. In die genannten Länder konnten die Exporteure in Deutschland vergleichsweise hohe Anteile liefern. So hat beispielsweise Nigeria knapp die Hälfte seiner Importe aus der EU mit Ware aus Deutschland bezogen.
Weiterhin positiv gestaltete sich die Entwicklung der Käseexporte. Hier konnten die EU-Exporteure im Januar rund 19 Prozent mehr Ware am Weltmarkt platzieren als im Januar 2019. Ausschlaggebend für diese Entwicklung waren die deutlich gestiegenen Ausfuhren in die USA. Als mengenmäßig bedeutendster Abnehmer von Käse aus der EU haben die Vereinigten Staaten rund 46 Prozent mehr Ware importiert als im Januar 2019. Dabei hat besonders Italien von der gestiegenen Importnachfrage seitens der USA profitiert. Ebenfalls zugelegt haben die Lieferungen von Vollmilchpulver auf den Weltmarkt. Die Mitgliedsstaaten konnten das Exportvolumen zu Jahresbeginn um 5,5 Prozent ausdehnen.
Starke Anstiege zeigten sich bei den Exporten von Butter und Butteröl. Die Exporte aus der EU haben im Januar um insgesamt gut 77 Prozent zugelegt. Dabei wurde rund acht Prozent mehr Ware in die USA geliefert. Die Vereinigten Staaten sind der größte Abnehmer von Butter aus der EU. Für den Anstieg der Gesamtexporte aus der Union sind jedoch die deutlich gestiegenen Lieferungen nach Saudi-Arabien, Marokko und in die Vereinigten Arabischen Emirate verantwortlich. (AMI)

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