Österreich: Heumilch-Produkte erzielen Rekordumsatz

Heimische Heumilch-Produkte waren 2020 in Österreich so stark nachgefragt wie noch nie. Die Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Heumilch, Christiane Mösl, bezifferte am 25. Februar den betreffenden Erlös im Lebensmitteleinzelhandel auf insgesamt 154,8 Mio Euro; das waren 9 % mehr als im Vorjahr. Diese Steigerungsrate sei sowohl für die weiße als auch die gelbe Palette verzeichnet worden. Der Umsatz von Bio-Heumilch sei sogar um 18 % gewachsen. Den Absatz von Heumilch-Produkten veranschlagte Mösl auf 46 000 t; das bedeute im Vorjahresvergleich ein Plus von 4 %. Laut ARGE Heumilch-Obmann Karl Neuhofer verarbeiteten die Betriebe 2020 insgesamt 510 000 t Heumilch. Den Heumilchzuschlag bezifferte er auf 5 Cent bis 7 Cent je Kilogramm; dies entspreche einem Mehrwert von rund 30 Mio Euro für Österreichs Heumilchbauern. Laut Neuhofer ist Deutschland seit Jahren der wichtigste Exportmarkt für österreichische Heumilch und Heumilch-Produkte. Außerdem bestehe seit 2019 eine Kooperation mit deutschen Heumilchproduzenten, die im vergangenen Jahr rund 65 000 t Heumilch verarbeitet hätten. Um die Bekanntheit von Heumilch auch in Deutschland weiter zu steigern, will die ARGE Heumilch 2021 hier eine umfassende Informationsoffensive starten. „Uns ist es im vergangenen Jahr mit einer ersten Printkampagne gelungen, erhöhte Aufmerksamkeit auf dem deutschen Markt zu erreichen. Dieses Jahr sollen die deutschen Konsumenten verstärkt über die Vorteile von Heumilch für Umwelt und Artenvielfalt informiert werden“, erklärte Neuhofer. In der ARGE Heumilch sind rund 8 000 Landwirte und etwa 80 Verarbeiter organisiert. Die besondere Wirtschaftsweise wurde 2016 mit dem EU-Gütesiegel „Garantiert traditionelle Spezialität“ (g.t.S.) für Kuhmilch und 2019 für Schaf- und Ziegenmilch ausgezeichnet. Heumilchkühe verbringen jeden Sommer auf heimischen Wiesen, Weiden und Almen; im Winter werden die Tiere mit Heu versorgt. Als Ergänzung erhalten sie mineralstoffreichen Getreideschrot. Gärfutter wie Silage ist verboten. Sämtliche Produkte werden kontrolliert gentechnikfrei hergestellt. Die Heumilchregionen befinden sich vorwiegend in den Alpen. Hauptproduktionsgebiete sind Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich, die Steiermark sowie das Allgäu und die Ost- und Zentralschweiz. (AgE)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.