Rabobank erwartet Preisverfall für Milcherzeugnisse

Die Preise für Molkereierzeugnisse in Europa dürften im Zuge der Corona-Krise in den kommenden Monaten deutlich sinken. Davon geht zumindest die Rabobank in einer aktuellen Analyse aus. Demnach dürften im zweiten Quartal die Butterpreise im Vergleich zum Durchschnitt der ersten drei Monate des laufenden Jahres um 575 Euro/t oder 16 % auf etwa 3 000 Euro/t rutschen. Erst im vierten Quartal könnte es nach Ansicht der Experten wieder aufwärts gehen, und zwar auf voraussichtlich 3 250 Euro/t. Für das erste Quartal 2021 prognostizieren die Analysten einen Butterpreis von etwa 3 300 Euro/t und für das zweite Quartal von rund 3 500 Euro/t. Mit Blick auf Gouda-Käse rechnet die Bank für April bis September 2020 mit einem Durchschnittspreis von nur 2 800 Euro/t; das wäre gegenüber dem Mittel des ersten Quartals dieses Kalenderjahres ein Minus von 485 Euro/t oder 15 %. Für das vierte Quartal werden im Mittel 2 900 Euro/t Käse erwartet. Im ersten und zweiten Quartal 2021 soll der Käsepreis dann jeweils um 50 Euro/t steigen, und zwar auf 2 950 Euro/t beziehungsweise glatt 3 000 Euro/t. Die holländischen Analysten begründen ihre pessimistischen Prognosen unter anderem mit der schwächeren Nachfrage der Gastronomie, weil der Außer-Haus-Konsum im Zuge der Corona-Pandemie stark rückläufig sei. Auf diesen Absatzkanal entfalle ungefähr ein Fünftel des gesamten Vermarktungsvolumens von Milcherzeugnissen. Besonders betroffen sei hier Käse. Zwar könnten einige große Molkereien ihre Erzeugung auf Produkte für den Lebensmitteleinzelhandel und solche mit einer längeren Haltbarkeit verlagern. Dagegen dürften kleinere Molkereien mit einer eingeschränkten Produktpalette stärker unter Druck geraten. Das gelte auch für Distributoren und Großhändler, die sich auf die Belieferung der Gastronomie mit Milcherzeugnissen konzentrierten. Der Rabobank zufolge kommen in den nächsten zwölf Monaten insgesamt drei „Marktwellen“ auf die Milchbranche zu. Die erste Phase werde von Panikkäufen im Lebensmitteleinzelhandel als Folge der eingeschränkten Mobilität der Verbraucher geprägt sein. Während der zweiten Welle werde auch diese Nachfrage – wie zuvor die der Gastronomie – zurückgehen, mit der Folge von Lageraufstockungen und Preisverfall. Den für Phase drei erwarteten Preisdruck begründen die niederländischen Fachleute mit einer voraussichtlich globalen Rezession. (AgE)

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