Untersuchung möglicher Kartellverstöße durch Mondelēz

Die Europäische Kommission hat ein förmliches Kartellverfahren gegen den Lebensmittelkonzern Mondelēz eingeleitet. Konkret gehe man dem Verdacht nach, wonach das Unternehmen den Wettbewerb auf einer Reihe nationaler Märkte für Schokolade, Kekse und Kaffee dadurch eingeschränkt habe, in dem es den grenzüberschreitenden Handel mit diesen Erzeugnissen unter Verstoß gegen das EU-Kartellrecht behindert habe, erklärte die Behörde am 28. Januar in Brüssel. Mondelēz werde verdächtigt, den zwischen Mitgliedstaaten erlaubten „Parallelhandel“ mit seinen Schokolade-, Keks- und Kaffeeprodukten mittels Vereinbarungen und einseitigen Handelspraktiken beschränkt zu haben. Grundsätzlich, so die Kommission, versuchten Händler und Einzelhändler Produkte in Mitgliedstaaten einzukaufen, in denen die Preise niedriger seien, um sie dann in anderen Ländern mit höheren Preisen wieder zu verkaufen. In der Regel würden dadurch die Verbraucherpreise sinken. Beschränkungen dieses Parallelhandels können der Kommission daher dazu führen, dass Hersteller oder Anbieter auf einem nationalen Markt zum Nachteil der Verbraucher höhere Preise durchsetzen könnten. Ferner bestünde die Gefahr, dass auch die Produktvielfalt leide. Konkret wird dem US-Konzern unter anderem vorgeworfen, die auf Verpackungen verwendeten Sprachen eingeschränkt zu haben, wodurch der Verkauf in bestimmte EU-Mitgliedstaaten erschwert worden sei. Auch geht Brüssel davon aus, dass Mondelēz sich geweigert hat, bestimmte Händler zu beliefern, um die Einfuhren auf verschiedenen Märkten einzuschränken. Des Weiteren bestehe der Verdacht von Vereinbarungen mit Abnehmern, im Gegenzug für Zahlungen oder andere Ausgleichsleistungen vom Parallelhandel abzusehen. Nach Angaben der Kommission ist Mondelēz einer der größten Hersteller von Schokolade-, Keksen- und Kaffeeprodukten in der EU. Das Unternehmen erwirtschafte mit diesen Erzeugnissen Jahresumsätze in zweistelliger Milliardenhöhe. Im Jahr 2019 erzielte der Konzern mit Hauptsitz in Deerfield im US-Bundesstaat Illinois einen Gesamtumsatz von 25,9 Mrd Euro. (AgE)

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