Kurz und knapp

Aldi: „Haltungswechsel“ kommt schnell voran

Der Discounter Aldi kommt mit seinem Programm „Haltungswechsel“ für mehr Tierwohl schneller voran als geplant. Wie das Unternehmen am 29. November mitteilte, stammen mittlerweile mehr als 40 % der verkauften Frischmilch aus den tierwohlgerechteren Haltungsformen 3 und 4. Damit sei „ein wichtiger Meilenstein des Tierwohlversprechens bereits ein Jahr früher erreicht worden als geplant“, hob Aldi hervor. Der Anteil von 40 % bezieht sich dem Discounter zufolge auf den Umsatz und umfasst nur die Eigenmarken – nicht aber die Markenartikel – bei Trinkmilch. Das Handelsunternehmen verwies zudem darauf, dass im Frischfleischsortiment ohne internationale Spezialitäten und Tiefkühlware die Artikel aus höheren Haltungsformen inzwischen fast 20 % des Umsatzes ausmachten. Im November habe Aldi Süd auf Wochenbasis sogar erstmals einen Umsatzanteil von mehr als 25 % aus den Haltungsformen 3 und 4 erreicht. „Aldi hat sich mit dem Haltungswechsel ambitionierte Ziele für mehr Tierwohl gesetzt. Dass wir den nächsten Milch-Meilenstein bereits heute erreicht haben, zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind, und motiviert uns, diesen Weg weiterzugehen“, erklärte die Direktorin für Corporate Responsibility bei Aldi Süd, Dr. Julia Adou. Die Direktorin für Category Management bei Aldi Nord, Katrin Beyer, betonte, dass „trotz anspruchsvoller äußerer Rahmenbedingungen auch weiterhin konsequent auf den Ausbau höherer Haltungsformen gesetzt wird – sowohl beim Frischfleisch als auch bei der Trinkmilch“. Der Discounter stellte zudem heraus, dass er auch weitere Maßstäbe auf dem Weg zu mehr Tierwohl setze. So beziehe Aldi konventionelles Schweinefrischfleisch inzwischen nach dem 5D-Prinzip. Das bedeute, dass jeder einzelne Schritt der gesamten Wertschöpfungskette in Deutschland stattfinde. Zudem könnten Kunden bei Aldi Süd ab sofort Rindfrischfleischprodukte aus der höheren Haltungsform 3 kaufen. Insgesamt würden zehn Artikel unter der Tierwohl-Eigenmarke „Fair & Gut“ angeboten, je Regionalgesellschaft seien es vier bis fünf unterschiedliche Artikel. Laut dem Stufenplan für mehr Tierwohl will Aldi bis 2030 das komplette Trinkmilchsortiment bei Eigenmarken auf die höheren Haltungsformen 3 und 4 umstellen. Gleiches ist für Frischfleisch, mit einigen Ausnahmen, geplant. (AgE)

Fonterra und Nestlé entwickeln klimaneutralen Milchviehbetrieb

Die neuseeländische Molkereigenossenschaft Fonterra und der globale Nahrungsmittelhersteller Nestlé haben eine Partnerschaft vereinbart, um klimaschädliche Treibhausgasemissionen auf den Milchfarmen zu verringern. Wie Fonterra am 30. November mitteilte, soll dabei erstmals im Land auch ein wirtschaftlich tragfähiger Milchviehbetrieb mit Netto-Null-Emissionen entwickelt werden. Im Laufe des fünfjährigen Projekts wird mit dem Co-Partner Dairy Trust Taranaki und weiteren Beteiligten ein Demonstrationsbetrieb aufgebaut, bei dem sämtliche betrieblichen Abläufe auf Einsparung von Klimagasen überprüft werden. Ziel ist dabei, die Emissionen bis Mitte 2027 um 30 % zu senken und in den nächsten zehn Jahren eine klimaneutrale Bewirtschaftung zu erreichen. Im Rahmen von Tagen der offenen Tür sollen andere Landwirte über Erfahrungen und Maßnahmen informiert werden, die sie für ihren Betrieb nutzen können. Wichtig ist dabei, dass diese wirtschaftlich tragfähig und praktisch anwendbar sein müssen. Ein ähnliches Projekt wurde bereits von Nestlé und der Molkerei Hochwald auf dem Betrieb von Mario Frese im hessischen Mörshausen begonnen. Laut Fonterra-Geschäftsführer Miles Hurrell wird die Zusammenarbeit mit Nestlé dabei helfen, die Klimaschutzziele schneller zu erreichen. „Teil unserer Strategie ist es, im Bereich der Nachhaltigkeit führend zu sein, und wir streben an, bis 2050 netto emissionsfrei zu sein“, so Hurrell. Die Kooperation mit Partnern wie Nestlé sei die beste Chance, innovative Lösungen für lokale und globale Herausforderungen der Branche zu finden. Die Geschäftsführerin von Nestlé in Neuseeland, Jennifer Chappell, hob hervor, dass Milch für das Unternehmen der „wichtigste Inhaltsstoff“ sei und die Vision bestehe, dass „die Zukunft der Milchwirtschaft netto-null“ sein könne. Um die Treibhausgasemissionen entlang der ganzen Wertschöpfungskette von Nestlé zu verringern, sei es wichtig, mit den Milchbauern und allen anderen Beteiligten zusammenzuarbeiten. Aus diesem Grund gibt es laut Chappell bereits mehr als 100 Pilotprojekte mit Partnern auf der ganzen Welt zur Senkung der Klimagasemissionen. Nur gemeinsam ließen sich die Ziele von Nestlé verwirklichen, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen und bereits vorher große Schritte in diese Richtung zu gehen. (AgE)

Gesundheitsgefahr durch BMMF nicht zu belegen

Die sogenannten „Bovine Meat and Milk Factors“ (BMMF) sind keine neuartigen Erreger in Fleisch- oder Milchprodukten des europäischen Rindes, die beim Verzehr im Säuglingsalter später Krebs auslösen. Dafür gebe es nach einer Neubewertung wissenschaftlicher Arbeiten keine Belege, teilten das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Max Rubner-Institut (MRI) am 30. November gemeinsam mit. Im Februar 2019 hatte das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ausgehend von der geografischen Verteilung von Dickdarm- und Brustkrebs-Neuerkrankungen einen Zusammenhang mit dem Konsum von Milch- und Fleischprodukten vom europäischen Rind vermutet. Es wurde deshalb die Schlussfolgerung gezogen, Säuglinge nicht zu früh mit Kuhmilch zu ernähren. Bereits damals hatten das MRI und das BfR darauf hingewiesen, dass eine Bewertung der gesundheitlichen Risiken der BMMF aufgrund der unzureichenden Datenlage nicht möglich sei. Seitdem haben sich verschiedene Forschungsgruppen mit der Thematik befasst. Laut den beiden Bundesinstituten stützen weder die aktuellen noch die früheren Forschungsergebnisse die Hypothese, dass es sich bei BMMF um eine neue Art von Erregern handelt. Sie stellen vielmehr Varianten bereits bekannter und zum Teil bereits veröffentlichter DNA-Sequenzen dar. Bislang lägen auch keine Belege vor, dass BMMF im Menschen und anderen Organismen tatsächlich gesundheitsschädigende Effekte verursachten. Die BMMF kämen auch nicht nur in Milch- und Fleischprodukten vom europäischen Rind, sondern auch in zahlreichen anderen Lebensmitteln vor, die sowohl tierischer als auch pflanzlicher Herkunft seien. Auf Grundlage der derzeit verfügbaren Studienergebnisse und Literatur empfehlen BfR und MRI auch weiterhin, Fleisch und Kuhmilch aufgrund ihrer spezifischen Mikronährstoffe als Bestandteil der Beikost für Säuglinge zu verwenden. Das Vermeiden bestimmter Lebensmittel im ersten Lebensjahr sei auch hinsichtlich der Allergieprävention nicht zu empfehlen. Zusammenfassend sind den Bundesinstituten zufolge gesundheitliche Beeinträchtigungen durch BMMF oder BMMF-DNA in allen Lebensmitteln für Verbraucher jeden Alters nicht zu erwarten. (AgE)

Schnittkäsenotierungen geraten unter Druck

Seit Anfang November ist bei den Schnittkäsenotierungen in Hannover aufkommender Preisdruck zu spüren; es ist die erste Schwächephase in diesem Jahr. Die amtliche Kommission korrigierte am vergangenen. Mittwoch (30.11.) die Notierung für Gouda und Edamer im Block um 20 Cent auf 4,90 Euro/kg bis 5,20 Euro/kg nach unten. Bei der Brotware wurde die Spanne um 10 Cent auf 5,10 Euro/kg bis 5,50 Euro/kg zurückgesetzt. Im Vergleich zu den bis Ende Oktober gültigen Notierungen fehlen nun jeweils 30 Cent/kg. Marktbeobachter berichteten übereinstimmend, dass die Nachfrage für Schnittkäse, insbesondere für Kleinpackungen im Preiseinstiegssegment des Lebensmitteleinzelhandels (LEH), gut sei. Die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) merkte jedoch an, dass die verbesserte Verfügbarkeit von Rohmilch ein Faktor für die Preisabschwächung sei. Zudem hätten die Anfang November gestiegenen Verbraucherpreise den bis dato sehr guten Absatz etwas gebremst. Laut Süddeutscher Butter- und Käsebörse in Kempten ließen sich zuletzt am Markt mit großer Spreizung sehr unterschiedliche Verkaufspreise der Hersteller feststellen. Dem Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB) zufolge mussten bei neuverhandelten Kontrakten mit der Industrie und bei Auslandskunden für Lieferungen im neuen Jahr Preisabschläge akzeptiert werden. Nicht betroffen von nachgebenden Preisen ist bisher das Segment Hartkäse; die Notierungen blieben auf ihrem Jahreshöchststand stabil. Unvermindert rege wurde laut Kemptener Börse im Weihnachtsgeschäft die Päckchenbutter im LEH nachgefragt, obwohl sie in den Geschäften so teuer wie selten zuvor offeriert wird. Die Notierung blieb aufgrund der Kontraktbindung auf ihrem historisch hohen Niveau von 7,60 Euro/kg bis 7,80 Euro/kg. Verhaltener fiel dagegen das Interesse der Industrie für Blockbutter aus. Es werde meist nur Ware zur Ergänzung des laufenden Bedarfs geordert, berichtete der VMB. Die Kemptener Börse ließ ihre Notierung mit 5,87 Euro/kg bis 6,11 Euro/kg aber stabil. Sie merkte an, dass benötigte frische Butter für die Verarbeitung deutlich teurer bezahlt werden müsse als alte Bestandsware.
Bei Milchpulver hat sich unterdessen die Phase nachgebender Preise in der vergangenen Woche weiter fortgesetzt. Laut Zentraler Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) waren die Marktaktivitäten bei Magermilchpulver Ende November recht ruhig; zu Neuabschlüssen kam es kaum. In den Verkaufsverhandlungen lägen die Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern oft weit auseinander. Dazu trage das aktuell wieder größere Angebot bei, berichteten die Berliner Marktexperten. Auf dem internationalen Markt erschwere neben der Kaufzurückhaltung Chinas zudem der wieder stärkere Kurs des Euro gegenüber dem Dollar den Absatz. Laut Kemptener Börse gaben die Verkaufspreise von Magermilchpulver in Lebensmittelqualität vergangene Woche im Schnitt um 4 Cent auf 2,80 Euro/kg bis 3,05 Euro/kg nach. Bei der Futtermittelware kam es zu einem mittleren Abschlag von 5 Cent auf 2,67 Euro/kg bis 2,73 Euro/kg. Geringe Geschäftsaktivitäten kennzeichneten zuletzt auch den Markt für Vollmilchpulver. Laut ZMB konnten gewisse Mengen in der Europäischen Union abgesetzt werden, teilweise auch zu unveränderten Preisen. Insgesamt war die Preistendenz jedoch erneut schwächer. Im Schnitt mussten die Hersteller die Ware mit einem Nachlass von 5 Cent verkaufen und erlösten zwischen 4,30 Euro/kg und 4,60 Euro/kg. Zu unveränderten Konditionen ließ sich nur Molkenpulver in Futtermittelqualität absetzen. Die lebensmitteltaugliche Ware verbilligte sich hingegen um 9 Cent auf 1,00 Euro/kg bis 1,10 Euro/kg. (AgE)

Weniger als die Hälfte der Lebensmittel mit Nährwertkennzeichnung

Die freiwillige Nährwertkennzeichnung Nutri-Score ist in Deutschland offenbar noch nicht weit verbreitet. Wie aus einer Überprüfung der Verbraucherzentralen hervorgeht, weist nicht einmal die Hälfte der Lebensmittel aus den Produktgruppen Brote und Brötchen, Pizzen, Milch und Milchgetränke, Pflanzendrinks und Cerealien den Nutri-Score auf. Demnach nutzten von 1 451 untersuchten Produkten 579 Stück die freiwillige Kennzeichnung, das ist ein Anteil von 40 %. Verglichen mit dem Vorjahr sei dies ein Plus von 7 Prozentpunkten, berichtete die Verbraucherzentrale Hamburg. Mit 118 von 169 Produkten seien Pizzen am häufigsten mit dem Nutri-Score gekennzeichnet gewesen. Am seltensten sei die freiwillige Nährwertkennzeichnung bei Cerealien und Milchprodukten gefunden worden, und zwar bei 28 % der Produkte in dieser Gruppe. Bei insgesamt 140 von 1 451 Lebensmitteln habe sich die Nährstoffzusammensetzung im Jahresverlauf verbessert. Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg forderte indes mehr Tempo von der Lebensmittelindustrie in Sachen Nutri-Score. „Die farbige Nährwertkennzeichnung kann ihre Aussagekraft innerhalb einer Produktgruppe wesentlich besser entfalten, wenn sie flächendeckend eingesetzt wird“, so Valet. Jedoch gehe die Einführung nur langsam voran. Deshalb sollte der Nutri-Score europaweit zur Pflicht werden, forderte Valet. (AgE)

Europe: equal milk prices

In several European countries farmers price as well as consumer price of organic milk and organic dairy products is equal or even lower than the price of regular milk and products, while in ‘normal’ situations price of organic milk and products is much higher than the price of regular milk and products. That prices now are about equal is caused by the high price of regular milk which is mainly made on short(er) term deals while sales contracts of organic milk and products are more often made for longer term.

Germany: ife-data September/August

In Germany in September compared to August 2022 the raw material or compound value of milk at farm increased 0.3 eurocent to 59.7 eurocent per kilogram milk with 4.0 percent fat and 3.4 percent protein (exclusive VAT). This is 20.8 eurocent more than in the same month one year before. The highest future price of milk for the next 18 months on the Kieler Börsenmilchwert European Energy Exchange is the price for October 2022 at 58.7 eurocent. The lowest future price is the price for November 2023 and December 2023 at 53.7 eurocent.

Preise für Milchpulver und Molkenpulver vom 30. November

Der saisonale Anstieg der Milchanlieferung in Deutschland hat im laufenden Jahr früher eingesetzt als üblich. In der 46. Woche nahmen die Molkereien laut Schnellberichterstattung der ZMB 0,7 % mehr Milch auf als in der Vorwoche. Damit wurde die Vorjahreslinie stärker als zuvor um 3,4 % übertroffen. In Frankreich ist das Milchaufkommen zuletzt wieder um 0,2 % unter das Vorjahresniveau gesunken.
Am Markt für flüssigen Rohstoff wird über schwächere Tendenzen bei Magermilchkonzentrat berichtet. Industrierahm trifft weiter auf eine gute Nachfrage und erzielt feste Preise.
Die Aktivitäten am Markt für Magermilchpulver sind Ende November recht ruhig. Verhandelt wird derzeit vor allem für das erste Quartal 2023. Die bestehenden Kontrakte werden überwiegend normal, bei Exportgeschäften teilweise aber auch zögerlich abgerufen. Die Anfragen für neue Abschlüsse werden derzeit überwiegend als ruhig eingeschätzt. In den Verhandlungen, die geführt werden, gehen die Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern oft auseinander. Dazu trägt das aktuell ausreichende Angebot bei, das die Einkäufer offensichtlich abwartender agieren lässt, als dies im ersten Halbjahr der Fall war.
Der wieder stärkere Euro dämpft außerdem die Wettbewerbsfähigkeit von europäischer Ware am internationalen Markt. Nachdem in der vergangenen Woche noch teilweise eine gewisse Belebung festzustellen war, ist es in der laufenden Woche wieder ruhiger geworden. Für Lebensmittelware sind die Preise uneinheitlich und tendieren seitwärts bis etwas schwächer. Futtermittelware wird zu etwas schwächeren Preisen gehandelt.
Am Markt für Vollmilchpulver ist die Lage ebenfalls vergleichsweise ruhig. Hier und da bieten sich Absatzmöglichkeiten am europäischen Binnenmarkt. Die Preise sind innerhalb der EU uneinheitlich. Teils konnten noch stabile Forderungen durchgesetzt werden. Es zeichnen sich aber schwächere Tendenzen ab.
Insgesamt uneinheitlich entwickelt sich Molkenpulver. Während Futtermittelware bei stabilen Preisen recht gut nachgefragt wird, hat bei Lebensmittelware hat das Kaufinteresse am Weltmarkt nachgelassen und die Preise haben erneut etwas nachgegeben. (Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V. Kempten (Allgäu)
Preisermittlung Dauermilchwaren/proplanta)

FrieslandCampina zahlt im Dezember weiterhin über 62 Cent

Für Dezember zahlt FrieslandCampina einen Garantiepreis von 62,51 €/100 kg*. Nachdem es im November bei dem Preis des Vormonats blieb, geht es zum Ende des Jahres nochmal um 26 Cent in die Höhe.
Der Garantiepreis für Biomilch klettert im Dezember von 64,75 €/100 kg auf 65,18 €/100 kg und bleibt damit unterhalb des Niveaus von September. Das lag bei 65,50 €/100 kg.
)*Der Preis gilt für 100 kg Milch mit 3,57 % Eiweiß, 4,42 % Fett und 4,53 % Laktose, ohne Mehrwertsteuer und bei einer durchschnittlichen Milchanlieferung von 850.000 kg Milch pro Jahr bzw. 550.000 kg Biomilch pro Jahr. Aus der Abrechnung von Fixkosten in Höhe von 0,18 € bzw. bei Biomilch von 0,29 € ergibt sich eine Differenz zwischen dem Garantiepreis und dem ausgezahlten Milchpreis.) (topgarar.com)

Aldi: 40 % der verkauften Milch kommt aus Haltungsform 3 und 4

 

Deutschlands größter Discounter meldet, dass inzwischen 40 Prozent der verkauften Frischmilch aus den Haltungsformen 3 und 4 stammen. Aldi hatte unter dem Hashtag „Haltungswechsel“ im letzten Jahr angekündigt, bis 2030 100 Prozent der Milch aus den Haltungsformen 3 und 4 zu beziehen und anzubieten.
Hinter der Haltungsform-Kennzeichnung verbirgt sich der Wunsch, dass der Verbraucher bewusster einkauft. Er soll schnell entscheiden können, welche Produkte er mit welcher Herkunft in seinen Einkaufswagen legt. Die Haltungsform-Kennzeichnung ist dabei kein Tierwohllabel.
Es gibt vier Stufen, wobei eine höhere Ziffer besser sein soll – anders als bei Schulnoten. Haltungsform 1 bedeutet für Milchvieh möglichst Laufstallhaltung; 2 Laufstallhaltung mit Weidegang bzw. Laufhof an mindestens 120 Tagen,; 3 ganzjährige Laufstallhaltung mit Weidegang bzw. Laufhof und; 4 ganzjährige Laufstallhaltung mit Weidegang bzw. Laufhof, Anbindung ist hier nicht erlaubt.
2021 war die Laufstallhaltung laut Destatis mit einem Anteil von 83 Prozent aller Haltungsplätze die vorherrschende Haltungsform. Bei 10 Prozent waren die Rinder in Anbindehaltung untergebracht.
Aldis Engagement trifft auf gemischte Reaktionen. Tierschützer begrüßen den Vorstoß. So wurde die Initiative von Aldi mit dem „Deutschen Award für Nachhaltigkeitsprojekte 2022“ ausgezeichnet. Demgegenüber hat der Bayerische Bauernverband den Haltungswechsel als „Tierwohl-Inszenierung“ bezeichnet. „Leider knausert ALDI, wenn es darum geht den Tierhaltern für den deutlichen Mehraufwand auch mehr zu zahlen und schadet damit bäuerlichen Existenzen“, hieß es vom BBV bereits im Frühjahr.
Aldi hatte im Sommer die Preise für Milch massiv erhöht. Und auch Landwirte bekommen mehr für ihre Milch; im Herbst 2022 lag der Preis mehr als 50 Prozent über dem Vorjahresmonat. Doch demgegenüber stehen sehr hohe Produktionskosten. Selbst bei einem Preis jenseits der 50 oder sogar 60 Cent pro Liter fressen Energie und Transport die Margen auf. (topagrar.com)

MIV zeichnet Milchtechnologen Professor Kleinschmidt aus

Prof. Thomas Kleinschmidt von der Hochschule Anhalt ist am 24.11. vom Milchindustrie-Verband (MIV) mit dem „Dr. Gisela Runge-Preis“ ausgezeichnet worden. Wie der MIV in Fulda erklärte, wird der mit 10 000 Euro dotierte Preis jährlich für innovative milchspezifische und praxisnahe Leistungen aus den verschiedenen Wissenschaftsbereichen rund um die Milch vergeben. Der Vorsitzende der MIV-Arbeitsgruppe Forschung, Dr. Hans Besner, lobte, dass Kleinschmidt durch sein grundlagen- und gleichzeitig praxisnahes wissenschaftliches Denken und Handeln zahlreiche hilfreiche Anstöße in den Unternehmen gegeben habe. Dieser wirkt laut MIV seit 1993 als Professor für Lebensmittelverfahrenstechnik und Milchtechnologie an der Hochschule Anhalt und hat unter anderem mit Protein- und Pulvertechnologie sowie Molkebehandlung wichtige neue Erkenntnisse erarbeitet und für die Milchwirtschaft praxisgerecht aufbereitet. Kleinschmidt trage zu einem praxisrelevanten Fortschritt milchwissenschaftlicher Forschung bei und stütze den Milchforschungsstandort maßgeblich und nachhaltig. Seit 2013 ist er Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des MIV. (AgE)

Nahrungsmittel ab Hersteller um ein Viertel teurer

Die Preise für Verbrauchsgüter, darunter auch Lebensmittel, liegen deutlich über dem Vorjahresniveau. Nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) riefen die Lebensmittelhersteller im vergangenen Monat für ihre Erzeugnisse im Mittel um 25,1 % höhere Preise auf als im Oktober 2021. Besonders stark fiel der Preissprung für Butter mit 66,3 % aus. Zucker kostete 54,0 % mehr als im Vorjahresmonat. Die Preise für Schweinefleisch stiegen laut Destatis in den zwölf Monaten bis Oktober 2022 auf der Erzeugerebene um 47,0 %, während sich Käse und Quark um 38,3 % und Milch um 36,1 % verteuerten. Die Preise für unbehandelte pflanzliche Öle waren noch um 28,8 % höher, wobei sich diese im Vormonatsvergleich zum fünften Mal in Folge abschwächten. Im Schnitt schwächer als bei den Verbrauchsgütern war der Preisanstieg laut Destatis bei den Vorleistungsgütern. Dieser belief sich auf 15,9 %. Wesentlich stärker verteuerten sich indes die darin enthaltenen chemischen Grundstoffe, Düngemittel und Stickstoffverbindungen, nämlich gegenüber Oktober 2021 um 32,8 %. Besonders hoch waren die Aufschläge gegenüber dem Vorjahr nach wie vor bei Düngemitteln und Stickstoffverbindungen mit 113,1 %. Das für die Düngemittelherstellung wichtige Vorprodukt Ammoniak kostete sogar 182,3 % mehr als im Vorjahresmonat. Auch die Preise für Holzpellets und Briketts aus Sägenebenprodukten kletterten laut Destatis binnen Jahresfrist äußerst kräftig, nämlich um 151,0 %. Für Holzplättchen beziehungsweise -schnitzel erlösten die Erzeuger 146,8 % mehr. Niedriger als im Vorjahresmonat waren aber den Statistikern zufolge bei den Vorleistungsgütern die Preise für Holz insgesamt, und zwar um 12,5 %. Getreidemehl war im vorigen Monat dagegen um 40,7 % teuer als im Oktober 2021. Futtermittel für Nutztiere kosteten im Schnitt 33,4 % mehr. Insgesamt lagen die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im Berichtsmonat gemäß der amtlichen Statistik um durchschnittlich 34,5 % über dem Stand von Oktober 2021. Im August und September hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat indes noch 45,8 % betragen. Gegenüber dem Vormonat gaben die Erzeugerpreise im Mittel um 4,2 % nach. Laut den Wiesbadener Statistikern war das der erste Preisrückgang gegenüber dem Vormonat seit Mai 2020. (AgE)

12,5 Millionen Euro für weniger Kunststoff in der Lebensmittelkette

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat bislang 14 Projekte zur Verringerung des Einsatzes von Kunststoffverpackungen und von entsprechenden Abfällen entlang der Lebensmittelkette mit einem Gesamtfördervolumen von rund 12,5 Mio Euro als förderwürdig eingestuft. Nach Ressortangaben vom 24. November beläuft sich die Fördersumme der bisher bewilligten Anträge auf 7,7 Mio Euro. Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Ophelia Nick, erklärte, dass das bereits Mitte November 2020 lancierte Förderprogramm innovativen Ideen auf die Sprünge helfen solle. Die Problemlösung sei nämlich gar nicht so leicht, weil es keine Abstriche beim Gesundheitsschutz geben dürfe und die Qualität der Lebensmittel gewährleistet bleiben müsse. Gesucht seien deshalb Innovationen, die dem Zielkonflikt zwischen Gesundheitsschutz und Umweltschutz gerechter würden. Als vielversprechende Ansätze stellte Nick die beiden Projekte COPPA und KompoPack vor, die jetzt ihre Förderurkunden erhalten haben. In dem Verbundprojekt COPPA wird eine digitale Plattform für eine Kreislaufwirtschaft von Verpackungskunststoffen aufgebaut. Dabei sollen Recycler, Wiederaufbereiter und Verarbeiter von Kunststoffen, Verpackungshersteller, Markenartikler und Lebensmitteleinzelhändler vernetzt werden. Ziel sei es, durch die Vernetzung die Bewegungen von Kunststoffen zu steuern und nachzuverfolgen, um dadurch sowohl eine Materialeinsparung als auch einen erhöhten Anteil recycelten Materials in Kunststoffverpackungen zu erreichen, erklärte Nick. Die Förderung belaufe sich auf rund 1,5 Mio Euro. Unterdessen entwickelt das Vorhaben KompoPack der Hamburger Firma traceless materials GmbH eine vollständig kompostierbare Folie aus einem Abfallprodukt der Lebensmittelproduktion. Dieses Projekt wird mit mehr als 467.000 Euro gefördert. (https://bit.ly/2ZZNV1Z) (AgE)

Fake-News: Habeck plant keine Gewinnabschöpfung bei Milchviehbetrieben!

Achtung Falschmeldung: In WhatsApp-Gruppen kursiert derzeit ein angebliches „top agrar Eilmeldungs“-Foto mit der Überschrift „Habeck plant Gewinnabschöpfung auch bei Milchviehbetrieben“. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck plane laut einer Meldung aus dem Messenger-Dienst „auch die Abschöpfung der hohen Gewinne der Milchviehhalter“. Derzeit wird dazu über WhatsApp und Co. ein Meldungsfoto mit top agrar-Logo verbreitet. Die top agrar-Redaktion distanziert sich von dem Bild. Das Foto ist eine Fälschung und ist nicht von der Redaktion erstellt worden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) teilt auf Nachfrage von top agrar mit: „Die verbreitete Meldung ist eindeutig falsch und entbehrt jeglicher Grundlage.“ Eine rückwirkende Deckelung auf 45 Cent pro Liter Milch ist also nicht geplant. (topagrar.com)

Deutscher Milchsektor benötigt politischen Rückenwind

Die Investitionsbereitschaft unter den deutschen Milchviehhaltern hat in den vergangenen Monaten weiter abgenommen. Wie der Deutsche Bauernverband (DBV) am 18. November mitteilte, zeigen dies erste Rückmeldungen der Aussteller auf der EuroTier sowie die seit dem Jahr 2020 tendenziell rückläufigen Milchanlieferungen in Deutschland. Bei einem Austausch mit der Interessengemeinschaft Genossenschaftliche Milchwirtschaft (IGM) im Umfeld der EuroTier stellte DBV-Milchpräsident Karsten Schmal fest, dass trotz vergleichsweise hoher Erzeugerpreise die Milchproduktion in Deutschland offensichtlich wirtschaftlich nicht attraktiv genug sei, um landwirtschaftliche Unternehmer von der Weiterentwicklung ihrer Betriebe zu überzeugen. „Nicht nur stark gestiegene Produktionskosten sind dafür der Grund, sondern vor allem unzuverlässige politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen“, so Schmal. Unklare und widersprüchliche Zielsetzungen, zum Beispiel bei der Düngeverordnung, beim Umbau der Tierhaltung oder bei der Wiedervernässung von Mooren, hätten zur Folge, dass die deutsche Milchviehhaltung an Wettbewerbsfähigkeit verliere. Auch vor diesem Hintergrund würden starke Genossenschaften benötigt, bei denen bäuerliche Interessen im Vordergrund stünden. Für den stellvertretenden IGM-Vorsitzenden Heinz Korte ist die zurückhaltende Investitionsbereitschaft der Milchviehhalter „ein alarmierendes Signal“. Über kurz oder lang würden immer mehr Milchviehhalter aus der Produktion aussteigen. „Weniger Tierhaltung heißt auch weniger Wertschöpfung. Das ist für den gesamten ländlichen Raum eine fatale Entwicklung“, warnte Korte. Der DBV und die IGM wiesen in diesem Zusammenhang auf die Ergebnisse und Empfehlungen der jüngst veröffentlichten Studie „Perspektiven der Milchproduktion und -verarbeitung in Deutschland bis 2030“ der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf hin. Den Wissenschaftlern zufolge müssten die Strukturen der Milchproduktion und -verarbeitung in Deutschland unterstützt und nicht durch Auflagen eingeschränkt wenn, wenn eine ausreichende Versorgung mit heimischen Milchprodukten gewährleistet bleiben solle. (AgE)

Etwa 54 Milliarden Euro für die GAP im kommenden Jahr

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) wird im kommenden EU-Haushaltsjahr mit insgesamt rund 53,6 Mrd Euro unterfüttert. Das teilte die Europäische Kommission nach der am 15. November im Trilog erzielten Einigung von Europaparlament und Rat mit. Beide Institutionen müssen der Übereinkunft noch formell zustimmen. Das vereinbarte Agrarbudget bewegt sich nominal etwas über dem aktuellen Niveau, das laut dem EU-Haushaltsplan 2022 bei rund 53,1 Mrd Euro liegt. Insgesamt etwas mehr Geld soll es für das die GAP einschließende Haushaltskapitel „Natürliche Ressourcen“ geben. Real bedeutet der neue Haushalt indes einen deutlichen Einschnitt, denn die Inflationsrate betrug in der EU-27 im September 10,9 %. Während die den Agrarhaushalt betreffenden Zahlungsverpflichtungen im aktuellen Haushaltsjahr 56,4 Mrd Euro umfassen, liegt der Wert für 2023 bei rund 57,3 Mrd Euro. Davon sind für marktbezogene Ausgaben und Direktzahlungen gut 40,7 Mrd Euro vorgesehen. Neben der GAP entfallen auf das Kapitel „Natürliche Ressourcen“ auch Gelder für den Umwelt- und Klimaschutz. Auch der Europäische Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds (EMFAF) ist Teil dieses Kapitels und wird im kommenden Jahr mit etwa 1,1 Mrd Euro ausgestattet. Insgesamt sind für den EU-Haushalt 2023 Verpflichtungen in Höhe von 186,6 Mrd Euro und Mittel für Zahlungen von 168,7 Mrd Euro eingeplant. Wie die Brüsseler Behörde dazu feststellte, könnten noch „erhebliche Mittel“ mobilisiert werden, um der unter dem russischen Angriffskrieg schwer leidenden Ukraine, aber auch der südlichen Nachbarschaft und den Mitgliedstaaten zur Linderung von Folgen dieses Krieges unter die Arme zu greifen. Rund 14,7 Mrd Euro sind zur Unterstützung der EU-Nachbarn und für die internationale Entwicklung und Zusammenarbeit eingeplant. Des Weiteren sind etwa 603 Mio Euro für das Binnenmarktprogramm zur Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in der Europäischen Union vorgesehen. (AgE)

Polen: Zentralbank rechnet auch für 2023 mit hoher Lebensmittelteuerung

In Polen rechnet die Nationalbank (NBP) auch für das kommende Kalenderjahr mit einer prozentual zweistelligen Verteuerung der Lebensmittel. Erst für das vierte Quartal 2023 wird wieder eine einstellige Inflationsrate bei den Nahrungsgütern vorausgesagt. Gemäß den von der NBP in ihrem jüngsten Inflation-Bericht veröffentlichten Projektionen müssen die Verbraucher in Polen im laufenden Jahr im Schnitt 15,3 % mehr für Lebensmittel ausgeben als noch 2021. Im Jahr 2023 soll sich die Teuerung nur leicht abschwächen; prognostiziert wird von der NBP für die Lebensmittelpreise dann ein mittleres Plus von 13,6 %. Den Peak sagt die Zentralbank für das aktuelle Quartal voraus, wenn die Verbraucher in dem östlichen Nachbarland für Nahrungsgüter im Mittel voraussichtlich 22,1 % mehr zahlen müssen als in den Monaten Oktober bis Dezember 2021. Im ersten Quartal 2023 soll die betreffende Teuerungsrate nur leicht auf 21,5 % nachgeben. Mit 6,4 % fällt die Projektion für das letzte Jahresviertel 2023 dann erstmals wieder einstellig aus. Dabei geht die Nationalbank davon aus, dass die Energiekosten und Agrarpreise „allmählich sinken“ werden. Wie diese berichtet, hat sich der Anstieg der Weltmarktpreise für Agrarrohstoffe, der durch ein begrenztes Angebot sowie steigende Produktionskosten bedingt und durch die Folgen der russischen Aggression gegen die Ukraine verstärkt werde, im dritten Quartal dieses Jahres leicht abgeschwächt. Dazu beigetragen habe das im Juli geschlossene Abkommen zur Freigabe des Weizenexports aus der Ukraine über das Schwarze Meer. Die Bedenken hinsichtlich der Versorgung bestünden wegen der russischen Aggression aber fort. Maßgeblich auch für die kräftig gestiegenen Agrarpreise sind laut der NBP die hohen Energiepreise, die die Kosten für Mineraldünger, Strom und Transport erhöhten. Der von der Bank errechnete Agrarrohstoffpreisindex lag im vergangenen Monat um 30,6 % über dem Wert im Oktober 2021. (AgE)

Milchanlieferungen erreichen Jahrestief

Die Milchanlieferungen an die Molkereien in Deutschland haben laut Analysten ihren Jahrestiefpunkt erreicht. Anfang November konnte von den hiesigen Molkereien im Vergleich zur Vorjahreswoche laut der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) gut 2 % mehr Rohstoff verarbeitet werden, was auch an den recht milden Temperaturen lag. Im gesamten Jahresverlauf war das Rohmilchaufkommen bisher aber laut vorläufigen Daten um 0,7 % rückläufig. So knapp wie noch im Sommer ist das Warenangebot am Markt für Milchprodukte derzeit nicht mehr; erneut kam es in der vergangenen Woche auch zu Preisabschlägen. Das betraf beispielsweise Schnittkäse, denn die Notierung für Edamer und Gouda als Brotware wurde am 16. November in Hannover um 10 Cent auf 5,30 Euro/kg bis 5,70 Euro/kg nach unten korrigiert. Bei der Blockware wurde der obere Spannenwert um 5 Cent auf 5,40 Euro/kg gesenkt. Die Preise tendierten uneinheitlich; bei den einzelnen Absatzkanälen gebe es unterschiedliche Mengenabrufe, erläuterte die Süddeutsche Butter- und Käsebörse in Kempten. Während der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) die Ware zügig ordere, würden die Kontrakte bei der Industrie normal abgerufen. Schwächer laufe der Käseverkauf an die Gastronomie, und im Export stünden die Preise durch den intensiveren Wettbewerb mit anderen Anbietern eher unter Druck. Einziges Milchprodukt mit einer leicht positiven Preistendenz war in der vergangenen Woche die Blockbutter. Die betreffende amtliche Notierung in Kempten wurde im Mittel um 7,5 Cent auf 6,10 Euro/kg bis 6,30 Euro/kg angehoben; in den fünf Wochen zuvor war sie allerdings insgesamt um 90 Cent/kg gefallen. Grund dafür war, dass sich die Käufer in der Industrie aufgrund des aus ihrer Sicht zu hohen Preisniveaus abwartend verhielten. Laut der Kemptener Börse hat sich das auch aktuell noch nicht entscheidend geändert. Gut gefragt blieb dagegen die abgepackte Butter; der LEH füllt derzeit seine Läger für das Weihnachtsgeschäft. Absatz finden bei den Kunden in Inflationszeiten vor allem die günstigeren Eigenmarken; die Markenware landet in größerer Stückzahl nur bei Preisaktionen im Einkaufskorb der Verbraucher.
Bei den Milchtrockenerzeugnissen kam es in der vergangenen Woche bei Vollmilchpulver zu einer deutlichen Preiskorrektur nach unten. Laut Angaben der Kemptener Börse ließ sich die Sprühware mit einem Fettanteil von 26 % nur mit einem durchschnittlichen Abschlag von 23,5 Cent verkaufen, womit das Kilogramm zwischen 4,45 Euro und 4,67 Euro erlöste. Analysten zufolge haben bei vergleichsweise ruhigem Geschäft vor allem die in den Nachbarländern bereits gesunkenen Preise zu einem Anpassungsbedarf geführt. Bei Magermilchpulver sind laut ZMB zuletzt wieder mehr Abschlüsse zustande gekommen. Innerhalb Europas sei noch Bedarf bis Jahresende gedeckt worden, und am Weltmarkt habe sich die Wettbewerbsfähigkeit von EU-Ware etwas verbessert. Allerdings mussten die Hersteller beim Verkauf Zugeständnisse machen. Laut Kemptener Börse gaben die Abgabepreise für die lebensmitteltaugliche Ware gegenüber der Vorwoche um 15 Cent auf 2,90 Euro/kg bis 3,10 Euro/kg nach. Bei den Futtermittelqualitäten ging es um 5 Cent auf 2,80 Euro/kg bis 2,87 Euro/kg nach unten. Die Vorjahrespreise werden bei Magermilchpulver nun wieder unterschritten. Auch bei Molkenpulver in Lebensmittelqualität kam es zu einem Abschlag, der sich im Schnitt auf 2,5 Cent belief, womit die Ware zwischen 1,14 Euro/kg und 1,21 Euro/kg den Besitzer wechselte.
Eine ganz andere Richtung als in Deutschland schlugen zuletzt die Milchpulverpreise am Weltmarkt ein, denn sie konnten sich befestigen. Bei der Auktion an der internationalen Handelsbörse Global Dairy Trade (GDT) ließ sich Vollmilchpulver am Dienstag vergangener Woche (15.11.) im Mittel aller Kontrakte für 3 397 $/t (3 292 Euro) verkaufen; das waren 3,1 % mehr als bei der vorherigen Versteigerung Anfang November. Für Magermilchpulver stieg der Durchschnittspreis ebenfalls um 3,1 %, und zwar auf 3 057 $/t (2 963 Euro). Aufgrund des großen Anteils des Pulvers an den Gesamtverkäufen an der GDT zog der Preisindex aller gehandelten Produkte auf der Plattform um 2,4 % an. Rückgänge bei den Verkaufspreisen von 0,8 % bei Butter und 1,3 % bei Cheddarkäse wurden bei der jüngsten Handelsrunde durch das teurere Pulver überkompensiert. Möglicherweise kommt es nun zu einer Trendwende bei den zuvor meist rückläufigen Preisen an der GDT. Auf der Südhalbkugel haben die Milchanlieferungen ihren saisonalen Höhepunkt überschritten, und in Neuseeland und Australien haben zuletzt widrige Witterungsbedingungen die Milchproduktion gedämpft. Ein stärkerer Anstieg der Preise an der GDT wird aber auch von einer Nachfrageerholung beim Großkunden China abhängen, die sich aufgrund fortgesetzter Corona-Lockdowns und einer konjunkturellen Abschwächung noch nicht eingestellt hat. (Umrechnungskurs: 1 $ = 0,9691 Euro) (AgE)