Kurz und knapp

Milchpulverpreise tendieren fest

Am nationalen und vor allem am internationalen Markt haben die Preise für Milchpulver Mitte September zulegen können. An der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) machte Magermilchpulver bei der Auktion am 15. September  einen ordentlichen Satz nach oben. Im Mittel aller Kontraktlaufzeiten und Qualitäten erlöste das Pulver 2 889 $/t (2 433 Euro/t); das waren 8,4 % mehr als bei der vorherigen Versteigerung Anfang September. Der coronabedingte Preiseinbruch ist damit wieder nahezu vollständig aufgeholt; die Notierung erklomm ein neues Siebenmonatshoch. Für Vollmilchpulver ging es mit dem durchschnittlichen Kontraktpreis um 3,2 % auf 2 985 $/t (2 514 Euro/t) nach oben, weil Analysten zufolge China wieder mehr Ware orderte. In Deutschland waren die Preisveränderungen laut der Süddeutschen Butter- und Käsebörse in Kempten verhaltener. Für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität erlösten die Anbieter zuletzt je Kilogramm zwischen 2,13 Euro und 2,27 Euro; das waren im Schnitt 2,5 Cent mehr als in der Woche zuvor. Bei der Futtermittelware stieg der Mindestverkaufspreis um 1 Cent auf 2,00 Euro/kg. Der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) zufolge verfügen die Magermilchpulverhersteller über eine gute Auftragslage durch bereits abgeschlossene Kontrakte. Das Ausmaß neuer Verkaufsabschlüsse sei aber verhalten gewesen, vor allem in Drittländern wegen des hohen Eurokurses. „Der Bedarf am Weltmarkt wird aber ohne Lieferungen aus der EU nicht gedeckt werden können“, stellte die ZMB fest. Bei Vollmilchpulver änderte sich der Kemptener Börse zufolge Mitte September an den Verkaufspreisen nichts. Für Molkenpulver in Futtermittel- und auch in Lebensmittelqualität hielten sich die Preiszuwächse mit maximal 1 Cent/kg in Grenzen. Der Markt verlaufe ruhig, merkte die Börse hierzu an. Bei Butter blieben die amtlichen Notierungen am vergangenen Mittwoch im Allgäu unverändert. Während die Stückware fortgesetzt gut gefragt war, fiel bei Blockbutter das Kaufinteresse verhalten aus. Angesicht der festen Rahmpreise hätten die Hersteller höhere Preise für die lose Ware gefordert, die die Abnehmer nicht hätten zahlen wollen, berichteten Analysten. Auch bei den Notierungen für Hart- und Schnittkäse ergab sich vergangene Woche kaum eine Änderung. Größtenteils war Käse gut gefragt, doch Preisanpassungen nach oben ließen sich nicht durchsetzen (Umrechnungskurs: 1 $ = 0,842 Euro). (AgE)

LNPF darf Milchproduktsparten von Parmalat übernehmen

Das Kooperationsprojekt von Lactalis und Nestlé unter dem Namen „Lactalis Nestlé Produits Frais“ (LNPF), das gemeinsam Frischeprodukte vermarktet, darf bestimmte Vermögenswerte des italienischen Molkereikonzerns Parmalat übernehmen. Wie die Europäische Kommission am 15. September in Brüssel mitteilte, geht es dabei vorwiegend um die Vermarktung gekühlter Milchprodukte wie Joghurt, Frischkäse und frische Milchdesserts. Die EU-Behörde begründete ihre im Rahmen eines vereinfachten Fusionskontrollverfahrens gefällte Entscheidung damit, dass die Übernahme hinsichtlich des Absatzes von Milchprodukten nur „sehr begrenzte Auswirkungen“ auf die Marktstruktur in der EU habe und deshalb keine Wettbewerbsbedenken aufwerfe. Das seit 2006 bestehende Joint-Venture LNPF erstreckt sich auf sieben EU-Staaten, darunter Frankreich, Italien und Spanien, sowie die Schweiz und das Vereinigte Königreich. Lactalis hält einen Anteil von 60 % an LNPF, Nestlé 40 %. Der französische Molkereikonzern Lactalis ist in der Produktion und Vermarktung von Milch und Milchprodukten tätig und erzielte 2019 einen Jahresumsatz von 18,5 Mrd Euro. Bereits im Jahr 2011 hatte Lactalis die Kontrolle über den italienischen Milchindustriekonzern Parmalat übernommen. Nestlé ist der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern. Sein Umsatz belief sich im vergangenen Jahr auf 92,6 Mrd sfr (86,0 Mrd Euro) (Umrechnungskurs: 1 sfr = 0,9287 Euro). (AgE)

COPA und COGECA wenden sich gegen Nutri-Score

Gegen irreführende Nährwertangaben auf Lebensmittelverpackungen im Allgemeinen und gegen den Nutri-Score im Speziellen haben sich die EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA) ausgesprochen. Wie die Dachverbände am 15. September zugleich betonten, ist es nichtsdestoweniger ausgesprochen wichtig, die Verbraucher angemessen zu informieren und sie bei der Auswahl gesunder Lebensmittel zu unterstützen. Dies müsse aber auch dazu führen, dass solche Informationen Produkte förderten, die gemäß wissenschaftlicher Erkenntnisse tatsächlich auch zum Verzehr zu empfehlen seien. Darüber hinaus sollte jede Art von Kennzeichnung gesunde Produkte nicht diskriminieren und Erzeugnisse nicht bestrafen, die auf dem kulturellen und kulinarischen Erbe Europas basierten, heißt es in einer Stellungnahme von COPA und COGECA. Bedenken äußern die Dachverbände vor allem im Hinblick auf das sogenannte Ampelsystem – auch Nutri-Score – genannt. Aufgrund ihres Farbsystems stelle diese Kennzeichnung eine zu vereinfachte Klassifizierung von Lebensmitteln dar; hochnahrhafte Produkte, die in allen Ernährungsempfehlungen zu finden seien, würden stigmatisiert, so zum Beispiel Olivenöl. Zugleich stellt die Nährwertampel laut COPA und COGECA häufig Produkte ohne Nährwert oder sogar ungesunde Produkte wie Diät-Erfrischungsgetränke in ein gutes Licht. Das Problem sei vor allem, dass sich diese Etikettierung auf eine sehr begrenzte Anzahl von Nährstoffen wie Zucker, Fett und Salz oder die Energieaufnahme konzentriere.In Italien bekräftigte derweil der mitgliederstärkste Landwirtschaftsverband (Coldiretti) seine starken Vorbehalte gegenüber dem Nutri-Score. Es sei inakzeptabel, eine Regelung, die den Konsumenten zum Verzehr von Erzeugnissen minderer Qualität verleite, als Verbraucherschutz auszugeben, erklärte Verbandspräsident Ettore Prandini. In der täglichen Ernährung müsse eine Balance zwischen den verschiedenen Bestandteilen angestrebt werden, wie es die italienische Kennzeichnung „NutrInform Battery“ vorsehe. Nach Ansicht von Coldiretti verleiten Lebensmittelampeln wie der Nutri-Score oder das in Großbritannien eingeführte System „mit einer schönen grünen Farbe“ die Konsumenten dazu, sich für vermeintlich gesündere Produkte mit kostengünstigen und „synthetischen“ Inhaltsstoffen zu entscheiden. Die irreführenden, diskriminierenden und unvollständigen Kennzeichnungssysteme führten dazu, dass gesunde und natürliche Lebensmittel, die seit Jahrhunderten auf den Tisch kämen, zu Gunsten künstlicher Produkte benachteiligt würden. Coldiretti bevorzuge daher das von der italienischen Regierung ausdrücklich als Alternative zum Nutri-Score entwickelte System „NutrInform Battery“, weil es Lebensmitteln keine Gesundheitswirkung zuschreibe – vor allem aber, weil Produkte mit geschützten Herkunftsbezeichnungen nicht damit gekennzeichnet würden, erklärte Prandini. Laut Beobachtern verbirgt sich hinter der Ablehnung des Nurtri-Score auch die Furcht der italienischen Agrar- und Ernährungswirtschaft vor Exporteinbußen. Nach Ansicht von Coldiretti wiederum ist die Ausbreitung der französischen Kennzeichnungsregelung dem Druck internationaler Lebensmittelkonzerne geschuldet. (AgE)

Lactalis übernimmt große Teile der Kraft-Heinz-Käsesparte

Der französische Molkereikonzern Lactalis setzt seinen Expansionskurs fort. Die Franzosen haben sich mit Kraft Heinz auf die Übernahme von großen Teilen der Käseproduktion des US-Lebensmittelherstellers geeinigt. Wie Kraft Heinz am 15. September mitteilte, werden die heimischen Kapazitäten zur Herstellung von naturbelassenem und geriebenem Käse sowie Käsespezialitäten für 3,2 Mrd $ (2,7 Mrd Euro) an eine US-Tochter des französischen Unternehmens verkauft. Die Transaktion umfasse zudem das Geschäft mit geriebenem Käse in Kanada sowie sämtliche Käsesparten in allen übrigen Ländern. Lactalis wird nach Angaben von Kraft Heinz außerdem in Wisconsin ein Logistikzentrum und einen Produktionsstandort sowie Werke in Kalifornien und New York übernehmen. An diesen Standorten seien insgesamt etwa 750 Mitarbeiter beschäftigt; der Betrieb werde nach der Übernahme unverändert fortgeführt. Zuletzt haben die veräußerten Geschäftsteile in den zwölf Monaten bis zum 27. Juni 1,8 Mrd $ (1,5 Mrd Euro) zum Umsatz des US-Konzerns beigetragen. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen soll das Geschäft innerhalb in der ersten Hälfte 2021 abgeschlossen werden. Laut des Vorstandsvorsitzenden von Kraft Heinz, Miguel Patricio, wird die Transaktion das Unternehmen in die Lage versetzen, Geschäftsbereiche mit höheren Markenwerten nachhaltig voranzubringen, die Wachstumsaussichten verbessern und zudem Fortschritte bei der Produktionsskalierung und der Umstellung auf verbraucherbasierte Plattformen ermöglichen. Es handle sich um ein gelungenes Beispiel für „agiles Portfoliomanagement“. Kraft Heinz ist nach eigenen Angaben mit einer der weltweiten größten Lebensmittelhersteller. 2019 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von etwa 25 Mrd $ (21,1 Mrd Euro). Bei Lactalis handelt es sich um einen der führenden Molkereikonzerne, der den Unternehmensangaben zufolge in 51 Ländern gut 85 000 Mitarbeiter in der Herstellung von Produkten wie Käse, Trinkmilch, Butter und Joghurt beschäftigt  (Umrechnungskurs: 1 $ = 0,842 Euro). (AgE)

i.m.a-Unterrichtsmaterial zur Milch mit „sehr gut“ bewertet

Das Unterrichtsmaterial „Unsere Milch“ des Vereins information.medien.agrar (i.m.a) ist von der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) als „sehr gut“ bewertet und in den Materialkompass zur Verbraucherbildung aufgenommen worden. Im Hinblick auf den „Tag der Schulverpflegung“ am 23. September und den „Internationalen Tag der Schulmilch“ zwei Tage später habe diese Bewertung eine besondere Bedeutung, stellte der i.m.a vergangene Woche in Berlin fest. Denn Lehrkräfte nutzten den Materialkompass zur Recherche nach Unterrichtsmaterialien. Die mit „Unsere Milch“ titulierte Mappe gibt es dem Verein zufolge für den Schulunterricht in zwei Ausführungen; in der Fachsprache als Primar- beziehungsweise Sekundarstufe I und II bezeichnet. Die Verbraucherschützer hätten die von ihnen geprüfte Milchmappe für Oberschüler als „sinnvolle Zusammenfassung vielfältiger Aspekte rund um die Gewinnung, Vermarktung, Verarbeitung sowie die ernährungsphysiologischen Eigenschaften der Milch und verschiedener Milchprodukte für die Sekundarstufen I und II“ bewertet. Gelobt würden zum Beispiel die „überfachlichen Bezüge zu verschiedenen Fächern“, eine anschauliche Bebilderung und die „methodisch-didaktischen Anregungen“, so der i.m.a. Basis der Bewertung des Unterrichtsmaterials sei die Analyse eines Expertenteams gewesen, das die Milchmappe nach einem wissenschaftlichen Bewertungsraster beurteilt habe. Unter anderem werde lobend erwähnt, dass auch Milchunverträglichkeiten sowie alternative Ernährungsformen wie Veganismus behandelt würden. Kritik gebe es daran, dass die Aspekte der ökologischen Landwirtschaft zu kurz abgehandelt würden. Auch hätten es die Verbraucherschützer begrüßt, wenn „Fruchtjoghurts von verschiedenen Anbietern mit einem selbstgemachten Fruchtjoghurt“ verglichen worden wären. Diese Anregung wolle man nun in einer Neuauflage der Materialien aufgreifen, kündigte i.m.a an. Die den Lehrkräften kostenlos bereitgestellten Milchmappen gibt der gemeinnützige Verein mit der Gemeinschaft der Milchwirtschaftlichen Landesvereinigungen heraus. Die Publikationen erfreuten sich seit ihrer Erstauflage 2016 ungebrochener Beliebtheit bei vielen der etwa 70 000 Lehrern, die die betreffenden Materialien im Unterricht einsetzten. (AgE)

Preise für Milchpulver und Molkenpulver vom 9. September

Nach dem Ende der Hitzewelle hat sich die Milchanlieferung in Deutschland stabilisiert. Laut Schnellberichterstattung der ZMB erfassten die Molkereien in der 35. Woche 0,2 % mehr Milch als in der Vorwoche. Damit bewegte sich die Milchanlieferung um 0,3 % unter dem Niveau der Vorjahreswoche, die durch einen hitzebedingt deutlichen Rückgang gekennzeichnet gewesen war. In Frankreich lag die Milchmenge gleichzeitig um 0,1 % unter der Vorjahreslinie. Magermilchkonzentrat hat bei verbesserter Verfügbarkeit leicht nachgegeben. Die Preise für Industrierahm bewegen sich stabil auf dem hohen Niveau der Vorwoche. Versandmilch steht wieder in umfangreicheren Mengen zur Verfügung und wird etwas gehandelt.Der Markt für Magermilchpulver bewegt sich nach einer Belebung der Nachfrage aktuell wieder in etwas ruhigeren Bahnen. Sowohl Käufer wie auch Verkäufer agieren derzeit abwartend. Der Bedarf für das vierte Quartal dürfte dem Vernehmen nach noch nicht vollständig gedeckt sein. Unsicherheit besteht über die weitere Entwicklung im Zusammenhang mit der Corona-Epidemie, was die Zurückhaltung begünstigt. Abschlüsse kommen oft nur kurzfristig zu Stande, während man mit langfristigen Kontrakten vorsichtig ist. Am Weltmarkt sind neue Geschäfte schwierig zum Abschluss zu bringen, da der Wechselkurs des Euro zum Dollar weiter ungünstig ist und Ware aus den USA zu sehr wettbewerbsfähigen Konditionen angeboten wird. Magermilchpulver in Lebensmittelqualität wird zu stabilen Preisen gehandelt. Die Preise für Futtermittelware bewegen sich ebenfalls stabil auf dem Niveau der Vorwoche.Der Markt für Vollmilchpulver ist weiterhin ruhig. Geschäfte werden vor allem innerhalb der EU getätigt. Am Weltmarkt ist aus anderen Herkünften zu günstigeren Preisen verfügbar. Die Preise für deutsche Ware bewegen sich auf dem Niveau der Vorwoche. Innerhalb der EU sind die Preise uneinheitlich. Die Nachfrage nach Molkenpulver in Lebensmittelqualität ist stabil bis leicht belebt. Die Preise bewegen sich weiter in der Bandbreite der Vorwochen. Futtermittelware wird zu bisherigen Preisen gehandelt. (Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V. Kempten (Allgäu)/proplanta.de)

Notierungen für Butter und Käse stabil

BONN. Die amtlichen Notierungen für Butter, Schnitt- und Hartkäse haben sich in der ersten vollen Septemberwoche kaum verändert. Marktbeobachtern zufolge hat das Ferienende, wie häufig im Herbst, die Nachfrage belebt. Allerdings war der Absatzzuwachs im Vergleich zu den Vorjahren geringer, da wegen Corona weniger Menschen ins Ausland gefahren sind und sich daher der „Rückkehreffekt“ nur abgeschwächt zeigte. Bei Butter ließ sich die Stückware fortgesetzt besser verkaufen als die Blockware. Laut Süddeutscher Butter- und Käsebörse wird zum aktuellen Notierungsniveau hauptsächliche lose Butter aus Tiefkühlbeständen abgesetzt. Frische Blöcke ließen sich zum gegenwärtigen Preisniveau kaum produzieren; die Herstellung und der Verkauf von Sahne sei bei der Fettverwertung lukrativer. Die Verkäufe von Schnittkäse liefen bei guter Nachfrage auf einem zufriedenstellenden Niveau zu stabilen Preisen, meldete die Notierungskommission in Hannover. Dem Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB) zufolge ließ sich Emmentaler und Viereckhartkäse weiter gut vermarkten. Bei Rohmilchemmentaler mache sich hingegen die coronabedingte Absage der Volksfeste bemerkbar; die Bestellmengen der Kunden seien deutlich geringer als in den Vorjahren. An der Kemptener Börse wurde deshalb am 9. September der obere Spannenwert für diese Käsespezialität um 1,05 Euro auf 6,20 Euro/kg deutlich zurückgenommen. Bei Magermilchpulver tendierten im Berichtszeitraum die Preise uneinheitlich. Ware in Lebensmittelqualität wurde der Kemptener Börse zufolge mit Aschlägen zwischen 2 Cent und 3 Cent gehandelt und erlöste je Kilogramm zwischen 2,10 Euro und 2,25 Euro. Eine etwas ruhigere Nachfrage, der starke Eurokurs im Export und die Ungewissheit über die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie waren laut der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) Gründe für die leichte Schwäche. Beim Verkauf von Magermilchpulver an die Futtermittelindustrie ließ sich dagegen von den Anbietern ein Zuschlag von 2 Cent auf 1,99 Euro/kg bis 2,02 Euro/kg realisieren. Der Markt für Vollmilchpulver war der ZMB zufolge von einem ruhigen Geschäftsverlauf geprägt; die Preise blieben stabil. Gleiches galt für Molkenpulver in Futter- und in Lebensmittelqualität, das jeweils zu unveränderten Konditionen abgerechnet wurde. (AgE)

Mehr Tierwohl bei der Milch nicht zum Nulltarif zu haben

Dem Verbraucherwunsch nach höheren Tierwohlstandards in der Milchproduktion stehen in der Praxis oft hohe Kosten für Milch aus entsprechenden Programmen gegenüber. Eine stärkere Umsetzung auf der Erzeugerseite wird zudem durch eine Zersplitterung des Marktes für „Tierwohl-Milch“ behindert. Zu diesem Ergebnis kommen Dr. Silke Thiele und Prof. Holger Thiele vom Kieler Institut für Ernährungswirtschaft (ife), die mit Unterstützung der Edmund-Rehwinkel-Stiftung der Landwirtschaftlichen Rentenbank die Mehrkosten von Tierwohlprogrammen in der Milchproduktion untersucht haben. Wie die Autoren in ihrer Studie (Dokumentation) feststellen, achten immer mehr Konsumenten in Deutschland beim Kauf tierischer Produkte auf die Einhaltung von Tierwohlstandards. Dabei werde bei Milch vor allem der Weidegang der Kühe gewünscht, während andere Tierwohlfaktoren für die Verbraucher nicht zuletzt wegen fehlender Kenntnis eine untergeordnete Rolle spielten. Um zu erkennen, ob bei der Erzeugung höhere als die gesetzlichen Mindeststandards eingehalten würden, wünschten sich laut einer Umfrage im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums 81 % der Verbraucher eine staatliche Tierwohlkennzeichnung. Da es eine solche Kennzeichnung gegenwärtig noch nicht gebe, seien in den vergangenen Jahren von Verbänden und der Privatwirtschaft etliche Siegel eingeführt worden, um diesem Wunsch zu entsprechen, berichten die Kieler Agrarökonomen. Seitens des Lebensmitteleinzelhandels würden für diesen Zweck nicht nur hohe Anforderungen an die Lieferanten gestellt. Gleichzeitig herrsche aber auch bei Produkten mit gehobenen Tierwohlstandards ein großes Interesse, die Erzeugnisse zu den günstigsten Preisen einzukaufen.Für die Landwirte entstehen nach der Analyse von Thiele und Thiele allerdings beachtliche Kosten für mehr Tierwohl: Beispielswiese muss nach den Berechnungen der Wissenschaftler bei der Teilnahme an der Einstiegsstufe „Für mehr Tierschutz“ mit Zusatzkosten von durchschnittlich 2,3 Cent pro Liter Milch gerechnet werden. Kämen Laufhof und Weidegang hinzu, entstünden zusätzliche Kosten im Mittel von 2,6 Cent pro Liter Milch. Die zusätzlichen Aufwendungen für das separate Einsammeln, Verarbeiten und Vermarkten von Milch mit höheren Tierwohlstandards mit geringer Chargengröße belaufen sich nach den Angaben der ife-Wissenschaftler in der Summe auf 6,7 Cent bis 18,4 Cent pro Kilogramm Rohstoffeinheit Milch. Sie sehen damit die gesamten Zusatzkosten der Milcherzeugung und -verarbeitung durch das Angebot von Milch mit höheren Tierwohlstandards bei mindestens 9 Cent pro Liter Trinkmilch.Unter den gegenwärtigen Bedingungen ist nach Einschätzungen der Autoren jedoch nicht zu erwarten, dass ein großer Teil der Verbraucher bereit sein wird, für umfangreiche Tierschutzmaßnahmen einen Mehrpreis zu zahlen. Eine Ausnahme stelle die Weidemilch dar, die allerdings eine Verfügbarkeit von Weide bei den Betrieben voraussetze. Während das Attribut „Weide“ vom Verbraucher leicht beurteilt werden könne, erforderten Kriterien wie der Platzbedarf im Stall ein intensives Auseinandersetzen mit den Bedürfnissen von Tieren und den Standards der verschiedenen Anbieter, erklären die Wissenschaftler. Gegenwärtig müssten Verbraucher dafür auch wegen der Vielfalt der Standards hohe Such- und Informationskosten aufwenden, um den Mehrwert einer Milch, die unter Einhaltung höherer Tierwohlstandards produziert werde, zu erkennen. Langfristig könnte daher ein einheitliches und leicht verständliches staatliches oder privatwirtschaftliches Tierwohllabel helfen, die Such- und Informationskosten zu senken, so das Fazit der Kieler Agrarökonomen.  (AgE)

Preisträger für Medienbeitrag zur „Fairen Milch“ gesucht

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) hat wieder den Journalistenpreis „Faire Milch“ ausgeschrieben. Wie der Verband am 11. September mitteilte, können alle Journalisten teilnehmen, deren Beiträge in Wort, Ton oder Bild zwischen dem 1. November 2019 und dem 31. Oktober 2020 innerhalb eines allgemein zugänglichen, deutschsprachigen Mediums veröffentlicht wurden und die sich mit den Themenkomplexen „Milchproduktion“ und „Milchpreis“ auseinandersetzen. Der Preis ist insgesamt mit 5 000 Euro dotiert. Vor dem Hintergrund anhaltender Bauernproteste, steigender gesellschaftlicher Erwartungen an die Landwirtschaft und Diskussionen, die sich immer häufiger um wechselseitige Schuldzuweisungen drehen, will der Journalistenpreis „Faire Milch“ dem BDM zufolge Veröffentlichungen von Medienschaffenden würdigen, die sich in ihren Beiträgen offen und vorurteilsfrei der Landwirtschaft und insbesondere der Milchwirtschaft nähern. Ausgezeichnet würden Beiträge, die umfassend und kompetent recherchiert seien, die aktuelle Entwicklungen und Positionen analysierten und kritisch hinterfragten und ohne erhobenen Zeigefinger auch Lösungsideen entwickelten, die auch Fachfremden einen Denkanstoß geben könnten. Einsendeschluss für die Beiträge ist der 15. November. (AgE )

NL: Immer weniger Milchviehbetriebe, gleich hohe Milchmenge

Der Molkereikonzern Friesland-Campina prognostiziert einen Rückgang der Zahl niederländischer Milchviehbetriebe von aktuell 15’000 auf 10’000 bis zum Jahr 2030, wie „Agrarheute“ schreibt. Dagegen soll die Anzahl der Milchkühe in den nächsten zehn Jahren nur um 10 Prozent abnehmen. Die nationale Milchproduktion soll auf dem heutigen Niveau bleiben.
In der Konsequenz ist eine höhere Intensität der Milcherzeugung notwendig. Nach Angaben von Frans Keurentjes, Vorstandvorsitzender von Friesland-Campina, stehen die Niederlande schon jetzt mit 18’000 kg Milch pro ha an der Spitze in Europa.
Keurentjes machte auch darauf aufmerksam, dass mit einer höheren Intensität der Milchproduktion ein höheres Arbeitspensum für die Landwirte einhergehe. Dies sei politisch und sozial bedenklich. Als Ursache für die Entwicklung stellt die Prognose die Überalterung der Betriebsleiter, eine ausbleibende Hofnachfolge, schlechte Zukunftsaussichten, ein niedriges Einkommen und einen hohen Investitionsbedarf heraus.
Schon jetzt liegt die Betriebsaufgaberate bei den holländischen Milchviehhaltern bei 2 bis 3 Prozent im Jahr. Im Zuge des Strukturwandels werde sich die Milcherzeugung auf die günstigsten Standorte verlagern. Technischer Fortschritt könne zudem Umweltbelastungen reduzieren, so die Prognose. (Lid.ch)

Irische Kühe geben mehr Milch

Die Milchproduktion in Irland ist auch in diesem Jahr wieder auf Wachstumskurs. Nach Angaben des Zentralen Statistikbüros (CSO) sind die Milchanlieferungen an die Molkereien im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um 41,5 Mio l oder 4,4 Prozent auf 984,7 Mio l gestiegen. Von Januar bis Juli nahm das Rohstoffaufkommen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 197,4 Mio. l beziehungsweise 3,8 Prozent auf 5,35 Mrd. l zu. An den Inhaltsstoffen der Milch änderte sich hingegen wenig: Der Fettgehalt lag im Durchschnitt der ersten sieben Monate 2020 mit 4,10 Prozent etwas über dem vergleichbaren Vorjahreswert von 4,06 %; bei Eiweiß war ein Miniplus von 3,42 % auf 3,43 % zu verzeichnen. Das höhere Rohstoffaufkommen führte dazu, dass die irischen Molkereien gegenüber Januar bis Juli 2019 ihre Trinkmilchproduktion um 2,1 Prozent auf 320,3 Mio. l ausgeweitet haben. Zudem legte die Buttererzeugung um 2,4 Prozent auf 160.400 t und diejenige von Magermilchpulver um 5,0 Prozent auf 98.800 t zu. Zu anderen Produkten wie Käse zum Beispiel, wurden von der CSO keine Angaben gemacht. Nachdem die Milcherzeugung in Irland bereits 2019 gegenüber dem Vorjahr im EU-Vergleich um 5,3 Prozent überdurchschnittlich stark gestiegen war, gehören die irischen Milchbauern auch in diesem Jahr wieder zu den fleißigsten Melkern in der Gemeinschaft. Im ersten Halbjahr 2020 nahm laut Kommission das Kuhmilchaufkommen in den 27 Mitgliedstaaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,9 Prozent auf 74,61 Mio. t zu. Deutlich über diesem Schnitt lagen die irischen Erzeuger mit einem Plus von 3,5 Prozent. Noch stärker legte die Milchproduktion nur in Ungarn, Belgien, Tschechien und Bulgarien mit Zuwachsraten zwischen 3,7 Prozent und 6,2 Prozent zu, die von Luxemburg mit 8,0 Prozent und Zypern mit 12,0 Prozent noch deutlich übertroffen wurden. Unterdurchschnittlich fiel dagegen die Steigerung der Milcherzeugung in Frankreich mit 0,7 Prozent und in Deutschland mit 1,0 Prozent aus. (AgE)

Chinesische Verbraucher bevorzugen nun wieder heimische Milchprodukte

Nach dem Melaminskandal im Jahr 2008 haben sich die chinesischen Verbraucher verstärkt ausländischen Milcherzeugnissen zugewandt, die als sicherer galten. Doch dies hat sich nach Angaben des Pekinger Landwirtschaftsministeriums mittlerweile wieder geändert. Wie aus aktuellen Umfrageergebnissen des staatlichen Instituts für Ernährung hervorgeht, die Ende August bei einer Konferenz der National Dairy Science and Technology Innovation Alliance in Peking vorgestellt wurden, bevorzugen die Konsumenten beim Kauf von Milchprodukten die heimische Ware. Von den Befragten hätten 47,6 Prozent angegeben, die bekannten inländischen Markenmilcherzeugnisse zu wählen, für 43,7 Prozent seien es zertifizierte Produkte und nur 5,0 Prozent griffen zu importierter Ware. Diese dürfte allerdings auch nicht überall angeboten werden. Rund drei Viertel der Chinesen glauben gemäß der Umfrage dem Ministerium zufolge, dass inländische Milcherzeugnisse sehr sicher oder relativ sicher sind und die Qualität und Zuverlässigkeit besser als bei der importierten Milch ist. Geht es nach den für 2019 von chinesischen Laboren veröffentlichten Zahlen zur Rohmilchqualität, dann ist das Vertrauen in die heimische Milch auch gerechtfertigt. Mit durchschnittlich 275.000 somatischen Zellen/ml und 99.000 koloniebildenden Einheiten (KbE)/ml bei der Keimzahl wurden Standards der Europäischen Union erreicht. China überwache die Milchqualität sehr streng, und die Beanstandungen seien sehr niedrig, erklärte das Pekinger Agrarressort. Daten der staatlichen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde zufolge lag die Beanstandungsquote bei allen Lebensmitteln 2019 in China bei 2,27 Prozent, bei Milchprodukten nur bei 0,2 Prozent. Dabei sei eine Verunreinigung der Säuglingsnahrung mit Melamin seit elf Jahren nicht mehr festgestellt worden. Insgesamt habe es bei der Überprüfung von Babynahrung bei 99,79 Prozent der Proben keine Beanstandung gegeben, bei inländischen Unternehmen sogar von 100 Prozent. Das Landwirtschaftsministerium wies zudem darauf hin, dass in der EU die Beanstandungsrate für Milchprodukte im Jahr 2018 bei 2,39 Prozent gelegen habe, in China dagegen nur bei 0,22 Prozent. (AgE)

Zwei deutsche Molkereien weiterhin unter den globalen Top 20

Dem aktuellen Ranking der Rabobank für das Jahr 2019 zurfolge rückte das Deutsche Milchkontor (DMK) mit einem Umsatz von rund 5,8 Mrd. € vom 13. Platz im Vorjahr auf den elften Rang vor. Derweil verteidigte der Müller-Konzern mit einem Umsatz von schätzungsweise 4,4 Mrd. € den 20. Platz. Die Schweizer Nestlé und die französische Lactalis führen nach Angaben der niederländischen Banker mit einem Gesamtumsatz von 19,7 Mrd. € beziehungsweise 18,8 Mrd. € – wie in den Vorjahren unangefochten – auch das Ranking 2019 an, die US-Genossenschaft Dairy Farmers of America (DFA) verbesserte sich mit einem Erlös von 18 Mrd. € um drei Plätze auf den dritten Rang. Dazu hat vor allem die Übernahme des Unternehmens Dean Foods beigetragen, das 2018 noch auf dem elften Platz rangierte. In der Folge rutschte der französische Konzern Lactalis mit einem Erlös von 16,3 Mrd. € auf den vierten Rang.
Unterdessen rückte das chinesische Molkereiunternehmen Yili mit einem Umsatz von 11,6 Mrd. € vom achten auf den fünften Platz vor und verdrängte hier die niederländische FrieslandCampina mit einem Erlös von 11,3 Mrd. € auf den siebten Platz. Die neuseeländische Fonterra verschlechterte sich mit 11,8 Mrd. € um zwei Ränge auf Platz sechs. Dagegen rückte die chinesische Mengniu mit 10,3 Mrd. € um zwei Plätze auf den achten Rang vor. Es folgt die dänisch-schwedische Arla Foods mit 10,5 Mrd. €, die zuvor noch Platz sieben belegt hatte. Auch die kanadische Saputo stieg ab, und zwar mit 10,1 Mrd. € auf den zehnten Platz. Neu in der Rangliste der weltgrößten Molkereiunternehmen ist die indische Gujarat Co-operative Milk Marketing Federation, die ihren Umsatz 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent auf 4,9 Mrd. € steigerte und damit auf dem 16. Platz landete. Nach Angaben der Rabobank hat die Genossenschaft ihre Milcheinkäufe und Verarbeitungskapazitäten in den vergangenen Jahren stetig ausgeweitet, neue Märkte erschlossen und neue Produkte lanciert.
Wie die niederländischen Fachleute weiter ausführen, erhöhten sich die gesamten Erlöse der Top-20-Molkereien im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2018 um 6,5 Prozent auf 188,9 Mrd. €. In Dollar gemessen habe sich aber nur ein „moderates“ Plus von 1,3 Prozent ergeben. Dazu hätten Wechselkurseffekte, Preissteigerungen und ein gebremstes organisches Wachstum der wichtigsten Produktkategorien beigetragen. Gleichzeitig habe sich die Zahl der Unternehmensfusionen und Übernahmen im gesamten Sektor nur um drei auf 115 erhöht. Davon seien allein 64 auf Europa entfallen. Im ersten Halbjahr 2020 seien indes nur 52 Geschäfte zustandegekommen, was auf die Corona-Krise zurückgeführt wird. In der Folge dürfte sich das Umfeld für Übernahmen und Fusionen 2021 verbessern. Allerdings erwartet die Rabobank für das kommende Jahr nur ein unterdurchschnittliches Wachstum der Milchproduktion in den meisten der wichtigen Exportländer. Diese Einschätzung begründen die niederländischen Fachleute mit höheren Erzeugungskosten durch strengere Umweltanforderungen. Erschwerend hinzu kämen ein schwächeres Wirtschaftswachstum in China und eine coronabedingte weltweite Rezession. Deshalb bestehe für die Unternehmen die Gefahr sinkender Gewinne. (AgE)

Arla liefert in Corona-Zeiten starkes Halbjahresergebnis

Die Corona-Pandemie hat auch die europäische Molkereigenossenschaft Arla Foods vor große Herausforderungen gestellt, doch zeigen die Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2020, dass das Unternehmen die Krise bestens gemeistert hat. Wie Arla am 3. September mitteilte, legte der Erlös gegenüber den ersten sechs Monaten 2019 um 145 Mio. € oder 2,8 Prozent auf 5,38 Mrd. € zu. Maßgeblich dafür sei der mengenbasierte Umsatzanstieg von 10,4 Prozent bei den Marken im Einzelhandel gewesen, da Verbraucher im Lockdown mehr zu Hause gegessen hätten. Dies habe Verluste im Food-Servicegeschäft mehr als ausgeglichen. Der Halbjahresüberschuss belief sich auf 166 Mio. €; das waren 37 Mio. € oder 28,7 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Gleichzeitig verbesserte sich die Rentabilität durch einen Anstieg des Nettogewinnanteils am Umsatz von 2,3 Prozent auf 3,0 Prozent. „Die vergangenen Monate waren wirklich absolut außergewöhnlich. Die Corona-Pandemie ist eine der schwerwiegendsten Krisen, die ich als CEO von Arla erlebt habe“, erklärte Hauptgeschäftsführer Peder Tuborgh. Der Corona-Shutdown habe bei den Verbrauchern eine sehr schnelle Veränderung der Essgewohnheiten bewirkt. Arla habe umgehend Milch aus dem wegbrechenden Gastronomie-Geschäft in den Einzelhandelsbereich umgeleitet und dank der Mitarbeiter erfolgreich die Versorgung mit nachgefragten Produkten aufrechterhalten. „Das zeigt, wie robust und agil unsere Genossenschaft für unsere Milchbauern tatsächlich ist“, betonte Tuborgh. Zu den positiven Entwicklungen im ersten Halbjahr 2020 gehört laut Arla auch, dass im Rahmen des Transformations- und Kosteneinsparprogramms „Calcium“ mit 69 Mio. € mehr Geld eingespart werden konnte als erwartet. Zudem habe trotz weltweit schwieriger Marktbedingungen an die Genossenschaftsmitglieder ein stabiler und wettbewerbsfähiger Milchpreis ausgezahlt werden können. Der Milch-Leistungspreis habe mit 37,0 Cent/kg sogar um 0,9 Cent über dem Niveau des ersten Halbjahres 2019 gelegen.
In den einzelnen Bereichen beziehungsweise Regionen wies das internationale Geschäft außerhalb Europas mit einem Umsatzplus von 22,1 Prozent auf 1,02 Mrd. € im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr das stärkste Wachstum auf. Hauptreiber dafür war laut Arla die Region Naher Osten und Nordafrika, wo der Lockdown zu einer stärkeren Nachfrage der Privathaushalte führte. In Europa fiel der Erlösanstieg mit 0,9 Prozent auf 3,18 Mrd. E€ moderat aus. Zudem wuchs das Geschäftsfeld Zutaten um 2,4 Prozent auf 360 Mio. €, während im Bereich Handel wegen cornabedingt eingeschränkter Geschäfte und gefallenen Rohstoffpreisen der Umsatz um 8,3 Prozent auf 790 Mio. € sank. Mit dem Deutschlandgeschäft zeigte sich Arla zufrieden, da hierzulande das Geschäft mit den eigenen Marken um 9,3 Prozent zulegte. Als Risikofaktoren für die zweite Jahreshälfte sieht Arla die ungewissen Folgen der Corona-Krise und nachteilige Brexit-Verhandlungen. Laut Tuborgh muss das Unternehmen langfristig so aufgestellt werden, dass es „erfolgreich durch die erwartete globale Rezession navigiert“ werden kann. Dafür müsse der Molkereikonzern agil und widerstandsfähig sein, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Trotz der unsicheren externen Faktoren geht Arla davon aus, die Ziele für das Gesamtjahr 2020 zu erreichen. Die Umsatzprognose für den Gesamtkonzern beläuft sich auf 10,4 Mrd. € bis 10,8 Mrd. €, der Nettogewinnanteil soll zwischen 2,8 Prozent bis 3,2 Prozent des Umsatzes liegen. Dazu beitragen soll ein mengenbasiertes Umsatzwachstum durch strategische Marken von mehr als sechs Prozent und eine Kostensenkung von 90 Mio. € bis 100 Mio. € im Calcium-Programm. (AgE)

Guter Inlandsabsatz lässt Umsatz der Ernährungsindustrie steigen

Nach den coronabedingten Rückgängen in den Vormonaten sind die Erlöse der Ernährungswirtschaft im Juni erstmals wieder im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Wie die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) am 31. August in ihrem Konjunkturreport mitteilte, verzeichnete die Branche im Berichtsmonat gegenüber Juni 2019 einen Umsatzanstieg von 3,6 Prozent auf 14,97 Mrd. €. Das Wachstum ist laut BVE auf die um 6,7 Prozent gestiegenen Absatzzahlen im Inland zurückzuführen; gleichzeitigt befestigten sich die Erzeugerpreise am heimischen Markt um 0,5 Prozent. Der mengenmäßige Export von Lebensmitteln nahm dagegen im Vorjahresvergleich um 2,7 Prozent ab, was bei leicht abgeschwächten Verkaufspreisen zu einem Minus bei den Ausfuhrerlösen von 3,5 Prozent auf 4,80 Mrd. € führte. Wie schon in den Monaten zuvor zeigten sich der BVE zufolge auch im Juni die negativen Auswirkungen der Corona-Krise auf die Produktion. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex verringerte sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,0 Prozent. Bezüglich der Beschaffungskosten von Agrarrohstoffen war zuletzt für die Lebensmittelproduzenten eine leichte Entspannung zu verzeichnen, denn im Juli 2020 gab der Rohstoffpreisindex für Nahrungs- und Genussmittel des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Prozent nach und lag bei 86,5 Punkten. Im Vorjahresvergleich sank der Index um 3,8 Prozent. Derweil hat sich die Stimmung der Branche etwas eingetrübt, denn der dafür maßgebliche Indikator des ifo-Geschäftsklimaindex ging im August erstmals seit April wieder zurück, und zwar im Vormonatsvergleich im Saldo um 6,4 Punkte auf 5,5 Punkte. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage fiel dabei positiver aus als im Juli; sie stieg auf insgesamt 11,4 Punkte. Die Geschäftserwartung der nächsten Monate spricht laut BVE hingegen für einen pessimistischen Blick in die Zukunft. Der Indikator sank um 17,4 Punkte auf einen Saldo von insgesamt minus 0,2 Punkte. (AgE)

Italien bekräftigt Ablehnung gegen Nutri-Score

Italien hat seinen Widerstand gegen die Einführung der Nährwertampel Nutri-Score auf europäischer Ebene nochmals bekräftigt. Wie Landwirtschaftsministerin Teresa Bellanova anlässlich des informellen Agrarratstreffens in dieser Woche in Koblenz klarstellte, wird ihr Land weiterhin den Weg der eigens entwickelten Kennzeichnung „NutrInform Battery“ verfolgen. Dieses System berücksichtige den täglichen Bedarf an Nährstoffen und biete dem Verbraucher nützliche Informationen, um ihn bei einer gesünderen Ernährung zu unterstützen, so die Ressortchefin. Die „NutrInform Battery“ gibt die Kalorien sowie die Gehalte an Fett, gesättigten Fetten, an Zucker und Salz an und setzt diese ins Verhältnis zum täglichen Bedarf.
Laut der Sozialdemokratin besteht in dieser Frage unter anderem mit Frankreichs Landwirtschaftsminister Julien Denormandie keine Übereinstimmung, da Paris die Nährwertampel bevorzuge. Bellanovas Klarstellung dürfte die Bemühungen von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner nach einem einheitlichen EU-weiten Vorgehen bei der Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln erschweren.
Die Italienerin kritisiert unter anderem die Nutri-Score-Einstufung traditioneller Nahrungsmittel und will daher Erzeugnisse mit geschützter Herkunftsangabe von einer Kennzeichnungspflicht ausnehmen. Wichtige Bestandteile der traditionellen Ernährung wie extra natives Olivenöl dürften nicht mit einer roten Ampel versehen werden, betonte Bellanova.
Große Übereinstimmung besteht der römischen Ministerin zufolge allerdings bei der Forderung nach einer verpflichtenden Angabe des Ursprungslandes. In dieser Frage sei man sich unter anderem mit Frankreich einig. Nach einem bilateralen Gespräch mit Denormandie erklärte Bellanova, dass man die EU-Kommission in dieser Frage so schnell wie möglich „zu mutigen“ Entscheidungen auffordern wolle. Auch Klöckner ließ auf dem Agrarratstreffen Sympathien für transparentere Angaben zum Ursprungsland erkennen. AgE

Allgäu Milch Käse eG: Generalversammlung unter freiem Himmel

245 Mitglieder folgten trotz der widrigen Bedingungen aufgrund der Pandemie der Einladung von Vorstandsvorsitzenden Hermann Breher und erscheinen zur 59. ordentlichen Generalversammlung.
Hierfür wurden in der Freilichtbühne Altusried 3.900 von 4.300 Sitzplätzen abgesperrt, sodass 400 Mitglieder mit ausreichend Sicherheitsabstand an der Versammlung hätten teilnehmen können. Beim Einlass wurde streng kontrolliert, dass Masken getragen und der Mindestabstand eingehalten wird. Ebenso gab es in diesem Jahr erstmalig ein Verpflegungspaket für die Landwirte.
Im Jahr 2019 wurde der Allgäu Milch Käse eine Milchmenge von 450 Mio. kg angeliefert. Davon wurden in Kimratshofen 358 Mio. kg verwendet, der Rest verteilt sich auf die Tochterunternehmen der Genossenschaft. Insgesamt verwertet die Genossenschaft fünf verschiedene Milchsorten: Konventionelle Milch, Heumilch, Bio-Milch, Bio-Heumilch und Bergbauernmilch.
Der durchschnittliche Milchpreis der Molkerei inkl. aller Zu- und Abschläge ohne MwSt. betrug im Jahr 2019 39,4 Cent/kg. Der Umsatz stieg auf 228 Mio. €. Das Investitionsvolumen betrug in den letzten 10 Jahren 40 Mio. €. Insgesamt beschäftigt die Genossenschaft 150 Mitarbeiter und bildet in 2 Ausbildungsberufen aus. (topagrar.com)

Bio-H-Milch bei Verbrauchern besonders gefragt

Der Absatz von Konsummilch in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich gestiegen. Insbesondere die Verkäufe von Bio- und Weidemilch hätten dabei zugelegt, teilweise deutlich im zweistelligen Bereich, berichtete das Landvolk Niedersachsen am 27. August. Weil sich viele Menschen in den vergangenen Corona-Monaten zusätzlich mit lang haltbaren Erzeugnissen bevorratet hätten, sei vor allem die Nachfrage im Bio-H-Milchsegment gestiegen. Das große Absatzplus habe auch daran gelegen, dass durch Hamsterkäufe in den Monaten März und April Versorgungslücken bei konventioneller H-Milch in den Supermärkten aufgetreten und Verbraucher auf Öko-H-Milch ausgewichen seien. Die Anlieferungsmengen von Bio-Milch haben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) zufolge hierzulande von Januar bis Mai gegenüber der Vorjahresperiode um 4,4 % zugenommen. Nach Angaben des Landesbauernverbandes führt das dritte trockene Jahr in Folge in einigen Regionen Deutschlands jedoch dazu, dass die Futtervorräte bei konventionellen und ökologisch wirtschaftenden Milchviehbetrieben knapp werden. Bisher hätten die Erzeuger durch ein proaktives Futtermanagement größere Einbrüche in der Produktion verhindern können. Das nachlassende Milchmengenwachstum in den vergangenen Monaten zeige jedoch, dass die Trockenheit auch den Biomilchbetrieben zu schaffen mache. Die private Nachfrage nach haltbarer Bio-Milch sei hingegen ungebrochen, berichtete das Landvolk. Im Juni 2020 hätten die Haushalte in Deutschland etwa ein Drittel mehr Bio H-Milch eingekauft als im entsprechenden Vorjahresmonat, so dass sich für das erste Halbjahr ein Mengenplus von fast 40 % im Vorjahresvergleich ergebe. Der gute Absatz habe auch die leicht rückläufigen Erzeugerpreise für Ökomilch stoppen können. „Anders als bei der konventionellen Milcherzeugung ist das Biomilchsegment durch den steigenden Absatz im Lebensmitteleinzelhandel von Marktverwerfungen weitestgehend verschont geblieben“, erklärte der Vorsitzende des Milchausschusses im Landvolk Niedersachsen, Jan Heusmann. Doch erste Molkereien würden nun auf wieder bessere Markterlöse reagieren und erhöhten leicht die Erzeugerpreise für konventionelle Milch. (AgE)

Russland steigert Milchexport um ein Viertel

Russland hat im ersten Halbjahr 2020 mehr Milchprodukte ins Ausland verkauft als im Vorjahreszeitraum. Laut Handelsstatistik nahm die Ausfuhrmenge um 25 % auf 407 000 t Milchäquivalent zu; die daraus resultierenden Exporterlöse legten um 15 % auf 178 Mio $ oder umgerechnet 150 Mio Euro zu. Mit gut 90 % wurde der überwiegende Teil der Milcherzeugnisse in die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) geliefert, darunter Kasachstan, die Ukraine und Weißrussland. Zu den größten Abnehmern russischer Milchprodukte aus Nicht-GUS-Ländern zählten die Mongolei, Abchasien, Georgien und China. Beim wichtigen Exportprodukt Butter stiegen die Ausfuhreinnahmen im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2019 um 76 % auf 61 Mio Euro, bei Eiscreme um 14 % auf 29 Mio Euro und bei Milch und Sahne um 19 % auf 24 Mio Euro. Leicht rückläufig waren hingegen die Exporte von Magermilchpulver und Quark. Bei der milchwirtschaftlichen Einfuhr verzeichnete Russland von Januar bis Juni 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Zuwachs von 2,4 % auf 3,6 Mio t Milchäquivalent; die Importausgaben erhöhten sich um 4,0 % auf 1,19 Mrd Euro. Dabei nahm der Bezug von Käse und Quark um 9 % auf 142 600 t zu, wofür sich die Rechnung auf 490 Mio Euro belief. Rund 84 % dieser Produkte stammten aus Weißrussland; dahinter folgte Argentinien mit einem Anteil von 4 % (Umrechnungskurs: 1 $ = 0,8441 Euro). (AgE)

Verkauf australischer Molkerei an Chinas Mengniu Dairy gescheitert

Die zunehmenden politischen und handelspolitischen Spannungen zwischen Australien und China haben jetzt die geplante Übernahme der australischen Molkerei Lion Dairy & Drinks durch den chinesischen Molkereigiganten Mengniu Dairy zum Platzen gebracht. Der Deal war bereits im vergangenen Jahr mit dem japanischen Eigentümer von Lion, dem Getränkekonzern Kirin, eingefädelt worden; damals war ein Kaufpreis von 600 Mio A$ (365 Mio Euro) vereinbart worden. Die Übernahme war auch von der australischen Wettbewerbs- und Verbraucherkommission (ACCC) und dem Rat für Auslandsinvestitionen (FIRB) befürwortet worden. Nun grätschte jedoch Australiens Finanzminister Josh Frydenberg dazwischen und erklärte, dass „dieser Verkauf gegen das nationale Interesse verstoßen würde“. Nach einer kürzlichen Änderung des Auslandsinvestitionsgesetzes hat der Minister das letzte Wort und kann die Entscheidung der Wettbewerbshüter überstimmen. Der japanische Getränkehersteller Kirin und die chinesische Großmolkerei Mengniu rechnen nun nicht mehr mit einer Genehmigung des Übernahmedeals und haben diesen nach eigenen Angaben aufgegeben. Politische Beobachter sehen einen Zusammenhang mit den zunehmenden Spannungen beider Länder. Nachdem Australien eine unabhängige Untersuchung des Corona-Ausbruchs in China gefordert hatte, reagierte die Volksrepublik mit Drohungen gegen das Land, die auch den Agrarhandel betrafen. Seitdem hat Peking im Mai die Einfuhr von australischer Gerste wegen angeblichem Dumping mit einem prohibitiven Einfuhrzoll belegt und zudem vier großen Rindfleischexporteuren den Marktzugang versagt. Mitte August wurde eine Antidumpinguntersuchung gegen australischen Wein angekündigt. Vergangene Woche wurde schließlich mit John Dee in Queensland einem fünften australischen Rindfleischproduzenten die Ausfuhr nach China verboten, weil in dessen Fleisch Chloramphenicol gefunden worden sei (Umrechnungskurs: 1 A$ = 0,6078 Euro). (AgE )