MIV-Vorsitzender Stahl sieht bei Erzeugerpreisen wenig Luft nach oben

Wenig Hoffnung auf ein strukturell und langfristig höheres Erzeugerpreisniveau am Milchmarkt kann der Vorsitzende des Milchindustrie-Verbandes (MIV), Peter Stahl, den deutschen Landwirten machen. Stahl äußerte beim „Milchpolitischen Frühschoppen“ des MIV heute in Berlin Verständnis für die Situation und die aktuellen Proteste der Milcherzeuger, erklärte aber zugleich, dass diese kaum etwas an den Preisverhandlungen und den am Markt erzielbaren Preisen ändern dürften. Er wies darauf hin, dass der europäische Milchmarkt 2020 einen Selbstversorgungsgrad von weit über 100 % aufgewiesen habe. Damit werde der europäische und deutsche Milchpreis maßgeblich vom internationalen Wettbewerb beeinflusst.
Erschwert wird die Situation nach Darstellung des MIV-Vorsitzenden dadurch, dass der Anteil von Markenprodukten im Drittlandsexport gerade einmal bei rund einem Drittel liegt. Wettbewerb und Preisbildung finde daher vor allem über Standardware und damit über den niedrigsten Preis statt, erläuterte Stahl. Veränderungen wären nach Auffassung des Vorstandsvorsitzenden der Hochland-Molkerei nur durch eine echte Mengenreduzierung und über die Steigerung des Markenanteils möglich. Beides sei nur auf „langem Weg“ möglich, bleibe für höhere Erlöse aber unumgänglich.
Der Präsident des Hessischen Bauernverbandes (HBV), Karsten Schmal, sieht dennoch gute Argumente für höhere Preise. Nach seiner Darstellung reichen die aktuellen Erzeugerpreise schon „bei weitem“ nicht, um die Existenz der Landwirte langfristig zu sichern. Zudem stiegen die Auflagen und Anforderungen an die Produktion und Haltungsbedingungen ständig, was meist mit höheren Kosten verbunden sei. Schmal nimmt deshalb Politik, Gesellschaft und Marktpartner in die Pflicht. Wenn Milchproduktion zu hohen Standards in Deutschland eine Zukunft haben solle, brauchten die Erzeuger eine bessere Perspektive, unterstrich der „Milchpräsident“ des Deutschen Bauernverbandes (DBV). (AgE)

US-Strafzölle: Europäische Milchindustrie richtet Appell an Biden

Die USA sollen die Strafzölle für Käseimporte aus der EU zurücknehmen, fordert der Europäische Verband der Milchindustrie (EDA) in einem Brief an den neuen US-Präsidenten Joe Biden.
Die europäischen Molkereien und US-amerikanischen Käseimporteure beklagen schwere wirtschaftliche Schäden, seitdem die Strafzölle auf Käse aus der EU in Kraft sind, berichtet aiz.info. Die Welthandelsorganisation (WTO) hatte den USA Strafzölle zugestanden, weil die EU ihren Flugzeugbauer Airbus zu sehr subventionierte.
Die Strafzölle für Käse seien dennoch unfair, beklagt die EDA in einem Brief an Biden. Der Molkereisektor habe mit dem Flugzeugbau nichts zu tun, und nach den WTO-Regeln sollen die Produkte für Strafzölle möglichst branchennah ausgesucht werden, erklärt der Verband.
Zudem macht die EDA auf die ohnehin schwierige Lage der Molkereien durch Corona aufmerksam und betonte die Verluste für US-amerikanische Verbraucher durch teure Käseeinfuhren. Auf Schaf- und Ziegenkäse müssten US-Verbraucher zudem weitgehend verzichten, weil es für diese kaum heimische Alternativen gebe. Der neue US-Präsident wird aufgefordert, Käse von der Sanktionsliste zu streichen.
Die EU setzt auf eine Beilegung des Handelsstreits um Flugzeugsubventionen und hofft nach dem Präsidentenwechsel auf eine größere Bereitschaft der USA zu einer einvernehmlichen Lösung. (Topagrar.com)

USA: Umsatz mit pflanzlichen und zellkultivierten Molkerei- und Eiprodukten erreicht Rekordwerte

Das Marktforschungsunternehmen Packaged Facts geht in einem neuen Prognosenbericht davon aus, dass der US-Markt für pflanzliche und zellkultivierte Milch- und Eiprodukte bis 2024 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 6,0 % auf 5,2 Mrd. US-Dollar ansteigen wird. Der Bericht schätzt das Umsatzvolumen mit diesen Produkten für das Jahr 2020 auf 4,3 Mrd. US-Dollar, was bereits eine deutliche Steigerung zu rund 3,9 Mrd. US-Dollar im Jahr 2019 ausmacht.
Die wesentlichen Wachstumsfaktoren zusammengefasst:
Trotz potenzieller Störungen in der Branche, wie z.B. durch die anhaltend negativen Auswirkungen der Pandemie, prognostiziert Packaged Facts den untersuchten Produktkategorien ein starkes Wachstum aufgrund folgender Faktoren:
-neue Produkteinführungen und zunehmende Verfügbarkeit von Alternativprodukte
-steigende Verbraucherakzeptanz
-steigende Dynamik des Konsums dieser Produkte, insbesondere bei denjenigen, die bereits pflanzliche und zellkultivierte Milchprodukte oder Eier in ihre Ernährung integriert haben
Im Jahr 2020 konzentrierten sich die Hersteller auf Investitionen in neue Technologien und die Verbesserung von Skaleneffekten, um alternative Milchprodukte und Eier für den allgemeinen Verbrauch erschwinglicher zu machen. Da die Preise dieser Produkte im Prognosezeitraum 2019-2024 vermutlich weiter sinken werden und sich so dem Preis konventioneller Milch- und Eiprodukte annähern, erwartet der Bericht, dass die Nachfrage in diesem Bereich mit steigender Akzeptanz der Verbrauchern ebenfalls deutlich ansteigen wird.
Weitere Ergebnisse des Berichts:
-Milch auf pflanzlicher Basis wird im Prognosezeitraum den größten Umsatzzuwachs verzeichnen, da diese Kategorie die mit Abstand größte ist (geschätzter Umsatz von 2,4 Mrd. $ im Jahr 2020).
-Es wird erwartet, dass die Umsätze mit pflanzlichen Ei-Alternativen im Prognosezeitraum am schnellsten steigen werden, da eine Reihe von Unternehmen neue Produkte in diesem Bereich auf den Markt bringen und so auch die Verfügbarkeit erhöht wird. Packaged Facts geht davon aus, dass Ei auf pflanzlicher Basis zwischen 2019 und 2024 eine jährliche Wachstumsrate von bis zu 33 % generieren wird.
-Packaged Facts prognostiziert, dass der Umsatz mit Käse auf Pflanzenbasis speziell im Zeitraum 2024-2029 noch stärker anwachsen wird als im Zeitraum 2019-2024, da bessere Technologien entwickelt und Prozesse implementiert werden, die qualitativ höherwertige Produkte ermöglichen. (Vegconomist.de)

Hochwald hebt Umrechnungsfaktor an

Der Milchverarbeiter Hochwald hat zum 1. Januar 2021 den Umrechnungsfaktor für die Bezahlung von Rohmilch von 1,02 auf 1,03 angehoben. Dies geschah dem Unternehmen zufolge im Vorgriff auf die neue Milchgüte-Verordnung, die im Verlauf dieses Jahres in Kraft tritt. Der Beschluss des Vorstands und des Aufsichtsrats sei im Dezember gefasst worden, nachdem man mit den Eichbehörden den Weg für die Umstellung geebnet habe, teilte die Molkerei, die in acht Bundesländern Milch von ihren Mitgliedern erfasst, am 21. Dezembermit. Damit hat Hochwald nach eigenen Angaben die Möglichkeit genutzt, die Umstellung vorzeitig vorzunehmen. Die Milchmenge werde in Litern erfasst und in Kilogramm bezahlt, weshalb eine Umrechnung von Volumen nach Gewicht notwendig sei. Die Anhebung des Umrechnungsfaktors erhöhe die zu bezahlende Milchmenge um 1 %. Neben diesem Vorteil halte man für die Landwirte weitere attraktive Instrumente bereit, hob das Unternehmen hervor. So stehe den Mitgliedern seit 2019 ein Festpreismodell zur Verfügung, über das sie einen Teil ihrer Milchmenge absichern könnten. Außerdem seien die Kündigungsmodalitäten verändert worden. Kündige ein Milchbauer, so werde die Lieferpflicht von der Mitgliedschaft entkoppelt und ende auf Antrag bereits nach zwölf Monaten. Außerdem werde mit der Umsetzung der Strategie „Hochwald 2020“ konsequent die Strategie verfolgt, einen auf Bundesebene überdurchschnittlichen Milchpreis an ihre Mitglieder zu zahlen. Dieses Ziel sei in den letzten drei Jahren zusätzlich zu einer hohen Investitionstätigkeit erreicht worden. (AgE )

Kritik am Entwurf für ein neues Verpackungsgesetz

Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) sieht den Referentenentwurf des Bundesumweltministeriums für ein neues Verpackungsgesetz sehr kritisch. Er befürchtet eine weitere bürokratische Belastung der Betriebe. Im Fokus steht dabei die geplante Erweiterung der Registrierungspflicht bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR) auf die Hersteller von nicht systembeteiligungspflichtigen Verpackungen. Geplant sei eine Registrierungspflicht von Letztvertreibern von Serviceverpackungen bei der ZSVR, selbst wenn die Lizensierungspflicht beim Vorvertreiber liege, kritisierte der ZVG. Dadurch würde die bisherige Regelung konterkariert, durch die die Registrierungspflicht auf den Vorvertreiber verlagert sei, um für kleinere und mittlere Unternehmen die Belastungen durch das Verpackungsgesetz so gering wie möglich zu halten. Der Verband führte an, dass bereits heute bei Kontrollen der Nachweis der Vorlizenzierung für Serviceverpackungen verlangt werden könne. Auch die vorgeschlagene Nachweispflicht zur Erfüllung der Rücknahme- und Verwertungsanforderungen auf alle Verpackungen wird von den Gartenbauern abgelehnt, weil eine exakte Zuordnung aller Beteiligten in der Lieferkette bei der Inanspruchnahme von Dienstleistern bei der Entsorgung nicht möglich sei und auch nicht als zielführend angesehen werde. Mit den Regelungen werde weder der Vollzug erleichtert noch die Rückverfolgbarkeit verbessert. Auch von anderen Organisationen kam vorige Woche Kritik. Das deutsche Verpackungsgesetz werde für die Unternehmen immer komplizierter und kostenträchtiger, erklärte zum Beispiel die Industrie- und Handelskammer (IHK). Der Referentenentwurf sieht die Pflicht vor, dass künftig Lebensmittel zum Sofortverzehr und Getränke, die in Einwegkunststoffverpackungen beziehungsweise in To-go-Bechern angeboten werden, alternativ auch in einer Mehrwegverpackung anzubieten sind. Geplant ist zudem, die Einwegpfandpflicht auf sämtliche PET-Einweggetränkeflaschen und auf sämtliche Aluminiumdosen zu erweitern. Die Ausnahmen von der Pfandpflicht für bestimmte Getränke, etwa Milch und Fruchtsäfte, würden damit für diese beiden Verpackungsarten wegfallen. Ziel ist es laut Bundesumweltministerium, die Belastung der Umwelt durch Kunststoffprodukte zu verringern. (AgE)

Preise für Milchpulver und Molkenpulver vom 11. November

Die Milchanlieferung in Deutschland bewegt sich weiter in der Nähe des saisonalen Tiefpunkts. Die Molkereien erfassten in der 44. Woche laut Schnellberichterstattung der ZMB 0,1 % weniger Milch als in der Vorwoche. Die Anlieferungen lagen damit auf dem Niveau der Vorjahrswoche. In Frankreich war zuletzt ein Rückgang des Milchaufkommens zu beobachten und der Rückstand zur Vorjahreslinie hat sich auf 3,2 % vergrößert.
An den Märkten für flüssigen Rohstoff sind nach den Rückgängen in der Vorwoche wieder festere Tendenzen zu beobachten. Bei Industrierahm sind die niedrigsten Preise der Vorwoche aktuell nicht mehr im Markt. Die Preise für Magermilchkonzentrat sind weiter gestiegen, während die Verfügbarkeit begrenzt ist.
Die Lage am Markt für Magermilchpulver ist ruhig, aber stabil. Die Anfragen für neue Abschlüsse haben im Vergleich zur Situation vor wenigen Wochen nachgelassen und sind zurückhaltender geworden. Diese Entwicklung wird darauf zurückgeführt, dass die stärkere Ausbreitung der Corona-Pandemie zu einer gewissen Verunsicherung führt, die eine abwartende Haltung für spätere Termine begünstigt. Außerdem hat sich der Euro zuletzt wieder befestigt, was die Konkurrenzfähigkeit von EU-Ware am Weltmarkt erschwert. Hier und da hat auch das Angebot an Magermilchpulver etwas zugenommen, da es aufgrund des Lockdown teilweise, aber nicht überall zu Veränderungen der Rohstoffströme in den Molkereien gekommen ist.
Insgesamt ist die Marktlage aber weiter stabil. Die bestehenden Kontrakte werden normal abgerufen und für die nächste Zeit sind bei guter Auftragslage der Hersteller kaum freie Mengen verfügbar. Die Preise für Lebensmittelware bewegen sich stabil in der Bandbreite der Vorwochen. Futtermittelware wird zu unveränderten Preisen ruhig gehandelt.
Am Markt für Vollmilchpulver ist der Marktverlauf ruhig. Aktuell gehen wenig Anfragen ein und es wird von eher schwächeren Preisen berichtet.
An Molkenpulver ist ein ausreichendes Angebot vorhanden. Lebensmittelware wird stetig, aber ohne besondere Impulse, bei stabilen Preisen nachgefragt. Futtermittelware trifft bei meist leicht schwächeren Preisen auf ein ruhiges Kaufinteresse. (Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V. Kempten (Allgäu))

The Netherlands: rersearch on livestock on dairy farms

Dutch dairy farms became in seven years less intensive according to Dutch Statistics. In 2019 44 percent of the farms kept less than two livestock units (2 cows) per hectare available land. In 2013 this was 35 percent. Also the percentage of farms with more than two livestock units per hectare is going down.

The Netherlands: organic farms + organic milk production

Holland had end of 2019 a number of 488 organic dairy farms which was seven more than in 2018. In 2019 a number of 19 dairy farms were in transition to organic dairying.
In Holland in 2019 organic milk production was 265 million kilogram, five million kilogram more than in 2018.

Weiße Linie: Verhandlungen abgeschlossen

Im kommenden Halbjahr gehen die Preise für Trinkmilch um 1 bis 2 ct/kg zurück. Das ist das Ergebnis der halbjährlichen Kontraktverhandlungen zwischen Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel. „Wir hatten schon schlechtere Abschlüsse“, fasst es eine Stimme aus der Molkereibranche zusammen. Denn das Ergebnis passe zu den aktuellen Entwicklungen auf den Märkten.
Wenig verständnisvoll zeigten sich Branchenkenner im Bezug auf die erneuten Bauernproteste vor Aldi-Zentrallagern: „Aldi war der einzige Händler, der den Milcherzeugern im Frühjahr entgegen gekommen ist. Alle anderen haben im Preis nicht nachgezogen und sich im letzten halben Jahr die Taschen so richtig voll gemacht“, hieß es. Auch wenn man den Ärger der Bauern aufgrund des massiven Drucks, unter dem sie stehen, nachvollziehen könne. So etwas habe auch ein Aldi nicht verdient. Aus Sicht der Branchenvertreter wäre es angemessener gewesen, den Frust bei den anderen Händlern auszulassen. So sei es unwahrscheinlich, dass jemals ein Lebensmittelhändler nochmal einen politischen Preis zahlt.
Aldi äußerte sich gegenüber top agrar ebenfalls zu den Kontraktverhandlungen: „Wir sind bereit, unseren machbaren und vernünftigen Beitrag für die aktuellen Fragestellungen in der Landwirtschaft zu leisten. Wir möchten jedoch darauf hinweisen, dass es sich um eine komplexe, internationale Wertschöpfungskette handelt – vom Landwirt über die Hersteller wie Molkereien, über den Handel bis zum Kunden. Dabei spielt auch die Politik eine entscheidende Rolle, wenn es um ordnungspolitische Maßnahmen geht.“ (Topagrar.com)

SPD-Brandenburg kritisiert Aldi-Milchpreissenkung

Laut Pressemeldungen aus der Branche wird Aldi in den nächsten sechs Monaten den Molkereien einige Cent weniger für die Trinkmilch zahlen. Allerdings hatte der Discounter im Mai 2020 nach Protestaktionen der Bauern einem Aufschlag von 5 Cent für den Liter zugestimmt, dem andere Handelsketten nicht zahlten. Nun gerät Aldi wieder in die Kritik. „Die jüngst bekanntgewordenen Preissenkungen des Discounters Aldi für ausgewählte Milchprodukte sind ein katastrophales Signal für die Brandenburger Milchbauern“, erklärte der Agrarsprecher der SPD-Fraktion im Brandenburger Landtag, Johannes Funke. Die Entscheidung von Aldi habe ausstrahlende Wirkung auf den gesamten Lebensmitteleinzelhandel und könne negative Einkommenseffekte für die Brandenburger Milchbauern bis weit in das nächste Jahr zur Folge haben. „Ich erwarte von der Landesregierung, dass diese kurzfristig entsprechende Gespräche mit Vertretern der Branche aufnimmt und Strategien zur Bewältigung der aktuellen Situation sowie zu Perspektiven der Milchbranche im Land erarbeitet“, betonte der SPD-Politiker. Dabei dürfe der Blick auf die durchaus positiven Rahmenbedingungen nicht verlorengehen. Die Berliner und Brandenburger würden auch in Zukunft ein regionales Angebot an Milchprodukten erwarten und nachfragen. Die natürlichen Voraussetzungen für die Milchproduktion in Brandenburg seien wegen des hohen Grünlandanteils weiterhin günstig, woran auch die klimatischen Veränderungen nur wenig ändern würden. „Dass die Lage der Milchbauern so besorgniserregend ist, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass allein in diesem Jahr etliche Betriebe die Milchproduktion bereits aufgegeben haben“, erläuterte Funke. Beim gegenwärtigen Preisniveau sei eine angemessene Entlohnung der Erzeuger und ihrer Mitarbeiter gefährdet. Dieser Trend dürfe sich aus vielen Gründen nicht fortsetzen. Dazu zählten insbesondere der Erhalt von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum und die Sicherung von Familieneinkommen. (AgE)

Preise für Milchpulver und Molkenpulver vom 21. Oktober

In Deutschland war der saisonale Rückgang der Milchanlieferung zuletzt unterbrochen. Die Molkereien erfassten in der 41. Woche laut Schnellberichterstattung der ZMB 0,4 % mehr Milch als in der Vorwoche. Damit war die Anlieferung um 0,6 % niedriger als in der Vorjahreswoche. Der saisonale Tiefpunkt dürfte erfahrungsgemäß Mitte November erreicht werden. In Frankreich bewegte sich das Milchaufkommen zuletzt knapp unter dem Niveau der Vorjahreswoche.
Der Handel mit flüssigem Rohstoff ist in der laufenden Woche recht ruhig gestartet. Die Preise für Industrierahm sind weiter sehr fest, bewegen sich aber nicht mehr auf ihrem Höchststand von vor einigen Wochen. Magermilchkonzentrat hatte Ende der vergangenen Woche etwas nachgegeben und sich inzwischen wieder befestigt.
Am Markt für Magermilchpulver ist eine gute Nachfrage zu beobachten. Bei den Werken gehen immer wieder Anfragen vom europäischen Binnenmarkt und vom Weltmarkt ein. Das Kaufinteresse konzentriert sich eher auf kurzfristige Termine. Für längerfristige Kontrakte werden viele Gespräche geführt. Was längerfristige Abschlüsse betrifft, ist die Haltung aktuell wieder mehr abwartend, was mit der Unsicherheit aufgrund der wieder stärkeren Zunahme der Corona-Fälle in Zusammenhang stehen dürfte. Die Verfügbarkeit für die kommenden Monate ist nach wie vor begrenzt und zuletzt weiter zurückgegangen.
Die Preise für Lebensmittelware tendieren seitwärts mit einer leicht festeren Tendenz. Bei Futtermittelware haben sich etwas festere Preise durchgesetzt.
Bei Vollmilchpulver besteht ein stetiges Kaufinteresse, das auch immer wieder zu neuen kleineren Abschlüssen führt. Die Preisentwicklung bei deutscher Ware ist fest, während von vergleichsweise günstigen Angeboten aus anderen EU-Ländern berichtet wird.
Am Markt für Molkenpulver hat sich die Nachfrage nach Lebensmittelware etwas belebt, wobei die Erlöse etwas nachgegeben haben. Der Markt für Futtermittelware ist von Stabilität gekennzeichnet. (Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V. Kempten (Allgäu)/proplanta.de)

Lockdown: Molkerei Berchtesgadener Land holt die Milch weiterhin ab

Der Landkreis Berchtesgadener Land ist ein Corona-Hotspot. Stand 22. Oktober weist das Robert-Koch-Institut für den Kreis im Südostzipfel der Republik einen Inzidenzwert von 292,6 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen aus.
Dennoch geht die Milchverarbeitung bei der Molkereigenossenschaft Berchtesgadener Land weiter. Die seit dem 20. Oktober für 14 Tage geltenden Ausgangsbeschränkungen haben keine Auswirkungen auf den direkten Geschäftsbetrieb,
Laut Pointner ist die volle Produktionsfähigkeit der Molkerei gesichert. Bereits seit Mitte Februar gelte ein vorsorglich eingeführtes strenges Hygienekonzept. Entgegen anderslautender Pressemeldungen seien aktuell von den rund 500 Mitarbeitern nur drei Mitarbeiter Corona positiv getestet. In Abstimmung mit dem örtlichen Gesundheitsamt befänden sich diese in häuslicher Quarantäne.
Das Unternehmen betont, dass Lebensmittel generell kein Übertragungsweg für Coronaviren sind. Milch und Milchprodukte würden zudem mindestens pasteurisiert und im Anschluss vollautomatisch verarbeitet und abgepackt. (Topagrar.com)

Germany: Hochland bannes imported feed

The southern German private dairy Hochland specialized in cheese, with in 2019 a production of 378000 tons cheese, a turnover of 1.59 billion (10*9) euro and more than 5000 employees, does no longer allow that milk delivering farms use feed that is imported from oversee. Earlier Hochland banned the use of non-selective herbicides such as glyphosate used on delivering farms their fields or grassland, which the farms mainly utilize to plant feed for their own requirements.

Neuer Rechtsrahmen für weniger Schadstoffe in Lebensmittelverpackungen gefordert

Wirksamere Gesetze und bessere Kontrollen, um Schadstoffbelastungen durch Lebensmittelverpackungen zu vermeiden, hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) gefordert. In der Praxis fänden sich immer wieder gesundheitsschädigende Rückstände in Nahrungsmitteln, berichtete der vzbv am 7. Oktober) und nannte als Beispiel freigesetztes Formaldehyd in Bechern aus Bambus. Behörden könnten die Unbedenklichkeit von Lebensmittelkontaktmaterialien, die von den Herstellern eigentlich belegt werden müsse, häufig gar nicht überprüfen. Neben Personal fehle es auch an Daten, um die vielen tausend Stoffe zu bewerten, die in Lebensmittelkontaktmaterialien zum Einsatz kämen, berichtete der vzbv. Für die Verbraucher sei die Unbedenklichkeit von Lebensmittelverpackungen aber ein wichtiges Thema. Laut den Ergebnissen einer aktuellen repräsentativen Umfrage im Auftrag des vzbv wollten 93 % der Verbraucher keine gesundheitsschädlichen Chemikalien in Lebensmittelverpackungen oder in Koch- und Essgeschirr. Vor diesem Hintergrund forderte der Bundesverband einen neuen Rechtsrahmen zur Sicherstellung der Unbedenklichkeit. Der Einsatz besonders bedenklicher Stoffe, wie beispielsweise Stoffe mit krebserregenden, erbgut-verändernden oder fortpflanzungsgefährdenden Eigenschaften, müsse für ganze Stoffgruppen verboten werden. Zudem sei die Unbedenklichkeit von Lebensmittelkontaktmaterialien nachzuweisen und von einer unabhängigen Behörde zu bestätigen. Gebraucht werden nach Einschätzung des vzbv auch Positiv- und Negativlisten, aus denen klar hervorgeht, welche Chemikalien und Materialien für welche Produktbereiche verwendet werden dürfen und welche nicht. Ebenfalls gefordert werden eine eindeutige Kennzeichnung der Materialien, eine stärkere Kontrolle durch die Lebensmittelüberwachung und die Eindämmung des Imports potentiell gefährlicher Materialien. Zustimmung erhielt der vzbv von der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. In Lebensmittelverpackungen hätten Schadstoffe nichts zu suchen. Bereits der „kleinste Risikoverdacht muss zu einem unverzüglichen Bann führen“. Die Bundesregierung müsse ihren rechtlichen Handlungsspielraum zugunsten der Gesundheit „endlich nutzen“. (AgE)

MIV legt Geschäftsbericht 2019/20 vor

Einblicke in sein vielfältiges Aufgaben- und Themenspektrum gibt der Milchindustrie-Verband (MIV) in seinem aktuellen Geschäftsbericht 2019/20, der als PDF-Download in der Mediathek des Verbandes verfügbar ist. Laut MIV war der Berichtszeitraum neben den Veränderungen durch die Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf die Milchindustrie unter anderem durch die Branchenstrategie Milch 2030, die Themen Nachhaltigkeit und Tierwohl, die Farm-to-Fork-Strategie im Rahmen des Green Deal sowie die Diskussionen um den Nutri-Score und das neue Verpackungsgesetz geprägt. Abgerundet wird die Publikation durch interaktive Beiträge wie das persönliche Grußwort des MIV-Vorsitzenden Peter Stahl in einem Video und durch Audiobeiträge zu den Themen Milchmarkt, Brexit und Milch-Güteverordnung. In der ebenfalls erhältlichen E-Paper-Version kommen animierte Analysen hinzu. (AgE)

Schwaches Exportgeschäft sorgt in Ernährungswirtschaft für Umsatzrückgang

Die deutsche Ernährungsindustrie musste im Juli coronabedingt einen kräftigen Einbruch beim Export verzeichnen, konnte diesen aber teilweise durch das Inlandsgeschäft kompensieren. Wie die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) am vergangenen Donnerstag (1.10.) in ihrem Konjunkturreport mitteilte, verzeichnete die Branche im Berichtsmonat im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzrückgang von 2,0 % auf insgesamt 15,6 Mrd Euro. Während die Exporte deutlich zurückgingen, und zwar um 6,6 % auf 5,0 Mrd Euro, legte der Inlandsumsatz mit Lebensmitteln um 0,3 % zu, was die Erlöseinbußen unter dem Strich begrenzte. Gegenläufig entwickelten sich auch die Erzeugerpreise im In- und Ausland: Auf dem heimischen Markt befestigten sich diese laut BVE gegenüber Juli 2019 um 0,5 %, während sie im Ausland um 0,7 % sanken. Wie schon in den Monaten zuvor zeigten sich auch im Juli die negativen Auswirkungen der Corona-Krise auf die Produktion, wie die Bundesvereinigung weiter berichtete. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex sank ihr zufolge um 2,1 % im Vorjahresvergleich. Die Beschaffungskosten von Agrarrohstoffen sind zuletzt für die Lebensmittelproduzenten gestiegen. Im August 2020 legte der Rohstoffpreisindex für Nahrungs- und Genussmittel des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) im Vergleich zum Vormonat um 1,3 % auf 87,6 Punkten zu. Auch gegenüber dem Vorjahresmonat stieg der Index, nämlich um 1,9 %. Die Stimmung in der Ernährungsindustrie hellte sich ungeachtet dessen auf. Der Saldo des monatlich erscheinenden ifo-Geschäftsklimaindexes als Indikator für die Stimmung und Erwartungen der Ernährungsindustrie erhöhte sich nach einem kurzen Dämpfer im August im Folgemonat um 5,2 Punkte und lag damit bei insgesamt 10,7 Punkten. Auch die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage fiel positiver als noch im Vormonat aus; der betreffende Index kletterte auf insgesamt 19,5 Punkte. Die Geschäftserwartung der nächsten Monate spricht laut der BVE für einen moderat optimistischen Blick in die Zukunft: Der entsprechende Indikator stieg um 2,4 Punkte auf einen Saldo von plus 2,3 Punkten. (AgE)