Finland: purchase reason „animal welfare“

In Finland a recent study shows that animal welfare is the fourth most important reason to choose organic products for Finns who buy organic products. In 2020 it was in seventh place as a purchase reason. Now 67 percent of Finns believe that in organic production there is more investment in animal welfare than in conventional production.

2023-02-11 Infoveranstaltung in Kempten

Unter dem Motto „Zukunft jetzt gestalten – wann sonst?“ findet am Samstag, 11. Februar 2023, die Informationsveranstaltung zur Fortbildung zum Molkereimeister und -techniker an der Molkereischule Kempten statt. Die Teilnehmer haben die Wahl zwischen persönlicher Teilnahme am LVFZ-Kempten oder als live-Stream per Web-Konferenz. Wer Interesse an weiteren Details über mögliche Zusatzqualifikationen und Ausbildereignungs- und Führungsqualifikationen hat, meldet sich bis Freitag, 3. Februar 2023, unter: Staatliche Fach- und Technikerschule für Agrarwirtschaft, Fachrichtung Milch-wirtschaft und Molkereiweisen, Auf dem Bühl 84, 87437 Kempten, Telefon 08161/8640-1738, E-Mail: ines.heidel@lfl.bayern.de
Die Zugangsdaten zum Online-Meeting werden nach der Anmeldung verschickt.
Weitere Infos unter: technikerschule-Kempten.bayern.de

UK: chairman and Arla Foods Managing Director Mr. Ash Amirahmadi takes on role of Chair of the UK Dairy Roadmap

In the United Kingdom Dairy UK chairman and Arla Foods Managing Director Mr. Ash Amirahmadi has taken on the role of Chair of the UK Dairy Roadmap. He takes over the reins of the Roadmap from NFU Dairy Board Chair Michael Oakes. The UK Dairy Roadmap is a cross-industry initiative founded in 2008 that works across the whole dairy supply chain to drive forward the sustainability of the entire UK dairy sector, from farm to fork whilst ensuring the continued prosperity of the industry, and the provision of safe, affordable, nutritious and sustainable climate-friendly dairy produce for years to come. In 2021, the UK Dairy Roadmap raised its ambitions for the UK dairy sector as a whole to achieve Net Zero.

Sweden: research on virtual fencing of livestock

The Swedish agricultural university SLU is researching the virtual fencing of livestock. In the project, the animals are taught to obey the signals given by a collar when they approach the invisible gps fence of the pasture, which the farmer has determined with his mobilephone. The collar first gives a sound signal, and then a small electric shock if the animal does not turn back. The technology is not alloweyd yet in Sweden, but it has attracted a lot of interest and research continues.

Welternährungsprogramm warnt vor globaler Nahrungsmittelkrise

Vor einer im kommenden Jahr und in deren Folge vor einer Massenmigration hat der Exekutivdirektor des Welternährungsprogramms (WFP), David Beasley, gewarnt. Schon die Klimakrise und die Corona-Pandemie hätten Millionen Menschen zusätzlich in den Hunger getrieben. Nun habe der russische Angriff auf die Ukraine, „dem Brotkorb der Welt“, die Lage dramatisch verschärft, beklagte Beasley am 19. Oktober vor dem Menschenrechtsausschuss des Deutschen Bundestages. Während bei seinem Amtsantritt im April 2017 rund 80 Millionen Menschen akut vom Hungertod bedroht gewesen seien, habe sich diese Zahl auf jetzt 345 Millionen erhöht. Jahrelange Erfolge bei der Hungerbekämpfung seien zunichte gemacht worden. Der WPF-Chef appellierte an die Staatengemeinschaft, mehr Geld zur Verfügung zu stellen, um die Versorgungssicherheit in den betroffenen Ländern zu sichern und Hungersnöte, Destabilisierung und Massenflucht zu verhindern. Es sei zehnmal günstiger, vor Ort für eine regelmäßige Versorgung mit Schulessen zu sorgen, als sich später um Geflüchtete zu kümmern. Schon zwei Tage zuvor hatte sich Österreich anlässlich des Welternährungstages zu diesem Schritt entschlossen und seinen Beitrag zum Welternährungsprogramm deutlich erhöht. Während bisher pro Jahr rund 1,6 Mio Euro im Rahmen der internationalen Nahrungsmittelhilfe zur Verfügung gestellt wurden, werden die Beiträge für die Jahre 2023 bis 2025 auf jährlich 20 Mio Euro angehoben. Bundeskanzler Karl Nehammer, Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig und Außenminister Alexander Schallenberg begründeten ihre Entscheidung damit, dass durch den Ukraine-Krieg das Thema Lebensmittelversorgung in den weltweiten Fokus gerückt sei. Ein aktueller Bericht der Vereinten Nationen (UN) zeige, dass die Zahl der weltweit an Hunger leidenden Menschen eine Rekordhöhe erreicht habe. (AgE)

Arla erhöht Milchgeld um Zuschlag für Klimaschutz

Die europäische Molkereigenossenschaft Arla Foods führt im kommenden Jahr für ihre Lieferanten einen Nachhaltigkeitszuschlag beim Milchgeld ein. Wie das Unternehmen am 7. Oktober erklärte, sollen die Landwirte auf der Basis eines Punktesystems für bestimmte Maßnahmen zur Senkung ihrer Treibhausgas-(THG)-Emissionen bis zu drei Cent/kg Milch zusätzlich erhalten. Damit werde der bereits bestehende Zuschlag von einem Cent/kg Milch ergänzt, den die Milcherzeuger für die Übermittlung ihrer Klimacheckdaten erhalten. Bezogen auf die aktuelle Milchmenge der Genossenschaft entspreche dies in der Summe bis zu 500 Mio. € pro Jahr. Maßgebliche Nachhaltigkeitsaspekte sind laut Arla unter anderem die Futter-, Eiweiß- und Düngemitteleffizienz, Güllelieferungen zur Erzeugung von Biogas, die Biodiversität, „Carbon Farming“, die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen und der Einsatz von „entwaldungsfreiem“ Sojafutter. Ziel sei es, den THG-Ausstoß der Höfe – gemessen in CO2-Äquivalenten bis 2030 im Vergleich zu 2015 – um insgesamt 30 Prozent zu senken, so das Unternehmen. Um denselben Prozentsatz will der Konzern seine THG-Emissionen bei den externen Logistikdienstleistungen und Verpackungen reduzieren. In der Produktion, bei der eigenen Logistikflotte und bei der Energienutzung sollen es sogar 63 Przent weniger sein. Im Jahr 2050 will das Unternehmen klimaneutral wirtschaften. In Deutschland liefern mehr als 1 400 Landwirte an Arla. Hier gehört das Unternehmen mit zwei großen Milchwerken in Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern sowie der Deutschland-Zentrale in Düsseldorf zu den „Top 5“ in der Molkereibranche. (AgE)

The Netherlands: derogation permit from EU will be lost

Holland will lose the derogation permit from the EU. For 2022 situation will be the same as last two years for which farms need to have at least 80 pasture and on sandy and loess soils they are allowed to use 230 kilogram nitrogen out of manure and on other soils 250 kilogram. Without derogation this will become 170 kilogram in 2026, after 220 kg in 2023; 210 kg in 2024 and 190 kg in 2025. Also current with derogation, use of phosphate fertilizer is forbidden. When pasture is renewed 50 kilogram nitrogen less is allowed, when pasture is changed to land for maize 65 kilogram less nitrogen is allowed. Manure has to be injected in the soil, however on peat and clay soils manure can be added with trailing shoe technology but with the condition that this is only allowed with a temperature below 20 degrees Celsius. Because dairy farms that loose derogation have to dispose the surplus of manure it will cost them tens of thousands euro per year. The government has announced to compensate farms for this but it is unclear how much and under what conditions.

Deutsches Milchkontor wertet die Initiative Milch als Erfolg

Beim Deutschen Milchkontor (DMK) wertet man die Initiative Milch (IM) rund anderthalb Jahre nach ihrem Start als Erfolg, plädiert aber für eine deutlich bessere finanzielle Ausstattung der Kommunikationsplattform. „Aktuell haben wir ein Jahresbudget von nur 5 Mio Euro, um 80 Millionen Verbraucher von den Vorzügen des Rohstoffs Milch und den daraus hergestellten Produkten zu überzeugen“, berichtete der Leiter Unternehmensstrategie bei der DMK GmbH, Dr. Philipp Inderhees, beim Zukunftsforum des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), das am 9. September auf Gut Havichhorst bei Münster stattfand. „Es sollte uns allen zu denken geben, ob wir nicht ein ganz neues Miteinander, ganz neue Impulse brauchen“ so der Appell von Inderhees an die eigene Branche. An die jährlich 5 Mio Euro müsste eigentlich noch eine oder zwei Nullen gehängt werden, um im Wettbewerb um die Verbrauchergunst eine durchschlagende Wirkung zu erzielen. Was die finanzielle Ausstattung von Kommunikationsmaßnahmen angehe, könne das Agribusiness viel von anderen Branchen lernen, so der DMK-Manager. Zusätzliche Marketinganstrengungen seien allein deshalb notwendig, um zusätzliche Anforderungen an die Lieferkette zu einem möglichst großen Teil über den Produktpreis finanziert zu bekommen. Dies stoße angesichts einer hohen Inflation und teurer Energie mehr und mehr an Grenzen, was sich auch bei Milcherzeugnissen an Wanderungsbewegungen vom Supermarkt zum Discounter, vom Markenprodukt zur Handelsmarke und von Bio zu konventionell zeige.
Der Vorstandsvorsitzende der Agravis Raiffeisen AG, Dr. Dirk Köckler, sprach sich dafür aus, den Deutschen Raiffeisenverband (DRV) als politische Spitzenorganisation der Genossenschaften künftig verstärkt dazu zu nutzen, neue und andere Narrative über Lebens- und Futtermittel aufzubauen und zu bedienen. Gleichzeitig müsse der landwirtschaftliche Berufsstand über die Landesbauernverbände und den Deutschen Bauernverband (DBV) in Berlin und Brüssel aktiv werden und selbst Themen besetzen. Als Beispiele nannte Köckler die zuletzt aufgeflammte „Teller-Trog-Debatte“, in der sein Haus als großer Mischfutterhersteller für den Hunger in Teilen Afrikas verantwortlich gemacht worden sei – erwiesenermaßen völlig zu Unrecht. „Auch vor dem Hintergrund der Knappheit fällt es uns nicht schwer, mit den Wirklichkeiten zu argumentieren. Das ist Handwerk“, stellte Köckler klar. Im Rückblick bezeichnete es der heutige Agravis-Chef als Fehler, seinerzeit als junger Landwirt am liebsten „keine Mark“ an die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) bezahlt haben zu wollen. „Die Unternehmen der deutschen Agrarwirtschaft haben es nach dem Aus der CMA versäumt, sich selbst im Marketing zu positionieren“, räumte Köckler ein und verwies auf letztlich gescheiterte Bestrebungen, auf anderen Wegen Geld für ein gemeinschaftliches Marketing einzusammeln. „Da haben wir noch einen Fehler im System“, zeigte er sich auf Gut Havichhorst selbstkritisch. (AgE)

Anuga: Guter Anmeldestand im Rahmen der Frühbucheraktion – Frühbucherrabatt noch bis zum 30. September 2022

Die Lebensmittel- und Getränkebranche ist in Bewegung – und ebenso ihre Weltleitmesse Anuga. Aktuell wegbrechende Absatzmärkte sowie die Suche nach neuen Geschäftspotenzialen, stockende Lieferketten, klimatologische Entwicklungen und damit einhergehende Diskussionen um Energie und Rohstoffe fordern die Lebensmittel- und Getränkebranche mehr denn je heraus. Weltweit führende, exportorientierte Fachmessen wie die Anuga bieten dabei die Möglichkeit, neue Geschäftskontakte zu knüpfen und persönliche, vertrauensvolle Kundenbeziehungen aufzubauen. Noch bis zum 30. September 2022 können sich ausstellende Unternehmen ihren Stand zum Frühbucherpreis sichern und zum Start der Platzierungen dabei sein.
„Uns ist es wichtig, mit der Anuga in diesen herausfordernden Zeiten eine internationale Plattform zur Präsentation und vor allem zum Austausch zu bieten. Persönliche Begegnungen sind wichtiger denn je und dies wird uns auch aus unserer Ausstellerschaft gespiegelt. Rund um die zehn Fachmessen der Anuga herrscht Aufbruchstimmung. Und diese Signale erreichen uns auch aus der Politik, so dass wir uns freuen, zur Eröffnung der Anuga den Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Cem Özdemir begrüßen zu dürfen“, erklärt Stefanie Mauritz, DIrector Anuga.
Stimmen von Ausstellenden der Anuga Meat oder Anuga Chilled & Fresh Food wie „bei uns im Haus stehen die Zeichen auf Anuga“ oder „die Teilnahme an der Anuga ist gesetzt“ bestätigen das Vertrauen in die weltgrößte Fachmesse der Ernährungswirtschaft. Auch bei der Anuga Drinks und Anuga Hot Beverages laufen Gespräche mit Top-Marken, die nach vielen Jahren erstmalig wieder Interesse an der Anuga zeigen. Im Bio-Segment setzen die Anbieter im Rahmen der Anuga Organic darauf, über den Fachhandel hinaus eine breitere Zielgruppe an Einkäufern zu erreichen.
„In der Anuga Fine Food spüren wir zudem deutlich, dass Länder und Unternehmen die Anuga nutzen wollen, um neue Absatzmärkte zu erschließen, nachdem Märkte wie Russland und die Ukraine weggebrochen sind. Zur Anuga Dairy freuen wir uns neben innovativen Einsteigern der Branche 2023 wieder das vollumfängliche Angebot der nationalen und internationalen Molkereiindustrie präsentieren zu können. Die in 2021 erstmalig vorgestellte Dairy Alternatives Area wird 2023 ausgebaut. Und bei der Anuga Bread & Bakery sind bereits nahezu alle relevanten Player wieder an Bord“, resümiert Mauritz zum bisherigen Anmeldestand.
Die weiterentwickelte Anuga Out of Home (vormals “Anuga Culinary Concepts“) wird erstmals auch neue Ausstellergruppen, etwa aus Delivery bzw. To-Go-Segment, mit an Bord haben.

Schweiz: Emmi meldet trotz Umsatzsteigerung schwächeres Ergebnis

Der Schweizer Molkereikonzern Emmi hat im ersten Halbjahr 2022 trotz deutlich höherer Erlöse Einbußen beim Ergebnis hinnehmen müssen. Die Gruppe erwirtschaftete einen Umsatz von 2,016 Mrd sfr (2,09 Mrd Euro); das waren 7,0 % mehr als in der Vorjahresperiode. Dennoch verschlechterte sich das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) um 16,1 % auf 108,6 Mio sfr (112,8 Mio Euro). Der Reingewinn ging um gut ein Fünftel auf 78,1 Mio sfr (81,1 Mio Euro) zurück. Die Konzernführung begründete dies mit hohen Inputkosten bei gleichzeitig verzögerten Verkaufspreiserhöhungen. Für das Gesamtjahr 2022 rechnet sie jetzt mit einem inflationsgetriebenen, leicht höheren Wachstum von 5 % bis 6 % sowie einem etwas tieferen Ergebnis. Der Vorstandschef der Emmi-Gruppe, Urs Riedener, erklärte, dass die eingeleiteten Verkaufspreiserhöhungen ihre Wirkung entfalteten. Er sei zuversichtlich, dass die für 2022 revidierten Ziele erreicht würden. Treiber für den Umsatzzuwachs im Berichtshalbjahr war laut Emmi primär das Auslandsgeschäft und hier vor allem die Entwicklung in Brasilien, Mexiko und Tunesien, aber auch in den USA und Spanien. Positiv wirkten sich außerdem die anhaltende Dynamik bei Markenkonzepten sowie die Erholung im Food Service- und Industriekundenbereich aus. Das Geschäft der Division Americas, welche die USA, Brasilien, Spanien, Tunesien, Chile, Mexiko und Kanada umfasst, legte laut Konzernangaben im Halbjahresvergleich vor allem preisbedingt um 19,6 % auf fast 799 Mio sfr (829 Mio Euro) zu. Ende 2021 hatte die Emmi-Gruppe den amerikanischen Käsehersteller Athenos übernommen, die Nummer eins im US-Fetamarkt. Weniger erfreulich verlief aus Sicht der Schweizer zuletzt das Geschäft der Division Europa, die Deutschland, Italien, Niederlande, Frankreich, Großbritannien und Österreich abdeckt. Aufgrund negativer Akquisitions- und Währungseffekte gingen die Umsätze hier um 1,1 % auf 348 Mio sfr (361 Mio Euro) zurück. Der Heimatmarkt von Emmi, die Division Schweiz, erzielte einen Nettoerlös von 808 Mio sfr (839 Mio Euro), was ein Plus von 0,8 % bedeutete. Der Anteil des Inlandgeschäfts am Konzernumsatz verringerte sich um 2,4 Prozentpunkte auf 40,2 %. Es zeichnet sich ab, dass die Division Americas in Kürze bei den Erlösen den Heimatmarkt von Emmi überholen wird. Das Schweizer Geschäft des Molkereiunternehmens wurde zuletzt durch einen verstärkten Importdruck im Einzelhandel aufgrund der Euro-Schwäche gebremst. (Umrechnungskurs: 1 sfr = 1,0383 Euro) (AgE)

Germany: DMK dairy farms may temporarily stop producing VLOG milk

In Germany the biggest dairy cooperative DMK offers dairy farms that are producing VLOG milk temporary the possibility to stop this. This because of the short of non-GMO feed for cows since the Ukraine war. Important conditions for meeting the VLOG standard are that participating dairy farmers give their cows feed that is free from gene technology. Additionally participants apply full outside grazing at their farms. Also, the dairy processor has to guarantee that VLOG milk is processed in a separate milk stream. Dairy farms that produce according to the VLOG standard receive an extra reward on their milk.

Germany: discounter Lidl promotes climate protection

In Germany, the discounter Lidl is promoting climate protection in its supply chains. The discounter is encouraging 50 dairy farmers in the southern state Bavaria that produce Lidl-brand milk to reduce greenhouse gas emissions per litre milk by at least 25 percent by 2026 compared to the base year 2021.

Private Molkereien befürchten Kollaps

 

 

Der Verband der Bayerischen Privaten Milchwirtschaft (VBPM) befürchtet in kurzer Zeit einen Kollaps, sollten Molkereien von der Energieversorgung abgeschnitten werden. Das teilte der Verband nach seiner Jahrestagung am Dienstag in München in einer Pressemitteilung mit. Die wenigsten Molkereien hätten jetzt die Möglichkeit, schnell und komplett von Gas auf andere Energieträger umzusteigen.
Teilweise könne auf Heizöl umgestellt werden und auch Notstromaggregate seien eingeplant. „Hier bedarf es jedoch behördliche Genehmigungen, die nicht immer problemlos zu bekommen sind“, beklagt der Verband. Wenn mit dem Ausfall der Blockheizkraftwerke die Stromerzeugung eingestellt werde, müsse dieser aus dem Netz bezogen werden. Das sei ohne die technische Voraussetzung und ohne ein ausreichendes Stromangebot im Netz nicht möglich.
Die Unternehmen seien mit ihren Netzbetreibern in engstem Kontakt, um mögliche Versorgungslücken zu schließen. „Sollte dies nicht mehr gelingen und die Molkerei von der Energieversorgung abgeschnitten werden, droht in kurzer Zeit der Kollaps“, so Susanne Glasmann als Verbandsgeschäftsführerin. Die Folgen wären dramatisch.
Die Milch könnte dann nicht mehr verarbeitet werden und wäre auf den Erzeugerbetrieben zu entsorgen. Die fertigen Produkte wären in Kürze verdorben und die Regale im Einzelhandel je nach Produkt in einigen Tagen oder etwas später leer. (Elite magazine.de)

ÖVF-Freigabe: Landwirte reagierten mit Ausweitung des Eiweißpflanzenanbaus

Die Freigabe der Ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) für den Anbau von Nahrungs- und Futtermittelpflanzen hat nach Einschätzung der EU-Kommission zu einer deutlicheren Ausweitung des Anbaus von Eiweißpflanzen geführt. Im März hatte die Brüsseler Behörde bekanntlich den Mitgliedstaaten für dieses Jahr gestattet, den konventionellen Anbau auf den ÖVF-Brachen zu erlauben. Gemäß den Angaben in dem am 7.7. veröffentlichten Kommissionsbericht zu den EU-Agrarmärkten wurden die mit Eiweißfutterpflanzen – vorwiegend Erbsen, Ackerbohnen und Lupinen – bestellten Flächen zur diesjährigen Ernte gegenüber 2021 um 6 % auf 2,2 Mio ha ausgedehnt. Die betreffenden Erträge werden dem Marktausblick der Kommission zufolge voraussichtlich um etwa 3 % höher ausfallen als im Vorjahr. Beide Faktoren zusammengenommen bedeuteten, dass die Erzeugung von Eiweißpflanzen in der EU-27 schätzungsweise 4,8 Mio t erreichen werde, so die EU-Behörde. Die Landwirte nutzten diese Ausnahmeregelung zu den ÖVF laut der Kommission auch für den zusätzlichen Anbau von Sonnenblumen, da diese relativ wenig Wasser und Dünger benötigten. Die betreffende Anbaufläche belaufe sich auf 4,7 Mio ha. Die EU-Sonnenblumensaaterzeugung dürfte Brüssel zufolge gegenüber 2021 um 7,8 % auf 11,1 Mio t zulegen; das wäre ein neuer Höchststand. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir hatte bekanntlich eine vollumfängliche Nutzung der ÖVF in Deutschland nicht gestattet, sondern lediglich die Verfütterung des Aufwuchses zugestanden.

Derweil stehe der Veredlungssektor der EU aufgrund des Ausbruchs von Tierseuchen und der hohen Futtermittelpreise vor Herausforderungen, so die Kommission. Die Preise für Milch und Milcherzeugnisse in der EU bewegten sich zwar auf einem „Rekordhoch“. Trotzdem blieben die Gewinnmagen der Betriebe wegen der hohen Kosten vor allem für Futtermittel und Energie sowie für Logistik niedrig. Da die Wetteraussichten für Weideflächen obendrein negativ seien, könnten die Milchanlieferungen in der EU in diesem Jahr um 0,6 % zurückgehen. Die EU-Schweinefleischerzeugung wird laut der Vorhersage der Kommission wegen zunehmender Umweltauflagen, sinkenden Exportmöglichkeiten, anhaltend hoher Inputkosten und der Afrikanischen Schweinepest (ASP) um 4,7 % gegenüber 2021 abnehmen. Der Behörde zufolge ist das Vereinigte Königreich, da die ASP-Krise in China eingedämmt ist, wieder der wichtigste Exportmarkt für Schweinefleisch aus der EU. Zurückgehen dürfte nach Einschätzung der Brüsseler Beamten auch die Rindfleischproduktion in der Gemeinschaft, trotz wahrscheinlich hoher Preise bis Jahresende. Dies sei vor allem auf einen rückläufigen Kuhbestand zurückzuführen. Gleichwohl wird aber für 2022 mit einem Anstieg der EU-Rindfleischexporte um 4 % gerechnet, der von der Nachfrage hochwertiger Märkte wie Kanada, Japan und dem Vereinigten Königreich getragen werden soll. (AgE)

Niederländischer Bauernverband verurteilt ausufernde Proteste

Der niederländische Bauernverband (LTO) hat die teils sehr drastischen Aktionen bei den Demonstrationen gegen die Pläner der Haager Regierung zur Verringerung der Stickstoffbelastung verurteilt. Die Proteste waren zunächst in der vorvergangenen Woche weitgehend friedlich gestartet, arteten dann aber zuletzt in Gülleattacken und Blockaden aus. Der LTO erklärte am vergangenen Mittwoch (29.6.), dass solche Aktionen „inakzeptabel“ seien. Gleichwohl stellte der Bauernverband klar, dass der Berufsstand „wütend und verzweifelt“ über die Politik der Regierung sei. „Wir machen darauf in angemessener und würdiger Weise aufmerksam, durch genehmigte Demonstrationen, durch öffentlichkeitswirksame Aktionen und durch Gespräche mit Bürgern“, so der LTO. Dies laufe positiv, mit Kreativität und unter Nutzung des verfassungsmäßigen Demonstrationsrechts ab. Der Bauernverband stellte klar, dass daher die große Mehrheit der Landwirte und Gärtner die Art und Weise missbillige, in der eine kleine Minderheit ihrem Ärger „auf unangemessene und sogar illegale Weise“ Ausdruck verleihe. Der Berufsstand wolle die Unterstützung der Gesellschaft behalten. Der LTO verwies in dem Zusammenhang auf Studien, wonach diese Unterstützung „im Überfluss“ vorhanden sei. Es sollte die Zerstörung der Landschaft im Fokus stehen und nicht die Empörung über Aktionen.
Medienberichten zufolge errichteten die Demonstranten Autobahnblockaden an der Grenze zu Niedersachsen, türmten auf Straßen Heuballen auf und setzten diese in Brand oder entluden Gülle und Mist in der Innenstadt. Auch Polizeiautos wurden beschädigt. Landesweite Demonstrationen verursachten lange Staus. Am 30. Juni durchbrachen Demonstranten eine Polizeisperre vor dem Privathaus von der für Natur und Stickstoff zuständigen Ministerin Christianne van der Wal. Die Polizei sprach von einer „neuen Dimension der Gewalt“. Laut Medienberichten war die niederländische Farmers Defence Force (FDF) an den Protesten beteiligt. Ministerpräsident Mark Rutte hatte am Dienstag voriger Woche (28.6.) auf Twitter eingeräumt, dass die Veränderungen, denen sich der Agrarsektor gegenübersehe, „groß und weitreichend“ seien. Die Regierung habe Verständnis für die Sorgen, den Ärger und die Frustration der Landwirte. Demonstrieren sei erlaubt, aber es sei „inakzeptabel“, die Sicherheit anderer zu gefährden oder die Verwaltungsangestellten und die Medien einzuschüchtern, stellte Rutte klar. Die Regierungspläne sehen vor, dass landesweit regional unterschiedliche Stickstoffleitziele und Verringerungsvorgaben festgelegt werden, die in Abhängigkeit von den örtlichen Gegebenheiten zwischen 12 % und 70 % reichen. (AgE)

The Netherlands: Royal A-ware takes over cheese producer Noordhoek

In Holland the family owned dairy Royal A-ware will take over the family owned grated cheese producer Noordhoek. Noordhoek has a history of 25 years. Noordhoek products find their way to bakeries, pizza manufacturers, catering wholesalers and other companies within the food industry. At Noordhoek, more than 50 employees work at a modern production location in Bodegraven. Royal A-ware is a Dutch family business, specialized in the production, ripening, cutting and packaging of cheese and other fresh food products such as fresh dairy products, tapas and milk powder and has more than 3000 employees.

Lidl ruft Käse zurück

Die spanische Firma Goya Europa S.L.U. ruft eines ihrer Produkte zurück. Betroffen ist ein Käse, der „Queso latino“ in der 325 Gramm Packung mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 27.06.2022. Der Artikel wurde in Lidl-Märkten in den folgenden Bundesländern verkauft: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin und Brandenburg.
Der Käse wird zurückgerufen, da in einigen Produkten Listerien (Listeria monocytogenes) nachgewiesen werden konnten. Diese können Auslöser von Magen- und Darmerkrankungen sein.

Betroffen ist folgender Artikel:

Artikel: Käse „Goya Queso latino“
Inhalt: 325 g
Mindesthaltbarkeitsdatum: 27.06.22
Losnummer 061322
Identitätskennzeichen ES 15.00283/P CE
Hersteller / Lieferant: Goya Europa S.L.U