Deutsches Milchkontor wertet die Initiative Milch als Erfolg

Beim Deutschen Milchkontor (DMK) wertet man die Initiative Milch (IM) rund anderthalb Jahre nach ihrem Start als Erfolg, plädiert aber für eine deutlich bessere finanzielle Ausstattung der Kommunikationsplattform. „Aktuell haben wir ein Jahresbudget von nur 5 Mio Euro, um 80 Millionen Verbraucher von den Vorzügen des Rohstoffs Milch und den daraus hergestellten Produkten zu überzeugen“, berichtete der Leiter Unternehmensstrategie bei der DMK GmbH, Dr. Philipp Inderhees, beim Zukunftsforum des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), das am 9. September auf Gut Havichhorst bei Münster stattfand. „Es sollte uns allen zu denken geben, ob wir nicht ein ganz neues Miteinander, ganz neue Impulse brauchen“ so der Appell von Inderhees an die eigene Branche. An die jährlich 5 Mio Euro müsste eigentlich noch eine oder zwei Nullen gehängt werden, um im Wettbewerb um die Verbrauchergunst eine durchschlagende Wirkung zu erzielen. Was die finanzielle Ausstattung von Kommunikationsmaßnahmen angehe, könne das Agribusiness viel von anderen Branchen lernen, so der DMK-Manager. Zusätzliche Marketinganstrengungen seien allein deshalb notwendig, um zusätzliche Anforderungen an die Lieferkette zu einem möglichst großen Teil über den Produktpreis finanziert zu bekommen. Dies stoße angesichts einer hohen Inflation und teurer Energie mehr und mehr an Grenzen, was sich auch bei Milcherzeugnissen an Wanderungsbewegungen vom Supermarkt zum Discounter, vom Markenprodukt zur Handelsmarke und von Bio zu konventionell zeige.
Der Vorstandsvorsitzende der Agravis Raiffeisen AG, Dr. Dirk Köckler, sprach sich dafür aus, den Deutschen Raiffeisenverband (DRV) als politische Spitzenorganisation der Genossenschaften künftig verstärkt dazu zu nutzen, neue und andere Narrative über Lebens- und Futtermittel aufzubauen und zu bedienen. Gleichzeitig müsse der landwirtschaftliche Berufsstand über die Landesbauernverbände und den Deutschen Bauernverband (DBV) in Berlin und Brüssel aktiv werden und selbst Themen besetzen. Als Beispiele nannte Köckler die zuletzt aufgeflammte „Teller-Trog-Debatte“, in der sein Haus als großer Mischfutterhersteller für den Hunger in Teilen Afrikas verantwortlich gemacht worden sei – erwiesenermaßen völlig zu Unrecht. „Auch vor dem Hintergrund der Knappheit fällt es uns nicht schwer, mit den Wirklichkeiten zu argumentieren. Das ist Handwerk“, stellte Köckler klar. Im Rückblick bezeichnete es der heutige Agravis-Chef als Fehler, seinerzeit als junger Landwirt am liebsten „keine Mark“ an die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) bezahlt haben zu wollen. „Die Unternehmen der deutschen Agrarwirtschaft haben es nach dem Aus der CMA versäumt, sich selbst im Marketing zu positionieren“, räumte Köckler ein und verwies auf letztlich gescheiterte Bestrebungen, auf anderen Wegen Geld für ein gemeinschaftliches Marketing einzusammeln. „Da haben wir noch einen Fehler im System“, zeigte er sich auf Gut Havichhorst selbstkritisch. (AgE)

Anuga: Guter Anmeldestand im Rahmen der Frühbucheraktion – Frühbucherrabatt noch bis zum 30. September 2022

Die Lebensmittel- und Getränkebranche ist in Bewegung – und ebenso ihre Weltleitmesse Anuga. Aktuell wegbrechende Absatzmärkte sowie die Suche nach neuen Geschäftspotenzialen, stockende Lieferketten, klimatologische Entwicklungen und damit einhergehende Diskussionen um Energie und Rohstoffe fordern die Lebensmittel- und Getränkebranche mehr denn je heraus. Weltweit führende, exportorientierte Fachmessen wie die Anuga bieten dabei die Möglichkeit, neue Geschäftskontakte zu knüpfen und persönliche, vertrauensvolle Kundenbeziehungen aufzubauen. Noch bis zum 30. September 2022 können sich ausstellende Unternehmen ihren Stand zum Frühbucherpreis sichern und zum Start der Platzierungen dabei sein.
„Uns ist es wichtig, mit der Anuga in diesen herausfordernden Zeiten eine internationale Plattform zur Präsentation und vor allem zum Austausch zu bieten. Persönliche Begegnungen sind wichtiger denn je und dies wird uns auch aus unserer Ausstellerschaft gespiegelt. Rund um die zehn Fachmessen der Anuga herrscht Aufbruchstimmung. Und diese Signale erreichen uns auch aus der Politik, so dass wir uns freuen, zur Eröffnung der Anuga den Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Cem Özdemir begrüßen zu dürfen“, erklärt Stefanie Mauritz, DIrector Anuga.
Stimmen von Ausstellenden der Anuga Meat oder Anuga Chilled & Fresh Food wie „bei uns im Haus stehen die Zeichen auf Anuga“ oder „die Teilnahme an der Anuga ist gesetzt“ bestätigen das Vertrauen in die weltgrößte Fachmesse der Ernährungswirtschaft. Auch bei der Anuga Drinks und Anuga Hot Beverages laufen Gespräche mit Top-Marken, die nach vielen Jahren erstmalig wieder Interesse an der Anuga zeigen. Im Bio-Segment setzen die Anbieter im Rahmen der Anuga Organic darauf, über den Fachhandel hinaus eine breitere Zielgruppe an Einkäufern zu erreichen.
„In der Anuga Fine Food spüren wir zudem deutlich, dass Länder und Unternehmen die Anuga nutzen wollen, um neue Absatzmärkte zu erschließen, nachdem Märkte wie Russland und die Ukraine weggebrochen sind. Zur Anuga Dairy freuen wir uns neben innovativen Einsteigern der Branche 2023 wieder das vollumfängliche Angebot der nationalen und internationalen Molkereiindustrie präsentieren zu können. Die in 2021 erstmalig vorgestellte Dairy Alternatives Area wird 2023 ausgebaut. Und bei der Anuga Bread & Bakery sind bereits nahezu alle relevanten Player wieder an Bord“, resümiert Mauritz zum bisherigen Anmeldestand.
Die weiterentwickelte Anuga Out of Home (vormals “Anuga Culinary Concepts“) wird erstmals auch neue Ausstellergruppen, etwa aus Delivery bzw. To-Go-Segment, mit an Bord haben.

Schweiz: Emmi meldet trotz Umsatzsteigerung schwächeres Ergebnis

Der Schweizer Molkereikonzern Emmi hat im ersten Halbjahr 2022 trotz deutlich höherer Erlöse Einbußen beim Ergebnis hinnehmen müssen. Die Gruppe erwirtschaftete einen Umsatz von 2,016 Mrd sfr (2,09 Mrd Euro); das waren 7,0 % mehr als in der Vorjahresperiode. Dennoch verschlechterte sich das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) um 16,1 % auf 108,6 Mio sfr (112,8 Mio Euro). Der Reingewinn ging um gut ein Fünftel auf 78,1 Mio sfr (81,1 Mio Euro) zurück. Die Konzernführung begründete dies mit hohen Inputkosten bei gleichzeitig verzögerten Verkaufspreiserhöhungen. Für das Gesamtjahr 2022 rechnet sie jetzt mit einem inflationsgetriebenen, leicht höheren Wachstum von 5 % bis 6 % sowie einem etwas tieferen Ergebnis. Der Vorstandschef der Emmi-Gruppe, Urs Riedener, erklärte, dass die eingeleiteten Verkaufspreiserhöhungen ihre Wirkung entfalteten. Er sei zuversichtlich, dass die für 2022 revidierten Ziele erreicht würden. Treiber für den Umsatzzuwachs im Berichtshalbjahr war laut Emmi primär das Auslandsgeschäft und hier vor allem die Entwicklung in Brasilien, Mexiko und Tunesien, aber auch in den USA und Spanien. Positiv wirkten sich außerdem die anhaltende Dynamik bei Markenkonzepten sowie die Erholung im Food Service- und Industriekundenbereich aus. Das Geschäft der Division Americas, welche die USA, Brasilien, Spanien, Tunesien, Chile, Mexiko und Kanada umfasst, legte laut Konzernangaben im Halbjahresvergleich vor allem preisbedingt um 19,6 % auf fast 799 Mio sfr (829 Mio Euro) zu. Ende 2021 hatte die Emmi-Gruppe den amerikanischen Käsehersteller Athenos übernommen, die Nummer eins im US-Fetamarkt. Weniger erfreulich verlief aus Sicht der Schweizer zuletzt das Geschäft der Division Europa, die Deutschland, Italien, Niederlande, Frankreich, Großbritannien und Österreich abdeckt. Aufgrund negativer Akquisitions- und Währungseffekte gingen die Umsätze hier um 1,1 % auf 348 Mio sfr (361 Mio Euro) zurück. Der Heimatmarkt von Emmi, die Division Schweiz, erzielte einen Nettoerlös von 808 Mio sfr (839 Mio Euro), was ein Plus von 0,8 % bedeutete. Der Anteil des Inlandgeschäfts am Konzernumsatz verringerte sich um 2,4 Prozentpunkte auf 40,2 %. Es zeichnet sich ab, dass die Division Americas in Kürze bei den Erlösen den Heimatmarkt von Emmi überholen wird. Das Schweizer Geschäft des Molkereiunternehmens wurde zuletzt durch einen verstärkten Importdruck im Einzelhandel aufgrund der Euro-Schwäche gebremst. (Umrechnungskurs: 1 sfr = 1,0383 Euro) (AgE)

Germany: DMK dairy farms may temporarily stop producing VLOG milk

In Germany the biggest dairy cooperative DMK offers dairy farms that are producing VLOG milk temporary the possibility to stop this. This because of the short of non-GMO feed for cows since the Ukraine war. Important conditions for meeting the VLOG standard are that participating dairy farmers give their cows feed that is free from gene technology. Additionally participants apply full outside grazing at their farms. Also, the dairy processor has to guarantee that VLOG milk is processed in a separate milk stream. Dairy farms that produce according to the VLOG standard receive an extra reward on their milk.

Germany: discounter Lidl promotes climate protection

In Germany, the discounter Lidl is promoting climate protection in its supply chains. The discounter is encouraging 50 dairy farmers in the southern state Bavaria that produce Lidl-brand milk to reduce greenhouse gas emissions per litre milk by at least 25 percent by 2026 compared to the base year 2021.

Private Molkereien befürchten Kollaps

 

 

Der Verband der Bayerischen Privaten Milchwirtschaft (VBPM) befürchtet in kurzer Zeit einen Kollaps, sollten Molkereien von der Energieversorgung abgeschnitten werden. Das teilte der Verband nach seiner Jahrestagung am Dienstag in München in einer Pressemitteilung mit. Die wenigsten Molkereien hätten jetzt die Möglichkeit, schnell und komplett von Gas auf andere Energieträger umzusteigen.
Teilweise könne auf Heizöl umgestellt werden und auch Notstromaggregate seien eingeplant. „Hier bedarf es jedoch behördliche Genehmigungen, die nicht immer problemlos zu bekommen sind“, beklagt der Verband. Wenn mit dem Ausfall der Blockheizkraftwerke die Stromerzeugung eingestellt werde, müsse dieser aus dem Netz bezogen werden. Das sei ohne die technische Voraussetzung und ohne ein ausreichendes Stromangebot im Netz nicht möglich.
Die Unternehmen seien mit ihren Netzbetreibern in engstem Kontakt, um mögliche Versorgungslücken zu schließen. „Sollte dies nicht mehr gelingen und die Molkerei von der Energieversorgung abgeschnitten werden, droht in kurzer Zeit der Kollaps“, so Susanne Glasmann als Verbandsgeschäftsführerin. Die Folgen wären dramatisch.
Die Milch könnte dann nicht mehr verarbeitet werden und wäre auf den Erzeugerbetrieben zu entsorgen. Die fertigen Produkte wären in Kürze verdorben und die Regale im Einzelhandel je nach Produkt in einigen Tagen oder etwas später leer. (Elite magazine.de)

ÖVF-Freigabe: Landwirte reagierten mit Ausweitung des Eiweißpflanzenanbaus

Die Freigabe der Ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) für den Anbau von Nahrungs- und Futtermittelpflanzen hat nach Einschätzung der EU-Kommission zu einer deutlicheren Ausweitung des Anbaus von Eiweißpflanzen geführt. Im März hatte die Brüsseler Behörde bekanntlich den Mitgliedstaaten für dieses Jahr gestattet, den konventionellen Anbau auf den ÖVF-Brachen zu erlauben. Gemäß den Angaben in dem am 7.7. veröffentlichten Kommissionsbericht zu den EU-Agrarmärkten wurden die mit Eiweißfutterpflanzen – vorwiegend Erbsen, Ackerbohnen und Lupinen – bestellten Flächen zur diesjährigen Ernte gegenüber 2021 um 6 % auf 2,2 Mio ha ausgedehnt. Die betreffenden Erträge werden dem Marktausblick der Kommission zufolge voraussichtlich um etwa 3 % höher ausfallen als im Vorjahr. Beide Faktoren zusammengenommen bedeuteten, dass die Erzeugung von Eiweißpflanzen in der EU-27 schätzungsweise 4,8 Mio t erreichen werde, so die EU-Behörde. Die Landwirte nutzten diese Ausnahmeregelung zu den ÖVF laut der Kommission auch für den zusätzlichen Anbau von Sonnenblumen, da diese relativ wenig Wasser und Dünger benötigten. Die betreffende Anbaufläche belaufe sich auf 4,7 Mio ha. Die EU-Sonnenblumensaaterzeugung dürfte Brüssel zufolge gegenüber 2021 um 7,8 % auf 11,1 Mio t zulegen; das wäre ein neuer Höchststand. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir hatte bekanntlich eine vollumfängliche Nutzung der ÖVF in Deutschland nicht gestattet, sondern lediglich die Verfütterung des Aufwuchses zugestanden.

Derweil stehe der Veredlungssektor der EU aufgrund des Ausbruchs von Tierseuchen und der hohen Futtermittelpreise vor Herausforderungen, so die Kommission. Die Preise für Milch und Milcherzeugnisse in der EU bewegten sich zwar auf einem „Rekordhoch“. Trotzdem blieben die Gewinnmagen der Betriebe wegen der hohen Kosten vor allem für Futtermittel und Energie sowie für Logistik niedrig. Da die Wetteraussichten für Weideflächen obendrein negativ seien, könnten die Milchanlieferungen in der EU in diesem Jahr um 0,6 % zurückgehen. Die EU-Schweinefleischerzeugung wird laut der Vorhersage der Kommission wegen zunehmender Umweltauflagen, sinkenden Exportmöglichkeiten, anhaltend hoher Inputkosten und der Afrikanischen Schweinepest (ASP) um 4,7 % gegenüber 2021 abnehmen. Der Behörde zufolge ist das Vereinigte Königreich, da die ASP-Krise in China eingedämmt ist, wieder der wichtigste Exportmarkt für Schweinefleisch aus der EU. Zurückgehen dürfte nach Einschätzung der Brüsseler Beamten auch die Rindfleischproduktion in der Gemeinschaft, trotz wahrscheinlich hoher Preise bis Jahresende. Dies sei vor allem auf einen rückläufigen Kuhbestand zurückzuführen. Gleichwohl wird aber für 2022 mit einem Anstieg der EU-Rindfleischexporte um 4 % gerechnet, der von der Nachfrage hochwertiger Märkte wie Kanada, Japan und dem Vereinigten Königreich getragen werden soll. (AgE)

Niederländischer Bauernverband verurteilt ausufernde Proteste

Der niederländische Bauernverband (LTO) hat die teils sehr drastischen Aktionen bei den Demonstrationen gegen die Pläner der Haager Regierung zur Verringerung der Stickstoffbelastung verurteilt. Die Proteste waren zunächst in der vorvergangenen Woche weitgehend friedlich gestartet, arteten dann aber zuletzt in Gülleattacken und Blockaden aus. Der LTO erklärte am vergangenen Mittwoch (29.6.), dass solche Aktionen „inakzeptabel“ seien. Gleichwohl stellte der Bauernverband klar, dass der Berufsstand „wütend und verzweifelt“ über die Politik der Regierung sei. „Wir machen darauf in angemessener und würdiger Weise aufmerksam, durch genehmigte Demonstrationen, durch öffentlichkeitswirksame Aktionen und durch Gespräche mit Bürgern“, so der LTO. Dies laufe positiv, mit Kreativität und unter Nutzung des verfassungsmäßigen Demonstrationsrechts ab. Der Bauernverband stellte klar, dass daher die große Mehrheit der Landwirte und Gärtner die Art und Weise missbillige, in der eine kleine Minderheit ihrem Ärger „auf unangemessene und sogar illegale Weise“ Ausdruck verleihe. Der Berufsstand wolle die Unterstützung der Gesellschaft behalten. Der LTO verwies in dem Zusammenhang auf Studien, wonach diese Unterstützung „im Überfluss“ vorhanden sei. Es sollte die Zerstörung der Landschaft im Fokus stehen und nicht die Empörung über Aktionen.
Medienberichten zufolge errichteten die Demonstranten Autobahnblockaden an der Grenze zu Niedersachsen, türmten auf Straßen Heuballen auf und setzten diese in Brand oder entluden Gülle und Mist in der Innenstadt. Auch Polizeiautos wurden beschädigt. Landesweite Demonstrationen verursachten lange Staus. Am 30. Juni durchbrachen Demonstranten eine Polizeisperre vor dem Privathaus von der für Natur und Stickstoff zuständigen Ministerin Christianne van der Wal. Die Polizei sprach von einer „neuen Dimension der Gewalt“. Laut Medienberichten war die niederländische Farmers Defence Force (FDF) an den Protesten beteiligt. Ministerpräsident Mark Rutte hatte am Dienstag voriger Woche (28.6.) auf Twitter eingeräumt, dass die Veränderungen, denen sich der Agrarsektor gegenübersehe, „groß und weitreichend“ seien. Die Regierung habe Verständnis für die Sorgen, den Ärger und die Frustration der Landwirte. Demonstrieren sei erlaubt, aber es sei „inakzeptabel“, die Sicherheit anderer zu gefährden oder die Verwaltungsangestellten und die Medien einzuschüchtern, stellte Rutte klar. Die Regierungspläne sehen vor, dass landesweit regional unterschiedliche Stickstoffleitziele und Verringerungsvorgaben festgelegt werden, die in Abhängigkeit von den örtlichen Gegebenheiten zwischen 12 % und 70 % reichen. (AgE)

The Netherlands: Royal A-ware takes over cheese producer Noordhoek

In Holland the family owned dairy Royal A-ware will take over the family owned grated cheese producer Noordhoek. Noordhoek has a history of 25 years. Noordhoek products find their way to bakeries, pizza manufacturers, catering wholesalers and other companies within the food industry. At Noordhoek, more than 50 employees work at a modern production location in Bodegraven. Royal A-ware is a Dutch family business, specialized in the production, ripening, cutting and packaging of cheese and other fresh food products such as fresh dairy products, tapas and milk powder and has more than 3000 employees.

Lidl ruft Käse zurück

Die spanische Firma Goya Europa S.L.U. ruft eines ihrer Produkte zurück. Betroffen ist ein Käse, der „Queso latino“ in der 325 Gramm Packung mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 27.06.2022. Der Artikel wurde in Lidl-Märkten in den folgenden Bundesländern verkauft: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin und Brandenburg.
Der Käse wird zurückgerufen, da in einigen Produkten Listerien (Listeria monocytogenes) nachgewiesen werden konnten. Diese können Auslöser von Magen- und Darmerkrankungen sein.

Betroffen ist folgender Artikel:

Artikel: Käse „Goya Queso latino“
Inhalt: 325 g
Mindesthaltbarkeitsdatum: 27.06.22
Losnummer 061322
Identitätskennzeichen ES 15.00283/P CE
Hersteller / Lieferant: Goya Europa S.L.U

Neuseelands Milchwirtschaft wirft EU Protektionismus vor

Die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Neuseeland sind in einer entscheidenden Phase. Nach der Fleischwirtschaft hat nun auch Neuseelands Milchbranche vor einem schlechten Handelsabschluss gewarnt, welcher den EU-Markt fast vollständig für neuseeländische Milchexporteure geschlossen halten würde. „Es ist empörend, dass die EU den Anschein erweckt, gegenüber Milchimporten besonders sensibel zu sein und Marktstörungen unterstellt“, erklärte der Vorsitzende des neuseeländischen Molkereiverbandes (DCANZ), Malcolm Bailey. Beide Verhandlungsparteien seien weltweit bedeutende und wettbewerbsfähige Milchexporteure und sollten in der Lage sein, ein hohes Maß an Handelsliberalisierung anzustreben. Das ursprüngliche Marktzugangsangebot der EU habe sich auf sehr kleine Quoten mit Kontingentszollsätzen bezogen, berichtete der Verband. Das Anfangskontingent für Käse belief sich demnach auf lediglich 1 500 t, für Butter und Vollmilchpulver auf wenige hundert Tonnen. Angesichts der hohen Verbrauchs- und Handelsmengen in der EU seien das „verschwindend geringere Mengen“, kritisierte Bailey. Hinzu kämen noch geplante „protektionistische Bestimmungen“ für die Produktbezeichnungen. Die von der EU angebotenen Importmengen entsprächen nur einem kleinen Bruchteil des Gesamtmarktes und würden in Verbindung mit den kontingentinternen Zollschranken „kaum mehr als die Illusion eines Zugangs darstellen“, monierte der Verbandsvorsitzende. Dies sei ärgerlich, zumal die EU den neuseeländischen Käseherstellern zusätzlich auch die Möglichkeit nehmen wolle, gängige Käsenamen wie Feta, Parmesan und Gruyère zu gebrauchen. „Sie versuchen nicht nur, den unfairen Protektionismus in der EU aufrechtzuerhalten, sondern ihn auch auf den neuseeländischen Markt auszuweiten“, monierte Bailey. Der Verbandsvorsitzende wies daBunrauf hin, dass die DCANZ die neuseeländische Regierung nachdrücklich dabei unterstützt habe, das frühere Marktzugangsangebot der EU als nicht ausreichend zurückzuweisen. Sollte das überarbeitete Angebot in ähnlicher Weise den Marktzugang beschränken, werde die Regierung aufgefordert, auch dieses abzulehnen, betonte Bailey. Es gebe keinen Grund, warum die EU nicht ein Abkommen mit einem umfassenderen Abbau von Einfuhrzöllen für Milchprodukte einräumen könnte, das Vereinigte Königreich habe dies jüngst auch getan. (AgE)

Notierung für Päckchenbutter gibt nach

Die Senkung des Butterpreises bei mehreren Discountern Anfang Juni um 10 Cent auf 2,19 Euro für das 250-g-Päckchen hat sich nun auch in der amtlichen Notierung für die geformte Ware niedergeschlagen. An der Süddeutschen Butter- und Käsebörse in Kempten wurde am 8. Juni die Notierung am unteren Ende um 42 Cent auf 7,22 Euro/kg und am oberen Ende um 30 Cent auf 7,60 Euro/kg nach unten korrigiert. Nach Angaben des Verbandes der Milcherzeuger Bayern (VMB) hatte im Mai die Nachfrage für die Päckchenbutter in den Läden auch aufgrund der medialen Berichterstattung über die stark gestiegenen Preise gelitten. Auch die verhaltene Nachfrage für Spargel und Erdbeeren habe den Absatz am Milchfettmarkt nicht gerade gefördert. Nach der Preissenkung in den Läden hätten sich die Verkäufe aber wieder belebt. Auch die Kemptener Börse berichtete von einer verbesserten Nachfrage. Diese gab es auch für Blockbutter und aufgrund der meist fehlenden Kontraktbindung wurde die Notierung der losen Ware in Kempten im Spannenmittel um 2,5 Cent auf 7,20 Euro/kg bis 7,25 Euro/kg angehoben. Die Notierungen für Schnitt- wie auch für Hartkäse blieben vergangene Woche bei recht guter Nachfrage und nicht zu reichlichem Angebot stabil. Insbesondere aus den südlichen Urlaubsregionen am Mittelmeer hat es laut Analysten zuletzt eine rege Importnachfrage gegeben.
Am Milchpulvermarkt scheinen sich nach den Abschlägen im Mai nun wieder festere Tendenzen durchzusetzen. Laut Erhebungen der Kemptener Börse legten die Verkaufspreise für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität im Schnitt um 4 Cent auf 4,00 Euro/kg bis 4,33 Euro/kg zu; die Futtermittelware verteuerte sich im Schnitt sogar um 8 Cent auf 3,88 Euro/kg bis 3,95 Euro/kg. Nach Angaben der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) gab es auf Seiten der Verkäufer eine gewisse Zurückhaltung bei den Neuabschlüssen für freie Ware, da Unsicherheiten über die zukünftige Warenverfügbarkeit sowie die Entwicklung der Gaspreise und damit der Trocknungskosten bestehe. Am Weltmarkt wird mit einer Belebung der Nachfrage nach dem Ende der Lockdowns in China gerechnet. Laut ZMB sind die günstigsten Pulverangebote vom Markt verschwunden. Vollmilchpulver ließ sich erstmals seit längerem wieder etwas teurer verkaufen und wurde mit einem Aufschlag von 3 Cent auf 5,35 Euro/kg bis 5,50 Euro/kg gehandelt. Es seien einige Neuabschlüsse getätigt worden, berichtete die ZMB. Fester tendierte auch Molkenpulver, wobei die Futtermittelware im Verkauf mit 1,23 Euro/kg bis 1,27 Euro/kg einen Cent mehr als in der Vorwoche erzielte. Bei Abgabe an die Lebensmittelindustrie ließen sich um 2 Cent höhere Mindestpreise erzielen.
Am Weltmarkt für Milchprodukte zogen die Preise zuletzt ebenfalls an. Bei der Auktion an der Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) stieg am vergangenen Dienstag der Preisindex der sechs gehandelten Standardmilcherzeugnisse gegenüber der Versteigerung von Mitte Mai um 1,5 %; das war das erste Plus seit Anfang März. Einen besonders deutlichen Zuschlag von 5,6 % auf 6 068 $/t (5 657 Euro) verbuchte dabei die Butter. Magermilchpulver ließ sich gegenüber der Handelsrunde vor drei Wochen mit einem durchschnittlichen Aufschlag von 3,0 % auf 4 240 $/t (3 953 Euro) verkaufen, Buttermilchpulver stieg um 4,5 %. Beim umsatzstärksten Handelsprodukt Vollmilchpulver ergab sich im Schnitt aller gehandelten Kontrakte dagegen ein leichtes Minus von 0,3 % auf 4 158 $/t (3 3 877 Euro). Hier mussten die Käufer im Vergleich zur Auktion von Mitte Mai für Liefertermine im Juli und August Aufschläge von gut 6 % bezahlen; die späteren Termine wurden hingegen mit deutlichen Abschlägen gehandelt. Cheddarkäse war der Verlierer und beendete die Handelsrunde mit einem Abschlag von 3,6 % auf 5 365 $/t (5 002 Euro). Beobachter berichteten, dass sich bei der jüngsten GDT-Auktion die Käufer aus China wegen der Corona-Folgen und gestörten Lieferketten weiter zurückgehalten hätten. Doch Kunden aus anderen Weltregionen, vor allem Südostasien und Europa, hätten eine stärkere Nachfrage gezeigt und insgesamt für eine festere Markttendenz mit anziehenden Preisen gesorgt. (Umrechnungskurs: 1 $ = 0,9323 Euro)(AgE)

WHO unterstreicht Bedeutung sicherer Lebensmittel

Für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind sichere Lebensmittel für das Wohlergehen der Menschen unerlässlich und einer der wichtigsten Garanten für eine gute Gesundheit. Das hat die WHO anlässlich des vierten „Welttags der Lebensmittelsicherheit“ der Vereinten Nationen (UN) am 7. Juni hervorgehoben, der 2018 eingeführt wurde, um auf lebensmittelbedingte Risiken hinzuweisen und für diese zu sensibilisieren. Das diesjährige Motto lautet „Sichere Lebensmittel, bessere Gesundheit“. Sichere Lebensmittel sorgten für eine bessere Ernährung und damit auch für weniger Fehlzeiten in der Schule und am Arbeitsplatz, betonte die WHO, die den Welttag gemeinsam mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) begeht. Sie wies darauf hin, dass jedes Jahr weltweit bei einem von zehn Menschen eine lebensmittelbedingte Erkrankung auftreten. Es gebe mehr als 200 solche Krankheiten, die von Durchfall bis hin zu Krebs reichten. Die politischen Entscheidungsträger müssten Maßnahmen ergreifen, um die nationalen Lebensmittelsicherheitssysteme zu stärken, und sicherstellen, dass diese den Lebensmittelstandards entsprächen. Zudem müssten sie sich für eine sektorübergreifende Zusammenarbeit auf lokaler, nationaler, regionaler und globaler Ebene einsetzen. Lebensmittelunternehmen müssten die internationalen Standards einhalten und Mitarbeiter, Lieferanten und andere Interessengruppen einbeziehen, um eine Kultur der Lebensmittelsicherheit zu entwickeln und zu fördern, so die WHO. Gleichzeitig müssten Bildungseinrichtungen und Arbeitsstätten den sicheren Umgang mit Lebensmitteln fördern und ebenfalls die Lebensmittelsicherheit unterstützen. Die Verbraucher seien aufgefordert, zu Hause den sicheren Umgang mit Lebensmitteln zu praktizieren und sich über Lebensmittelsicherheit zu informieren. (AgE)

Great Britain: analysis on amount of milk production

In Great Britain milk production could fall by up to 605 million litres (5.3%) over the 2022/23 season according to new analysis by the Agriculture and Horticulture Development Board (AHDB). According to AHDB access to key agricultural inputs and feed ingredients have been severely affected by the war in Ukraine, which is forcing decisions to limit production.

United Kingdom: report on strong global demand on dairy supply

In the United Kingdom a new report issued by Kite Consulting provides a detailed outline of the strong global demand for dairy and the increasing restrictions on dairy supply because of environmental mitigation measures across dairy exporting nations. Kite estimates suggest that this will result in around 30 billion (10*9) kilogram per year of unsatisfied dairy demand in dairy importing countries by 2030. This is equivalent to roughly twice the entire UK dairy industry’s current annual output. According to Kite, dairy has a key role to play in global nutrition and when looked at on a nutrient-density basis, our analysis highlights that dairy yields nearly four to eight times as much nutrition as plant-based alternatives per unit of CO2 emissions, when considered global warming potential. Policymakers must start to look at dairy and all other foods on a nutrients per kilogram carbon equivalent emissions basis, rather than by kilogram carbon emissions per kilogram of food product. We need a policy framework in dairy exporting nations that allows farmers to deliver decarbonisation whilst at least maintaining and, ideally, increasing, dairy production to meet global demand and avoid food security issues across the globe, according to Kite Consulting.

Saisonspitze bei Milchanlieferungen erreicht

Die Milchanlieferungen in Deutschland haben laut Analysten ihren saisonalen Höhepunkt in diesem Jahr erreicht. Das Aufkommen blieb jedoch weiter unter der Vorjahreslinie; laut den zuletzt verfügbaren Daten der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) wurde diese Anfang Mai um 1,5 % unterschritten. Mehrere Prognosen gehen davon aus, dass auch im weiteren Jahresverlauf die Milcherzeugung in Deutschland unter dem Vorjahresniveau bleiben wird. Bei Päckchenbutter wurde die Nachfrage in der vergangenen Woche, trotz der hohen Preise, als normal beschrieben. Am Fettmarkt wird gegenwärtig der Bedarf an Butter und Sahne dem Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB) zufolge durch die Spargel- und Erdbeersaison sowie die Eiscremeherstellung angekurbelt. An der Süddeutschen Butter- und Käsebörse in Kempten gab am vergangen Mittwoch (18.5.) die amtliche Notierung für die Blockbutter jedoch um 13 Cent auf 6,92 Euro/kg bis 7,02 Euro/kg nach. Die Kunden, vorwiegend aus der Lebensmittelindustrie, verhielten sich abwartend, berichtete die Börse. Die Notierung für Päckchenbutter blieb aufgrund der Kontraktbindung mit dem Lebensmitteleinzelhandel unverändert.
Bei Käse setzten sich die positiven Preistendenzen hingegen vergangene Woche fort. Insbesondere die Notierung für Rohmilchemmentaler wurde in Kempten deutlich heraufgesetzt, und zwar im Spannenmittel um 45 Cent auf 7,20 Euro/kg bis 7,50 Euro/kg. Bei normalem Emmentaler und Viereckhartkäse war die Notierung bereits Anfang Mai stark nach oben korrigiert worden, vergangene Woche blieb sie unverändert. Der VMB berichtete bei knappen Beständen an Hartkäse von einer guten Nachfrage in allen Absatzschienen. Das traf auch auf Schnittkäse zu. Die Notierung für Gouda und Edamer in Blockform legte in Hannover um 10 Cent auf 5,00 Euro/kg bis 5,40 Euro/kg zu. Laut Kemptener Börse hat sich die Verwertung nach den jüngsten Preisanpassungen verbessert und die Produktion wurde ausgedehnt. Dennoch seien die verfügbaren Mengen eher knapp, zumal die Ausfuhren nach Südeuropa wegen der Reisesaison schon Fahrt aufgenommen hätten.
Der Markt für Magermilchpulver war laut ZMB Mitte Mai weiter von eher ruhigen Geschäften geprägt. Insbesondere die Drittlandsnachfrage habe sich noch nicht wieder belebt, wozu die umfangreichen Corona-Lockdowns in China beitrügen. Die hiesigen Hersteller würden sich bei geringem Warenbestand auf die Abwicklung bestehender Kontrakte konzentrieren. Für das laufende Quartal sei der Bedarf an weiteren Deckungskäufen eher gering, so die Marktbeobachter aus Berlin. Laut Kemptener Börse wurde Magermilchpulver in Futtermittelqualität bei einem Abschlag von durchschnittlich 6 Cent für 3,80 Euro/kg bis 3,85 Euro/kg gehandelt. Bei der lebensmitteltauglichen Ware gab es eine weite Spanne von 3,95 Euro/kg bis 4,35 Euro/kg; das waren im Mittel 5 Cent weniger als in der Vorwoche. Am Markt für Vollmilchpulver, das meist nur auf Bestellung produziert wurde, sorgte das begrenzte Angebot für stabile Verkaufspreise. Gleiches galt für Molkenpulver in Lebensmittelqualität. Die Futtermittelware verzeichnete hingegen einen Abschlag von 5 Cent auf 1,23 Euro/kg bis 1,27 Euro/kg. Molkenkonzentrat war laut der Kemptener Börse aufgrund der höheren Käseerzeugung in ausreichenden Mengen verfügbar. (AgE)

„Luftbrücke“ für Babymilchpulver in die USA

Um den akuten Mangel an Säuglingsnahrung in den USA zu lindern, soll mithilfe des US-Verteidigungsministeriums Säuglingsnahrung mit Notflügen von der Schweiz in die Vereinigten Staaten gebracht werden. Wie das „Weiße Haus“ am 18. Mai mitteilte, hat US-Präsident Joe Biden dafür die „Operation Fly Formula“ ins Leben gerufen. Außerdem wird das ursprünglich für Kriegszeiten eingeführte Gesetz „Defense Production Act“ wieder angewendet, um die Produktion von Babymilchpulver anzukurbeln. Konkret wurde angeordnet, dass die Hersteller von Säuglingsmilchnahrung von Lieferanten bevorzugt vor anderen Kunden mit den nötigen Zutaten versorgt werden müssen. Babymilchpulver ist in den USA schon seit längerem knapp, der Ausfall eines Werkes des größten Herstellers Abbott wegen einer möglichen bakteriellen Verunreinigung hat die Mangelsituation noch einmal verschärft und verbreitet zu leeren Regalen in den Supermärkten geführt. Mittlerweile hat das Unternehmen unter Auflagen die Genehmigung für einen baldigen Neustart der Produktion erhalten, doch werde es sechs bis acht Wochen dauern, bis die Produkte wieder in den Supermarktregalen verfügbar seien, erklärte ein Sprecher von Abbott. Um den größten Mangel zu vermeiden, sollen nun mit einer ersten Lieferung 22 t Säuglingsnahrung für Kinder mit Kuhmilchproteinallergie des Schweizer Herstellers Nestlé eingeflogen werden. Diese Produkte seien vorrangig, da sie einem wichtigen medizinischen Zweck dienten und in den USA nur begrenzt verfügbar seien, erläuterte ein Sprecher der US-Botschaft in der Schweiz. Die Fracht werde mit einem vom US-Verteidigungsministerium gecharterten Flugzeug transportiert. Die US-Behörde für Lebensmittelsicherheit (FDA) teilte vergangene Woche mit, dass sie den großen Herstellern von Säuglingsnahrung erlauben werde, auch Produkte zu importieren, die derzeit nicht für den US-Markt produziert und nicht den normalen regulatorischen Anforderungen entsprechen würden. Analysten sehen den Grund für die Versorgungsengpässe auch in dem weitgehend von Einfuhren protektionistisch abgeschotteten US-Markt, auf dem sich die zwei großen Hersteller Abbott und Reckitt Benckiser rund 80 Prozent des Umsatzes teilen. Wenn dann eine wichtige Produktionsanlage oder ein Hersteller ausfalle, müsse man sich über Knappheiten nicht wundern, so die Experten. (AgE)

 

Biden hat die Engpässe zur Chefsache erklärt und unter anderem ein für Kriegszeiten gedachtes Gesetz aktiviert, um die Produktion anzukurbeln. Das Weiße Haus teilte am Sonntagabend mit, auf Basis dieses Gesetzes werde Abbott und einem weiteren Hersteller Priorität bei der Bestellung von Zutaten für Babynahrung gewährt. So könne Abbott beispielsweise trotz Engpässen in Versorgungsketten mit Vorrang Rohstoffe wie Zucker und Maissirup bestellen. Zusätzlich hatte Biden vergangene Woche die „Operation Fly Formula“ (in etwa: „Operation Babynahrung Fliegen“) ausgerufen. Das Weiße Haus hatte mitgeteilt, wegen der Dringlichkeit würden dafür zunächst Militärflugzeuge aus Ramstein eingesetzt, weil am Wochenende keine kommerziellen Flüge verfügbar gewesen seien. Künftig würden die meisten Lieferungen aber mit kommerziellen Fliegern abgewickelt.
Abbott-Chef Robert Ford hatte am Samstag sein Bedauern über die Engpässe und die Konsequenzen ausgedrückt. „Es tut uns leid für jede Familie, die wir im Stich gelassen haben, seit unser freiwilliger Rückruf den Mangel an Babynahrung in unserem Land verschärft hat“, schrieb Ford in Gastbeitrag in der „Washington Post“. Man glaube dennoch, dass der Rückruf richtig gewesen sei. „Wir werden keine Risiken eingehen, wenn es um die Gesundheit von Kindern geht.“ Man wisse, dass wegen fehlender Abbott-Spezialnahrung einige Kinder, die andere Nahrung und Milch nicht verdauen könnten, ins Krankenhaus gekommen seien. „Das ist tragisch und herzzerreißend.“
(wiwo.de)

Estnische Molkerei erhält EIB-Darlehen über 29 Millionen Euro

Um in Estland den Bau einer Molkerei zu unterstützen, hat die Europäische Investitionsbank (EIB) mit dem dortigen Milcherzeuger E-Piim Tootmine einen Darlehensvertrag über 29 Mio Euro geschlossen. Wie die EU-Kommission am 13. Mai dazu erläuterte, wird die Förderung mit Geldern des Europäischen Fonds für strategische Investitionen, der Hauptsäule der Investitionsoffensive für Europa, unterstützt. Ziel sei es, den estnischen Milcherzeuger bei der Ausweitung der Produktion und der Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft zu helfen. Konkret soll das neue Werk einige in die Jahre gekommene Produktionsstätten teilweise ersetzen und die bestehende Kapazität erheblich erweitern, während gleichzeitig eine vierte Anlage hinzukommt. Dort soll beispielsweise Milch der Genossenschaftsmitglieder zu Milchprodukten mit hoher Wertschöpfung wie Hart- und Halbhartkäse – zum Beispiel Gouda und Cheddar – sowie pasteurisierter Sahne verarbeitet werden. Darüber hinaus soll die geplante Investition auch eine nachhaltige Landwirtschaft in Estland unterstützen. Konkret fördert das Unternehmen laut der Brüsseler Behörde bei seinen Genossenschaftsmitgliedern die nachhaltige Tierhaltung und implementiert ein Null-Netto-CO2-Unternehmensprogramm. Bis zu Jahr 2040 würden CO2-Emissionen von Null und bis 2030 bereits eine Reduzierung um 55 % angestrebt. Dese Vorgaben würden auch für die Milchlieferanten gelten. (AgE)

Preise für Milchpulver und Molkenpulver vom 27. April

Der saisonale Anstieg der Milchanlieferung hat in Deutschland Mitte April bei freundlichen Witterungsverhältnissen wieder eingesetzt. In der 15. Woche erfassten die Molkereien laut Schnellberichterstattung der ZMB 0,4 % mehr Milch als in der Vorwoche. Die Milchanlieferung war damit um 2,5 % niedriger als in der Vorjahreswoche. In Frankreich lag die Milchmenge zuletzt um 2,0 % unter dem Vorjahresniveau. Am Markt für flüssigen Rohstoff ist eine Beruhigung eingetreten. Die Preise für Industrierahm, Magermilchkonzentrat und Rohmilch haben etwas nachgegeben. Bei Magermilchpulver ist die Marktlage nach Ostern weiterhin teilweise beruhigt und außerdem uneinheitlicher geworden. In der Lebensmittelindustrie am europäischen Binnenmarkt besteht noch hoher Bedarf für die kommenden Quartale, was teilweise zu entsprechenden Anfragen führt. Für den Weltmarkt wird weiterhin von einer ruhigeren Nachfrage berichtet, wenngleich Marktbeteiligte für den Rest des Jahres aufgrund der beschränkten Verfügbarkeit von Futtermitteln mit einem eher gedämpften Milchaufkommen in den Exportregionen der Welt rechnen.
Für die Importeure ist es allerdings herausfordernd, die starken Preissteigerungen auf die nachgelagerten Stufen weiterzugeben, was vermutlich zu der aktuellen Beruhigung mit beiträgt. Zusätzlich sind die Lieferketten wieder stärker gestört, seit in China wieder größere Lockdowns verhängt worden sind. Die Situation erschwert die Abwicklung von Lieferungen, da Container und Schiffsraum wieder knapper geworden sind. Die Abgabebereitschaft bei den Werken ist aktuell unterschiedlich. Teils hat sie etwas zugenommen. Teils ist das Angebot aber unverändert knapp, insbesondere wenn der bestehende Kundenstamm die Versorgung sichern will. Dies hat auch Auswirkungen auf das Preisgefüge bei Lebensmittelware, das je nach Auftragslage uneinheitlicher geworden ist. Bei Futtermittelware hat sich die Situation für die Einkäufer mit der zuletzt höheren Verfügbarkeit von preisgünstigerem Konzentrat etwas entspannt.
Die Lage am Markt für Vollmilchpulver ist nach den Osterfeiertagen recht ruhig. Die Preise in Deutschland tendieren bei geringem Angebot weiter stabil.
Das Marktgeschehen bei Molkenpulver ist aktuell etwas uneinheitlich. Während für Lebensmittelware stabile Preise erzielt werden, wird Futtermittelware erneut etwas schwächer gehandelt.(Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V. Kempten (Allgäu)/proplanta.de)

Ireland: Glanbia launched sustainability action payment

In Ireland the biggest dairy cooperative Glanbia has launched an 18 million euro annual sustainability action payment as part of a three-year programme to assist its 5000 milk supplying dairy farms to enhance the environmental and economic sustainability of their farms. The programme is designed to assist dairy suppliers in reducing their carbon footprint, enhancing water quality and biodiversity and improving air quality and soil health in line with Glanbia sustainability strategy, Living Proof. As part of Living Proof, Glanbia, along with its member farms, has pledged to deliver a 30 percent reduction in greenhouse gas (GHG) emissions associated with each litre of milk produced by 2030. As part of this initiative, dairy suppliers will receive 0.5 cent per litre (including VAT) through delivering specific sustainability actions. This will equate to almost 3000 euro in 2022 for the average supplier. Across the lifetime of this three-year programme, over 54 million euro in total will be made available to farms as they continue to adopt a range of actions.