Die europäische Molkereigenossenschaft Arla Foods hat das schwierige Corona-Jahr 2020 mit einem moderaten Umsatzplus abgeschlossen und will die Nachzahlung für genossenschaftliche Milchlieferanten erhöhen. Wie das Unternehmen am 11. Februar mitteilte, ist der Gesamtumsatz des Konzerns gegenüber 2019 um rund 100 Mio Euro auf 10,6 Mrd Euro gestiegen. Wesentlich dazu beigetragen hat das Erlösplus von 7,7 % im Markengeschäft durch vermehrten Absatz im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) in Zeiten des Lockdowns, was Verluste in den Bereichen Foodservice und Industrieverkäufe ausglich. Die Corona-Pandemie war „zweifellos die herausforderndste Krise, in der wir als Arla je unser Geschäft betrieben haben“, erklärte Arla-CEO Peder Tuborgh. Die Genossenschaft sei jedoch in der Lage gewesen, schnell zu reagieren und große Milchmengen umzulenken. „So konnten wir der erhöhten Nachfrage nach unseren hochwertigen Molkereiprodukten für Privathaushalte nachkommen und gleichzeitig die negativen Auswirkungen aus anderen Bereichen, wie dem Gastronomiegeschäft, minimieren“, berichtete Tuborgh. Es sei den Landwirten und Mitarbeitern zu verdanken, dass „wir dazu beigetragen haben, die Lebensmittelversorgung aufrechtzuerhalten“. Nach Unternehmensangaben entfiel 2020 rund 60 % des Umsatzes auf das Europageschäft, das im Vorjahresvergleich um 60 Mio Euro oder rund 1 % auf 6,41 Mrd Euro zulegte. Zudem kletterten die Erlöse im Drittlandsabsatz um gut 9 % auf 1,97 Mrd Euro. Für ein kleines Umsatzplus von 6 Mio Euro auf 716 Mio Euro sorgte der Verkauf von Ingredienzen, wohingegen die globalen Industrieverkäufe coronabedingt eine Erlöseinbuße von 120 Mio Euro oder 7 % auf 1,54 Mrd Euro verzeichneten. Arla hob hervor, dass auch in der Corona-Krise das Transformations- und Effizienzprogramm Calcium 2020 fortgesetzt worden sei und durch Lieferketteneffizienz, optimierte Marketingausgaben sowie geringere Reisekosten 130 Mio Euro hätten eingespart werden können.
Aufgrund der starken Finanzlage hat der Aufsichtsrat von Arla der Vertreterversammlung vorgeschlagen, 1,75 Cent je Kilogramm angelieferter Milch im Rahmen der jährlichen Nachzahlung an die Landwirte der Genossenschaft auszuzahlen. Dies seien 0,75 Cent mehr als die sonst üblichen 1,0 Cent/kg Milch, berichtete der Molkereikonzern. Die endgültige Entscheidung über diesen Vorschlag treffe die Vertreterversammlung der Landwirte Ende Februar 2021. Wie Arla mit Blick auf Deutschland mitteilte, haben hier im vergangenen Jahr 90 % Prozent der Milcherzeuger erfolgreich am neuen Klimacheck-Programm teilgenommen, um ihre Treibhausgasemissionen weiter zu senken. Daneben sei das überarbeitete Qualitätsprogramm Arlagården für noch mehr Nachhaltigkeit und Tierwohl erfolgreich eingeführt worden. Zudem habe Arla zahlreiche Verpackungen auf umweltverträglichere Varianten umgestellt. Für das laufende Jahr rechnet Arla für den Gesamtkonzern weiter mit Unsicherheiten und Herausforderungen durch die Corona-Pandemie. Dabei dürfte sich das Markenwachstum fortsetzen, die Zuwachsraten aber geringer als 2020 ausfallen. Die Umsatzerwartung liege zwischen 10,3 Mrd Euro und 10,6 Mrd Euro. Für 2021 sind Investitionen in Höhe von 700 Mio Euro geplant. Zu den wichtigsten Projekten zählen die Fertigstellung des Trockenturms zur Milchpulverproduktion im deutschen Werk in Pronsfeld, die Mozzarella-Kapazitätserhöhung im dänischen Branderup, die Verbesserung des Produktionsstandortes in Bahrain sowie weitere strategische Investitionen im Bereich der Ingredienzen und für die Nachhaltigkeit. (AgE)

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