Internationale Milchpreise: Anstieg um 0,3 Prozent

Auf der Handelsplattform Global Dairy Trade stieg der Durchschnittspreis für Milchprodukte in dieser Woche um 0,3 % auf 4.081 $/t Der Durchschnittspreis über alle Produkte und Zeiträume beim Global Dairy Trade stieg in dieser Woche um 0,3 % auf 4.081 $/t. Der Global Dairy Trade-Preisindex ist damit um 4 Punkte auf 1.299 Punkte gestiegen. Lediglich der Preis für Lactose (-6,5 % auf 1.307 $/t) ist gesunken. Der Preis für Vollmilchpulver (4.085 $/t) stagniert. Bei den Preisen für Buttermilchpulver (+17,6 % auf 3.710 $/t), Cheddar (+2,2 % auf 4.393 $/t), Butter (+2,0 % auf 5.776 $/t), wasserfreies Milchfett (+0,8 % auf 6.209 $/t) und Magermilchpulver (+0,6 % auf 3.367 $/t) gab es ein Plus. Für Süßmolkenpulver sind keine Preise verfügbar. Die gehandelte Menge lag mit 25.104 t unterhalb des Niveaus der vergangenen Auktion (26.872 t).

Rohstoffwert Milch im März bei 35,7 Cent

Im März 2021 hat sich der Kieler Rohstoffwert Milch um 2,8 Cent sprunghaft auf 35,7 Cent je kg Milch erhöht. Zurückzuführen ist das insbesondere auf die höheren Preise für Butter.
Die mittleren Butterpreise stiegen um 45,2 €/100 kg auf 397,3 €/100 kg Butter.  Die Preise für Magermilchpulver stiegen um 6,9 €/100 kg auf 242,0 €/100 kg.
Der Kieler Rohstoffwert Milch übersteigt im März 2021 erstmals seit Monaten wieder das Vorjahresniveau.

Milchproduktion mit Weidehaltung ist klimafreundlich

Die weidebasierte Milchproduktion kann sehr hohe Milchleistungen mit sehr niedrigen Methanemissionen verbinden und somit zum Klimaschutz beitragen. Das ist das Ergebnis eines Forschungsprojektes, das Wissenschaftler der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel durchgeführt haben. Wie Dr. Carsten Malisch als Koordinator der Studie am 1. April erklärte, stellt die Weidehaltung der Kühe außerdem Zusatzleistungen für die Artenvielfalt bereit. Der Zuchtfortschritt der Futterpflanzenzüchtung der vergangenen 20 Jahre werde mit optimiertem Weidemanagement kombiniert. „Auf Importfuttermittel kann verzichtet werden, denn das notwendige Protein im Futter liefert der Klee“, so Malisch. Nach Angaben der Universität erfassten die Forscher und Forscherinnen auf dem Versuchsgut Lindhof im Rahmen des EU-Projektes „SusCatt“ über ein Jahr hinweg die Milchleistungen und Methanemissionen von weidenden Jersey-Kühen. Die Milchleistungen der Tiere seien sehr hoch und vergleichbar mit Jersey-Kühen aus einer anderen Studie gewesen, die bei gleichem Körpergewicht 61 % Kraftfutter in der Ration aufgenommen hätten. Außerdem sei die Milchleistung auf artenreichen Beständen sogar signifikant gestiegen und habe in der frühen Laktationskurve im Mittel bis zu 30 kg Standardmilch (ECM) pro Kuh und Tag erreicht. Da Jersey-Kühe mit etwa 430 kg Körpergewicht deutlich leichter seien als Holstein-Friesian-Kühe, seien dies bezogen auf das Körpergewicht extrem hohe Leistungen. Diese Milch sei von exzellenter Qualität mit Fettgehalten von durchschnittlich 5 % bis 6 % gewesen. Die Methanbildung sei zwar leicht gestiegen; allerdings bewegten sich die betreffenden Emissionen von 8 g bis 10 g Methan bezogen auf das Kilogramm Standardmilch auf einem sehr niedrigen Niveau, berichtete Malisch. Dies sei vor allem das direkte Resultat der exzellenten Futterqualitäten und hohen Futteraufnahmen auf der Weide. Um dies zu erreichen, hätten die Kühe auf etwa 15 Teilflächen bis zu zehn Mal im Jahr „rotiert“. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Agriculture“ veröffentlicht und kann im Internet heruntergeladen werden. (www.bit.ly/3whDh6X) (AgE)

Fonterra will raus aus der Kohle

Für die neuseeländische Molkereigenossenschaft Fonterra hat der fossile Brennstoff Kohle keine Zukunft mehr. Wie das Unternehmen am 31. März mitteilte, wird bereits seit einiger Zeit an der Umstellung auf erneuerbare Energien gearbeitet. Damit erfülle man Verpflichtungen zur Senkung der Treibhausgasemissionen und reagiere auf die Wünsche der Kunden. An neun der insgesamt 29 Standorte wird nach Firmenangaben noch Kohle eingesetzt. „Letztes Jahr haben wir unser Ziel einer Reduzierung der Energieintensität um 20 % gegenüber 2003 erreicht, nachdem wir Tausende von Verbesserungen an den Standorten in Neuseeland vorgenommen hatten“, berichtete der bei Fonterra für das operative Geschäft verantwortliche Manager Fraser Whineray. Die Steigerung der Energieeffizienz sei eine wichtige Voraussetzung für größere Investitionen. In jüngerer Zeit sei die Gesamtmenge an verbrauchter Kohle um 10 % gesenkt worden, weil der Standort in Te Awamutu auf die Verbrennung von Holzpellets umgestellt worden sei. Dies habe auf den Erfahrungen aus der Umstellung des Betriebs in Brightwater im Jahr 2018 auf die Verbrennung von Holzbiomasse aufgebaut. Gleichwohl sei der Wechsel bestehender Kohlekessel auf erneuerbare Energien eine logistische, technische und finanzielle Herausforderung, stellte Whineray fest. Während des Übergangs müsse sichergestellt werden, dass die Milch der Landwirte verarbeitet werden könne und die Bedürfnisse der Kunden erfüllt würden. In der milcharmen Saison stehe nur ein kleines Zeitfenster zur Verfügung, in dem die erforderlichen technischen Arbeiten durchgeführt werden könnten. „Es ist uns wichtig, dass Neuseeland weiterhin an der Spitze einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion steht – und der Ausstieg aus der Kohle ist eine Möglichkeit, wie wir dabei helfen können“, betonte der Fonterra-Manager. Die neuseeländischen Milcherzeuger hätten bereits den niedrigsten CO2-Fußabdruck unter den wichtigsten Produzentenländern weltweit, und diesen Wettbewerbsvorteil gelte es weiter auszubauen. Weitere Maßnahmen seien unter anderem die zunehmende Nutzung von Elektrofahrzeugen, die Verwendung von Kraftstoffen mit geringem Kohlenstoffausstoß oder die Unterstützung der Forschung und Entwicklung zur Minderung der Methanemissionen. (AgE)

Preise für Milchpulver und Molkenpulver vom 24. März

Der saisonale Anstieg der Milchanlieferung hat in Deutschland wieder eingesetzt. Die Molkereien nahmen in der 10. Woche laut Schnellberichterstattung der ZMB 0,4 % mehr Milch auf als in der Vorwoche. Der Rückstand zur Vorjahreswoche hat sich damit leicht auf 1,6 % verringert. In Frankeich bewegte sich die Milchmenge zuletzt um 1,6 % unter dem Niveau der Vorjahreswoche.
Am Markt für flüssigen Rohstoff haben die Preise zuletzt nachgegeben. Bei Sahne und bei Magermilchkonzentrat ist eine Abschwächung eingetreten. Dabei mag eine Rolle spielen, dass der Bedarf aus dem Food-Service nicht wie erwartet zunimmt, da die Corona-Restriktionen wieder verschärft werden. Bei Magermilchkonzentrat wird über ein höheres Angebot aus Frankreich berichtet.
Nach Magermilchpulver ist eine kontinuierliche Nachfrage zu beobachten, die weiter als gut eingeschätzt wird. Die Trocknungskapazitäten sind der Jahreszeit entsprechend hoch ausgelastet. Bei bereits guter Auftragslage bei den Werken ist die Verfügbarkeit an freier Ware nach wie vor gering. Es kommen immer wieder neue Abschlüsse zu Stande, wenn auch zuletzt in kleinerem Umfang als in den vergangenen Wochen. Sowohl in der EU wie auch am Weltmarkt besteht weiter Kaufinteresse. Am Weltmarkt macht sich die Konkurrenz aus den USA wieder etwas stärker bemerkbar, nachdem sich die Engpässe bei der Logistik allmählich entspannen. Die Preise für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität haben sich zuletzt weiter befestigt. Futtermittelware wird weiter zu festen Preisen gehandelt.
Am Markt für Vollmilchpulver hat sich die Nachfrage etwas beruhigt. Vor allem die Industrie agiert dem Vernehmen nach zurückhaltender. Die Preise haben sich nach dem Anstieg in den vergangenen Wochen auf höherem Niveau stabil.
Bei Molkenpulver hält die gute Nachfrage weiter an. Futterware wird weiter auf hohem Preisniveau gehandelt. Für Lebensmittelware lassen sich höhere Forderungen durchsetzen. Molkenkonzentrat hat hingegen bei guter Verfügbarkeit nachgegeben. (Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V. Kempten (Allgäu)/proplanta.de)

Arla Foods steigert Nachhaltigkeitsmaßnahmen

Arla hat sich die Klimaziele gesetzt, die CO2 Emissionen bis 2050 auf Netto Null zu reduzieren. Mit 2015 als Referenzjahr habe die Molkerei den CO2-Ausstoß in ihrer Produktion und Logistik bislang um 24 % senken können, erklärt das Unternehmen in einer Pressemitteilung.
Im Bereich der Landwirtschaft hat die Genossenschaft EU-weit ihren CO2-Fußabdruck pro Kilogramm Milch seit 2015 um 7 % reduziert. Zudem beträgt laut eines FAO-Reports der CO2-Fußabdruck der Milchlieferanten von Arla weniger als die Hälfte des globalen Durchschnitts. Für weitere Verbesserungen führte die Genossenschaft 2020 erstmals bei 93 % der Mitglieder das neue Klimacheck-Programm durch. Dabei erhält jeder Landwirt jährlich eine Klimabilanz seiner Produktion sowie eine Beratung zu Einsparpotentialen, beispielsweise in der Fütterung, beim Düngemitteleinsatz oder der Verwendung erneuerbarer Energien.
Darüber hinaus überarbeitete Arla vergangenes Jahr ihr für alle Lieferanten einheitliches Qualitätsprogramm „Arlagården“. Unter anderem wurden Anforderungen im Bereich des Tierwohls umgestaltet und neu hinzugefügt. Nach Angaben der Molkerei sollen diese Standards vierteljährlich in einem zentralen Datenportal erfasst und durch externe Audits überprüft werden.
Die Summe aller CO2-Emissionen von Arla blieben 2020 im Vergleich zu 2019 bei einem Anstieg von 0,65 % nahezu unverändert, was laut Arla Foods auf die gestiegene Verbrauchernachfrage aufgrund der Covid-19-Situation zurückzuführen sei. Die Pandemie führte bei Arla zu einer höheren Produktion, jedoch fielen die Gesamtemissionen 2020 geringer aus als im Referenzjahr 2015.
Einfluss darauf habe unter anderem auch die Einführung von CO2-neutralen Standorten für die Frischmilchproduktion in Dänemark. Damit sei eine klimaneutralen Bio-Produktreihe in Dänemark eingeführt worden, bei der die noch verbliebenen Emissionen über den Handel mit Emissionszertifikaten kompensiert werden. (Top argar)

GB: Milchexporte brechen ein

Die Milchexporte des Vereinigten Königreichs in die EU sind im Januar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 96 Prozent zurückgegangen.
Während die Gesamtexporte von Lebensmitteln und lebenden Tieren aus UK um knapp 64 Prozent zurückgingen, erlitt der Milchsektor einen deutlich klareren Rückgang, wie farminguk.com berichtet. Hintergrund dafür sind laut dem Fachportal Unsicherheiten rund um das Handelsabkommen zwischen der EU und UK. Das führte dazu, dass die meisten Unternehmen Importe im Januar vermieden. Eine Analystin erklärte, dass der massive Einbruch deutlich weniger dramatisch sei, wenn man die Exporte des letzten Quartals 2020 einbeziehe. Damals sanken Exporte um «nur» 23 Prozent. (lid)

Fonterra steigert den Gewinn

Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra hat in der ersten Hälfte des noch bis zum 31. Juli laufenden Geschäftsjahres 2020/21 gute Geschäfte gemacht. Wie das Unternehmen am vergangenen Mittwoch (17.3.) mitteilte, gingen zwar das Verkaufsvolumen gegenüber der Vorjahresperiode um 2,0 % auf knapp 2 Mio t und der Umsatz um 4,9 % auf 9,92 Mrd NZ$ (5,98 Mrd Euro) zurück. Doch bei den entscheidenden Zahlen des normalisierten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) wurde eine Verbesserung um 17,1 % auf 684 Mio NZ$ (412 Mio Euro) und beim bereinigten Gewinn nach Steuern sogar ein Plus von 42,7 % auf 418 Mio NZ$ (252 Mio Euro) verzeichnet. Herausgerechnet ist beim Vorjahresvergleich der 2019/20 noch zu Buche schlagende Veräußerungsgewinn von DFE Pharma und Foodspring. Einen großen Anteil an der laut Fonterra-CEO Miles Hurrell „positiven Entwicklung“ hatte das florierende Geschäft mit China einschließlich Taiwan und Hongkong. Dort legte das EBIT gegenüber der ersten Jahreshälfte 2019/20 um 38 % auf 339 Mio NZ$ (204 Mio Euro) zu. „Unser herausragender Performer ist weiterhin China“, hob der Fonterra-Manager hervor und verwies auf deutliche Zugewinne im dortigen Foodservicebereich und im Geschäft mit Endverbrauchern, was durch die starke wirtschaftliche Erholung nach Covid-19 begünstigt worden sei. Hurrell kündigte an, nach den Milchfarmen nun auch die als Joint-Venture betriebenen JV-Farmen zur Milcherzeugung in China verkaufen zu wollen und die Anteile an Beingmate bis Ende des Geschäftsjahres vollständig zu veräußern. Das normalisierte EBIT legte laut Fonterra auch im asiatisch-pazifischen Raum zu, und zwar um 9 % auf 190 Mio NZ$ (115 Mio Euro). Dagegen war es in den verbleibenden Regionen um 7 % auf 201 Mio NZ$ (121 Mio Euro) rückläufig. Als Erfolg verbuchte die Molkereigenossenschaft, dass die Betriebsausgaben gegenüber dem ersten Halbjahr 2019/20 um 3 % und die Nettoschulden um ebenfalls 3 % auf 5,62 Mrd NZ$ (3,39 Mrd Euro) gesenkt werden konnten. Für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres erwartet der Molkereikonzern eine global gute Nachfrage, jedoch Margendruck durch die hohen Milcherzeugerpreise. Seine kürzlich abgegebene Milchpreisprognose bestätigte Fonterra, was das zweithöchste Auszahlungsniveau seit 1998/99 bedeuten würde. Das Rohmilchaufkommen soll mit 1,525 Mio kg Milchfeststoff um 0,5 % über der Saison von 2019/20 liegen (Umrechnungskurs: 1NZ$ = 0,6028 Euro). (AgE)

Verwaltungsgericht kippt Kennzeichnungspflicht für verarbeitete Milch

In Frankreich hat das oberste Verwaltungsgericht die Pflicht zur Kennzeichnung der Herkunft von Milch in verarbeiteten Produkten aufgehoben. Die Regelung sei rechtswidrig, weil es keinen nachgewiesenen Zusammenhang zwischen Ursprung und Eigenschaften des Produktes gebe, erklärte das Gericht in der vorvergangenen Woche. Mit der Entscheidung wird ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) umgesetzt. Dieser hatte im vergangenen Oktober auf Anfrage des Pariser Verwaltungsgerichtes entschieden, dass die Mitgliedstaaten die Herkunftskennzeichnung aus Verbraucherschutzgründen nur vorschreiben dürfen, wenn die Mehrheit der Verbraucher der Information erhebliche Bedeutung beimisst und ein nachgewiesener Zusammenhang zwischen bestimmten Eigenschaften des Lebensmittels und seiner Herkunft besteht. Nach Angaben des Verwaltungsgerichtes hat die französische Regierung keinen Zusammenhang zwischen der geografischen Herkunft und den Eigenschaften von Milch nachgewiesen. Die Kennzeichnungspflicht sei ausschließlich mit der Bedeutung dieser Information für eine Mehrheit der Verbraucher begründet worden. In der mündlichen Verhandlung sei zudem eingeräumt worden, dass die Herkunft der Milch keinen Einfluss auf ihre Eigenschaften habe. Die französische Regierung hatte 2017 einen Modellversuch zur Herkunftskennzeichnung von Milch und Fleisch in verarbeiteten Lebensmitteln gestartet; bezogen werden muss sich entweder auf ein Land oder auf die Europäische Union. Das Verfahren vor dem obersten Verwaltungsgericht hatte der Molkereikonzern Lactalis angestrengt. Im landwirtschaftlichen Berufsstand rief das Urteil scharfe Kritik hervor. Der französische Bauernverband (FNSEA), die Organisation der Junglandwirte (JA) und der Verband der Milcherzeuger (FNPL) sprachen von einem „inakzeptablen Rückschritt“, der sich gegen die Arbeit der französischen Milcherzeuger richte. Die Entscheidung untergrabe die langjährigen Bemühungen der Landwirte, auskömmliche Einkommen und eine Rückverfolgbarkeit zu ermöglichen. An die Regierung richteten die Verbände die Forderung, die Kennzeichnungspflicht so schnell wie möglich wieder einzuführen, die Vorgaben für Fleisch nicht einzukassieren und ein generelles System zur Kennzeichnung der Herkunft von Lebensmitteln einzuführen. (AgE)

Bel und Lactalis verhandeln über Rechte an Leerdammer

In Frankreich haben der Käsereikonzern Bel und der Molkereikonzern Lactalis Gespräche über den Verkauf sämtlicher mit der Marke Leerdammer verbundenen Rechte sowie eine Reihe von Unternehmen aufgenommen. Wie Bel am 19. März mitteilte, will Lactalis für rund 1,59 Millionen Bel-Aktien die besagten Markenrechte sowie die Royal Bel Leerdammer NL, Bel Italia, Bel Deutschland und Bel Shostka Ukraine übernehmen. Nach dem Transfer würde Lactalis noch einen Anteil von 0,9 % an dem Käsereikonzern halten. Der Generaldirektor von Bel, Antoine Fievet, erklärte, dass mit diesem Geschäft das Geschäftsmodell im Sinne eines Familienunternehmens gestärkt und der Spielraum für langfristige Planungen geschaffen werde. Das Unternehmen werde seine strategischen Prioritäten weiterverfolgen, in den Märkten für Milch und Molkereiprodukte, Frucht und pflanzenbasierten Ersatzprodukten expandieren und so seine Spitzenposition im Bereich der gesunden Snacks ausbauen. Lactalis verspricht sich von dem Geschäft laut Generaldirektor Emmanuel Besnier den Zugang zum niederländischen Markt und Zugriff auf drei dortige Produktionsstandorte. Durch die Übernahme der Unternehmen in Italien, Deutschland und der Ukraine werde man die eigenen Aktivitäten vor Ort weiter stärken und den Umsatz verbessern. (AgE)

„Wege der Milch“ als interaktiver Lernbaustein

Die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen (LV Milch NRW) hat im Rahmen des Bildungsprojektes „Wege der Milch“ drei neue interaktive Lernbausteine für den digitalen Unterricht entwickelt. Wie die Landesvereinigung am 17. März mitteilte, können damit Unterrichtseinheiten zur Milch sowohl im Präsenzunterricht als auch im Home-Schooling hervorragend vermittelt werden. Das Tool informiert pädagogisch aufbereitet beispielsweise darüber, was mit dem Kuhmist passiert, welchen Zusammenhang es zwischen Milchwirtschaft und Klima gibt oder welche Rolle Grünland als Lebensraum oder Landschaftselement spielt. Die interaktiven Lernbausteine sind auf der Internetseite www.wegedermilch.de verfügbar und können von Lehrkräften in ihren digitalen Unterricht eingebaut werden. Mit einem Online-Quiz, digitalen Bildergeschichten und Stationenlernen, ließen sich die Basisinhalte vom Weg der Milch zum Beispiel gut im Biologie- und Geografieunterricht online bearbeiten. Dazu seien unter anderem Textfelder auszufüllen, Schieberegler einzustellen oder individuelle Mindmaps zu gestalten. Jedes Ergebnis könne dann mit einem Link an die Lehrer oder an Mitschüler geteilt werden, erläuterte die Landesvereinigung. Begleitet werden die digitalen Lernbausteine von einem neuen Facebook- und Twitter-Account, welche die Inhalte präsentieren und erklären. Unter dem Namen „Entdecke Milch“ werden dort zunächst die neuen digitalen Lernbausteine beschrieben. Später sollen laut der LV Milch NRW in diesen Kanälen alle Medien vorgestellt werden, die von Fach-, Lehr- und Beratungskräften in Kindergarten und Schule eingesetzt werden können. (AgE)

Milchproduktion kommt nur langsam aus dem Tal

Australiens Milcherzeugung war in den vergangenen Jahren stark rückläufig und ist in der Saison 2019/20 auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren gefallen. Anhaltende Dürreperioden, Futter- und Wassermangel, Buschbrände, aber auch unzureichende Milchpreise waren laut Analysten die Gründe dafür. Der Rohmilchmangel führte sogar dazu, dass einige Werke von Molkereien geschlossen wurden, darunter die Lactalis-Fabrik in Rockhampton im Bundesstaat Queensland. Nun scheint aber ein Wendepunkt erreicht zu sein, denn die Kuhbestände und Milchanlieferungen steigen wieder, was durch umfangreiche Niederschläge und eine wieder bessere Futtersituation gestützt wird. Das Australische Amt für die Land- und Rohstoffwirtschaft (Abares) geht in seiner jüngsten Prognose davon aus, dass sich der Milchkuhbestand in der noch bis Ende Juni laufenden Saison 2020/21 auf 1,397 Millionen Tiere belaufen und damit im Vorjahresvergleich um 2,7 % zunehmen wird. Für die Milcherzeugung wird ein geringeres Plus von 1,0 % auf 8,872 Mrd l erwartet. Dafür sei der Rückgang der durchschnittlichen Milchleistung um 1,7 % auf 6 352 l pro Kuh verantwortlich, der durch die vermehrte Übernahme noch nicht so leistungsstarker Färsen in die Herden verursacht werde, erläuterten die Experten. In der kommenden Saison dürfte sich laut Abares die Erholung zunächst fortsetzen, wobei der Kuhbestand um 2,0 % auf 1,425 Millionen Stück und die Milcherzeugung erneut um 1,0 % auf dann 8,96 Mrd l wachsen soll. Damit wäre diese allerdings noch weit von den rund 9,7 Mrd l entfernt, die 2015/16 vor den letzten Dürrephasen erreicht wurden. Das mag auch daran liegen, dass die Milchpreise weiterhin recht niedrig bleiben dürften. In der kommenden Saison sollen diese um rund 2 % auf 0,488 A$ (0,315 Euro) pro Liter steigen. Mittelfristig geht Abares davon aus, dass die australische Milchproduktion ab 2022/23 wieder sinken wird, weil die Wahrscheinlichkeit für erneute Dürrephasen mit dem Klimawandel zunimmt. Dies würde dann auch wieder zu einem geringeren Milchkuhbestand führen, da die Erzeuger – wie bereits in der Vergangenheit – dann wieder vermehrt Färsen exportieren und nicht einstallen würden. Die Nachfrage für diese Tiere werde insbesondere in China im Vorhersagezeitraum hoch bleiben (Umrechnungskurs: 1 A$ = 0,6452 Euro). (AgE)

Preisanstieg für Lebensmittel schwächt sich ab

Die Preise für Lebensmittel sind im Februar nicht mehr so stark gestiegen wie im Vormonat. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am 12. März berichtete, mussten die Verbraucher im Berichtsmonat für Nahrungsgüter im Mittel 1,4 % mehr bezahlen als zwölf Monate zuvor. Im Januar hatte die Teuerungsrate noch bei 2,2 % gelegen, im Gesamtjahr 2020 bei 2,4 %. Bei allen Waren und Dienstleistungen hat die Teuerung im Vorjahresvergleich dagegen in Deutschland zugenommen. Die Wiesbadener Statistiker bezifferten die Inflationsrate für Februar auf 1,3 %, nachdem sie sich im Vormonat noch auf 1,0 % und im Dezember 2020 sogar auf Minus 0,3 % belaufen hatte. Destatis zufolge mussten die Verbraucher im Februar gegenüber dem Vorjahresmonat insbesondere für Molkereiprodukte tiefer in die Tasche greifen; diese wurden in den Läden im Schnitt um 2,7 % teurer angeboten. Dabei stiegen insbesondere die Preise für Trinkmilch, nämlich für Vollmilch um 5,7 % und für die teilentrahmte Variante um 7,1 %. Die nicht in dieser Produktgruppe, sondern bei den Speisefetten gelistete Butter, verbilligte sich im Vergleich zum Februar 2020 dagegen um 2,5 %. Wesentlicher Grund dafür war der Anfang Januar erfolgte Kontraktabschluss für Päckchenbutter, der niedrigere Abgabepreise der Hersteller an den Lebensmitteleinzelhandel vorsah. Der neue, ab März gültige Kontrakt, dürfte wieder spürbar anziehende Butterpreise in den Läden zur Folge haben. Teurer als im Februar 2020 wurden in den Läden auch Süßwaren und Zucker angeboten, nämlich um 2,7 % im Schnitt. Dabei wurde für Schokolade 4,9 % und für Zucker 4,4 % mehr Geld von den Kunden verlangt. Zudem verteuerten sich Fleisch und Fleischwaren im Mittel um 1,9 %. Hierbei standen Aufschläge von jeweils 2,7 % für Schweine-, Rind- und Geflügelfleisch einer moderateren Preisanhebung von jeweils 1,0 % für Lamm- und Schaffleisch sowie Fleisch- und Wurstwaren gegenüber. Zudem mussten die Verbraucher für Brot- und Backwaren 1,8 % mehr bezahlen; Obst verteuerte sich im Mittel um 1,0 %. Günstiger zu erstehen als im Februar 2020 waren für Verbraucher vor allem Kartoffeln mit einem Abschlag von 8,3 % und daraus hergestellte Chips, die sich um 1,4 % verbilligten. Olivenöl kostete im Schnitt 2,0 % weniger, Margarine 1,0 %. (AgE)

Frankreich: Milcherzeugung etwas gesteigert

In Frankreich haben die Milchbauern ihre Produktion im vergangenen Jahr etwas ausgeweitet. Wie der Statistische Dienst beim Pariser Landwirtschaftsministerium (Agreste) in der vergangenen Woche berichtete, wurden 2020 rund 24,0 Mrd l Milch erzeugt; gegenüber dem Vorjahr entsprach das einem Plus von 0,6 %. Der bei weitem größte Anteil der gesamten Milchmenge stammte mit 78,9 % nach wie vor von konventionellen Betrieben, die allerdings weiterhin langsam an Boden verlieren. Mit geschützten Ursprungsbezeichnungen (g.U.) und geschützten geografischen Angaben (g.g.A.) wurden 2020 laut Agreste 16,5 % des Milchaufkommens vermarktet, nach 16,2 % im Vorjahr. Der Anteil der Biomilch legte zugleich von 4,2 % im Jahr 2019 auf 4,6 % zu. In der weiteren Verarbeitung wurden im vergangenen Jahr nach Angaben der Statistiker rund 2,9 Mrd l Milch haltbar gemacht; das entsprach einem Plus von 2,1 %. Auch die Produktion von Joghurt und Milchdesserts wurde ausgeweitet, und zwar um 1,9 % auf 2,0 Mio t. Geringer fiel der Zuwachs bei der Butter aus, hier wurden mit 348 902 t nur 0,8 % mehr als im Vorjahr erzeugt. Frankreichs Käsehersteller drosselten derweil ihre Produktion. Laut Agreste wurden im vergangenen Jahr – ohne Fonduekäse – insgesamt rund 1,7 Mio t Käse erzeugt; das entsprach einem Minus von 1,5 %. Am deutlichsten fiel der Rückgang beim Weichkäse aus; mit 399 914 t wurden davon 1,4 % weniger produziert. Bei Schnittkäse belief sich die Gesamtmenge auf 240 268 t, was einer Drosselung von 1,2 % entsprach. Die Hartkäsehersteller verringerten ihre Produktion um 0,7 % auf insgesamt 341 638 t, während die Erzeugung von Frischkäse um 0,6 % auf 576 706 t zurückging. Auch beim Molkepulver wurde die Vorjahresmenge nicht erreicht; mit 484 813 t wurden 1,6 % weniger als noch 2019 hergestellt. Kräftiger als die Rinderhalter steigerten die Halter von kleinen Wiederkäuern die Milcherzeugung: Nach Angaben von Agreste wurden 501,5 Mio l Ziegenmilch und 297,1 Mio l Schafsmilch gesammelt; das entsprach einer Zunahme um 3,9 % beziehungsweise 2,1 %. (AgE)

Schweiz: Milchviehbetriebe zeigen große Produktivitätsunterschiede

Die Milchbauern in der Schweiz arbeiten mehrheitlich effizient, aber die Produktivitätsunterschiede sind groß. Diese Schlussfolgerung hat das eidgenössische Forschungsinstitut Agroscope nach einer detaillierten Analyse der Leistungsfähigkeit spezialisierter Milchviehbetriebe und deren Entwicklung über die Zeit gezogen. Laut Agroscope wurde untersucht, ob sich die Betriebe hinsichtlich ihrer eingesetzten Produktionstechnologien gruppieren lassen und sich die Produktivität zwischen diesen Technologiegruppen unterscheidet. Außerdem interessierte, ob die Betriebe ihre Erträge durch eine Effizienzsteigerung, also verbesserte Managementpraktiken, steigern könnten. Abschließend wurde ermittelt, inwiefern es Milchviehbetrieben gelungen ist, ihre Leistungsfähigkeit über die Zeit zu verbessern und welche Maßnahmen dafür getroffen wurden. Die Datengrundlage bildeten die Buchhaltungsdaten von spezialisierten Milchviehbetrieben über den Zeitraum 2003 bis 2013. Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass das Potential für Leistungssteigerungen in der Schweizer Milchproduktion ohne einen Technologiewechsel gering ist. Die diagnostizierten, beträchtlichen Unterschiede in der Produktivität seien zu einem großen Teil auf die natürlichen Produktionsbedingungen zurückzuführen und nur bei einem kleinen Teil der Betriebe auf einen ineffizienten Einsatz der Produktionsmittel. Zudem sei festzustellen, dass nur solche Betriebe, die ihre Produktion intensiviert hätten, eine Verbesserung ihrer ökonomischen Leistungsfähigkeit hätten erreichen können. (AgE)

Schweiz: Agroscope untersucht Umweltbelastung der Ernährung

Die Umweltbelastung der Ernährung kann verbessert werden, wenn Nahrungsmittel aus Herkunftsländern importiert werden, in denen die landwirtschaftliche Produktion besonders umweltfreundlich ist. Noch wirksamer ist es, wenn Nahrungsmittelverluste und abfälle vermieden werden. Zu diesem Fazit kommt die Schweizer Forschungsanstalt Agroscope in einer aktuellen Studie. Die Forscher untersuchten dazu die Wahl spezifischer Import-Herkunftsländer sowie das Vermeiden von Nahrungsmittelverlusten und -abfällen als Maßnahmen, um unerwünschte Umweltwirkungen des Schweizer Warenkorbes an landwirtschaftlichen Produkten zu senken. Ergänzend zu Literaturrecherchen berechneten sie anhand von zwei Szenarien auch die entsprechenden Umweltwirkungen. Laut Agroscope wirken sich beide Maßnahmen positiv auf die Umweltbelastung der Ernährung aus, wenngleich ihre Wirksamkeit unterschiedlich ist. Optimierungen bei den Import-Herkunftsländern hätten vor allem bei standortabhängigen Umweltwirkungen einen positiven Effekt. Wichtig seien insbesondere geografische Gegebenheiten wie die Wasserverfügbarkeit und die Gefährdung der Artenvielfalt. Hier lasse sich die Belastung je nach Szenario um 16 % bis 27 % verringern. Bei anderen Umweltwirkungen und vor allem auch bei Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs wirke diese Maßnahme aber weniger deutlich. Wie umweltfreundlich ein Import-Herkunftsland sei, werde auch über seine Gesetzgebung bestimmt, so die Wissenschaftler. Die Vermeidung von Nahrungsmittelverlusten und -abfällen wiederum reduziere die Umweltwirkungen des Schweizer Warenkorbes landwirtschaftlicher Produkte um 11 % bis 38 %, bei der Abholzung sogar um bis zu 87 %, ohne unerwünschte Nebenwirkungen. Weniger „Foodwaste“ bei tierischen Produkten reduziere die Umweltwirkungen stärker als bei pflanzlichen. Somit habe das Konsumverhalten ebenfalls einen Einfluss auf die Umweltbelastung der Ernährung. Die Agroscope-Studie zeigte ferner: Auch wenn die beiden Maßnahmen umgesetzt werden, verschlechtert eine extensive Landwirtschaft mit einer geringeren Produktion im Inland die meisten Umweltwirkungen der Schweizer Ernährung. Generell zeige sich, dass mögliche Verbesserungen stark von den politischen Rahmenbedingungen und vom Verhalten der Verbraucher abhingen. (AgE)

Preise für Milchprodukte schießen in die Höhe

Auf dem internationalen Markt für Milcherzeugnisse geht es mit den Preisen rasant nach oben. Bei der Auktion auf der Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) legte der gewichtete Index aller umgesetzten Lieferkontrakte am 2.3. gegenüber der vorherigen Versteigerung von Mitte Februar um 15,0 % zu und erreichte das höchste Niveau seit März 2014. Zu einem regelrechten Preissprung von 21,0 % auf durchschnittlich 4 364 $/t (3 621 Euro) kam es bei Vollmilchpulver als umsatzstärkstes Produkt an der GDT. Dabei verzeichneten alle Liefertermine von April bis August 2021 einen Anstieg von jeweils mehr als 20 % und machten Vollmilchpulver so teuer wie seit sieben Jahren nicht mehr. Bei rückläufigen Milchanlieferungen in Neuseeland war das Angebot an der GDT nur unterdurchschnittlich groß und wurde rege nachgefragt, vor allem aus Asien. Das wirkte sich auch auf den seit Monaten schon anziehenden Butterpreis aus, der im Mittel aller gehandelten Kontrakte gegenüber der vorherigen Auktion um 13,7 % auf das neue Vierjahreshoch von 5 826 $/t (4 834 Euro) stieg. Kräftig zulegen im Wert konnte außerdem wasserfreies Milchfett mit einem Plus von 7,4 % auf 5 929 $/t (4 919 Euro). Etwas moderater ging es mit dem durchschnittlichen Verkaufspreis für Magermilchpulver nach oben, nämlich um 3,5 % auf 3 302 $/t (2 740 Euro). Mehr Geld für dieses Pulver mussten die internationalen Einkäufer an der GDT zuletzt vor mehr als fünf Jahren bezahlen. Beim Cheddarkäse setzte sich die Aufwärtsentwicklung mit einem Plus von 1,3 % auf 4 280 $/t (3 551 Euro) fort. Der Käse notierte jedoch als einziges Standardprodukt an der GDT noch unter dem Vorjahresniveau, wenn auch nur wenige Dollar. Zudem waren die Kunden bei der jüngsten GDT Auktion bereit, für Laktose im Mittel einen Aufschlag von 4,9 % zu zahlen. Lediglich für Buttermilchpulver gab es einen leichten Preisdämpfer, und zwar von 0,3 % auf 3 144 S/t (2 609 Euro).
Aufgrund der positiven Entwicklung an der GDT hat Neuseelands größter Milchverarbeiter Fonterra zum dritten Mal in dieser Saison seine Milchpreisprognose für 2020/21 angehoben. Wie das Unternehmen am vergangenen Freitag (5.3.) bekanntgab, soll der Auszahlungspreis in der noch bis zum 31. Mai 2021 dauernden Saison zwischen 7,30 NZ$ (4,39 Euro) und 7,90 NZ$ (4,75 Euro) für das Kilogramm Milchfeststoff liegen. Damit wurde die Februar-Prognose um 0,40 NZ$ (0,24 Euro) und die zu Beginn der Saison in Aussicht gestellte Auszahlungsleistung sogar um 1,20 NZ$ (0,72 Euro) übertroffen. Zusammen mit der angekündigten Vergütung von Genossenschaftsanteilen könnten die Fonterra-Lieferanten 2020/21 ein Milchgeld in Rekordhöhe von 7,90 NZ$ (4,75 Euro) je Kilogramm Milchfeststoff einstreichen; das wäre die Einstellung des Bestwerts von 2010/11.
Fonterra-Geschäftsführer Miles Hurrell erklärte, dass die Korrektur der Milchpreisprognose nachfragegetrieben sei. Der Importbedarf in China sowie in Südostasien und im Nahen Osten sei groß. „Chinas starke wirtschaftliche Erholung nach den ersten Auswirkungen von Corona hat zu einer starken Nachfrage nach Milchprodukten geführt, was wir an den Verkäufen während des chinesischen Neujahrs gesehen haben“, erläuterte Hurrell. Die Abnehmer wüssten, dass Fonterra trotz der Herausforderungen in der globalen Lieferkette die Produkte auf den Markt bringe und zuverlässig sei. „Wir sehen aber auch, dass Kunden mehr Produkte als üblich kaufen möchten, um das Risiko globaler Verzögerungen in der Lieferkette zu verringern“, berichtete der CEO. Hurrell wies aber auch auf Marktrisiken hin. So würde in der Europäischen Union und in den USA die Milchproduktion saisonal zunehmen und es gebe weiter Auswirkungen von Covid-19 in Schlüsselmärkten. Wegen der anhaltenden Unsicherheiten sei deshalb auch die Spanne der Preisprognose mit 0,6 NZ$ (0,36 Euro) relativ weit belassen worden (Umrechnungskurs: 1 $ = 0,8297 Euro, 1 NZ$ = 0,6014 Euro). (AgE)

Keine Einwände der Länder gegen Pfandpflicht in der Milchvermarktung

Mit Blick auf die von der Bundesregierung für 2024 geplante Erweiterung der Pfandpflicht auf Einwegkunststoffgetränkeflaschen, in denen Milch oder Milcherzeugnisse abgefüllt sind, sieht der Bundesrat keinen Änderungsbedarf. Das geht aus der Stellungnahme zum „Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung von Vorgaben der Einwegkunststoffrichtlinie und der Abfallrahmenrichtlinie im Verpackungsgesetz und in anderen Gesetzen“ hervor, den die Länderkammer am 5.3. verabschiedet hat. Die Empfehlung des Wirtschaftsausschusses, die Ausweitung der Pfandpflicht auf mit Milch und trinkbaren Milcherzeugnissen befüllte Einwegkunststoffgetränkeflaschen unter anderem aus Hygienegründen zu unterlassen, fand ebenso keine Mehrheit wie die Empfehlung des Umweltausschusses, die Pfandpflicht auf solche Flaschen noch vor 2024 einzuführen. Der Ausschuss hatte angeführt, dass bereits heute Einweggetränkeverpackungen anderer verderblicher Getränke zurückgenommen würden. Hygienebedenken seien damit nicht tragfähig. Zustimmung der Ländervertreter gab es hingegen dafür, Einwegglasflaschen mit Kunststoffetikett, die beispielsweise in der Wein- und Sektvermarktung genutzt werden, auch weiterhin von der Pfandpflicht herauszuhalten. Die mit der Novelle des Verpackungsgesetzes vorgesehene Ausdehnung der Pfandpflicht dient nach Angaben des Bundesumweltministeriums der möglichst umfänglichen und sortenreinen Rückgewinnung von Kunststoffflaschen und Getränkedosen. Die Bepfandung von Einweggasflaschen mit Kunststoffetiketten sei dagegen nicht in der Lage, dieses Ziel zu fördern. (AgE)

Weltmarktpreise für Nahrungsmittel weiter gestiegen

Die Weltmarktpreise für wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse sind auch im Februar 2021 und damit den neunten Monat in Folge gestiegen. Wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO)am 4.3. in Rom mitteilte, kletterte der von ihr berechnete Preisindex über alle betrachteten Warengruppen hinweg gegenüber Januar um 2,4 % auf 116,0 Punkte; das war der höchste Monatswert seit Juli 2014. Erneut legten vor allem der FAO-Subindex für Zucker und der für Pflanzenöle kräftig zu, nämlich um 6,4 % beziehungsweise 6,2 %. Für Zucker war dies der höchste Stand seit April 2017, für Pflanzenöle seit April 2012. Die Experten in Rom begründeten die höheren Zuckerpreise mit der anhaltenden Aussicht einer Angebotsverknappung bei gleichzeitig starker Nachfrage vor allem aus Asien. Hinzu kam der Anstieg der Rohölpreise, der in Brasilien die Ethanolherstellung gegenüber der Zuckerproduktion attraktiver werden lässt. Die höheren Rohölpreise sorgten auch auf den Pflanzenölmärkten für Preiszuschläge. Zudem verwies die FAO auf das derzeit relativ knappe Angebot kurz vor Beginn der Sojaernte in Südamerika. Der Getreidepreisindex legte im Februar um 1,2 % zu; das Niveau des Vorjahresmonats wurde um 26,5 % übertroffen. Nach Angaben der römischen Fachleute verteuerten sich im Vergleich zum Vorjahresmonat insbesondere Mais und Sorghum, wobei umfangreiche Einkäufe Chinas eine wesentliche Rolle spielten. Auch der zuletzt positive Preistrend bei den Milcherzeugnissen wurde durch eine kräftige Nachfrage der Volksrepublik gestützt; dies galt insbesondere für Butter. Aber auch die Preise für Vollmilchpulver legten zu, wozu hier das witterungsbedingt voraussichtlich kleinere Exportangebot Neuseelands beitrug. Dagegen gaben die Notierungen für Käse nach, bedingt unter anderem durch die hohen Bestände in den USA. Der FAO-Preisindex für Fleisch erhöhte sich im Berichtsmonat gegenüber Januar 2021 um 0,6 %; der Stand von Februar 2021 wurde noch um 4,0 % verfehlt. Aufwärts ging es vor allem mit den Notierungen für Rind- und Schaffleisch; maßgeblich dafür war das knappe Angebot in wichtigen Erzeugerregionen. Im Gegensatz dazu fielen die Notierungen für Schweinefleisch, bedingt durch reduzierte Käufe Chinas bei einem starken Überangebot. Eine schwächere Nachfrage der Volksrepublik belastete auch die internationalen Geflügelfleischnotierungen. (AgE)