Weniger Milch bei Fonterra

Neuseelands größte Molkerei Fonterra wird in der noch bis Ende Mai laufenden Saison 2021/22 wahrscheinlich weniger Milch als im Vorjahr verarbeiten können. Wie das genossenschaftliche Unternehmen am 11. Januarmitteilte, wird mit einer Rohstoffverfügbarkeit des aus den Trockengehalten von Fett und Eiweiß gewonnenen Milchfeststoffs von 1,50 Mio. t gerechnet; das wären 25 Mio. kg oder 1,6 Prozent weniger als zum Anfang der Saison erwartet wurden. Zu Beginn des Wirtschaftsjahres hätten ungünstige Witterungsbedingungen zu schwierigen Aufwuchsbedingungen auf den Wiesen und Weiden in vielen Teilen des Landes geführt, begründete Fonterra-Geschäftsführer Miles Hurrell die nach unten korrigierte Zahl. In den vergangenen Monaten seien die Anlieferungen unter dem Vorjahresniveau geblieben. „Wir hatten erwartet, dass sich die Bedingungen über Weihnachten und Neujahr verbessern würden, aber dies ist nicht eingetreten“, so der Fonterra-Manager. Aufgrund des rückläufigen Milcheingangs und der hohen Nachfrage außerhalb der Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) sei bei den Versteigerungen auf der GDT das Angebot bereits verringert worden. In der aktuellen Saison 2021/22 wurden von Juni bis November in Neuseeland insgesamt 10,54 Mio. t Milch an die Molkereien geliefert; das waren 317.000 t oder 2,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Bei den Milchfeststoffen war im gleichen Zeitraum ein Rückgang von 2,6 Prozent auf 0,88 Mio. t festzustellen. Wird das Kalenderjahr 2021 betrachtet, sieht die Lage wegen der Zuwächse im ersten Halbjahr anders aus. In den ersten elf Monaten nahm die Milcherzeugung in Neuseeland um 0,8 Prozent auf 19,28 Mio. t zu; das Aufkommen an Milchfeststoffen wuchs um 1,3 Prozent auf 1,69 Mio. t. Seit August werden im Vergleich zu den Vorjahresmonaten jedoch geringere Milchmengen verzeichnet. Da in den vergangenen Monaten auch die Milcherzeugung in der Europäischen Union sowie in den USA nicht wuchs, stiegen bei guter weltweiter Nachfrage die globalen Preise für Milchprodukte merklich an. (AgE)

Corona sorgt für Versorgungsengpässe in der Lebensmittelkette

Nicht nur in Europa, sondern auch in Australien geht es mit den Corona-Infektionen steil nach oben. Anfang vergangener Woche lag dort die 7-Tage-Inzidenz über der Marke von 2.100. Die stark zunehmende Zahl infizierter Beschäftigter und deren Kontaktpersonen in Quarantäne führen nun zu ernsthaften Störungen der Lebensmittelkette. In den Medien werden leere Regale gezeigt, vor allem in den Segmenten Frischware und Fleisch. Australiens Woolworths-Chef Brad Banducci warnte, dass die Lieferunterbrechungen wahrscheinlich noch einige Wochen andauern werden. In den Vertriebszentren des Konzerns fehlten 20 bis 40 Prozent der Mitarbeiter, in den Läden etwa zehn Prozent. Bei der Handelskette Coles soll derzeit rund ein Drittel der Beschäftigen nicht zur Arbeit kommen. Transport- und Logistikunternehmen meldeten den Ausfall von bis zu 50 Prozent der Fahrer. Auch bei der vorgelagerten Stufe, insbesondere in der Fleischwirtschaft mit hohen Infektionszahlen, sieht es kaum besser aus. Einige Schlachtbetriebe an der Ostküste Australien mussten bereits zeitweise die Produktion einstellen. Die Kette Coles hat die Abgabe von mehreren Fleischprodukten rationiert. Anfang vergangener Woche reagierte die Regierung und lockerte die Isolationsregeln für Beschäftigte im Lebensmittelsektor. Geimpfte Beschäftigte ohne Symptome dürfen wieder arbeiten, auch wenn sie enge Kontaktpersonen von Corona-Infizierten waren. Regierungschef Scott Morrison betonte jedoch, dass die Änderungen nicht für Mitarbeiter mit Kundenkontakt gelten würden, etwa für Kassenpersonal. Es gehe um Fahrer, Lagerarbeiter oder Schlachthofmitarbeiter. Er kündigte an, dass die neuen Regeln für kritische Lieferketten auf weitere Sektoren ausgeweitet werden könnten. Der Geschäftsführer des australischen Fleischindustrieverbandes, Patrick Hutchinson, begrüßte die Lockerung, „die eine Verbesserung bei der Versorgung mit Rind- und Lammfleisch“ bringen werde. Noch weiter scheint laut Presseberichten der Staat South Australia zu gehen. Dieser erlaubte sogar einer Gruppe von Corona-Infizierten, wieder zur Arbeit im Schlachtbetrieb Teys zu gehen. Um die Ernährungssicherheit zu gewährleisten, sei einer kleinen Gruppe von kritischen Mitarbeitern, die positiv getestet und asymptomatisch seien, erlaubt, in einem abgelegenen Gebiet – entfernt von anderen – weiter zu arbeiten, erklärte ein Sprecher des Gesundheitsamtes. (AgE)

Arla hebt eigene Klimaschutzziele drastisch an

Der europäische Molkereikonzern Arla Foods setzt sich ehrgeizige neue Ziele beim Klimaschutz. Statt der bisher angepeilten 30 Prozent will das Unternehmen nun bis 2030 insgesamt 63 Prozent weniger Treibhausgas-(THG)-Emissionen ausstoßen als im Basisjahr 2015. Das mehr als doppelt so hohe Einsparziel soll im Bereich „Operations“ umgesetzt werden, was die Arla-Produktionsstandorte und die konzerneigene LKW-Flotte wie Milchtankwagen und sonstige Transportfahrzeuge einschließt. Für die Erzeugerstufe bleibt es beim bisherigen Reduktionsziel von minus 30 % THG-Emissionen bis 2030. Nach eigenen Angaben will der Konzern die drastische Senkung der Klimagasemissionen beispielsweise durch einen Umstieg auf fossilfreie Kraftstoffe für die gesamte Flotte von Milchtankwagen und Transportfahrzeugen sowie eine Reduzierung der gefahrenen Kilometer erreichen. Geplant ist zudem die vollständige Umstellung auf erneuerbaren Strom an allen europäischen Produktionsstandorten bis 2030. Ein weiterer Teil des neuen Klimaschutzpakets von Arla ist die Steigerung des Anteils recyclebarer Verpackungen auf 100 Prozent bis 2025; im Jahr 2020 hatte dieser noch bei 85 Prozent gelegen. Der Anteil von neu hergestelltem Kunststoff aus fossilen Quellen soll von derzeit 85 Prozent bis zum Ende der Dekade auf null sinken. Zudem will das Unternehmen die eigene Lebensmittelverschwendung in diesem Zeitraum halbieren. Der neue Klimaschutzplan wurde bereits im Dezember von der Initiative für wissenschaftsbasierte Ziele (SBTi) validiert und anerkannt. Damit steht er nach Einschätzung dieser quasi-offiziellen Stelle im Einklang mit den Zielen des Internationalen Pariser Klimaabkommens, also auch mit dem dort formulierten 1,5 Grad-Ziel zur Begrenzung des weltweiten Temperaturanstiegs. Arla ist damit eines von weltweit nur 61 Lebensmittelunternehmen, die dieses Kriterium erfüllen.
Auch auf Ebene der Milcherzeuger setzt Arla Foods auf mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Hier soll jedoch das bestehende 30-Prozent-Ziel für die Senkung der Emissionen bis 2030 vorerst beibehalten werden, da dies laut Arla der aktuellen „Best-Practice“ entspricht. Wie das Unternehmen berichtete, wurden inzwischen bereits in fast 8.000 landwirtschaftlichen Mitgliedsunternehmen Klimachecks durchgeführt, auf deren Basis Empfehlungen für klimaschonende Maßnahmen erarbeitet werden. Auch hier zielt Arla auf weiter sinkende THG-Emissionen. Vorstandschef Peder Tuborgh wies darauf hin, dass dies mit erheblichen Änderungen bei den Produktionsmethoden und hohen Investitionen verbunden sei. Er will deshalb diese Anstrengungen für die Endverbraucher sichtbar machen und in „Werte für die Kunden“ ummünzen. Der Klimaschutz soll nach Darstellung des Konzerns die unternehmerischen Ziele nicht gefährden. Stattdessen müssten die nun formulierten Ziele erreicht werden, während Arla seinen Lieferanten weiterhin einen der wettbewerbsfähigsten Preise der Branche biete, heißt es in dem Strategiepapier. (AgE)

Biofach auf Ende Juli verschoben

Aufgrund der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Unsicherheiten wird die Biofach auch in diesem Jahr nicht wie gewohnt Mitte Februar stattfinden. Wie die NürnbergMesse am 14. Januar mitteilte, wird die Weltleitmesse für Biolebensmittel nun auf vielfachen Wunsch der bereits angemeldeten Aussteller verlegt, und zwar auf den Zeitraum 26. bis 29. Juli. Ursprünglich sollte die Messe vom 14. bis 18. Februar ihre Tore öffnen. Mit der Verlegung erhielten alle Beteiligten maximale Planungssicherheit, betonte die NürnbergMesse. Biofach-Leiterin Danila Brunner bedankte sich für die vielen konstruktiven Gespräche mit Branchenvertretern, die für diese Entscheidung wichtige Impulsgeber gewesen seien, ebenso für das beeindruckende Engagement. Laut Angaben der Messe wird die Biofach im Sommer 2022 vor Ort mit digitalen Ergänzungen stattfinden. Aussteller, Besucher und Medienvertreter könnten in Nürnberg das umfassende Produkt- und Leistungsangebot sowie Neuheiten und Trends erleben. Zudem gebe es Möglichkeiten zum Netzwerken und Austausch. Auch könnten Kommunikations- und Terminvereinbarungstools genutzt werden. Der parallel zur Messe laufende Kongress findet der NürnbergMesse zufolge ebenfalls in Präsenz mit digitalen Elementen statt; in diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf dem Thema „Organic.Climate.Resilience“. Der Geschäftsführende Vorstand vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Peter Röhrig, zeigte sich erfreut, „dass sich Wirtschaft, Politik und Presse im Juli live auf der Biofach begegnen können“. Das feste Datum ermögliche Ausstellern und Biointeressierten jetzt Planungssicherheit. Der BÖLW ist ideeller Träger der Bio-Messe. Die Corona-Pandemie hatte bereits in den vergangenen Wochen für eine Vielzahl von Absagen oder Verschiebungen von Agrarmessen und Veranstaltungen beziehungsweise eine Verlegung in das Internet gesorgt. Betroffen waren unter anderem die Internationale Grüne Woche (IGW) in Berlin, die Internationale Pflanzenmesse (IMP) in Essen sowie die Agritechnica in Hannover. (AgE)

Gute Perspektiven für den Milchmarkt 2022

Der Milchmarkt ist fest in das neue Jahr gestartet, und die Preise dürften vorerst auf einem vergleichsweise hohen Niveau bleiben. Doch damit sei längst noch nicht „alles in Butter“, stellte der Geschäftsführer der Landesvereinigung der Milchwirtschaft in Nordrhein-Westfalen (LV Milch), Dr. Rudolf Schmidt, bei der Jahrespressekonferenz der Vereinigung am 12. Januar fest. Es gebe einen „dramatischen Rückgang“ bei den Milcherzeugern, deren Zahl in den vergangenen elf Jahren in Nordrhein-Westfalen um rund 40 Prozent abgenommen habe; auch der Kuhbestand sinke stetig. Dies hat sich dem Experten zufolge im vergangenen Jahr in einer um rund zwei Prozent geringeren Milchproduktion niedergeschlagen und dürfte sich tendenziell auch 2022 fortsetzen. Das schwächere Angebot habe bei einer guten Nachfrage zuletzt deutlich gestiegene Milcherzeugerpreise zur Folge gehabt, die im Jahresmittel 2021 in Nordrhein-Westfalen für eine Standardmilch inklusive aller Zu- und Abschläge bei etwa 34,8 Cent/kg Milch liegen dürften; das wären 1,9 Cent mehr als im Vorjahr. Das Milchpreisniveau habe bei einigen Molkereien im Bundesgebiet im Dezember bereits die 40-Cent-Marke geknackt, und dieses Niveau dürfte sich angesichts der Marktlage auch in der ersten Jahreshälfte 2022 verfestigen, prognostizierte der Experte. Doch wird laut Schmidt das höhere Milchgeld „durch die stark gestiegenen Produktionskosten relativiert“. Angesichts der gesellschaftlichen und politischen Anforderungen an die Milchbauern seien weitere Preissteigerungen nötig; ansonsten werde sich der Strukturwandel weiter verschärfen. Laut dem rheinischen Vorsitzenden der LV Milch, Hans Stöcker, kommt es nun im Binnenmarkt darauf an, „dass der Handel die Kosten in der Kette berücksichtigt, Gewinne weitergibt und sie nicht als Inflationsbremse missbraucht“. Der westfälische Vorsitzende Benedikt Langemeyer hob hervor, dass „die Anspannung auf den Milchviehbetrieben aufgrund der Kostensituation groß ist“ und bei anhaltender Teuerung selbst 40 Cent/kg Milch wohl noch zu knapp bemessen seien.
Nach Einschätzung von Stöcker wird es bei den Milchpreisen 2021 im Bundesgebiet zu einer Spreizung kommen. Im Norden Deutschlands würden vermehrt Basisprodukte wie Butter und Magermilchpulver hergestellt, deren Preise auch weltweit stark gestiegen seien. Deshalb seien dort die Milcherzeugerpreise bereits schneller und deutlicher nach oben gegangen. In Nordrhein-Westfalen würden mehr Frischeprodukte hergestellt, weshalb das Land bei den Milchpreisen etwas hinterherhinke. Ganz wichtig für die Branche sei der Export, vor allem nach Asien, hob Stöcker hervor. Ohne die dort zuletzt gute Nachfrage, insbesondere in China, wäre der jüngste Preisanstieg kaum möglich gewesen. Es müsse nun gelingen, dies auch in den Kontraktverhandlungen mit dem LEH umzusetzen. Stöcker betonte, „dass die Milchwirtschaft grundsätzlich hinter eindeutigen Kennzeichnungen, auch der neuen Haltungskennzeichnung des Handels, steht“. Nur so ließen sich die Anstrengungen der Milcherzeuger für mehr Tierwohl sichtbar machen. Allerdings, so der Vorsitzende, sei der bisher ausgehandelte Zuschlag zwischen den Handelsunternehmen und der Milchwirtschaft zu gering; er decke nicht die vollen Kosten.
Langemeyer wies darauf hin, dass die Erzeuger bereits mit Laufställen und anderem in Vorleistung getreten seien, ohne dass dies honoriert worden sei. Der Handel müsse sich darüber im Klaren sein, dass jede Erweiterung der Anforderungen Investitionen und Geld koste, was nicht alle Erzeuger leisten könnten. Ein weiteres Problem sei, dass die Initiative Tierwohl (ITW) Programmphasen von drei Jahren habe, Stallbauinvestitionen jedoch längerfristig kalkuliert würden. Die Vorschläge der Borchert-Kommission böten hingegen längerfristige Planungssicherheit, weshalb diese noch umgesetzt werden sollten.
Laut LV Milch hat der Absatz von Milchprodukten im Lebensmittelhandel 2021 nicht mehr an die Rekordmarken des Vorjahres heranreichen können, als es wegen Corona teilweise Hamsterkäufe in den Geschäften und längere Schließungsphasen für Restaurants, Kantinen und Hotels gab. So wurden weniger Butter, Joghurt, Quark und Käse in der Selbstbedienungstheke gekauft. Besonders deutlich war der Absatzrückgang von Januar bis Oktober gegenüber dem Vorjahreszeitraum 2020 mit 7,1 Prozent bei der Trinkmilch. Ausgenommen hiervon waren jedoch die Biomilch mit einem Plus von 3,3 Prozent sowie die Weidemilch mit einem kräftigen Verkaufsanstieg von 21,1 Prozent. Weiter deutlich zulegen konnten in der Verbrauchergunst auch die Milchimitate wie Soja- oder Hafermilch, die mit einer Absatzmenge von rund 250 Mio. Litern mittlerweile fast zehn Prozent des gesamten Konsummilchverbrauchs ausmachten. Für diese zahlen die Kunden in den Läden zudem höhere Preise als für normale Trinkmilch, weshalb immer mehr Molkereien auch in diesem Geschäftsfeld tätig sind und einen Teil der Wertschöpfung in die Branche zurückholen wollen. „Wir lassen diesen Markt nicht an uns vorbeigehen“, erklärte Stöcker, der auch Vorstandsmitglied bei FrieslandCampina ist. Er kündigte an, dass sich die Brancheninitiative Milch dieses Themas annehmen und über die Vorzüge der „echten Milch“ informieren werde. (AgE)

Internationaler DLG-Preis für Nachwuchskräfte ausgeschrieben

Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) vergibt auch in diesem Jahr wieder Stipendien zu Fortbildungszwecken an qualifizierte Nachwuchskräfte der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Dies erfolgt im Rahmen des Internationalen DLG-Preises, der jetzt ausgeschrieben wurde. Wie die DLG am 13. Januar dazu mitteilte, warten auf junge, in der Berufsausbildung stehende Nachwuchskräfte im Alter zwischen 18 und 24 Jahren mit jeweils 2.500 dotierte Juniorenpreise. Für junge Fachleute bis zum Alter von 36 Jahren, die eine abgeschlossene Berufsausbildung und/oder ein zum größten Teil abgeschlossenes Studium beziehungsweise eine weiterführende Ausbildung vorweisen können, gibt es Fortbildungspreise, die mit jeweils 4.000 € dotiert sind. Voraussetzungen für eine Bewerbung sind laut DLG eine gute fachliche Qualifikation, ehrenamtliches Engagement sowie Aufgeschlossenheit und Interesse an der internationalen Zusammenarbeit. Bewerbungen nimmt die Landwirtschafts-Gesellschaft bis zum 1. Februar entgegen. Die Verleihung der Preise soll im Juni im Rahmen der Jahrestagung der Jungen DLG erfolgen. (www.jungedlg.org/nachwuchsfoerderpreise/internationaler-dlg-preis) (AgE)

Preise für Milchpulver und Molkenpulver vom 12. Januar

In Deutschland setzt sich der saisonale Anstieg der Milchanlieferung fort. Die Molkereien erfassten laut Schnellberichterstattung der ZMB in der 51. Woche 0,6 % und in der 52. Woche 0,8 % mehr Milch als in der Vorwoche. Damit bewegte sich die Milchmenge um 3,0 % bzw. 2,8 % unter der Vorjahreslinie. In Frankreich hat sich der Rückstand zur Vorjahreslinie in der 52. Woche auf 1,6 % verringert.
Am Markt für flüssigen Rohstoff hat die Verfügbarkeit von Industrierahm zuletzt zugenommen und die Preise haben etwas nachgegeben, sind für die Jahreszeit aber weiter ungewöhnlich hoch. Magermilchkonzentrat wird weiter gut nachgefragt und erzielt stabile Preise.
Der Markt für Magermilchpulver entwickelt sich zum Jahresauftakt von 2022 erneut fester. Das Kaufinteresse hält ungebrochen weiter an. Aus der Industrie am Binnenmarkt wie auch von den Exportmärkten gehen immer wieder neue Anfragen bei den Werken ein. Der vergleichsweise frühe Ramadan im laufenden Jahren dürfte zu der guten Exportnachfrage mit beitragen. Der Nachfrage steht nur ein recht begrenztes Angebot gegenüber. Für die kommenden Monate haben die Molkereien bereits umfangreiche Mengen unter Vertrag. Bei zwar saisonal steigender, aber dennoch unter Vorjahresniveau liegender Milchanlieferung und hoher Käsenachfrage ist die Rohverfügbarkeit für die Herstellung von Magermilchpulver limitiert, so dass in Deutschland überwiegend kaum noch freie Mengen verfügbar sind.
Auch in den USA ist die Erzeugung in den letzten Monaten zunehmend geschrumpft. Diese Entwicklungen führen zu höheren Preisforderungen.
Für Lebensmittelware wurden zuletzt höhere Preise aufgerufen und durchgesetzt. Auch für Futtermittelware müssen bei sehr knappem Angebot höhere Preise bezahlt werden.
Am Markt für Vollmilchpulver trifft eine niedrige Produktion auf eine kontinuierliche Nachfrage. Vor allem in der Lebensmittelindustrie am Binnenmarkt besteht Bedarf. Auch aus den Exportmärkten gehen in gewissem Umfang Anfragen ein. Die Preise tendieren auf hohem Niveau seitwärts bis etwas fester.
Von einem knappen Angebot ist auch der Markt für Molkenpulver gekennzeichnet. Die Preise für Futtermittelware haben seit Jahresanfang kräftig angezogen. Die Preise für Lebensmittelware tendieren bei geringer Verfügbarkeit ebenfalls fester, wobei sich der Preisabstand zur Futtermittelware merklich verringert hat. (Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V. Kempten (Allgäu)/proplanta.de)

Lidl weitet Haltungskennzeichnung auf Milch aus

Ab diesem Jahr kennzeichnet Lidl sukzessive Milch und Milchprodukte seiner Eigenmarken mit der Haltungskennzeichnung, erklärt der Lebensmittelhändler in einer Pressemitteilung. Damit schaffe das Unternehmen nach Frischfleisch und Wurst in einer weiteren Warengruppe über alle vier Haltungsstufen vollständige Transparenz, sodass Kunden sich beim Kauf bewusst für mehr Tierwohl entscheiden können.
Milch aus Deutschland
Als Erstes will der Lebensmittelhändler die Haltungsform auf Trinkmilchverpackungen aufbringen, die laut Lidl bereits heute zu 100 % aus Deutschland stammt. Mit der Haltungsform will Lidl den Kunden die Leistungen der heimischen Landwirte für mehr Tierwohl einfach und verständlich näher bringen. Je höher die Haltungsstufe, umso mehr Platz im Stall und Auslauf haben die Milchkühe, heißt es in der Pressemitteilung.
Vertrauensvolle Zusammenarbeit Durch die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der heimischen Landwirtschaft sei das Unternehmen schon heute Vorreiter in Sachen Tierwohl in der Branche: 100 % der Biomilch sind nach Bioland-Standard zertifiziert, 65 % des Trinkmilchsortiments sollen zukünftig mit den Haltungsformstufen 3 bzw. 4 ausgelobt werden. (Topagrar.com)

Aldi stellt auf Milch aus tierwohlgerechteren Haltungsformen um

Die Supermarktkette Aldi will bis spätestens 2030 im Eigenmarkensortiment nur noch Milch aus den tierwohlgerechteren Haltungsformen drei und vier anbieten. Aktuell stammen laut Konzernangaben bei Aldi Nord und Aldi Süd 25 Prozent der Milch aus den Haltungsformen drei und vier. In einem ersten Schritt soll der Anteil bis 2023 auf 40 Prozent steigen. Bis 2024 will die Supermarktkette dann komplett auf Milch aus der niedrigsten Haltungsform eins verzichten, auch soll ab 2024 für das Eigensortiment nur noch Milch aus deutscher Herkunft bezogen werden. «Spätestens bis 2030» soll dann die gesamte Milch im Eigenmarkensortiment bei Aldi Nord und Aldi Süd aus den Haltungsformen drei und vier stammen.
Der Deutsche Tierschutzbund begrüßte die Ankündigung, mahnte die Politik jedoch zur Schließung von Lücken im Ordnungsrecht. Dem Präsidenten des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, zufolge sollten Produkte aus tierschutzwidriger Anbindehaltung – egal, ob ganzjährig oder saisonal – raus aus den Sortimenten. So erlaube die Haltungsform zwei noch immer eine saisonale Anbindehaltung der Kühe. Diese stehen laut Tierschutzbund häufig die überwiegende Zeit des Jahres angebunden im Stall. An die Politik appellierte er, den Tierschutz in den Ställen sicherzustellen. Der Tierschutzbund kritisiert seit Langem, dass es bis heute keine konkreten gesetzlichen Vorgaben für die Haltung von Milchkühen gebe. Ebenso fordert er ein Verbot jedweder Anbindehaltung.

DRV und MIV fordern Ausnahmeregeln zur Sicherung der Versorgung

Aufgrund steigender Corona-Infektionen von Mitarbeitern mit der Omikron-Variante haben der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) und der Milchindustrie-Verband (MIV) vor möglichen Versorgungsengpässen gewarnt. Beide Verbände forderten am 5. Januar Ausnahmeregelungen für Mitarbeitende der kritischen Infrastruktur, also auch für die Beschäftigten der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Der DRV mahnte speziell eine kürzere Quarantäne-Zeit für Mitarbeitende der kritischen Infrastruktur an. „Bei einer stark ansteigenden Verbreitung von Omikron muss die Versorgung der Bevölkerung mit in Deutschland produzierten Lebensmitteln gesichert bleiben“, so DRV-Präsident Franz-Josef Holzenkamp. Die Bundesregierung müsse bei ihren Überlegungen zur Eindämmung der Welle zwingend die Bedürfnisse der systemrelevanten Agrar- und Ernährungswirtschaft berücksichtigen. Dafür sei es unbedingt notwendig, für ein störungsfreies Zusammenspiel von landwirtschaftlicher Erzeugung sowie Verarbeitung und Absatz von Nahrungsmitteln zu sorgen. Dazu zähle, dass ausreichend Kapazitäten in der Logistik und der Vermarktungskette vorhanden seien. Es dürfe an keiner Stelle Engpässe bei der Versorgung geben. Dies müsse die Politik berücksichtigen, erklärte Holzenkamp im Vorfeld der Bund-Länder-Konferenz am vergangenen Freitag. Die Landwirte hätten sich in den zurückliegenden zwei Jahren mit großer Kraft gegen die Krise und ihre Auswirkungen gestemmt und seien ihrer gesamtgesellschaftlichen Verpflichtung mehr als gerecht geworden. „Dies verdient größten Respekt“, betonte der DRV-Präsident.
Der MIV appellierte an die Bundesregierung, unverzüglich präventive Rechtsverordnungen und Ausnahmeregelungen zusammen mit den Bundesländern für ein flexibleres Arbeitszeitmanagement zu erlassen. „Aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens und den damit verbundenen Quarantänebestimmungen besteht die Gefahr, dass in Kürze ein erheblicher Teil der Beschäftigten in der Milchwirtschaft für Wochen als Arbeitskraft ausfällt“, erklärte MIV-Hauptgeschäftsführer Eckhard Heuser. Ohne die Möglichkeit zu flexiblen Arbeitszeitregelungen würde das die Versorgungssicherheit mit Milch und Milcherzeugnissen gefährden. „Wir brauchen eine Rechtsverordnung, die den Betrieben der Milchwirtschaft bei erhöhten Infektions- und Quarantänezahlen kurzfristig ein flexibleres Arbeitszeitmanagement ermöglicht“, betonte Heuser. So sollte es unter anderem Ausnahmeregelungen bei der Sonntagsarbeit und den Zwölf-Stunden-Schichten geben. Ferner sollte die Bundesregierung die Länder auffordern, flankierende Allgemeinverfügungen zu erlassen.
Darüber hinaus fordert der MIV, dass Beschäftigte der kritischen Infrastruktur beim Impfen, Boostern und Freitesten im Quarantänefall vorrangig behandelt und hierfür entsprechende Maßnahmen beschlossen werden. Als eine der systemrelevanten Branchen trage die Milchindustrie eine erhebliche Verantwortung zur Versorgung der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln. „Es gilt, die Kette von der Milcherzeugung über die Verarbeitung bis in die Regale des Handels ungeachtet der heftigen externen Einflüsse weiterhin aufrecht zu erhalten“, so Heuser. Das sei bisher gut gelungen, worauf die Branche auch stolz sei. (AgE)

Frankreich: Wechsel in der Führung des Dachverbandes der Ernährungsindustrie

Der Dachverband der französischen Ernährungsindustrie (ANIA) wird die Verantwortung für seine Geschäfte in neue Hände legen. Wie der Verband in der vergangenen Woche mitteilte, wird der La-République-en-marche-(LREM)-Abgeordnete Mickaël Nogal nach dem Ende der Sitzungsperiode der Nationalversammlung am 1. März die Position des Generaldirektors übernehmen, die derzeit übergangsweise von Catherine Chapalain und Gilles Rouvière ausgefüllt wird. Nogal wurde 2017 im Alter von erst 26 Jahren als Vertreter des Départements Haute-Garonne ins Parlament gewählt und fungiert dort als stellvertretender Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses. Zuvor war der künftige Generaldirektor der ANIA in verschiedenen Funktionen in der Agrar- und Ernährungsindustrie tätig, zuletzt als Leiter der Abteilung für institutionelle Beziehungen bei Orangina Suntory France. Nach Angaben des ANIA hat sich Nogal während seiner parlamentarischen Arbeit bewusst nicht mit den Belangen der Agrar- und Ernährungsindustrie befasst. „Ich bin sehr stolz und glücklich, meine Erfahrung in den Dienst des größten Industriezweiges des Landes stellen zu dürfen“, erklärte Nogal. Er will gemeinsam mit Verbandspräsident Jean-Philippe André daran arbeiten, die Verbindungen innerhalb der Branche zu stärken und Frankreich zu einer Spitzenposition im Ernährungsbereich zu verhelfen. (AgE)

Kroatischer Weichkäse jetzt geschützt

Die Europäische Kommission hat der Aufnahme des kroatischen Weichkäses „Lički škripavac“ in das EU-Register der geschützten geografischen Angabe (g.g.A.) stattgegeben. Wie die Brüsseler Behörde dazu mitteilte handelt es sich um einen Käse aus Kuhvollmilch mit einer „charakteristischen Gummikonsistenz“. Hergestellt wird die Spezialität in der Gespanschaft Lika-Senj. Schwerpunkte der Fortführung der traditionellen Herstellung liegen in den Gebirgszügen Velika Kapela und Velebit sowie an der Küste von Lika. Das Ansehen des Erzeugnisses wird durch verschiedene traditionelle handwerkliche und kulturell-künstlerische Veranstaltungen unterstrichen, die die herkömmliche Produktion, die Bräuche und das kulturelle Erbe der Region Lika präsentieren. Die Bezeichnung wird in die entsprechende Liste aufgenommen, die bereits gut 1 570 Erzeugnisse umfasst. Weitere Informationen finden sich in der eAmbrosia-Datenbank der EU-Kommission. (AgE)

DRV-Bilanz 2021: Genossenschaften haben sich „überwiegend gut behauptet“

Die genossenschaftlich orientierten Unternehmen der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft haben sich 2021 in einem schwierigen Umfeld „überwiegend gut behauptet“. Darauf hat der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) am 3. Januar in einer ersten Bilanz für das abgelaufene Kalenderjahr hingewiesen (Dokumentation). Demnach sind die addierten Umsätze der 1 766 genossenschaftlichen Unternehmen gegenüber 2020 um geschätzte 5,4 % auf insgesamt rund 68 Mrd Euro gewachsen. Die gesamten Erlöse der Warenwirtschaft als stärkste Sparte sind laut der heute veröffentlichten DRV-Schätzung für 2021 gegenüber dem Jahr davor um 9 % auf rund 41 Mrd Euro gestiegen. Maßgeblich für diese Entwicklung seien zweistellige Preissteigerungen in den Bereichen Saatgut, Düngemittel, Futtermittel, landwirtschaftliche Erzeugnisse, Energie und Baustoffe gewesen. Jedoch hätten sich die verkauften Mengen in nahezu allen Bereichen rückläufig entwickelt. Der Umsatz der insgesamt 524 Agrargenossenschaften lag im abgelaufenen Kalenderjahr dem DRV zufolge mit geschätzten etwa 1,5 Mrd Euro nur leicht über dem 2020 erreichten Niveau. Einerseits sei die Getreideernte 2021 mit 41 Mio t witterungsbedingt unterdurchschnittlich ausgefallen; zugesetzt hätten den Agrargenossenschaften außerdem die hohen Preise für Futter, Energie und Düngemittel. Preistreibend bei Futtermitteln habe insbesondere der verteuerte Frachtraum als Folge von Störungen in den globalen Lieferketten gewirkt, stellte der Raiffeisenverband fest. Die Versorgung der Betriebe mit Grundfutter sei aber insgesamt ausreichend gewesen.
Für die Milcherzeuger und Molkereien war 2021 nach Angaben des DRV ein „zufriedenstellendes“ Jahr. Ihre Umsätze lagen gemäß den vorläufigen Schätzungen bei 14,1 Mrd Euro, was gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 3,5 % bedeutet. Hingegen habe sich 2021 für die Unternehmen der genossenschaftlichen Vieh- und Fleischwirtschaft erneut als „Jahr der Extreme“ erwiesen, so der Raiffeisenverband. Die fortschreitende Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und der deshalb von mehreren Drittländern verhängte Exportstopp habe zu enormen Überhängen am Markt und zu einem erheblichen Preisverfall geführt. Unter dem Strich geht man beim DRV davon aus, dass der gesamte Umsatz dieser Sparte im Jahresvergleich um 8,5 % auf etwa 6,1 Mrd Euro geschrumpft ist. Hingegen hätten die Unternehmen der genossenschaftlichen Obst-, Gemüse- und Gartenbauwirtschaft im Jahresvergleich einen stabilen Gesamterlös von schätzungsweise 3,7 Mrd Euro erzielt, wobei aber die Entwicklung der Umsätze je nach Produktgruppe stark gestreut habe. (AgE)

Preise für Milchpulver und Molkenpulver vom 5. Januar

In Deutschland steigt die Milchanlieferung saisonal an. Laut Schnellberichterstattung der ZMB erfassten die Molkereien in der 50. Woche 1,0 % mehr Milch als in der Vorwoche. Der Rückstand zur Vorjahreswoche hat sich auf 2,4 % verringert. Für die 51. Woche lagen zum Redaktionsschluss noch keine vollständigen Daten vor. In Frankreich wurde die Vorjahreslinie sowohl in der 50. wie auch in der 51. Woche um 2,8 % unterschritten.
Die Preise für flüssigen Rohstoff sind über die Weihnachtstage und den Jahreswechsel für die Jahreszeit ungewöhnlich fest geblieben. Es waren kaum Preisabschläge zu beobachten. Hinzu kamen knappe Logistikkapazitäten und hohe Frachtkosten. Die Verfügbarkeit von Industrierahm hat sich etwas verbessert. Magermilchkonzentrat blieb auch über die Feiertage knapp und wird aktuell bei festeren Preisen gesucht.
Am Markt für Magermilchpulver haben sich die Aktivitäten in den beiden vergangenen Wochen feiertagsbedingt beruhigt. Viele Marktteilnehmer waren oder sind noch in Weihnachtsferien, so dass zuletzt weniger neue Abschlüsse zu Stande gekommen sind als üblich. Für einen Jahresbeginn ist die Lage derzeit außergewöhnlich fest. Die Produktionskapazitäten konnten über die Feiertage dem Vernehmen nicht voll ausgelastet werden, da der Rohstoff für die Trocknung knapp war und die Zukaufsmöglichkeiten begrenzt waren. Zusätzlicher Rohstoff war anders als in den meisten Vorjahren nicht vorhanden. So wurde in der Regel auch nur für bestehende Verträge produziert und zusätzliche Partien konnten nicht angeboten werden.
Bei den Werken gehen indessen aber kontinuierlich weitere Anfragen für neue Abschlüsse ein, vor allem auch für Exporte. Die deutschen Werke haben die Mengen, die in den kommenden Monaten produziert werden, bereits zu einem sehr hohen Teil verplant, so dass neue Anfragen oder gar Neukunden nicht angenommen werden können.
Die Preise für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität haben auch über den Jahreswechsel fest tendiert und es werden erneut höhere Preise gefordert. Auch für Futtermittelware müssen höhere Preise angelegt werden.
Die Lage bei Vollmilchpulver ist weiter von einem geringen Angebot gekennzeichnet. Auch hier gehen immer wieder neue Anfragen bei den Werken ein und es werden festere Preise gefordert.
Bei Molkenpulver wird ebenfalls von einer geringen Verfügbarkeit für die kommenden Monate berichtet. Die Preise für Futter- und für Lebensmittelware tendieren fester.
(Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V. Kempten (Allgäu)/proplanta.de)

Rohstoffwert Milch steigt im Dezember auf 52,4 Cent

Der Kieler Rohstoffwert Milch* steigt im Dezember 2021 gegenüber dem Vormonat um 2,3 Cent auf 52,4 Cent/kg an (+4,6 %). Im Vergleich zum Vorjahresmonat Dezember 2020 ergibt sich eine Differenz von 20,7 Ct/kg bzw. ein Anstieg innerhalb eines Jahres von +65,4 %.
Mehr Infos zum aktuellen Milchmarkt und den Preisentwicklungen gibt es immer zum Ende der Woche in unserem Format „Die Milchwoche“ unter der Rubrik Markt.
*Gilt für eine Standardmilch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß, ab Hof des Milcherzeugers, ohne Mehrwertsteuer, d.h. durchschnittliche Erfassungskosten vom Milcherzeuger bis zur Molkerei in Höhe von 1,4 Cent je kg Milch sind berücksichtigt.

MIV fordert flexiblere Arbeitszeitregelungen, um Versorgung mit Milch und Milcherzeugnissen sicherzustellen

Anlässlich steigender Corona-Infektionen in Deutschland, insbesondere mit der Omikron-Variante, fordert der Milchindustrie-Verband (MIV) die Bundesregierung auf, unverzüglich präventive Rechtsverordnungen und Ausnahmeregelungen zusammen mit den Bundesländern für ein flexibleres Arbeitszeitmanagement zu erlassen, um die Versorgung der Bevölkerung mit Milch und Milcherzeugnissen sicherzustellen.
Eckhard Heuser, Hauptgeschäftsführer des MIV: „Aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens und den damit verbundenen Quarantänebestimmungen besteht die Gefahr, dass in Kürze ein erheblicher Teil der Beschäftigten in der Milchwirtschaft für Wochen als Arbeitskraft ausfällt. Ohne die Möglichkeit zu flexiblen Arbeitszeitregelungen würde das zu einem deutlichen Engpass in der Produktion und Logistik führen und die Versorgungssicherheit mit Milch und Milcherzeugnissen gefährden.“
Der MIV appelliert an die Bundesregierung, jetzt unverzüglich präventiv zu handeln. „Wir brauchen eine Rechtsverordnung, die den Betrieben der Milchwirtschaft bei erhöhten Infektions- und Quarantänezahlen kurzfristig ein flexibleres Arbeitszeitmanagement ermöglicht“, sagt Eckhard Heuser weiter. So sollte es u. a. Ausnahmeregelungen bei Sonntagsarbeit und 12-Stunden-Schichten geben. Ferner sollte die Bundesregierung bei der in dieser Woche anstehenden Bund-Länder-Runde die Bundesländer auffordern, flankierende Allgemeinverfügungen auch auf Länderebene zu erlassen.
Darüber hinaus fordert der MIV, dass Beschäftigte der kritischen Infrastruktur beim Impfen, Boostern und Freitesten im Quarantänefall vorrangig behandelt und hierfür entsprechende Maßnahmen beschlossen werden. Als eine der systemrelevanten Branchen trägt die Milchindustrie eine erhebliche Verantwortung zur Versorgung der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln. Die Molkereien stehen dabei in enger Verbindung mit den Milcherzeugern – schließlich geben Kühe jeden Tag Milch. Eckhard Heuser: „Es gilt, die Kette von der Milcherzeugung über die Verarbeitung bis in die Regale des Handels ungeachtet der heftigen externen Einflüsse weiterhin aufrecht zu erhalten. Das ist bisher gut gelungen, worauf wir auch stolz sind.“

Internationale Milchpreise nahezu konstant

Der Durchschnittspreis über alle Produkte und Zeiträume beim Global Dairy Trade legte um 0,3 % auf 4.247 $/t zu. Der Global Dairy Trade-Preisindex ist damit um 3 Punkte auf 1,336 Punkte gestiegen und somit auf dem Niveau wie Ende 2021.
Während Cheddar einen deutlichen Preisanstieg verzeichnen konnte (+4,9 % auf 5.487 $/t), sind die meisten Produkte nahezu konstant geblieben: Vollmilch (unverändert, 3.866 $/t), Magermilchpulver (+1,0 % auf 3.773 $/t), Butter (+0,3 % auf 5.868 $/t), Buttermilchpulver (+1,0 % auf 3.654 $/t). Wasserfreies Milchfett ist im Preis gesunken (-0,7 % auf 6.668 $/t). Laktose und Süßmolkenpulver wurden diese Woche nicht gehandelt. Die gehandelte Menge lag mit 30.685 t über dem Niveau der vergangenen Auktion (30.375 t). (Topagrar.com)

Ireland: total milk production hat increased

In Northern Ireland from 1990 till 2019 the total milk production has increased 81 percent but the number of cows increased only 13 percent. In the same period the CO2 emission of milk production decreased from 1.927 kilogram CO2 equivalent per kilogram milk production in 1990 to 1240 kilogram CO2 equivalent per kilogram milk in 2019.

Globale Milchproduktion wächst moderat

Trotz relativ hoher Notierungen für Milchprodukte am Weltmarkt dürfte die globale Rohmilcherzeugung im kommenden Jahr erneut nur moderat wachsen. Davon geht das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) in seiner aktuellen Prognose zum Weltmilchmarkt aus. Die Washingtoner Analysten erwarten, dass die führenden Milchproduzenten der Welt ihre Erzeugung gegenüber 2021 insgesamt um rund 5,29 Mio t oder 1,0 % auf 549,4 Mio t ausdehnen werden. Im laufenden Jahr dürfte der Zuwachs bei etwa 4,5 Mio t oder 0,8 % liegen. Am stärksten soll dabei 2022 dem US-Landwirtschaftsministerium zufolge die Kuhmilcherzeugung in Indien zulegen, und zwar um 2 Mio t auf 98,0 Mio t. Da das Land aber beim Welthandel kaum eine Rolle spielt, hat das global gesehen auch kaum Auswirkungen. Für die EU-27 als weltweit größten Erzeuger erwarten die US-Experten einen moderaten Produktionsanstieg gegenüber 2021 um 0,7 % auf 146,7 Mio t. Auch in den USA soll sich die Expansion der Milcherzeugung 2022 fortsetzen; erwartet wird dort ein Anstieg um 680 000 t oder ebenfalls 0,7 % auf 103,28 Mio t. Wichtige Faktoren seien dabei weitere Leistungssteigerungen je Kuh.
Mehr Rohmilch dürfte 2022 dem USDA zufolge außerdem in Australien erzeugt werden – nach Produktionseinbußen im laufenden Jahr. Für „Down Under“ wird ein Zuwachs von 1,1 % auf 9,1 Mio t erwartet. Vorteilhaft wirke sich dabei neben den hohen Erzeugerpreisen auch die Lockerung von coronabedingten Reiseeinschränkungen aus, wodurch sich die Verfügbarkeit von Arbeitskräften verbessere, erläuterte das US-Agrarressort. Für Neuseeland sagt es eine Milchproduktion von 22,25 Mio t voraus, womit die sehr hohe diesjährige Menge noch um 10 000 t übertroffen würde. Dabei soll die anhaltende Abstockung des Kuhbestands durch höhere Milchleistungen überkompensiert werden. Argentinien dürfte seine Milcherzeugung 2022 nach Einschätzung des US-Ministeriums im Vorjahresvergleich zum dritten Mal in Folge ausweiten, diesmal um 200 000 t oder 1,7 % auf 12,1 Mio t. Damit würde sich das Wachstum im Vergleich zu 2021 und 2020 aber verlangsamen. Die Gewinnmargen der Erzeuger stünden wegen steigender Betriebsmittelkosten zunehmend unter Druck, hieß es zur Begründung. Dies könnte auch in anderen Ländern den Produktionszuwachs bremsen.
Dem erwarteten globalen Produktionszuwachs dürfte auch ein weiterer Anstieg der Nachfrage nach Molkereiprodukten im kommenden Jahr gegenüberstehen. Im Einzelnen prognostiziert das USDA für 2022 eine Trinkmilchnachfrage von 192,92 Mio t; das wären 2,20 Mio t oder 1,2 % mehr als im Vorjahr. Der Bedarf an Käse soll um 340 000 t oder 1,6 % auf 21,43 Mio t steigen, der an Butter um 260 000 t oder 2,4 % auf 11,18 Mio t. Für die Nachfrage nach fettarmen Trockenmilcherzeugnissen wird ein Zuwachs um 90 000 t oder 2,3 % auf 3,97 Mio t vorausgesagt. Relativ besonders spürbar soll sich der weltweite Bedarf an Vollmilchpulver erhöhen, und zwar um 130 000 t oder 3,5 % auf 3,80 Mio t.
Auch die EU-Exporteure von Milchprodukten dürften von der zunehmenden Nachfrage am Weltmarkt profitieren. Mit Blick auf die Käseausfuhren der Union prognostiziert das USDA für 2022 im Jahresvergleich einen Zuwachs um 10 000 t auf 1,42 Mio t. Davon dürfte der größte Teil in das Vereinigte Königreich, die USA und nach Japan geliefert werden. Den Magermilchpulverexport der EU-27 beziffern die Washingtoner Fachleute für 2022 auf 825 000 t; das wäre 1 % mehr als für dieses Jahr veranschlagt, aber noch deutlich weniger als 2019, als die Rekordmenge von 946 000 t Magermilchpulver ausgeführt worden war. Die wichtigsten Bestimmungsländer dürften China und Algerien bleiben. Dabei geht das US-Agrarressort davon aus, dass die EU-Magermilchpulverherstellung ebenfalls um etwa 1 % gesteigert wird, und zwar auf 1,56 Mio t. Darüber hinaus erwarten die Washingtoner Fachleute gegenüber 2021 eine Zunahme der EU-Butterausfuhren um 2 % auf 255 000 t. Jedoch würde die Union damit deutlich hinter ihren 2019 und 2020 realisierten Exportmengen bleiben; damals wurden 302 000 t beziehungsweise 316 000 t Butter exportiert. (AgE)

Australien: Mit weniger Kühen zu neuem Milchrekord

In Neuseeland haben die Kühe in der Ende Mai abgeschlossenen Saison 2020/21 so viel Milch gegeben wie nie zuvor; bei den Inhaltsstoffen wurden ebenfalls neue Rekordmarken aufgestellt. Dabei hat sich die Zahl der Milchkühe gegenüber der vorherigen Saison 2019/20 um rund 17 800 Tiere oder 0,4 % auf 4,90 Millionen Stück verringert. Wie aus der jetzt veröffentlichten Jahresstatistik der neuseeländischen Milchverbände DairyNZ und LIC hervorgeht, sind die Rohmilchanlieferungen an die Molkereien 2020/21 im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 % auf die neue Höchstmarke von 21,71 Mrd l gestiegen; die Verarbeitung der Milchinhaltsstoffe Fett und Protein legte um 2,7 % auf zusammen 1,95 Mrd kg zu. Im Berichtsjahr gab es 11 034 Milchkuhherden, wobei der durchschnittliche Bestand im Vorjahresvergleich um vier Tiere auf 444 Kühe zunahm. Im Mittel betrug die Produktionsfläche der Milchbauern 155 ha, auf denen je Hektar 2,86 Kühe gehalten wurden. Bei den Rassen setzen die neuseeländischen Erzeuger immer stärker auf eine Kreuzung von Holstein-Friesian und Jersey-Kühen, die zuletzt 49,6 % des Gesamtbestandes ausmachten. Dahinter folgten mit 32,5 % reinrassige Holstein-Friesian und mit 8,2 % die Jersey-Kühe. Auf Rekordniveau lag im abgelaufenen Wirtschaftsjahr die Milchleistung der Tiere; eine Herde gab im Mittel fast 1,97 Mio l Milch. Die Milchleistung der Durchschnittskuh stieg im Vorjahresvergleich um 3,0 % auf 4 426 l, was einer Produktion von 222 kg Milchfett und 175 kg Eiweiß entsprach. Der Geschäftsführer von DairyNZ, Dr. Tim Mackle, erläuterte, dass sich der Trend zu „mehr Milch von weniger Kühen“ fortsetze. „Die Landwirte konzentrieren sich auf die Entwicklung effizienterer Kühe und Haltungssysteme mit einem geringeren ökologischen Fußabdruck“, erläuterte der Geschäftsführer. Allerdings hätten auch die günstigen Witterungsbedingungen und die Verlängerung der Melksaison bei guten Preisen zu dem Rekordergebnis geführt. Der LIC-Vorstandsvorsitzende David Hazlehurst berichtete, dass die Farmer „auf Kuhqualität statt Quantität“ setzten und immer mehr in erstklassige Genetik investierten, um die Produktivität ihrer Tiere zu steigern. So werde auch das Ziel erreicht, den ökologischen Fußabdruck ihrer Betriebe zu reduzieren, denn allen sei klar, dass in Zeiten des Klimawandels nicht mehr, sondern bessere Kühe gemolken werden müssten. (AgE)