Senkt Aldi Preise für Trinkmilch?

Nachdem Aldi Nord und Aldi Süd in den letzten Monaten bis zu 8,5 Cent mehr an die Lieferanten zahlten als die Konkurrenz, könnten die Preise jetzt wieder deutlich sinken. Dies würde sich auch auf die übrigen Discounter auswirken.
Bei der Festlegung der Preise für den Zeitraum von November 2020 bis April 2021 habe Aldi lediglich die Angebote der Molkereien gesichtet und die Preise sowie die Lieferzeitpunkte und -mengen zugewiesen. Nach Angaben der Lebensmittel Zeitung (dfv Mediengruppe) fanden klassische Kontraktverhandlungen diesmal nicht statt.
Der vor einem halben Jahr vereinbarte Preisaufschlag für Trinkmilch von 5 Cent pro Liter wird von Aldi also nicht fortgesetzt. Damit dürfte der Preis mindestens um die Höhe des Aufschlages nach unten gedrückt werden. Von Bauernprotesten und politischem Druck waren die Kontraktverhandlungen im Frühjahr 2020 geprägt. Nach einem Spitzengespräch mit dem Deutschen Bauernverband (DBV) gaben Aldi Nord und Aldi Süd nach und führten im Mai den Preisaufschlag von 5 Cent ein. Weitere Konzerne zogen nicht nach. Damals verkündeten Christoph Schwaiger von Aldi Süd und Jürgen Schwall von Aldi Nord, dass die beiden Discounter damit höhere Preise zahlen würden als vom Markt vorgegeben. Ziel sei es gewesen, die Landwirte zu unterstützen – und den Preisaufschlag nicht an die übrige Wertschöpfungskette weiterzugeben.
Ein dauerhaftes Einpendeln des Trinkmilchpreises auf höherem Niveau sei ohne Unterstützung der anderen Konzerne laut Aldi nicht möglich gewesen. Für Frust sorgte zusätzlich, dass die Konkurrenten im letzten halben Jahr die Preise sogar gesenkt hätten, berichtet die Lebensmittel Zeitung. Der Unterschied zum niedrigsten Einkaufspreis der Konkurrenz habe zuweilen 8,5 Cent betragen.
Unter diesen Umständen sei es für Aldi nicht möglich gewesen, als einzige Unternehmen über den aktuellen Kontraktzeitraum hinaus höhere Preise zu bezahlen. Dabei habe auf dem Weltmarkt die Nachfrage zuletzt zugenommen und die Milchmengen deutscher Erzeuger nahmen im Herbst ab.
Aktuell biete Kaufland für 97 Cent Deutsche Markenbutter an – anstatt 1,34 Euro. Diese Aktion am Ende des Kontraktzeitraums rufe Unverständnis hervor, so die Lebensmittel Zeitung.
Bei Aldi stünden demnächst auch Eigenmarken bei Sahne-, Quark- und Crème fraîche-Produkten unter Preisdruck. Hier hätten die Aldi-Einkäufer marktübliche Abschlüsse getroffen. Da die Preisveränderungen normalerweise auf die Verbraucher übertragen werden, sei damit zu rechnen, dass sich im November die Preise wieder auf dem Vorjahresniveau befinden. In der Folge seien Anpassungen der anderen Discounter zu erwarten.  (agrarheute.com)

Leichtes Preisplus am internationalen Milchmarkt

Der Durchschnittspreis auf der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade nahm um 0,4 % auf 3.156 $/t zu. Der Global Dairy Trade-Preisindex stieg um 4 auf 971 Punkte.
Einen Preisanstieg gab es bei Butter (+3,3 % auf 3.678 $/t), Cheddar (+3,0 % auf 3.803 $/t) und Vollmilchpulver (+0,3 % auf 3.037 $/t). Bei Magermilchpulver (-0,2 % auf 2.851 $/t), Lactose (-8,0 % auf 1.887 $/t) und wasserfreiem Milchfett (-0,5 % auf 4.110 $/t) sind die Preise gesunken. Buttermilch- und Süßmolkenpulver wurden nicht gehandelt. Die gehandelte Menge lag mit 34.648 t unterhalb des Niveaus der vergangenen Auktion (35.090 t). (Topagrar.com)

Anstieg der Lebensmittelpreise schwächt sich weiter ab

Der Preisaufschlag, den die Verbraucher in Deutschland beim Lebensmitteleinkauf gegenüber dem Vorjahr zu zahlen haben, hat sich weiter abgeschwächt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am 13. Oktober in Wiesbaden mitteilte, verteuerten sich im September die Nahrungsgüter im Vergleich zum Vorjahresmonat um durchschnittlich 0,6 %. Im August hatten die Preise im Mittel um 0,7 % und im Juli noch um 1,2 % höher als vor Jahresfrist gelegen, im Juni sogar um 4,4 %. Die Teuerungsrate insgesamt fiel im Berichtsmonat zum zweiten Mal in diesem Jahr unter Null; sie betrug minus 0,2 %. Eine niedrigere Rate war zuletzt mit minus 0,3 % im August 2015 verzeichnet worden. Ursächlich für die aktuelle Entwicklung war den Wiesbadener Statistikern zufolge vor allem die Verbilligung von Energieprodukten. Die Preise für Heizöl und Kraftstoffe lagen um 39,6 % beziehungsweise 11,4 % unter dem Niveau von September 2019. Günstiger waren außerdem einige Gebrauchsgüter wie Telefone, Geräte der Unterhaltungselektronik und der Informationsverarbeitung sowie Bekleidungsartikel. Unter den Nahrungsmitteln wurde vor allem Gemüse preiswerter als vor einem Jahr angeboten, und zwar im Schnitt um 5,2 %. Überdurchschnittliche Preisanhebungen gab es dagegen im Mittel für Obst mit 4,3 % sowie für Fleisch und Fleischwaren mit 4,1 %. Merklich teurer als im September 2019 waren auch Tabakwaren, nämlich um durchschnittlich 5,7 %. Im Vergleich zum August 2020 gaben die Preise für Lebensmittel im Berichtsmonat im Schnitt um 0,3 % nach. Dabei verbilligte sich Gemüse mit 0,9 % überdurchschnittlich. Derweil meldete das Bundesamt für den August eine Fortsetzung des Preisrückgangs für landwirtschaftliche Produkte auf Erzeugerebene. Gegenüber Juli 2020 verzeichneten die Statistiker hier einen durchschnittlichen Abschlag von 2,5 %, wobei die Preise für pflanzliche Produkte im Mittel um 5,7 % und die für tierische Erzeugnisse um 0,4 % nachgaben. Binnen Jahresfrist erlösten die Landwirte für pflanzliche Produkte im Schnitt 5 % weniger, für tierische Erzeugnisse 8 %; insgesamt belief sich der Abschlag im Mittel auf 6,8 %. (AgE)

Trotz Corona im ersten Halbjahr Zunahme der EU-Agrarexporte um 3 Prozent

Die Agrar- und Lebensmittelexporte der Europäischen Union sind von Januar bis Juni 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wertmäßig um fast 3 % angestiegen. Das geht aus dem Monatsbericht der EU-Kommission zum EU-Außenhandel hervor, der am vergangenen Freitag (16.10.) in Brüssel vorgelegt wurde. Demnach hat der monetäre Wert der Exporte zur Jahresmitte einen Gesamtumfang von 90,2 Mrd Euro erreicht. Die EU-Behörde zeigte sich zufrieden, dass es gelungen sei, trotz der Corona-Krise und des Brexit einen Anstieg zu erreichen. Im Gegenzug gab es im ersten Halbjahr aber einen beinahe ebenso hohen Anstieg der Importe von Agrar-und Lebensmitteln; hier wurde ein Zuwachs von 2,5 % auf insgesamt 62,7 Mrd Euro verzeichnet. Damit konnte die EU unter dem Strich einen Handelsüberschuss von 27,4 Mrd Euro erzielen; dies entspricht einer Steigerung von 5 % gegenüber den ersten sechs Monaten des Jahres 2019. Laut Kommission konnten die EU-Exporteure von Agrar- und Lebensmitteln sowohl in China als auch in der Region Naher Osten und Nordafrika (MENA) erneut zulegen. Die Ausfuhren der EU-27 nach China stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum vor allem aufgrund der verstärkten Nachfrage nach Schweinefleisch, Weizen, Innereien und Säuglingsnahrung. In der MENA-Region zeigten insbesondere Saudi-Arabien, Algerien und Marokko verstärktes Interesse an EU-Agrarprodukten. Treiber waren hier vor allem Gerste und Weizen. In Zahlen niedergeschlagen hat sich unterdessen auch der Brexit. Die wertmäßigen Exporte der EU-27 nach Großbritannien gingen im ersten Halbjahr 2020 deutlich um 521 Mio Euro zurück. Der Wert der EU-Importe aus Großbritannien sank sogar um 863 Mio Euro. (AgE)

Kakaovermahlung weiter rückläufig

Die Kakaovermahlung in Deutschland ist auch im dritten Quartal 2020 deutlich gesunken. Wie der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) in Bonn mitteilte, haben die elf von der Bohne aus arbeitenden und am Meldeverfahren teilnehmenden Unternehmen von Juli bis September dieses Jahres insgesamt 93 355,1 t Kakao vermahlen; das bedeutet gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal ein Minus von 9,7 %. Damit schwächte sich der Rückgang allerdings etwas ab; für das zweite Quartal 2020 war nämlich noch eine Einschränkung der Vermahlung um 16,3 % gegenüber der Vorjahresperiode festgestellt worden. Der BDSI begründete die unter dem Strich negative Tendenz mit der Corona-Krise, welche die Absatzkanäle der Kakao- und Schokoladenindustrie beeinträchtigt habe. Davon seien unter anderem Geschäfte für den Reisebedarf, zum Beispiel auf Flughäfen, und vor allem der Export von Süß- und Schokoladewaren betroffen gewesen. Auch die Europäische Kakaoorganisation (ECA) in Brüssel meldete für den Zeitraum Juli bis September 2020 einen Rückgang der Vermahlung. Demnach wurden EU-weit nur 345 730 t Rohkakao verarbeitet; dies entspricht gegenüber dem Vorjahresquartal einem Minus von 4,7 %. (AgE)

Auch 2021 soll die Milchproduktion steigen

Die Milchproduktion in der Europäischen Union ist in diesem Jahr deutlich gestiegen und soll auch 2021 weiter zulegen. Davon geht zumindest die EU-Kommission in ihrer aktuellen Marktprognose aus, die wegen der Corona-Pandemie jedoch unter großer Unsicherheit erstellt wurde. Für das laufende Jahr rechnen die Brüsseler Analysten mit einer Erzeugung von 154,0 Mio t Milch in der EU-27, von denen nach Abzug der Verfütterung und des Eigenverbrauchs rund 144,9 Mio t an die Molkereien geliefert werden dürften. Gegenüber 2019 würde sich eine Zunahme des verarbeiteten Rohstoffs um 1,4 % ergeben. Im kommenden Jahr soll sich der Anstieg der Molkereianlieferungen dann auf 0,8 % abschwächen und ein Gesamtvolumen von 146,1 Mio t erreichen. „Die hohe Wachstumsrate 2020 kann bei einer nur langsamen Nachfrageerholung kaum gehalten werden“, erläuterte die Brüsseler Behörde. Treiber des für 2021 erwarteten höheren Milchaufkommens sollen die Produktivitätssteigerungen des Milchviehs sein; vorausgesetzt werden dabei normale Witterungs- und Futterbedingungen. Laut Kommission wird in diesem Jahr die durchschnittliche Milchleistung je Kuh gegenüber 2019 um 1,6 % auf 7 411 kg zunehmen; 2021 soll der Wert gemäß der Prognose dann mit einem Plus von ebenfalls 1,6 % bei 7 529 kg liegen. Dem steht ein bereits über die Jahre hinweg schrumpfender Milchviehbestand gegenüber. Die Zahl an Milchkühen in der Gemeinschaft wird im laufenden Jahr um rund 0,4 % abnehmen und soll 2021 um 0,8 % auf einen neuen Tiefstand von 20,4 Millionen Tiere sinken. Nach Einschätzung der Brüsseler Marktexperten wird die voraussichtlich größere Rohstoffverfügbarkeit im kommenden Jahr zu einem moderaten Anstieg der Erzeugung von Butter um 1 %, von Magermilchpulver um 3 % und von Käse um 0,5 % führen. Bei diesen Produkten wird auch mit einer Zunahme der Exportmengen zwischen 3 % und 5 % gerechnet, da die Verbrauchszuwächse innerhalb der EU eher bescheiden ausfallen dürften. Bei Milchfrischprodukten rechnen die Analysten gegenüber 2020 mit einer leicht verringerten Herstellung und Nachfrage der EU-Bürger, da sich die teilweise übertriebenen Hamsterkäufe zu Beginn der Corona-Krise wohl nicht wiederholen dürften. Für Vollmilchpulver werden aufgrund der weltweit guten Verfügbarkeit ein Rückgang der EU-Exporte um 2 % und eine um 0,5 % geringere Produktion als 2020 erwartet. (AgE)

Arla und Hochland weisen Vorwurf der Verbrauchertäuschung zurück

Die Verbraucherorganisation foodwatch wirft den Herstellern Arla, Danone und Hochland Verbrauchertäuschung vor und hat im September von ihnen jeweils ein Produkt für den „Goldenen Windbeutel“ nominiert, mit dem auf „dreiste Werbelügen“ aufmerksam gemacht werden soll. Wie foodwatch am vergangenen Dienstag (13.10) mitteilte, wurden die Produkte bereits im September auch bei Behörden angezeigt, um die Irreführung zu unterbinden. Dabei sei eine Frist bis Ende November gesetzt worden. Sollten die Behörden bis dahin nicht gegen die Verbrauchertäuschung tätig geworden sein, will die Verbraucherorganisation eine Klage gegen die Ämter einreichen. Die Behörden haben bisher eine Prüfung des Sachverhaltes zugesagt; Ergebnisse liegen aber noch nicht vor. Konkret bemängelt foodwatch, dass Danone bei seinem Volvic Bio Roiboos Tee mit Hilfe einer rötlichen Plastikfolie den Eindruck erwecke, es handele sich bei maßgeblich um echten Rooibos-Tee, der darin aber kaum enthalten sei. Hochland werfen die Verbraucherschützer vor, auf der Verpackung von Grünländer-Käse mit Freilaufkühen zu werben und so eine bessere Tierhaltung vorzutäuschen, obwohl die Tiere im Stall stünden. Der Käsehersteller aus Bayern wies diese Kritik zurück und verwies darauf, dass sich die Tiere 365 Tage frei in einem modernen Laufstall bewegen könnten, was auf der Verpackung auch klar beschrieben sei. Der Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB) merkte hierzu eher ironisch an, dass Grünländer ein Schnittkäse sei, der aber auch am Stück angeboten werde, was aber nicht als Verbrauchertäuschung kritisiert werde. Ebenso wie Leberkäse, der weder Leber noch Käse enthalte. Foodwatch monierte zudem, dass die Großmolkerei Arla auf der Frontseite ihrer haltbaren Bio-Weidemilch mit 71 % weniger CO2 werbe, obwohl sich das nur auf die Verpackung und nicht auf das Gesamtprodukt beziehe. Arla kann diese angebliche Täuschung nach eigenen Angaben jedoch nicht nachvollziehen, da auf der Verpackung eindeutig darauf hingewiesen werde, dass sich die Angabe zur CO2-Reduktion auf den neuartigen und nachhaltigen Karton aus nachwachsenden Rohstoffen beziehe. Auch bei dem eigenen Verbraucherservice, der Kontakt mit Tausenden Kunden habe, sei seit Produkteinführung 2018 keine Kritik erfolgt, betonte das Unternehmen. (AgE)

Aus Alete wird „Alete bewusst“

Im Zuge ihrer Strategie 2030 wird Deutschlands größte Molkereigenossenschaft, die DMK-Group, die 2019 erworbene Traditionsmarke Alete neu ausrichten. Wie das Unternehmen am 12. Oktober  mitteilte, wird das gesamte Portfolio auf „Alete bewusst“ mit der neuen Markenbotschaft „Natürlich gut für uns“ umgestellt. Mehr als 60 Artikel und sieben Neuprodukte, die sich an Babys und Kleinkinder richteten, kämen nun mit neuem Design in die Läden. Dabei biete die Marke ein breites Angebot für eine bewusste Ernährung, lege Wert auf Bioqualität und verzichte bei den vielfältigen Beikost-Produkten auf Palmöl. „Mit unserem Angebot unterstützen wir Eltern, die ihre Kinder bewusst ernähren wollen“, erklärte der Geschäftsführer der zur DMK gehörenden Humana Vertriebs GmbH, Christoph Esch. Damit unterstreiche die Molkereigenossenschaft ihren Fokus auf eine markt- und konsumorientierte Ausrichtung ihrer Geschäftsfelder, um ein profitables Wachstum in zukunftsträchtigen Märkten zu erreichen. Der Markt für Kleinkinderernährung gehöre zu den attraktivsten Konsumgütermärkten. Laut Esch wird es klar strukturierte Informationen zu den verwendeten Zutaten und Hinweise zu einer bewussten Ernährungsweise auf dem Verpackungslayout geben. Zusätzlich werde bei der Neuentwicklung von Produkten darauf geachtet, keine Zuckerzusätze zu verwenden und das gesamte Alete-Portfolio frei von Palmöl zu halten. Mit „Alete bewusst. Natürlich gut,“ sei die Markenbotschaft eindeutig, hob Esch hervor: Auf diese Weise werde Alete zu einer modernen Marke für Kinderernährung, die mit nachhaltigen und gesunden Zutaten zur Geschmacksausprägung von Kindern beitrage. (AgE)

Fonterra verkauft Milchfarmen in China

Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra wird sich von seinen Milchfarmen in China trennen. Wie das genossenschaftliche Unternehmen am 5. Oktober bekanntgab, wurde für die drei mit lokalen Partnern entwickelten Produktionsstätten ein Kaufpreis von insgesamt 555 NZ$ (314 Mio Euro) vereinbart. Dabei wird die Inner Mongolia Natural Dairy Company als Tochter der China Youran Dairy Group die beiden landwirtschaftlichen Zentren in Ying und Yutian für zusammen 513 Mio NZ$ (290 Mio Euro) erwerben. Zudem wird die Beteiligung von 85 % an der Hangu-Farm für 42 Mio NZ$ (24 Mio Euro) an die Beijing Sanyuan Venture Capital abgegeben, die bisher 15 % der Anteile dieser Farm hielt. Laut Fonterra sollen die Einnahmen aus der Veräußerung zum Schuldenabbau verwendet werden. Fonterra-CEO Miles Hurrel betonte, dass der Verkauf der Farmen ermöglichen werde, sich stärker auf diejenigen Geschäftsfelder zu fokussieren, in denen die Genossenschaft Wettbewerbsvorteile habe. „In den vergangenen 18 Monaten haben wir jeden Teil unseres Geschäfts überprüft, um sicherzustellen, dass unsere Vermögenswerte und Investitionen den heutigen Anforderungen der Genossenschaft entsprechen. Der Verkauf der Farmen steht im Einklang mit unserer Entscheidung, uns auf die neuseeländische Bauernmilch zu konzentrieren“, erklärte der Fonterra-Manager. Hurrel hob hervor, dass der Aufbau der Farmen zwar herausfordernd gewesen sei, doch habe Fonterra damit sein Engagement für die Entwicklung der chinesischen Milchindustrie unter Beweis gestellt. Nun sei es Zeit, „den Staffelstab weiterzugeben, um die Entwicklung dieser Farmen fortzusetzen“. Der Geschäftsführer der Molkereigenossenschaft machte gleichzeitig klar, dass China einer der wichtigsten strategischen Märkte für Fonterra bleibe: „Durch den Verkauf der Farmen können wir uns noch stärker auf unsere Geschäfte mit dem Nahrungsmittelsektor, Markenprodukten und Milchinhaltsstoffen in China konzentrieren.“ Der Abschluss des Verkaufs, der noch der kartellrechtlichen Freigabe und anderen behördlichen Genehmigungen in China unterliegt, soll laut Fonterra noch in diesem Geschäftsjahr erfolgen (Umrechnungskurs: 1 NZ$ = 0,5652 Euro). (AgE)

Gebremster saisonaler Anstieg der EU-Milchpreise

Die im ersten Halbjahr 2020 in der Europäischen Union gesunkenen Milcherzeugerpreise kommen nur sehr langsam wieder in Fahrt und bleiben vorerst klar unter dem Vorjahresniveau. Nach Angaben der EU-Kommission ist der durchschnittliche Milchpreis in den 27 Mitgliedstaaten von Januar bis Juni um 2,65 Euro oder 7,5 % auf 32,53 Euro/100 kg Milch gefallen. Neben saisonalen Gründen setzte dabei auch die Corona-Krise die Preise am Milchmarkt unter Druck. Von Juni bis zu dem von der Kommission für September geschätzten Auszahlungspreis von 33,41 Euro/100 kg würde die saisonale Befestigung der Auszahlungsleistung gerade einmal 0,90 Euro oder 2,8 % betragen. In vorherigen Jahren fiel dieser Zuwachs oft größer aus. Für den vergleichsweise schwachen Anstieg gibt es gleich mehrere Gründe. Zum einen war die Trockenheit in diesem Sommer meist nicht ganz so stark ausgeprägt und auch früher beendet als in den Vorjahren. Dies hat zu einem recht deutlichen Anstieg der EU-Milcherzeugung beigetragen. Von Januar bis Juli 2020 wurde nach Kommissionsangaben 2,0 % mehr Rohstoff an die Molkereien geliefert als im Vorjahreszeitraum. Entsprechend stieg die Produktion vieler Molkereierzeugnisse an, am stärksten bei Vollmilchpulver mit 4,7 % und Käse mit 2,0 %. Gleichzeitig dämpften aber zum anderen die Corona-Folgen die Nachfrage, insbesondere im Bereich der Großverbraucher und der Außer-Haus-Verpflegung, und auch der internationale Handel geriet stellenweise ins Stocken. Als Gegenmaßnahme setzte die EU-Kommission die bezuschusste private Lagerhaltung (PLH) für Magermilchpulver, Butter und Käse in Gang. Negativ wirkte sich nach dem Brexit außerdem der deutlich rückläufige Absatz im Vereinigten Königreich aus, obwohl sich die Handelsregeln im Übergangszeitraum noch nicht geändert haben. Dies konnte aber meist durch höhere Lieferungen in andere Drittstaaten aufgefangen werden. Letztlich blieben nur die EU-Magermilchpulverexporte im ersten Halbjahr 2020 klar hinter dem Vorjahresniveau zurück; bei Käse schwächte sich das Wachstum der Drittlandsausfuhren auf 2,0 % ab.Der eher verhaltene Anstieg der EU-Milchpreise wird auch in dem vom niederländischen Bauernverband (LTO) durchgeführten internationalen Milchpreisvergleich mit 16 europäischen Molkereien sichtbar. Diese zahlten im August für ein Kilogramm Standardmilch mit 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß einschließlich Zuschlägen für Qualität und Nachhaltigkeit im Mittel 32,71 Cent/kg. Dies waren lediglich 0,2 Cent mehr als im Vormonat und nur 0,51 Cent/kg mehr als im Mai, als der ermittelte Auszahlungspreis der LTO seinen Jahrestiefpunkt erreicht hatte. Der negative Abstand zur Vorjahresvergütung hat zwar zuletzt abgenommen, doch belief er sich im August bei den betrachteten Molkereien im Schnitt noch auf 0,85 Cent/kg beziehungsweise 2,5 %. Lediglich die drei irischen Molkereien Glanbia, Dairygold und Kerry zahlten im Berichtsmonat höhere Preise als zwölf Monate zuvor. Hierbei kommen aber auch Wechselkursveränderungen zum Tragen, denn das britische Pfund hat 2020 gegenüber dem Euro deutlich abgewertet. Im Ranking der Auszahlungsleistung rangieren diese drei irischen Molkereien sowohl beim aktuellen Preis als auch beim Zwölfmonatsmittel auf den hinteren Rängen. Für September und Oktober ist laut LTO nach den bisher bekannten Informationen der Molkereien nur mit einer verhaltenen Anhebung der Milcherzeugerpreise zu rechnen. Im gesamten Jahr 2020 dürfte damit das Niveau von 2019 nicht erreicht werden.

Der Erhebung der LTO zufolge haben im August die vier französischen Molkereien überdurchschnittlich gut abgeschnitten. Deren Auszahlungsleistungen lagen mit 34,04 Cent/kg bei Lactalis bis 36,50 Cent bei Danone deutlich über dem Schnitt von allen erfassten Molkereien von 32,71 Cent/kg. Drei von ihnen haben im August das Milchgeld gegenüber dem Vormonat angehoben. Dass dies nicht nur an einer saisonalen Preisgestaltung mit hoher Vergütung bei rückläufigen Mengen im Sommer liegt, zeigt das Zwölfmonatsmittel. Auch bei diesem Maß liegen die französischen Milchverarbeiter auf den vorderen Plätzen. Übertroffen werden diese beim Jahresdurchschnitt nur von der italienischen Molkerei Granarolo und dem finnischen unternehmen Valio.Unter den deutschen Molkereien wird von der LTO für die genossenschaftliche Hochwald im August der höchste Milchpreis mit 32,63 Cent/kg ausgewiesen. Mit dem Preis rangiert Hochwald im Mittelfeld des gesamten Rankings. Dieser enthält aber auch Zuschläge und setzt die Teilnahme am Nachhaltigkeitsprogramm und gentechnikfreie Fütterung voraus. Gleiches gilt für die eingerechneten Zuschläge des Deutschen Milchkontors (DMK) mit einem angegebenen Augustpreis von im EU-Vergleich unterdurchschnittlichen 30,68 Cent/kg und für Müllermilch in Leppersdorf mit 30,68 Cent/kg. Etwas höher lag im August mit 31,82 Cent/kg die Auszahlungsleistung von Arla, und FrieslandCampina vergütete die Rohmilch mit 32,95 Cent/kg. Arla und Friesland liegen auch im Zwölfmonatsmittel vor den deutschen Molkereien, allerdings sind in diesem noch nicht alle Nachzahlungen erfasst. (AgE)

Projekt zu biobasierten Lebensmittelverpackungen

Die Markteinführung innovativer und nachhaltiger Verpackungen auf Basis erneuerbarer Rohstoffe ist Ziel des europäischen Verbundvorhabens „MyPack“, das aktuell unter Beteiligung der Universität Hohenheim durchgeführt wird. Im Fokus stünden biologisch abbaubare und kompostierbare Verpackungen, Verpackungen aus erneuerbaren Rohstoffen sowie spezielle Verpackungen, die die Haltbarkeit von Lebensmitteln verlängerten, erläuterte die Hochschule am Montag vergangener Woche (5.10.) in einer Presseverlautbarung. Die Forscher wollten Verpackungen entwickeln sowie die industrielle Umsetzbarkeit und die Auswirkungen auf die Umwelt prüfen. Außerdem gehe es um die Akzeptanz bei den Verbrauchern. Als Beispiel für eine innovative Verpackung auf Grundlage erneuerbarer Rohstoffe nannte die Hochschule Polyethylendicarboxyfuranoat (PEF), eine biobasierte Alternative zu Polyethylenterephthalat (PET). PEF habe eine höhere Gasbarriere und verhindere damit das Eindringen von Sauerstoff besser als PET, wodurch zum Beispiel Fleisch länger haltbar bleibe. Zudem ermögliche die größere mechanische Stabilität von PEF die Verwendung dünnerer Folien und Verpackungen. Das reduziere Material- und damit auch Transportkosten. Daneben fielen die Verpackungsabfälle geringer aus. Als aktuell größte Hürde für den industriellen Einsatz von PEF sieht die Hochschule die mangelnde Verfügbarkeit des Materials. Vorbehalte zur Recyclingfähigkeit seien indes unbegründet. PEF sei PET chemisch so ähnlich, dass beide Materialien gemeinsam recycelt werden könnten. (AgE)

Kieler Rohstoffwert der Milch im September leicht gestiegen

Die Preise vieler Milcherzeugnisse haben sich im vergangenen Monat leicht befestigen können. Dies wird auch am moderaten Anstieg des Kieler Rohstoffwertes für Milch deutlich, der aber nur aus den Verwertungsmöglichkeiten für Butter und Magermilchpulver abgeleitet wird. Dem Kieler Informations- und Forschungszentrum für Ernährungswirtschaft (ife) zufolge lag der Rohstoffwert für ein Kilogramm Standardmilch ab Hof mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß im September bei 31,1 Cent; das waren 1,2 Cent oder 4,0 % mehr als im August. Im Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahresmonat fehlten hingegen 0,3 Cent/kg. Zum jüngsten Anstieg des Rohstoffwertes trugen die Fett- und Eiweißseite beidermaßen bei. Die maßgebliche Durchschnittsnotierung für Butter an der Süddeutschen Butter- und Käsebörse in Kempten legte im September gegenüber dem Vormonat um 10,40 Euro oder 3,0 % auf 359,50 Euro/100 kg zu. Bei Magermilch belief sich das Plus auf 7,50 Euro beziehungsweise 3,7 % auf 210,50 Euro. In der vergangenen Woche war hingegen keine große Preisbewegung in Kempten auszumachen. Die amtliche Kommission der Börse ließ die Notierungen für lose und abgepackte Butter unverändert. Gleiches galt für Schnittkäse in Hannover. Bei Hartkäse konnten die Hersteller von Rohmilchemmentaler hingegen aufgrund der sehr guten Nachfrage Preisaufschläge für das Kilogramm zwischen 35 Cent und 1,05 Euro durchsetzen und die Ware zwischen 5,40 Euro und 7,25 Euro verkaufen. Bei normalem Emmentaler legte nur die untere Preisspanne um 15 Cent auf 4,05 Euro/kg zu; maximal wurden verändert bis 5,30 Euro/kg. Bei Magermilchpulver sind laut der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) zuletzt wieder mehr Verkaufsabschlüsse getätigt worden. An den Preisen für die lebensmitteltaugliche Ware änderte sich laut der Kemptener Börse jedoch nichts; für die Futtermittelware ließ sich mit Erlösen von 2,03 Euro/kg bis 2,05 Euro/kg im Mittel 1 Cent/kg mehr einnehmen als in der Vorwoche. Auf dem relativ ruhigen Vollmilchpulvermarkt blieben die Verkaufspreise die vierte Woche in Folge stabil; für Süßmolkenpulver in Futtermittelqualität änderte sich an den Abrechnungskonditionen ebenfalls nichts. Beim Absatz von Molkenpulver an die Lebensmittelindustrie ließen sich hier und da moderate Aufschläge erzielen; die Abgabepreise erhöhten sich im Vorwochenvergleich im Schnitt um 1 Cent auf 0,81 Euro/kg bis 0,87 Euro/kg. (AgE)

Analyse rät Ernährungsindustrie zu besserer Vorbereitung auf den Klimawandel

Die europäische Ernährungswirtschaft hat sich nach Auffassung des internationalen Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers (PwC) bisher nicht ausreichend auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet. Laut einer jetzt vorgelegten PwC-Analyse dürften physische Risiken wie Ernteeinbrüche, Unwetterschäden und Störungen der Lieferketten infolge des fortschreitenden Klimawandels öfter eintreten. Zu rechnen sei aber auch mit einer Zunahme sogenannter transitorische Risiken, die sich aus dem Übergang in eine CO2-arme Wirtschaft ergeben würden. Die Einführung eines Preises auf CO2-Emissionen lasse beispielsweise die Kosten für Energie und Rohstoffe steigen. Nach Einschätzung der PwC-Analysten könnte auf Basis der 2-Grad-Szenario-Annahmen der International Energy Agency (IEA) in Europa und Nordamerika ein zu anderen Regionen vergleichsweise hoher CO2-Preis von bis zu 100 $ (86 Euro) pro Tonne zu Wettbewerbsnachteilen und einem Margenverlust führen. Hinzu kämen steigende Kosten für Elektrizität und Rohstoffe, die die Produktionskosten in Europa bis 2030 um fast 30 % erhöhen und sich negativ auf die Entwicklung des kompletten Sektors auswirken dürften, wenn Unternehmen ihr Handeln nicht aktiv im Kontext möglicher Folgen des Klimawandels gestalteten. „Die Lebensmittelindustrie sollte Klimarisiken zukünftig explizit in allen ihre strategischen Entscheidungsprozesse integrieren“, empfiehlt Dr. Christian Wulff, Leiter des Bereichs Handel und Konsumgüter bei PwC Deutschland. Die Auswirkungen des Klimawandels werden sich nach seiner Einschätzung im Nachfrageverhalten und in den Kostenstrukturen gleichermaßen niederschlagen, „deutlich stärker als das heute schon der Fall ist“. Zudem müsse sich die Branche auch zwangsläufig mit dem Szenario einer Erderwärmung um 3 Grad auseinandersetzen, betonte Wulff. Denn diesen Fall hielten viele Experten mittlerweile für wahrscheinlicher. In diesem Szenario würden die transitorischen Risiken zwar abnehmen, die physischen Risiken jedoch deutlich zunehmen (Umrechnungskurs: 1 $ = 0,8569 Euro). (AgE)

Anforderungen an ein Monitoring der Lebensmittelverluste

Bei einem Monitoring der Lebensmittelverluste im Lebensmittelhandel sollten in die Erhebung alle unverkauften Lebensmittel einbezogen werden. Dieser Schluss wird im Thünen Working Paper 154 „Monitoring der Lebensmittelverluste im Lebensmittelhandel“ gezogen, das Lia Orr und Dr. Thomas G. Schmidt vom Thünen-Institut (TI) erstellt haben (Dokumentation). Demnach sollten unabhängig vom Abfallbegriff und im Sinne der Vergleichbarkeit bei der Erfassung der Lebensmittelverluste neben Abfall auch umverteilte Waren wie Spenden und Tierfutter registriert werden. „Unabdingbar“ für die Erhebung der Primärdaten ist nach Ansicht der Autoren die Kooperation zwischen der Monitoringstelle und den Unternehmen mit ihren jeweiligen Verkaufsstellen. Die Absprachen zur Methode, Lieferung und Aggregation von Datensätzen müssten eine Vertrauensbasis schaffen, die eine erste fundierte Datenbasis ermögliche. Als besonders geeignete Methode zur Erhebung haben sich laut Orr und Schmidt Abschriften, etwa durch Zählung oder Scannen, erwiesen. Die Detailschärfe erlaube eine hohe Aussagekraft; zudem seien die Methoden in der Praxis durch ihre Integration in das Tagesgeschäft gut umsetzbar. Benötigt würden außerdem zusätzliche Erhebungen, um die Bestimmung der abgeschriebenen Lebensmittel zu erfassen. Um die Effizienz eines Monitorings für Lebensmittelverluste im Handel bewerten zu können, ist dem Papier zufolge ein Überblick über die Struktur und Organisation des Lebensmittelhandels auf nationaler Ebene unentbehrlich. Für das nationale Monitoring Deutschlands steht laut den Wissenschaftlern derzeit die Berichterstattung in der Baseline 2015 zur Verfügung. Diese berufe sich allerdings auf eine begrenzte Datenbasis, die aus eigens durchgeführten Erhebungen in 77 Filialen eines Vollsortimenters sowie aus den organischen Abfallzahlen des Nachhaltigkeitsberichts der Rewe Group erstellt und auf Deutschland hochgerechnet worden sei. 2015 hätten sich die Verluste auf Ebene des Lebensmitteleinzelhandels laut der Baseline auf durchschnittlich etwa 450 000 t belaufen. Die Daten für den Lebensmittelgroßhandel basieren nach Angaben von Orr und Schmidt auf Erhebungen der Gemeinschaft zur Förderung der Interessen der Deutschen Frischemärkte (GFI) und gehen von im Mittel etwa 65 000 t Lebensmittelverlusten jährlich aus. (AgE)

FrieslandCampina bestätigt pessimistischen Ausblick

Der niederländische Molkereikonzern FrieslandCampina rechnet weiterhin mit einer Beeinträchtigung des Geschäftsergebnisses 2020 durch die Corona-Pandemie. Wie Geschäftsführer Hein Schumacher am 30. September  in Amersfoort erklärte, sind die Preise für Milch und Milchprodukte unmittelbar nach dem Ausbruch des Coronavirus im März und April drastisch gefallen und bewegen sich trotz anschließender Erholung immer noch unter dem Niveau von vor der Pandemie. Dies habe zu schwierigen Marktbedingungen für die Business Group „Dairy Essentials“ geführt, die einen beträchtlichen Teil der von den Genossenschaftlern angelieferten Milch verarbeite und darüber hinaus Milchpulver, Butter und verpackten Käse vermarkte. Eine zweite Corona-Welle, die sich jetzt in mehreren Ländern abzeichne, dürfte das Geschäft mit der Gastronomie erneut negativ beeinflussen. Laut Schumacher hat die Pandemie in Kombination mit sozialen Unruhen auch in Hongkong zu schwierigen Marktbedingungen geführt. Wegen der Schließung der Grenze zu China sei die Zahl der chinesischen Touristen deutlich gesunken, so dass der Absatz von Säuglingsnahrung in der Sonderverwaltungszone kräftig nachgelassen habe. Um die negativen Auswirkungen abzufedern, setze das Unternehmen nun für diese Zielregion verstärkt auf die Vermarktung über das Internet. Unterdessen seien die Ergebnisse der Betriebsgesellschaft FrieslandCampina WAMCO in Nigeria noch ungewiss. Der Wechselkurs der nigerianischen Währung gegenüber dem US-Dollar stehe unter großem Druck, und es sei zu befürchten, dass die Regierung die Einfuhr von Rohstoffen und Milch verbieten könnte. Dem Geschäftsführer zufolge können positive Entwicklungen die Negativfaktoren nur teilweise ausgleichen. Beispielsweise hätten sich die Marken im Lebensmitteleinzelhandel gut entwickelt. Außerdem seien in vielen wichtigen Verbrauchermärkten Marktanteile gewonnen worden, unter anderem in den Niederlanden und Deutschland, aber auch in China, Indonesien, Pakistan und Nigeria. Zudem dürfte der Geschäftsbereich „Ingredients“ seine globale Marktposition mit der angepeilten Versechsfachung der Produktionskapazität für den Säuglingsnahrungszusatz Lactoferrin im niederländischen Veghel stärken. Als Erfolg wertete der Geschäftsführer auch die Emission von unbefristeten, hybriden Anleihen zu einem Effektivzinssatz von 2,875 % an der Euronext Dublin, die 300 Mio Euro generiert habe. (AgE)

DBV unterstreicht zum Weltschulmilchtag Bedeutung entsprechender Programme

Die große Bedeutung von Milch als ein wertvolles Nahrungsmittel für Schülerinnen und Schüler hat der Milchpräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Karsten Schmal, unterstrichen. Anlässlich des Weltschulmilchtages, der am 30. September begangen wurde, hob Schmal hervor, dass Milch seit etwa 10 000 Jahren dem Menschen als Quelle wichtiger Nährstoffe diene. Sie liefere hochwertiges Protein für den Muskelaufbau und erhalt sowie andere wichtige Vitamine und für den menschlichen Körper leicht verwertbares Kalzium für die Knochen- und Zahngesundheit. Laut Schmal empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) den täglichen Verzehr von Milchprodukten. Auch deshalb werde im Rahmen des EU-Schulprogramms die Abgabe von Milch und bestimmten Milchprodukten an Kinder in Bildungseinrichtungen gefördert. Aus Sicht des DBV sind Schulmilchprogramme nicht nur in Entwicklungsländern, sondern auch in Industriestaaten weiterhin aufrechtzuerhalten, um eine gesunde Ernährung von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Die Umsetzung des EU-Schulmilchprogramms sollte dementsprechend praktikabel für die durchführenden Organisationen in den Bundesländern gestaltet werden. Jährlich profitierten deutschlandweit rund 800 000 Kinder und Jugendliche von Schulmilchprogrammen, so der Bauernverband. Zur Förderung der Abgabe von Schulmilch würden aus dem EU-Budget jährlich etwa 100 Mio Euro zur Verfügung gestellt, davon rund 10 Mio Euro für Deutschland. Die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen (LV Milch NRW) wies darauf hin, dass in diesem Jahr zum Weltschulmilchtag nicht nur die „Kinder lernen kochen-Tour“, sondern auch die Unterrichtseinsätze zum Thema „Gesundes Frühstück mit Milch, Obst und Gemüse“ in schulischen Einrichtungen und Kindergärten umgesetzt worden seien. „Erfreulich ist, dass wir trotz der derzeit erschwerten Corona-Bedingungen wie gewohnt gern gesehene Gäste in den Schulen sind“, erklärte der Sprecher der Landesvereinigung, Frank Maurer. Nach seinen Angaben war in den letzten Jahren in Nordrhein-Westfalen ein Rückgang der Schulmilch zu verzeichnen. Dafür gewinne die Zielgruppe der Kindergärten und Kindertagesstätten im Rahmen der Schulmilchförderung an Bedeutung. Diesen Trend gelte es zu nutzen, um Kinder bereits im Kindergartenalter über die Bedeutung der richtigen Ernährung aufzuklären und wichtige Informationsarbeit bei Eltern, Erzieherinnen und Erziehern zu leisten. (AgE)

QS präsentiert Erstausgabe der „qualitas“

Mit dem neuen Magazin „qualitas“ wird die QS Qualität und Sicherheit GmbH ab sofort alle Themen, Berichte und wichtigen Auswertungen rund um die Qualitätssicherung von frischen Lebensmitteln in einer Publikation bündeln. Wie die Bonner Qualitätssicherer am vergangenen Mittwoch (30.9.) mitteilten, sind alle wichtigen Inhalte der bisherigen QS-Reporte Fleisch und Fleischwaren sowie Obst, Gemüse und Kartoffeln und der Monitoring-Reporte Futtermittel beziehungsweise Obst, Gemüse und Kartoffeln von nun an in der viermal jährlich erscheinenden „qualitas – Das Magazin der Qualitätssicherung“ vereint. In Kurznachrichten, Features, Zahlen und Fakten drehe sich alles um die Qualitätssicherung in der Vieh- und Fleischwirtschaft, der Futtermittelwirtschaft und dem gesamten Sektor Obst, Gemüse und Kartoffeln. „Uns ist es wichtig, den Systempartnern und Geschäftspartnern Einblick in die vielfältige QS-Welt zu geben und unsere Prozesse anschaulich und nachvollziehbar darzustellen. Wir wollen Qualitätssicherung von frischen Lebensmitteln als Zusammenspiel aller Akteure in der Branche deutlich machen“, erläuterte QS-Geschäftsführer Dr. Hermann-Josef Nienhoff. Es solle auch abgebildet werden, dass QS mehr als ein Standard sei. Am Ende jeder Ausgabe werde zudem über den Tellerrand geschaut und über Zukunfts- oder Forschungsthemen berichtet, die die Branche beträfen. Die erste Ausgabe der qualitas widmet sich laut QS mit gleich zwei Features der Futtermittelbranche. Zum einen gehe es um das EU-weite Verbot von Chlorpyrifos und die Folgen, zum anderen um den neu entwickelten digitalen Monitoringplaner QS-EasyPlan Futtermittel, mit dem sich auch komplexe Kontrollpläne schnell und zuverlässig erstellen ließen. Die Herbst-Ausgabe beschäftigt sich unter anderem auch mit den Auswirkungen der Düngemittelverordnung auf den Gemüseanbau oder der neuen QS. Neben der Printversion erscheint die qualitas auch als E-Paper auf der dafür neu gestalteten Webseite. (www.q-s.de/qualitas) (AgE.)

FrieslandCampina plant Wachstum in Indonesien

Der Mitgliederrat von FrieslandCampina hat dem Bau eines großen neuen Milchwerks und Vertriebszentrums für Frisian Flag Indonesia in der Umgebung von Jakarta zugestimmt. Wie das Genossenschaftsunternehmen in einer Pressemitteilung bekannt gibt, beinhaltet der Plan auch den Umbau der jetzigen Produktionsstätte Pasar Rebo zum Produktionszentrum lokaler Kindernahrungsmarken für Asien. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf etwa 250 Mio. €.Die Investition ist zur Ermöglichung künftigen weiteren Wachstums in Indonesien erforderlich, einem der größten und am schnellsten wachsenden Märkte von FrieslandCampina, heißt es weiter. „In fast hundert Jahren hat sich Frisian Flag oder „Susu Bendera“, wie Indonesier es nennen, zu einer Marke entwickelt, die in Indonesien jeder kennt“, erklärt Hein Schumacher, CEO der Royal FrieslandCampina. Durch den Bau einer neuen Produktionsstätte könne das Unternehmen weiter wachsen und einen Beitrag zur Entwicklung der Wirtschaft und insbesondere der Milchwirtschaft in Indonesien leisten.Im April 2021 soll mit dem Bau eines neuen Milchwerks für die Produktion von Kondensmilch und pasteurisierter Milch begonnen werden, gibt das Unternehmen bekannt. Die Produktionskapazität soll insgesamt über eine halbe Milliarde Kilo Endprodukt betragen und die Möglichkeit einer Erweiterung auf eine Milliarde Kilo bieten. Gleichzeitig beginnt der Umbau der Produktionsstätte Pasar Rebo zum zentralen Produktionszentrum lokaler Kindernahrungsmarken für Asien. Die beiden Projekte sollen im ersten Halbjahr 2024 fertiggestellt sein. Das Ziel ist, in Indonesien die nachhaltigste Produktionsstätte von FrieslandCampina zu bauen.Frisian Flag Indonesia ist eines der größten Molkereiunternehmen von Indonesien. Insgesamt beschäftigt Frisian Flag Indonesia etwa 3.000 Menschen und über Distributoren sind täglich 2.000 Verkäufer unterwegs, um alle 350.000 Verkaufsstellen in Indonesien mit Milchprodukten zu beliefern.Der Mitgliederrat hat Frans van den Hurk als neues Vorstandsmitglied bestellt. Der Nachfolger von Gjalt Mulder bewirtschaftet einen Milchwirtschaftsbetrieb in den Niederlanden und war von 1997 bis 2005 in Distriktvorständen der Rechtsvorgänger von FrieslandCampina aktiv. Außerdem hatte er fast vierzehn Jahre lang verschiedene Vorstandsfunktionen bei der Rabobank inne. Van den Hurk ist vorerst für einen Zeitraum von vier Jahren gewählt. Sein Amt übernimmt er am 15. Dezember 2020. Gleichzeitig wird er Mitglied des Aufsichtsrats der Royal FrieslandCampina.Obwohl sich die Auswirkungen der Coronakrise, verglichen mit dem Jahr 2019, negativ auf 2020 auswirken, habe es auch positive Entwicklungen gegeben. So liefen die Verbrauchermarken im Einzelhandel gut und FrieslandCampina gewinne Marktanteil auf vielen wichtigen Verbrauchermärkten, beispielsweise den Heimatmärkten Niederlande und Deutschland, aber auch auf großen Märkten wie China, Indonesien, Pakistan und Nigeria. (topagrar.com)

Preise für Milchpulver und Molkenpulver vom 30. September

In Deutschland geht die Milchanlieferung weiter saisonal bedingt zurück und nähert sich ihrem saisonalen Tiefpunkt, der üblicherweise Mitte November erreicht wird. Die Molkereien erfassten in der 38. Woche laut Schnellberichterstattung der ZMB 0,4 % weniger Milch als in der Vorwoche. Die Vorjahreslinie wurde damit um 0,6 % leicht unterschritten. In Frankreich war die Milchanlieferung zuletzt um 0,5 % höher als in der Vorjahreswoche.
Am Markt für flüssigen Rohstoff steht derzeit ein geringes Angebot einer zurückhaltenden Nachfrage gegenüber. Die Preise für Industrierahm haben sich zuletzt nach einem Rückgang in der Vorwoche wieder befestigt. Magermilchkonzentrat wird weiter zu stabilen Preisen gehandelt.
Die Lage am Markt für Magermilchpulver ist Ende September sehr stabil. Zuletzt sind wieder mehr neue Abschlüsse zu Stande gekommen, vorrangig für Lieferungen bis zum Jahresende und im ersten Quartal 2020. Neben Kontrakten für Geschäfte innerhalb des Binnenmarktes konnten auch wieder etwas mehr Exportaufträge akquiriert werden. Bei nachlassendem Angebot aus den USA und einem etwas schwächeren Euro hat sich die Wettbewerbsfähigkeit von EU-Ware wieder verbessert. Teilweise wird für die laufende Woche wieder von einer gewissen Beruhigung der Aktivitäten berichtet. Für Termine bis zum Jahresende ist die Verfügbarkeit von freier Ware ohnehin sehr gering, so dass auf Anbieterseite wenig Verkaufsmöglichkeiten bestehen.
Für das erste Quartal 2021 hat die Bereitschaft, Abschlüsse zu tätigen zuletzt etwas zugenommen. Die Erwartungen hinsichtlich der Marktentwicklung Anfang des kommenden Jahres scheinen sich bei Käufern und Verkäufern inzwischen weniger stark zu unterscheiden als zuvor. Die Preise für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität bewegen sich stabil auf dem Niveau der Wochen, wobei das Angebot am unteren Ende der Preisspanne abnimmt. Bei Futtermittelware wird bei einem ruhigen Geschäftsverlauf von leicht festeren Preisen berichtet.
Am Markt für Vollmilchpulver verlaufen die Geschäfte aktuell in ruhigen Bahnen und die Käufer agieren abwartend. Es werden lediglich in recht begrenztem Umfang neue Abschlüsse getätigt. Die Preise in Deutschland sind stabil. Innerhalb der EU ist das Preisgefüge weiter uneinheitlich.
Molkenpulver in Futtermittelqualität wird zu stabilen Preisen kontinuierlich gehandelt. Die Situation in der Kälbermast hat sich dem Vernehmen nach stabilisiert. Die Geschäfte mit Lebensmittelware verlaufen ruhig, was teilweise auf eine zurückhaltende Nachfrage von den Exportmärkten zurückzuführen ist. Das Angebot ist ausreichend und die Preise sind nach wie vor uneinheitlich. (Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V. Kempten (Allgäu)/proplanta)