Russland: Digitale Kennzeichnung von Milchprodukten wird Pflicht

In Russland wird in diesem Jahr schrittweise die obligatorische Kennzeichnung von Milchprodukten mit digitalen DataMatrix-Codes eingeführt. Damit wollen die staatlichen Aufsichtsbehörden den Warenstrom vom Hersteller zum Verbraucher verfolgen und so die Verbreitung von gefälschten, minderwertigen Waren eindämmen. Am 1. Juni beginnt die Kennzeichnungspflicht für Käse und Eiscreme, am 1. September folgen Produkte mit einer Haltbarkeit von mehr als 40 Tagen und am 1. Dezember diejenigen mit kürzerem Verfallsdatum. Landwirte, die ihre Milchprodukte selbst vermarkten, haben eine Fristverlängerung bei der Kennzeichnung bis zum 1. Dezember 2022 erhalten. Für Milcherzeugnisse mit einem Gewicht von weniger als 30 g sowie für Babynahrung und Spezialnahrung wird keine Kennzeichnung eingeführt. Wie das russische Landwirtschaftsministerium laut der Nachrichtenagentur TASS mitteilte, sind die meisten Käse- und Eiscremehersteller bereit, etikettierte Produkte ab Anfang Juni anzubieten; viele Produzenten hatten sich schon zuvor im System registriert und an einem Testlauf teilgenommen. An jeder für den russischen Markt bestimmten Wareneinheit oder deren individueller Verpackung ist ein zweidimensionaler DataMatrix-Code anzubringen. Dieser enthält detaillierte Angaben zum Produkt, wie Ort, Datum und Uhrzeit der Herstellung, Material, Größe, Haltbarkeit, Preise sowie weitere Informationen zum Warenumlauf. Die Verbraucher können dann direkt im Laden per Smartphone-App überprüfen, ob Waren echt und legal im Umlauf sind. Die Germany Trade & Invest (GTAI) wies darauf hin, dass auch deutsche Exporteure die Kennzeichnungspflichten zu beachten hätten. Derzeit könnten jedoch nur russische juristische Personen die DataMatrix-Codes direkt vom Betreiber CRPT erwerben. Deutsche Unternehmen, die eine juristische Person in Russland hätten, könnten sich über ihre russische Tochterfirma oder Repräsentanz beim System „Chestny ZNAK“ anmelden und dann die digitalen Codes beantragen. Ansonsten bleibe nur die Suche nach einem russischen Distributor oder Logistikdienstleister, der die Codes an den deutschen Hersteller weiterleite. Hierbei sei auf eine sorgfältige Auswahl des russischen Partners zu achten, denn dieser erhalte Zugang zu sensiblen Informationen wie Absatzmengen und Preisen. (AgE)

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