Ernährungsindustrie verweist auf starken Kostenanstieg

In Frankreich bringen sich immer mehr Akteure der kommenden Lieferverhandlungen der Agrar- und Ernährungswirtschaft mit dem Einzelhandel in Stellung. Der Dachverband der Ernährungsindustrie (ANIA) wies in der vergangenen Woche auf die wirtschaftliche Bedeutung der Branche und ihre hohe Belastung hin. Demnach steht die Ernährungsindustrie insbesondere durch den anhaltenden „Preiskrieg“, steigende Produktionskosten und einen ständigen Verlust von Marktanteilen im Export unter Druck. Laut ANIA sind der Branche seit 2013 durch die Inflation der Lebensmittelpreise mehr als 6 Mrd Euro entgangen; die Preise für die einzelnen Nahrungsmittelrohstoffe seien im vergangenen Jahr zwischen 5 % und 51 % gestiegen. Für Verpackungen müssen dem Dachverband zufolge zwischen 12 % und 24 % mehr bezahlt werden; die Kosten für Seefracht haben um 86 % und für Straßentransport um 3 % zugenommen. „Untragbar“ sind nach Angaben der ANIA die Vertragsstrafen des Lebensmittelhandels geworden. Eine Umfrage unter den Mitgliedern habe gezeigt, dass bei fast 40 % der Unternehmen die von den Händlern geltend gemachten Vertragsstrafen in den letzten drei Jahren um 36 % zugenommen hätten. Aktuell machten die Strafzahlungen im Durchschnitt 0,4 % des Umsatzes der Hersteller aus und summierten sich auf mehr als 200 Mio Euro pro Jahr. ANIA-Präsident Jean-Philippe André erklärte, wenn diese Aspekte bei den nächsten Lieferverhandlungen nicht berücksichtigt würden, werde sich die Lage der Agrar- und Ernährungswirtschaft im neunten Jahr in Folge verschlechtern. Das werde sich dann auf die Investitionsfähigkeit und die Beschäftigung auswirken und auch den Export schwächen. André verwies zudem auf das derzeit vom Senat geprüfte zweite Gesetz zur Stärkung der Erzeuger. Die Ernährungsindustrie unterstütze die Intention des Gesetzes, werde aber auf die „Nebenwirkungen“ für die Lebensmittelhersteller achten. (AgE)

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