Freie Bauern wollen Marktmacht der Molkereikonzerne brechen

Die Freien Bauern, eine Interessenorganisation der bäuerlichen Familienbetriebe, haben angesichts der jüngsten Bauernproteste gegen die ungleiche Verteilung von Marktmacht in der Wertschöpfungskette Milch politische Reformen zur Stärkung der landwirtschaftlichen Erzeuger gefordert. „Dass die großen Molkereien der Branche es schaffen, bei insgesamt sehr gutem Absatz für Milch und Milchprodukte die den Milcherzeugern ausgezahlten Preise nach wie vor unten zu halten, zeigt überdeutlich, dass der Markt nicht funktioniert“, monierte am 12. Juni das Mitglied der Bundesvertretung, Peter Guhl. Nicht nur der hochkonzentrierte Lebensmitteleinzelhandel, sondern auch die Milchindustrie inklusive der großen Molkereigenossenschaften würden sich „schamlos an den Bauern bereichern“ und mit ihrer Marktmacht den Spielraum mittelständischer Mitbewerber einengen, kritisierte Guhl. Nach jahrelanger staatlicher Tatenlosigkeit trotz schwerer Milchmarktkrisen müsse eine neue Bundesregierung drei dringliche Vorhaben zügig umsetzen. „Wir brauchen erstens ein Entflechtungsgesetz für die vor- und nachgelagerten Bereiche der Landwirtschaft, das die Marktmacht der Konzerne bricht“, betonte der Bundesvertreter der Freien Bauern. Zweitens müsse eine Vertragspflicht für Milchlieferungen kommen, bei der Menge und Preis vorab vereinbart werden müssten, so wie es in der gesamten restlichen Wirtschaft fair und üblich sei. Drittens werde eine Herkunftskennzeichnung auf allen Lebensmittelverpackungen benötigt, sodass der Kunde im Supermarkt erkennen könne, aus welchem Land die verwendeten Agrar-Rohstoffe kämen. Den Freien Bauern gehe es dabei nicht um staatliche Steuerung, betonte Guhl, sondern um Rahmenbedingungen, in denen der Markt seine Dynamik zurück erhalte. (AgE)

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