FrieslandCampina bestätigt pessimistischen Ausblick

Der niederländische Molkereikonzern FrieslandCampina rechnet weiterhin mit einer Beeinträchtigung des Geschäftsergebnisses 2020 durch die Corona-Pandemie. Wie Geschäftsführer Hein Schumacher am 30. September  in Amersfoort erklärte, sind die Preise für Milch und Milchprodukte unmittelbar nach dem Ausbruch des Coronavirus im März und April drastisch gefallen und bewegen sich trotz anschließender Erholung immer noch unter dem Niveau von vor der Pandemie. Dies habe zu schwierigen Marktbedingungen für die Business Group „Dairy Essentials“ geführt, die einen beträchtlichen Teil der von den Genossenschaftlern angelieferten Milch verarbeite und darüber hinaus Milchpulver, Butter und verpackten Käse vermarkte. Eine zweite Corona-Welle, die sich jetzt in mehreren Ländern abzeichne, dürfte das Geschäft mit der Gastronomie erneut negativ beeinflussen. Laut Schumacher hat die Pandemie in Kombination mit sozialen Unruhen auch in Hongkong zu schwierigen Marktbedingungen geführt. Wegen der Schließung der Grenze zu China sei die Zahl der chinesischen Touristen deutlich gesunken, so dass der Absatz von Säuglingsnahrung in der Sonderverwaltungszone kräftig nachgelassen habe. Um die negativen Auswirkungen abzufedern, setze das Unternehmen nun für diese Zielregion verstärkt auf die Vermarktung über das Internet. Unterdessen seien die Ergebnisse der Betriebsgesellschaft FrieslandCampina WAMCO in Nigeria noch ungewiss. Der Wechselkurs der nigerianischen Währung gegenüber dem US-Dollar stehe unter großem Druck, und es sei zu befürchten, dass die Regierung die Einfuhr von Rohstoffen und Milch verbieten könnte. Dem Geschäftsführer zufolge können positive Entwicklungen die Negativfaktoren nur teilweise ausgleichen. Beispielsweise hätten sich die Marken im Lebensmitteleinzelhandel gut entwickelt. Außerdem seien in vielen wichtigen Verbrauchermärkten Marktanteile gewonnen worden, unter anderem in den Niederlanden und Deutschland, aber auch in China, Indonesien, Pakistan und Nigeria. Zudem dürfte der Geschäftsbereich „Ingredients“ seine globale Marktposition mit der angepeilten Versechsfachung der Produktionskapazität für den Säuglingsnahrungszusatz Lactoferrin im niederländischen Veghel stärken. Als Erfolg wertete der Geschäftsführer auch die Emission von unbefristeten, hybriden Anleihen zu einem Effektivzinssatz von 2,875 % an der Euronext Dublin, die 300 Mio Euro generiert habe. (AgE)

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