Milch: LsV Bayern fordert verpflichtende Mengenreduktion

 Weil im Zuge der Coronakrise der Export von Milchprodukten weggebrochen ist und der Großhandel nur noch eingeschränkt läuft, zeichnen sich laut LsV Bayern große Milchüberschüsse ab, die zu einem enormen Preisverfall führen würden. Ein Aufruf zur freiwilligen Reduzierung der Anlieferung, wie ihn Molkereiunternehmen oder die Bayern-MeG seit Kurzem fordern, seien nicht der richtige Weg. Wenn einzelne Milcherzeuger oder auch ganze Molkereien ihre Milchmenge um 20% senken, andere wiederum gleichbleibend oder im schlimmsten Fall sogar mehr produzieren, werde die stabilisierende Wirkung am Markt verpuffen, argumentiert LsV Bayern.
Die Organisation fordert deshalb eine europaweite verpflichtende Reduktion der Milchmenge bei allen Betrieben. Das hätte aus Sicht von LsV folgende Vorteile: Durch eine um wenige Prozent gesenkte Menge wird der Markt schnell stabilisiert, der einzelne Betrieb kann dies individuell einfach umsetzen, ohne in wirtschaftliche Schwierigkeiten zu kommen, bei einer Wiederbelebung der Nachfrage nach Milchprodukten kann die Mengenreduktion wieder aufgehoben werden. Dies bringt eine enorme Stabilisierung der bäuerlichen Milchviehhalter mit sich, ohne Steuermittel für Hilfsgelder oder die Lagerhaltung zu verbrauchen.
Die Politik brauche aber den Willen, das umzusetzen.
Ohne ein Eingreifen der Politik werde der Strukturwandel in der Milchviehhaltung deutlich beschleunigt. Viele bäuerliche Familienbetriebe würden eine erneute Krise am Milchmarkt nicht mehr durchhalten, da auch die Anforderungen durch die neue Düngeverordnung (DüV) nicht umsetzbar sind, wenn das Einkommen fehle, so LsV. Das spätere Inkrafttreten der DüV helfe hier auch nicht weiter. Man brauche Lösungen, mit der die Last gleichmäßig auf alle Akteure am Milchmarkt verteilt wird.
Der LsV fordert die politischen Entscheidungsträger in Bayern, Deutschland und Europa auf, schnell zu handeln, „bevor die ganze Milchwirtschaft gegen die Wand gefahren ist“. (topagrar.com)

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