Russland: Digitale Kennzeichnungspflicht für Milchprodukte

Mit der verpflichtenden Kennzeichnung von verarbeiteten Milchprodukten mittels eines digitalen Data Matrix Codes in Russland soll am 1. Juni 2020 begonnen werden. Nach Angaben des Ministeriums für Industrie und Handel wurde kürzlich ein entsprechender Entwurf eines Regierungsdekrets angenommen. Momentan würden Molkereierzeugnisse in einer Probephase mit dem Data Matrix Code gekennzeichnet, die bis Ende Februar 2020 dauern solle. Daran beteiligten sich mehr als 30 Unternehmen, darunter große Hersteller. Die digitale Kennzeichnung von Milchprodukten wurde im Frühjahr 2019 vom russischen Ministerpräsidenten Dmitrij Medwedew auf den Weg gebracht. Auf dessen Anweisung wird laut Medienberichten die digitale Kennzeichnung mit dem bestehenden Kennzeichnungssystem für Veterinärzertifikate „Mercury“ verschmolzen, so dass es ein System von der Rohstoffbeschaffung bis zum Endverbraucher gibt. Die verpflichtende Kennzeichnung wird für Joghurt, Kefir, Butter, Eis, Käse und Hüttenkäse gelten. Dabei kann der digitale Code gescannt werden, wenn Waren geprüft, in einem Lager empfangen oder in einem Geschäft verkauft werden. So soll der Verbraucher vor dem Kauf von abgelaufener Produkte geschützt werden. Er hat zudem die Möglichkeit, die Rechtmäßigkeit der Waren mithilfe eines Smartphones zu überprüfen. Die neuen Kontrollmöglichkeiten sollen auch einen größeren Schutz vor Produktfälschungen bieten, zu denen es in der russischen Milchwirtschaft immer wieder kommt. (AgE)

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