Schwaches Exportgeschäft sorgt in Ernährungswirtschaft für Umsatzrückgang

Die deutsche Ernährungsindustrie musste im Juli coronabedingt einen kräftigen Einbruch beim Export verzeichnen, konnte diesen aber teilweise durch das Inlandsgeschäft kompensieren. Wie die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) am vergangenen Donnerstag (1.10.) in ihrem Konjunkturreport mitteilte, verzeichnete die Branche im Berichtsmonat im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzrückgang von 2,0 % auf insgesamt 15,6 Mrd Euro. Während die Exporte deutlich zurückgingen, und zwar um 6,6 % auf 5,0 Mrd Euro, legte der Inlandsumsatz mit Lebensmitteln um 0,3 % zu, was die Erlöseinbußen unter dem Strich begrenzte. Gegenläufig entwickelten sich auch die Erzeugerpreise im In- und Ausland: Auf dem heimischen Markt befestigten sich diese laut BVE gegenüber Juli 2019 um 0,5 %, während sie im Ausland um 0,7 % sanken. Wie schon in den Monaten zuvor zeigten sich auch im Juli die negativen Auswirkungen der Corona-Krise auf die Produktion, wie die Bundesvereinigung weiter berichtete. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex sank ihr zufolge um 2,1 % im Vorjahresvergleich. Die Beschaffungskosten von Agrarrohstoffen sind zuletzt für die Lebensmittelproduzenten gestiegen. Im August 2020 legte der Rohstoffpreisindex für Nahrungs- und Genussmittel des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) im Vergleich zum Vormonat um 1,3 % auf 87,6 Punkten zu. Auch gegenüber dem Vorjahresmonat stieg der Index, nämlich um 1,9 %. Die Stimmung in der Ernährungsindustrie hellte sich ungeachtet dessen auf. Der Saldo des monatlich erscheinenden ifo-Geschäftsklimaindexes als Indikator für die Stimmung und Erwartungen der Ernährungsindustrie erhöhte sich nach einem kurzen Dämpfer im August im Folgemonat um 5,2 Punkte und lag damit bei insgesamt 10,7 Punkten. Auch die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage fiel positiver als noch im Vormonat aus; der betreffende Index kletterte auf insgesamt 19,5 Punkte. Die Geschäftserwartung der nächsten Monate spricht laut der BVE für einen moderat optimistischen Blick in die Zukunft: Der entsprechende Indikator stieg um 2,4 Punkte auf einen Saldo von plus 2,3 Punkten. (AgE)

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