Australien: Mit weniger Kühen zu neuem Milchrekord

In Neuseeland haben die Kühe in der Ende Mai abgeschlossenen Saison 2020/21 so viel Milch gegeben wie nie zuvor; bei den Inhaltsstoffen wurden ebenfalls neue Rekordmarken aufgestellt. Dabei hat sich die Zahl der Milchkühe gegenüber der vorherigen Saison 2019/20 um rund 17 800 Tiere oder 0,4 % auf 4,90 Millionen Stück verringert. Wie aus der jetzt veröffentlichten Jahresstatistik der neuseeländischen Milchverbände DairyNZ und LIC hervorgeht, sind die Rohmilchanlieferungen an die Molkereien 2020/21 im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 % auf die neue Höchstmarke von 21,71 Mrd l gestiegen; die Verarbeitung der Milchinhaltsstoffe Fett und Protein legte um 2,7 % auf zusammen 1,95 Mrd kg zu. Im Berichtsjahr gab es 11 034 Milchkuhherden, wobei der durchschnittliche Bestand im Vorjahresvergleich um vier Tiere auf 444 Kühe zunahm. Im Mittel betrug die Produktionsfläche der Milchbauern 155 ha, auf denen je Hektar 2,86 Kühe gehalten wurden. Bei den Rassen setzen die neuseeländischen Erzeuger immer stärker auf eine Kreuzung von Holstein-Friesian und Jersey-Kühen, die zuletzt 49,6 % des Gesamtbestandes ausmachten. Dahinter folgten mit 32,5 % reinrassige Holstein-Friesian und mit 8,2 % die Jersey-Kühe. Auf Rekordniveau lag im abgelaufenen Wirtschaftsjahr die Milchleistung der Tiere; eine Herde gab im Mittel fast 1,97 Mio l Milch. Die Milchleistung der Durchschnittskuh stieg im Vorjahresvergleich um 3,0 % auf 4 426 l, was einer Produktion von 222 kg Milchfett und 175 kg Eiweiß entsprach. Der Geschäftsführer von DairyNZ, Dr. Tim Mackle, erläuterte, dass sich der Trend zu „mehr Milch von weniger Kühen“ fortsetze. „Die Landwirte konzentrieren sich auf die Entwicklung effizienterer Kühe und Haltungssysteme mit einem geringeren ökologischen Fußabdruck“, erläuterte der Geschäftsführer. Allerdings hätten auch die günstigen Witterungsbedingungen und die Verlängerung der Melksaison bei guten Preisen zu dem Rekordergebnis geführt. Der LIC-Vorstandsvorsitzende David Hazlehurst berichtete, dass die Farmer „auf Kuhqualität statt Quantität“ setzten und immer mehr in erstklassige Genetik investierten, um die Produktivität ihrer Tiere zu steigern. So werde auch das Ziel erreicht, den ökologischen Fußabdruck ihrer Betriebe zu reduzieren, denn allen sei klar, dass in Zeiten des Klimawandels nicht mehr, sondern bessere Kühe gemolken werden müssten. (AgE)

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