BOGK beklagt Kostensteigerungen für Lebensmittelhersteller

Der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) zeigt sich aufgrund der coronabedingten Verwerfungen in den weltweiten Logistikketten besorgt. Wie der Branchenverband am 16. Juni mitteilte, gibt es aktuell gravierende Lieferengpässe und Kostensteigerungen bei zahlreichen Rohstoffen, Verpackungsmaterialien und in der Logistik, die letztlich zu höheren Verbraucherpreisen führten. So seien Fette, Öle und bestimmte Zusatzstoffe wie Dextrose extrem knapp und teuer geworden; für manche Grundstoffe gebe es Aufschläge von bis zu 30 %. Zudem seien aufgrund schlechter Ernteerwartungen bei Obst und Gemüse die Preise für zahlreiche Rohstoffe der Branche enorm gestiegen. Verteuerungen schlügen insbesondere bei Getreide, Zucker, Süßungsmitteln, Stärke und diversen Früchten, wie zum Beispiel Kirschen und Pfirsiche, zu Buche. Die Obsternte in Griechenland, Nord-Mazedonien und Frankreich soll voraussichtlich nur 40 % der Normalmengen bringen, und auch in Spanien und Italien werden Ertragseinbußen befürchtet. Zudem haben sich laut BOGK viele Verpackungen verteuert, denn Papier, Pappe und Faltschachteln sind auf dem gesamten Weltmarkt knapp. Dazu trage auch die größere Nachfrage des Onlinehandels bei. Der Anstieg der Holzpreise habe die dringend benötigten Euro-Paletten teilweise doppelt so teurer werden lassen, und die Kunststoffpreise seien seit November 2020 um 85 % gestiegen. Auch die Kosten für Konserven- und Marmeladengläser seien merklich höher. Mehr Geld muss dem Verband zufolge auch für Containerkapazitäten, Seefrachtraten und Straßentransporte bezahlt werden. Bei letzterem wirke sich neben knappen Kapazitäten auch die politisch gewollte Einführung einer CO2-Besteuerung auf die Spritpreise aus. Der dramatische Kostenanstieg hat nach Darstellung des BOGK Folgen für die Unternehmen. Die Abgabepreise müssten in der gesamten Branche neu kalkuliert werden. Allein könnten die Lebensmittelverarbeiter die steigenden Kosten nicht auffangen, denn durch die Corona-Krise seien deren finanzielle Reserven aufgebraucht. Es sei daher schwer vorstellbar, dass sich die aufgezeigten Entwicklungen am Ende nicht auch auf die Verbraucherpreise auswirken werden. An die Politik appelliert der Verband, im Hinblick auf die künftige Steuer- und Umweltpolitik diese Zusammenhänge im Blick zu behalten. (AgE)

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