Corona-Pandemie stärkt Ernährungsbewusstsein

Das Ernährungsverhalten der Italiener hat sich durch die Corona-Pandemie verändert. Das belegt eine jetzt vorgestellte Studie, die der mitgliedsstärkste Landwirtschaftsverband Coldiretti zusammen mit dem Forschungsinstitut Censis erstellt hat. Einer in dem Zusammenhang durchgeführten Umfrage zufolge achten die Italiener zunehmend bewusster auf ihren Ernährungsstil: 81 % haben dabei die gesundheitlichen Folgen von Nahrung und Getränken stärker im Blick, 85 % halten sich vorwiegend an die mediterrane Küche, 94 % achten jetzt weitaus stärker darauf, keine Lebensmittel zu verschwenden, und 57 % nehmen sich wieder Essen von zu Hause mit zur Arbeit. Obgleich die Italiener für ihre Geselligkeit bekannt sind und immer gerne auswärts gegessen haben, traut sich der Umfrage zufolge jeder Dritte noch immer nicht in ein Restaurant. Grund hierfür ist die Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus. Dasselbe gilt für die Dorffeste, denen 38 % der Italiener weiter fernbleiben, während es bei den Genussreisen sogar 45 % sind. Befragt zum Konsum nachhaltiger, umweltschonend produzierter Lebensmittel zeigten sich in der Umfrage 88 % der Italiener bereit, bis zu 10 % mehr für solche Erzeugnisse zu zahlen. Rund 83 % würden eine solch höhere Ausgabe akzeptieren, wenn das Produkt und seine Ausgangsstoffe rückverfolgbar wären. Annähernd drei Viertel würden mehr zahlen, wenn das Erzeugnis aus einer garantierten Region stammt. Kritisch geben sich die Italiener dagegen im Hinblick auf neuartige Lebensmittel: 95 % erklärten, sie würden niemals in-Vitro-Fleisch essen. Dafür wurden zwei Gründe am häufigsten, nämlich von 68 % beziehungsweise 60% der Befragten genannt: Kein Vertrauen zu Produkten, die im Labor hergestellt werden, und gesundheitliche Bedenken. Besonders wichtig ist es für die Italiener, frische Produkte auf den Tisch zu bekommen. Während der Pandemie haben deswegen 79 % „eine feste Beziehung“ zu Landwirten aufgebaut, um Qualitätsprodukte soweit wie möglich aus der näheren Umgebung zu erhalten. Laut Coldiretti hat die Verbreitung dieses Einkaufverhaltens dazu geführt, dass mittlerweile rund 12 000 Landwirte direkt vermarkten; ihre diesbezüglichen Erlöse werden auf insgesamt rund 6,5 Mrd Euro geschätzt. Eine wichtige Rolle spielen hierbei laut der Studie die landesweit rund 1 200 Bauernmärkte. (AgE)

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